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2. Dez

1. Dezember 2007

"Noir - Winterspecial" von Yuka


Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Genres: Reale Welt
Warnungen: Zucker, Depri
Inhalt: Allan verbringt seine ersten Weihnachten im Internat.
Kommentar: Ich weiß ich habe euch lange warten lassen. Verzeiht mir!!! ^^°
Als ein Häppchen zwischendurch kommt hier ein Winterspecial von Noir. Diese Geschehnisse passieren vor der eigentlichen Geschichte, also als Allan und Mike noch allein sind.
Viel Spaß und feiert schön!

Schnee fiel leise und in seinem strahlendsten Weiß auf die Erde. Kaum einer schien ihn noch zu bemerken, war es doch kein ungewohnter Anblick Ende Dezember. Die Menschen trampelten achtlos auf den frisch gefallenen Flocken herum; rümpften die Nase, wenn ihnen kalter Schnee in den Kragen fiel. Sie hatten es alle eilig, hatten alle ein Ziel, an das sie kommen mussten. Keine Zeit, um die sich ihnen bietende Schönheit zu betrachten. Eher noch blieben sie vor den kitschig dekorierten Schaufenstern stehen. Weihnachten. Geschenke mussten her.
Allan saß an seinem Fenster und starrte sie an, wie sie geschäftig hin und her liefen. Wie ein Ameisenhaufen, dachte er. Alles schien ungeordnet, überbevölkert zu sein. Vielleicht war er aber auch nur nicht in der Lage, ihre Ordnung in diesem Chaos zu verstehen. Gedankenversunken konzentrierte er sich wieder auf den stetig fallenden Schnee, dessen Schönheit er nur bewundern konnte. Dieser Schnee, auf Bäumen, auf Häusern und Straßen, verwandelte die so scheußliche Welt in ein weißes Paradies. Melancholisch wünschte Allan sich, ein Teil dieses Paradieses zu sein. Warum nicht gleich zerfallen, in tausende Schneeflocken und die Welt unter schönem, kalten Weiß begraben?

Wie überall sonst auch, war im Internat viel los. Allan konnte Menschen auf den Fluren hin und her rennen hören. Aufgeregte Stimmen, grell, laut, drangen an sein Ohr. Es herrschte viel Aufregung. Die meisten von ihnen würden über Weihnachten nach Hause fahren. Es mussten also Vorbereitungen getroffen werden. Mit dem Kopf auf seinen Knien hockte Allan am Fenster und wünschte sich, sie würden endlich alle gehen, damit er seine Ruhe haben könnte. Doch, wie um ihn zu verspotten, ging in eben diesem Moment die Tür auf und ein ihm wohl bekanntes Gesicht erschien.
“Wusste ich’s doch.” Mike grinste ihn fröhlich an und kam ins Zimmer. “Immer hockst du hier alleine rum. Die anderen denken schon, du kannst sie nicht leiden.” Allan lachte grimmig auf: “Das wird wohl daran liegen, dass ich sie WIRKLICH nicht leiden kann!” Er blickte wieder zum Fenster hinaus und versuchte Mike weitgehend zu ignorieren. Es war nicht so, als wäre Mike ihm unsympathisch, wie die anderen hier. Seit seiner Ankunft vor drei Monaten hatte sich Mike gut um ihm gekümmert und immer versucht, ihn einzugliedern. Das Problem dabei war nur, dass Allan kein Interesse daran hatte, eingegliedert zu werden. Er verabscheute dieses Internat und diese Menschen. Mikes Bemühungen waren also umsonst. Dennoch schien er nie aufzugeben. Das faszinierte Allan an Mike. Darum ertrug er seine Anwesenheit und sprach mit ihm.
“Ach, komm! Das meinst du doch nicht so!”, beharrte Mike und gesellte sich zu Allan ans Fenster. Nachdem er einen kurzen Blick hinausgeworfen hatte, sagte er noch: “Das sieht echt schön aus, nicht wahr? Wie schade, dass der Schnee nicht lange liegen bleibt.” Allan sagte nichts, blickte nur zu Mike hoch und dachte nach. Er hatte nicht gewusst, dass Mike Schnee auch so mochte wie er selbst. Ein kleines Lächeln bildete sich auf seinen Lippen, welches er jedoch zu verstecken versuchte. Doch Mike bemerkte es wohl dennoch und lächelte ihn an. “Du siehst so viel netter aus…”, meinte er und neigte seinen Kopf leicht zur Seite. Seine Augen glänzten förmlich, als er Allans Blick begegnete.

Ein lauter Aufschrei ließ beide hochfahren. Mike drehte sich erschrocken der Tür zu, wohingegen Allan sich wieder voll und ganz dem Fenster zuwandte. “Ich geh mal nachschaun, was da los is”, sagte Mike während er schon Richtung Tür ging. Allan beachtete ihn eigentlich schon gar nicht mehr und war umso erschrockener, als plötzlich ein Kuss auf seiner Wange landete. Überrascht fuhr er herum, seine Hand an seine Wange gepresst. Mike lächelte beschämt, murmelte etwas Unverständliches und rannte fast schon aus dem Zimmer heraus.
Ein völlig überrumpelter und mit offenem Mund am Fenster sitzender Allan blieb zurück.

Mike fuhr an Weihnachten, genau wie die meisten anderen auch, nach Hause zurück. In den vergangenen Tagen war nichts mehr passiert. Mike verhielt sich wie immer und tat so, als wäre nie etwas außergewöhnliches passiert. Da Allan Problemen auch gerne aus dem Weg ging, spielte er mit und ignorierte die Tatsache, das sein Herz zu rasen begann, sobald Mike sich ihm näherte.
Am Heiligenabend fand eine kleine Weihnachtsfeier in der Aula statt. Einige wenige Lehrer und Schüler versammelten sich zu einem Gottesdienst, bei dem Allan beinahe einschlief und aßen dann gemeinsam zu Abend. Nach dem Abendessen wurden Geschenke verteilt. Die Lehrer riefen laut die nahmen von denjenigen auf, deren Eltern oder Freunde ihnen etwas geschickt hatten. Unter den Schülern selbst wurde auch heftig hin und her gereicht. Viele erfreute Gesichter und lachende Menschen umgaben Allan. Er fühlte sich vollkommen fehl am Platz und rutschte unruhig auf seinem Stuhl herum. Wer sollte ihm denn auch etwas schicken. Er war schon dabei aufzustehen und den Raum zu verlassen, als er undeutlich seinen Namen rufen hörte. Zuerst dachte er, der Lehrer wollte ihn schelten, doch dann bemerkte er ein kleines Paket in seinen Händen sowie den leicht ungeduldigen Blick des Lehrers. “Kommst du?”, fragte der Lehrer und hielt ihm das Päckchen entgegen. Allan spürte Hitze in seine Wangen steigen, als er zwischen lauter weit aufgerissenen, neugierigen Augen zum Lehrer ging. Die Strecke erschien ihm unglaublich lang zu sein.
Als er plötzlich vor dem Lehrer stand und das Geschenk entgegennahm, hatte er das Gefühl, einen langen, schweren Marsch hinter sich gebracht zu haben. Doch sobald er das kleine, in zartes, silbriges Papier gehülltes Päckchen in seinen zittrigen Händen hielt und seinen Namen las, vergaß er alles um sich herum. Er ignorierte die fragenden, erstaunten Blicke, als er sich auf den Weg in sein Zimmer machte; er bemerkte nicht, wie er jemanden anrempelte; bemerkte nicht, wie er beinahe gegen ein Schränkchen lief. Allan konnte nur auf einen Namen starren, der, mit rot-glänzendem Stift, auf einen kleinen Zettel geschrieben worden war und das Geschenk zierte. Es war Mikes Schrift.
Auf seinem Zimmer angekommen schloss er vorsichtig die Tür, so dass niemand hineinkommen und ihn stören konnte, und setzte sich an seinen Lieblingsplatz am Fenster. Obwohl es ein wenig kühl im Raum war, fühlte Allan eine angenehme Wärme in seinem Inneren, als er das Geschenk vorsichtig öffnete. Ein kleiner Zettel lag im Inneren. Auch ein Buch, eine CD und ein kleiner Beutel, den er fast übersah. Allan las zuerst den Zettel. Mikes unverkennbare Schrift. “Frohe Weihnachten, Allan! Blas nicht so viel Trübsal, weil ich nicht da bin! Das nächste Weihnachten verbringen wir zusammen, versprochen! Ich hoffe die CD und das Buch lenken dich ein bisschen ab.” Allan lächelte unwillkürlich. Er betrachtete kurz das Buch und die CD und beschloss, diese wirklich zu lesen bzw. zu hören. Dann wandte er sich wieder dem Zettel zu. “Ich habe mich zwar nicht getraut es dir zu sagen, aber ich mag dich wirklich! Lass uns bitte Freunde sein, ja? In dem Beutel etwas, wovon ich glaube, dass es dir gefallen könnte. Ich würde mich freuen, wenn ich richtig läge. Feier noch schön! *Hugs* Dein, Mike” Wie typisch für ihn, dachte Allan und las sich den Zettel noch einmal durch, ehe er den Beutel öffnete. Mike war kitschig und altmodisch in gewisser weise. Und ein bisschen naiv. Aber dennoch fühlte sich Allan geschmeichelt und konnte nicht verhindern, dass sich das Lächeln noch den ganzen Abend über auf seinen Lippen hielt.

Am 30. Dezember kamen die meisten Schüler wieder zurück ins Internat. Sie wollten Silvester mit ihren Freunden feiern. Auch Mike kam wieder und wurde gleich von mehreren Schülern umarmt und dankend begrüßt. Er war jemand, der von vielen gemocht wurde. Allan sah ihn an diesem Tag erst am Nachmittag, denn er hatte sich, wie üblich, an sein Fenster zurückgezogen und nach draußen gestarrt.
“Aaaaaaah, war das ein tolles Weihnachten!”, rief Mike plötzlich als er ins Zimmer stürzte. “Hallo, Allan! Wie geht’s? Hast du schön gefeiert?” Er warf ein paar Sachen auf sein Bett und kam zu Allan. Dort blieb er stehen und starrte erstaunt auf Allan herunter. Einen Augenblick lang herrschte völlige Stille. Dann stammelte Mike: “D-Du… Ä-hm… Ich…” Allan blickte ihm in die Augen und sagte fest: “Danke für die Geschenke. Ich hab mich sehr gefreut.” Mit diesen Worten zog er Mike zu sich herunter und umarmte ihn. Die Kette um seinen Hals drückte sich gegen ihre Körper und schien sie zu verbinden. Mike klammerte sich an ihn und fing an zu schluchzen. Allan blickte ihn daraufhin besorgt an. “Hab ich was Falsches gesagt?” Entschlossen schüttelte sein Mitbewohner den Kopf und lächelte unter Tränen. “Ich freue mich. Danke. Die Kette steht dir wirklich gut. Ich bin froh. Lass uns gute Freunde sein, ja?” Allan lächelte zu Mikes Überraschung und nickte. “Ja. Frohe Weihnachten, Mike.”


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Witch23
21/07/19 23:06
ne bin im Urlaub irgendwie

jabba
20/07/19 14:55
Hi ihr Sommermäuse, alle urlaubsreif?

Graf Roderick
18/05/19 23:45
Yeah! ESC!!! Tolle Show nebenher.

Esther
18/05/19 21:04
Nicht vergessen: Jetzt gerade läuft der ESC! ;-)

jabba
15/05/19 23:38
da ich bis eben nichts davon gehört habe... nein ^^

Witch23
12/05/19 17:52

Aber ich bin auch nicht gerade der starke Schriftsteller ^^


HeisseZitrone
10/05/19 15:48
Macht von euch auch jemand beim Wettbewerb Kindlestoryteller2019 mit? :)

jabba
24/04/19 20:12
jo, wenn der schreiberling der auffassung ist dass die gelöscht zu sein hat, dann ist die welt machtlos

little-kara
24/04/19 14:45
schade die story the show must go on gibt's nicht mehr :(

split
29/03/19 18:19
Ich bin komatös, was schreiben betrifft, also nö ^^°

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