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17. Dezember 2003

"Zimtsterne und Kokosmakronen "(Teil 2) von Ayashii


Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Genres: Reale Welt
Warnungen: Zucker
Kommentar: Ja, sie gehören wirklich mir! *g*

Zwei bis drei Tassen Glühwein, einige Kunden am Plätzchenstand und ziemlich viele Kekssorten später saß ich etwas beschwipst neben Simon auf der Bank und wir unterhielten uns lebhaft über unsere Familien, Jobs und unser Leben.
Gerade als ich mitten in der Story meines dritten Geburtstages, wo ich mir eine Perle in die Nase gesteckt und sie nicht wieder herausbekommen hatte, sodass sie vom Arzt entfernt werden musste, war, spürte ich plötzlich Simons Kopf an meiner Schulter. Als ich meinen Kopf drehte sah er mich an. Mit vom Alkohol geröteten Wangen, verschleierten Augen und leicht geöffneten Lippen blickte er mir ins Gesicht und sagte leise: „Du, Felix, ich fühl mich gar nicht gut.. ich glaub das war ein bisschen zu viel für...-“
Im nächsten Moment waren ihm die Augen zugefallen und er sackte in sich zusammen.
Panik überkam mich. Hoffentlich hatte er keine Alkoholvergiftung oder so was! Er hatte doch schließlich gesagt, dass er nicht viel vertrug!
Ich stand auf und legte ihn vorsichtig mit dem Rücken auf die Bank. Beruhigt atmete ich auf, nachdem ich Puls und Atmung kontrolliert hatte. Er musste wohl einfach nur seinen Rausch ausschlafen. Hatte ich ihn so betrunken gemacht? Ich grinste leise vor mich hin. Er war ein Glückstreffer. Hundert Punkte. Ein Sechser im Lotto. Ich fühlte mich wie auf einer rosa Wolke schwebend und so happy wie schon lange nicht mehr.
Aber was sollte ich jetzt tun? Mit Gewalt riss ich mich aus meinen Gedanken. Ich grübelte kurz, dann tat ich das einzig sinnige: ich schloss ich die Front der Bude und verriegelte alles sorgfältig. Der Markt fand das ganze Wochenende über statt, also konnten wir den Stand wohl einfach hier stehen lassen. Nachdem ich alles dichtgemacht hatte, packte ich alle übriggebliebenen Plätzchentüten inklusive meiner Zimtsterne und alle vorhandenen Keksteller in einen großen Korb und eine Stofftasche, die in einer Ecke der Bude lagerten. So, eingepackt und verschlossen war alles, jetzt musste ich nur noch den Schlüssel finden.
Ich versuchte, Simon zu wecken. Er öffnete die Augen nur halb. Ich tätschelte seine Wange. „Hey, Simon! Wo ist der Schlüssel? Ich brauch ihn zum Abschließen! Simon!“
„Hmmm?“
„Den SCHLÜSSEL, Simon!“
„InnerJaggendassche“, murmelte er und schloss die Augen wieder.
Ich kramte in seinen Jackentaschen, bis ich schließlich in der linken Innentasche fündig wurde.
Nun stand ich vor dem nächsten Problem. Was sollte ich mit Simon machen? So wie es ihm ging, war er nicht mehr in der Lage, nach Hause zu laufen oder zu fahren. Geschweige denn mir zu sagen, wo er wohnte...!
Es war klar. Ich hatte nur eine Möglichkeit. Nervös schüttelte ich ihn an der Schulter.
“Simon! Simon! Hör zu!“
„Hnnn..“
„Pass auf, du musst mir jetzt wirklich genau zuhören! Du setzt dich jetzt auf. Komm schon, setz dich hin.“
Mit meiner Hilfe saß Simon kurz darauf ziemlich wacklig auf der Bank.
„Okay, ich geh jetzt in die Hocke und du kletterst einfach auf meinen Rücken, ja? Hast du gehört?“
„Okeee“, nuschelte er.
Ich hängte mir die Tasche an den einen und den Korb an den anderen Arm und hievte Simon auf meinen Rücken. Gott sei Dank war er schlank, sodass ich nicht ganz so schwer zu schleppen hatte. Ich dankte dem Himmel außerdem dafür, dass ich nur zwei Straßen entfernt wohnte. Viel weiter hätte ich es wohl auch nicht geschafft, denn Simon hing auf meinem Rücken wie ein nasser Sack. Seine Armem baumelten schlaff vor meiner Brust nach vorne und sein Kopf ruhte schwer auf meiner rechten Schulter. Nachdem ich in einer fast unmöglichen Aktion die Tür zugemacht und abgeschlossen hatte, schlug ich den Weg zu meiner Wohnung durch die nur noch spärlich beleuchteten Straßen ein. Wir kamen nur relativ langsam voran. Mit jedem Schritt schienen die Tasche, der Korb und vor allem Simon schwerer zu werden. Ich schwitzte und musste noch dazu aufpassen, nicht auf dem schneeglatten Bürgersteig auszurutschen.
Eine Viertelstunde später war ich dann doch vor meiner Haustür angekommen. Es musste schon mindestens 11 Uhr abends sein...Krampfhaft unterdrückte ich den Drang, einfach alles fallen zu lassen und erschöpft in den Schnee zu sinken. Ich stellte Tasche und Korb kurz ab, kramte meinen Haustürschlüssel heraus und schloss auf. Die Treppe! Die hatte ich ja ganz vergessen! Nein, wohl eher verdrängt. Aber nun gut, so viele Stufen waren es nun auch wieder nicht. Ich hatte es bis hierher geschafft, also würde ich die letzte Hürde auch noch meistern. Simon murmelte irgendetwas vor sich hin. Ich begann, die Treppe hochzusteigen. Stufe für Stufe für Stufe. Irgendwann, es kam mir wie eine Ewigkeit vor, war ich oben angekommen und stand vor meiner Wohnungstür. Wieder holte ich mit Mühe den Schlüssel aus meiner Tasche und schloss auf. Ich ging geradewegs ins Schlafzimmer und ließ Simons schlaffen Körper aufs Bett fallen. Von meiner Last befreit sank ich ebenfalls auf das Bett. Ich kam langsam wieder zu Atem und straffte meine Schultern, als mir plötzlich die Plätzchen einfielen, die noch vor der Haustüre stehen mussten. Schnell erhob ich mich, rannte die Stufen wieder hinunter, packte mir Tasche und Korb, schloss die Haustür und trug alles nach oben.
Puh, ich hatte es also geschafft.

Das allererste, an was ich jetzt dachte, war eine heiße Dusche. Die konnte ich nun wirklich gebrauchen. Ich ging ins Bad, ließ meine Klamotten achtlos auf den Boden fallen und stieg in die Duschkabine.
Ich drehte den Hahn auf und sofort strömte das heiße Wasser über meinen Kopf und prasselte auf meinen Rücken. Es war himmlisch. Ich schloss die Augen und ließ meinen Körper sich wieder ganz aufwärmen.
Nach ungefähr zehn Minuten stieg ich aus der Dusche und trocknete mich schnell ab. Nachdem ich mir ein T-Shirt und meine Shorts angezogen und mir noch schnell die Zähne geputzt hatte, schlich ich leise ins Schlafzimmer, um Simon nicht zu wecken.
/Obwohl, den würden jetzt sowieso keine zehn Pferde mehr wach kriegen!/, grinste ich in mich hinein.

„Simon! Hey, Kumpel!“ Ich stubste ihn an.
„Wir müssen dich noch umziehen! Oder willst du im dicken Wollpulli schlafen? Glaub ich kaum! Hey, wach auf!“
Simon bewegte sich kurz und öffnete die Augen wieder nur halb. „Felix?“ murmelte er leise.
„Ja, ich bin’s. Komm her, wir müssen dir noch den Pulli ausziehen. Du schläfst heute Nacht einfach hier. Mein Bett ist groß genug.“
Simon nickte und versuchte, sich seinen Pullover über den Kopf zu ziehen, was dazu führte, dass er sich hoffnungslos darin verhedderte. Ich zog ihm das Kleidungsstück über den Kopf und hängte es über einen Stuhl. Dann zog ich ihm noch die Jeans aus und faltete diese zusammen.
„Dangge..dubissooliiiiieb“, hörte ich Simon nuscheln. Ich musste plötzlich lachen. Das Ganze war doch einfach zu verrückt. Wahrscheinlich würde ich morgen früh aufwachen und alles wäre sowieso nur ein Traum gewesen.... zu schön um wahr zu sein. Nein, es war wahr!!
Aber ganz gleich, ob es nun ein Traum war oder nicht, morgen würde Simon wieder nüchtern sein und für immer aus meiner Wohnung und meinem Leben verschwinden. Das wars dann mit dem Traumtyp.

Traurig beugte ich mich über Simon, der im Schlaf so wahnsinnig niedlich aussah, dass ich ihn am liebsten gefressen hätte, um ihn zuzudecken.

Just in diesem Moment drehte er sich auf den Rücken und öffnete die Augen. Mit seinem immer noch etwas verschleierten Blick sah er mich an und lächelte sein wundervolles Lächeln.
Dann zog er mich zu sich herunter und küsste mich.
Ich riss die Augen auf, als ich seine weichen Lippen auf meinen spürte. Mein Herz begann zu rasen und ich konnte nicht mehr denken. Simon! Was tat er da?! Aber.. er..?!
Doch mein Gehirn schaltete sich gänzlich aus, als ich fühlte, wie seine Zunge sich zwischen meine Lippen drängte. Ich öffnete den Mund und wir versanken in einem tiefen, leidenschaftlichen Kuss.
Das war einfach zu gut. Zu gut. VIEL ZU GUT! HALT!
Abrupt löste ich mich von ihm und rollte mich zur Seite. Das war nicht fair, wirklich nicht.
/Er ist sturzbetrunken, Felix! Er weiß nicht mehr, was er tut!/
Jetzt bloß nichts unüberlegtes tun. Ich konnte seine Situation nicht ausnutzen. Wahrscheinlich würde er es morgen bereuen, wenn er aufwachte. Bestimmt sogar. Verdammt! Verdammt! Verdammt! Ich drehte mich um und sah erneut in Simons hübsches Gesicht. Er hatte jedoch die Augen schon wieder geschlossen und atmete ruhig und gleichmäßig.
/Es ist besser so!/, versuchte ich mich selbst zu überzeugen und wendete mich schnell wieder ab.
Ich wollte es so gern... mein Traum.. er hatte mich..! Aber nein! Schluss damit! Ich musste das Ganze vergessen! Er hatte es bestimmt nicht so gemeint...
Nachdem ich drei Stunden später immer noch aufgeregt und verwirrt neben Simon wachlag, kam ich auf die glorreiche Idee, aufs Sofa umzuziehen. /Nur weg hier!/, dachte ich, /sonst kann ich mich am Ende nicht mehr beherrschen!/
Ich raffte meine Bettdecke und mein Kopfkissen zusammen und warf noch einen letzten sehnsüchtigen Blick auf den selig schlafenden Simon, bevor ich ins Wohnzimmer tapste und mich auf dem Sofa niederließ.

Am nächsten Morgen wachte ich mit einem steifen Genick und schmerzenden Gliedern auf. Ich verzog das Gesicht, als mich die Helligkeit des Tages blendete. Verdammt! Es musste schon Nachmittag sein! Ich setzte mich auf, streckte mich ein bisschen nach allen Seiten und stand dann auf. Ich konnte jetzt dringend einen Kaffee gebrauchen. Doch zuerst musste ich sehen, ob...
Vorsichtig betrat ich das Schlafzimmer. Es war leer. Die linke Betthälfte war ordentlich gemacht und auch Simons Klamotten waren verschwunden. /Scheiße! Ich bin so ein Trottel!!/ Wütend trat ich gegen den Schrank.
„AU! MIST!“
Mit schmerzenden Zehen machte ich mich auf den Weg in die Küche. Ich stutzte, als ich den Küchentisch in Augenschein nahm.
Darauf stand ein großer Teller mit Zimtsternen.
Augenblicklich erhellte sich mein Gesicht. Mit zwei Sätzen war ich beim Tisch. Ich griff einen der Sterne und schob ihn mir in den Mund. Er schmeckte göttlich. Köstlich, genial.
Ich hastete in den kleinen Flur, streifte schnell meine Jacke über, merkte an der Wohnungstür, dass ich keine Hose anhatte, rannte zu meinem Schrank, kramte frische Boxershorts und Jeans heraus, schlüpfte hinein und zog noch einen Pulli unter die Jacke. Zwei Minuten später war ich zur Haustür heraus. Ich rannte durch die Straßen, rannte so schnell, wie ich noch nie gerannt war. Ich hätte das Gefühl in mir nicht beschreiben können. Ich fühlte mich wie ein König und als ob ich im Lotto gewonnen hätte zugleich. Total außer Atem kam ich schließlich am Markt an.
Ich sprintete die letzten Meter bis zu der kleinen Holzbude. Frische Plätzchen und Weihnachtsgebäck. Hinter dem Holztresen stand er und lächelte mich an. Ich stürzte auf ihn zu, packte ihn über den Tresen hinweg am Kragen, zog ihn zu mir und küsste ihn. Es schien mir endlos. Endlos schön. Ich war glücklich.
Nach einiger Zeit beendete er außer Atem und mit geröteten Wangen unseren tiefen Kuss und entfernte sein Gesicht ein wenig von meinem.
Ich sah ihn an. Er lächelte.
„Du schmeckst nach Zimtsternen“, sagte er. „Meine Spezialität.“


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Witch23
05/11/19 17:45
XD

jabba
05/11/19 08:12
hehe, getötet durch Missachtung:P

Witch23
02/11/19 16:27
jupp einfach ignoriert ^^

jabba
01/11/19 22:49
Na? Alle die Geister und Vampire und co. gut überlebt?

Witch23
29/10/19 16:11
moin

Xtreme-storys
29/10/19 02:01
Hi

jabba
10/10/19 17:15
Ich hab totales Input overflow! 3tage umgucken und normen lesen, jetzt schon die ganze Woche auf Schulung... *mimimi* Aber schon toll irgendwie:)

Witch23
02/10/19 19:52
gratuliere jabba

Niemue
01/10/19 19:17
Und wie war's, Jabba? ^^

jabba
30/09/19 22:34
*nervös herumhibbel* Morgen gehts los! Morgen 1.Tag im neuen Job! :)

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