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Der sonst so fröhliche Rahim zieht sich vor den Bewohnern des Schlosses immer mehr zurück. Am liebsten hält er sich im Garten auf, der seine Zuflucht darstellt.

Genres: Fantasy, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 1718     Klicks: 114
Veröffentlicht: 04/10/17 Aktualisiert: 06/10/17
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Anmerkungen zur Geschichte
Buch 1 zur Geschichte "Das Schloss" gibt es auf meiner Homepage zu lesen. Da es in Buch 1 vor allem um die Schlossherrin und ihren Geliebten geht, gehört es nicht zu BxB. Es ist nicht nötig Buch 1 zu lesen, um Buch 2 zu verstehen. "Rahims Geschichte" erklärt alle Personen ausführlich und im Laufe der Geschichte.

Viel Spass also beim Lesen. Und gerne auch wieder Kommentare und Kritik.
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1. Prolog

Es war seltsam. Yamilé hatte es schon die letzten Tage gefühlt. Etwas war nicht in Ordnung in ihrem Schloss und das lag nicht an dem schlechten Wetter, das seit einigen Tagen mit Dauerregen alle Bewohner daran erinnerte, dass der Herbst in ihrem Land Einzug gehalten hatte.

Sie saß beim Frühstück im kleinen grünen Salon und blätterte in der Tageszeitung, als ihr auffiel, dass Simon ihr den Tee eingeschenkt hatte. Sonst machte das doch immer Rahim. Sie wendete sich dem Geist zu, der auch früher wirklich ein Butler gewesen war.
„Simon, wo ist denn Rahim?“
Simon unterbrach das Blumengießen und drehte sich herum.
„Ich weiß nicht. Ich habe ihn heute Morgen noch nicht gesehen. O’Conor ist schon los und sucht ihn draußen. Everett sagte, er habe ihn letztens im Garten gesehen“, erklärte der Geist. „Er hat dafür Bandele und Kuro mitgenommen. Die werden ihn mit ihren feinen Nasen bestimmt finden“, erzählte er weiter.

„Oh je, da darf ich mir nachher bestimmt wieder Everetts Klagen anhören“, seufzte Yamilé, denn Bandele, ein junger Löwe, und Kuro, ein hübscher schwarzer Jaguar, waren eher dafür bekannt, die Büsche auszubuddeln und sich durch die schönen Blumenanlagen zu jagen, statt jemanden zu suchen. Und Everett, ihr Gärtner, fand das natürlich nicht sehr schön. Es schmerzte ihn, wenn seine Pflanzen leiden mussten.

Sie aß gedankenvoll ihr Toast mit Erdbeermarmelade und trank den Tee. War es Rahims Gemütszustand, den Yamilé so stark spüren konnte? War ihr stets so fröhlicher, aufgeweckter Rahim traurig? Er hatte nichts gesagt, wo er doch sonst mit all seinen kleinen und größeren Sorgen sofort bei ihr war. Und diesmal war auch Xavier nicht im Schloss, der mit seinem sicheren Auftreten einen aufgelösten Geist ziemlich gut wieder beruhigen konnte. Yamilés Geliebter weilte nämlich einige Tage in London, weil er Geschäftliches mit Ihrer Majestät zu besprechen hatte. Um was es sich dabei genau handelte, verriet er bei seiner Abreise nicht, aber wenn Königin Victoria persönlich Xavier in den Palast bestellte und dafür sogar Sir Henry als Boten geschickt hatte, musste es schon sehr dringend sein. Denn Xavier war einer ihrer persönlichen Agenten, seit dieser den Dienst bei der British Army quittiert hatte.

Also gut! Sie faltete die Zeitung entschlossen zusammen, in der sie aufgrund ihrer Grübeleien sowieso nicht mehr gelesen hatte, und stand auf.
„Simon, ich gehe Rahim suchen. Du kannst gerne im Trockenen bleiben“, verkündete sie und lächelte, als Simon sich freute, nicht in den Regen zu müssen. Auch wenn Geister nicht mehr nass werden konnten…
Als sie sich jedoch ihren Mantel umlegte, dessen weite Kapuze gut vor Regen schützte, schwebte Simon neben ihr. Auch er machte sich Sorgen um Rahim. Und Regen, Nässe und ungemütliches Wetter hin oder her, einen Freund ließ man nicht im Stich.

Sie gingen hinaus in den Nieselregen und fanden sich einer dicken Nebelwand gegenüber. Was war denn hier los? Im Moor war ja solches Wetter nichts Ungewöhnliches, aber gleich so ein dichter Nebel? Wie sollte man denn da einen Geist finden, der sich sicher auch nicht finden lassen wollte.
„Das passt ja heute alles ganz ausgezeichnet“, grummelte Yamilé und schritt energisch los. So leicht gab sie ja nicht auf. Simon folgte ihr und schaute sich aufmerksam nach allen Seiten um.

Sie gingen durch ein typisches kleines französisches Gartenparterre, das sich über zwei Terrassen erstreckte, und kamen schon nach wenigen Minuten an einem gusseisernen Gartentürchen an, das den exotischen Garten vom restlichen Grundstück trennte. Das Türchen quietschte leise, als Simon es für Yamilé öffnete und kaum hatten sie den Garten betreten, kam schon Everett auf sie zugeeilt.

„Lady Yamilé! So geht das nicht! Ich verstehe ja, dass wir Rahim suchen müssen, aber deswegen diese zwei Banausen auf meinen Garten loslassen?“
„Everett. Ich entschuldige mich für die beiden. Was haben sie denn angestellt?“, blieb Yamilé ruhig.
„Sie haben den Pfauenstrauch ausgegraben! Wo er doch diesen Sommer gerade erst so herrlich blühte!“
„Oh je. Dieser schöne Strauch. Ich werde mit den beiden schimpfen.“
„Ich bitte darum. Und nicht nur wieder Leckerlis verteilen…“, mahnte Everett noch und straffte sich.
„Aber“, sprach er dann weiter und hob die Hand, in der er eine kleine Sichel hielt. „Sie waren wohl mit ihrer ursprünglichen Suche erfolgreich. O’Conor sagte, sie wären wohl hinten beim Pavillon am See gewesen. Jetzt versucht er die beiden aus meinem Garten zu vertreiben. So wie ich die drei kenne, werden sie dabei noch mehr Unheil anrichten. – Das muss ich verhindern“, erklärte er und eilte in eine Richtung davon, wo man es plötzlich laut Fauchen und Knurren hörte.

Yamilé ließ Everett gehen und machte sich mit Simon auf den Weg Richtung See. Man musste ein paar Gehminuten dem gewundenen Weg folgen, bis man den kleinen Seerosenteich erreicht hatte. Hinter ein paar Palmenwedeln leuchtete sonst immer das weiß gestrichene Holz eines kleinen offenen Pavillons hervor. Heute war auch hier der Nebel zu dicht.
„Simon, wartest du hier? Ich möchte erst mit Rahim allein sprechen. – Falls er noch da ist und nicht von den Katzen verjagt wurde…“
„Natürlich. Ich bleibe genau hier“, stimmte Simon zu und Yamilé wusste, dass er genau das tat. Ihre Geister und Mitarbeiter waren wirklich liebenswert. Sie passten immer gut auf sie auf, egal wo sie unterwegs war. Nie war sie wirklich allein. Es gab zwar nichts mehr auf dieser Welt, das ihr schaden konnte – dafür war ihre Magie einfach viel zu stark – aber es war deren Art Danke zu sagen und ihre Loyalität zu zeigen.

Sie lächelte Simon noch einmal zu, dann ging sie allein weiter. Sie umrundete den kleinen See und ging die drei Stufen zum Pavillon hinauf. Erst hier konnte sie Rahim sehen. Der Geist hatte sich auf der Sitzbank ganz hinten versteckt und war so durchscheinend, dass er fast mit dem dichten Nebel verschmolz. So durchsichtig hatte sie ihn nicht mehr gesehen, seit er bei ihr in England auf dem Schloss wohnte. Es musste ihm wirklich nicht gut gehen. Sie machte sich Vorwürfe, dass sie es nicht eher gemerkt hatte, andererseits wusste sie sehr gut, dass Rahim seine wahren Gefühle gut verstecken konnte.

Sie näherte sich ihm mit festen Schritten, damit er sie auch deutlich hören konnte, und setzte sich dann neben ihn. Er zog sich nicht zurück, lehnte noch immer über dem Geländer und schaute traurig durch das Geäst hinaus auf das Moor, das man von dieser kleinen höheren Ebene, die der Pavillon bot, gut sehen konnte. Wenn nicht der Nebel wäre. Rahim schaute also in waberndes Nichts, während der Nieselregen und dicke Tropfen, die von den großen Palmenblättern auf das Dach des Pavillons platschten, eine kleine abgeschlossene Welt bildeten.

Sie blieb geduldig neben ihm sitzen, auch wenn es sie schmerzte, ihn so zu sehen. Rahim war sonst immer ausgesprochen fröhlich und gut gelaunt. Zwar manchmal etwas zu übereifrig in Sorge, aber man konnte ihn immer wieder schnell zum Lächeln bringen. Mit seinen langen goldenen Haaren, die er am liebsten in einem hohen Zopf trug, und seinen leuchtend blauen Augen, wirkte er vom bloßen Anblick her schon wie die gute Laune in Person. Wenn dann noch dieses strahlende Lächeln hinzukam, hatte man das Gefühl, jede Verdrießlichkeit wäre verflogen. Lachte er gar noch, war das ein perfekter Tag.

Sie saß dort wirklich eine ganze Weile und langsam wurde es ihr kühl. Sie wollte schon einen kleinen Wärmezauber sprechen, als sie eine Bewegung wahrnahm. Rahim hatte sich ihr zugewandt und schaute sie aus tränenreichen Augen an. Sie öffnete nur einladend die Arme und drückte ihn fest an sich, als er folgte. Beruhigend strich sie über seinen Rücken, als er still weinte.
„Ich vermisse ihn so sehr“, sagte er irgendwann. „Ich dachte, all die Jahre über könnte ich ihn vergessen. Aber es ist nicht so. Im Gegenteil. Es wird immer schlimmer und drängender“, erklärte er dann endlich.
Yamilé fragte nicht näher nach. Sie kannte ja Rahims Geschichte.
„Sag, meine Herrin, darf ich dich um etwas bitten?“, brachte Rahim unsicher hervor.
„Aber natürlich. Alles was du möchtest. Was ist es?“ Sie lächelte ihn aufmunternd an und wischte ein paar Geistertränen von seinen Wangen, die sich sogleich glitzernd auflösten.
„Ob wir eine Reise unternehmen könnten? Ich würde so gern noch einmal schauen, ob er nicht doch noch da ist. Und wenn nicht, dann zumindest ein Grab für ihn errichten. Dann kann ich damit bestimmt abschließen.“

„Ist es das, was du möchtest? Es wird heute anders sein, als damals. Immerhin, demnächst werden wir deinen 237. Geburtstag feiern. Du bist schon alt“, erklärte Yamilé eindringlich und zugleich neckend. Jetzt wo Rahim sich geöffnet hatte, wirkte die Welt gleich wieder weniger düster. Auch wenn Rahim noch immer traurig war, war da jetzt ein Plan, der auch Hoffnung brachte.
„Ich bin NICHT alt!“, begehrte Rahim auch gleich auf und verschränkte schmollend die Arme. „Ich werde 18!“
„Oh ja. Natürlich. Ich vergaß. Wir feiern deinen 18. Geburtstag, zum 219.-male.“
„Genauso ist es!“, nickte Rahim bedächtig dazu. „Und wehe es gibt mehr als 18 Kerzen auf der Torte.“
Yamilé lachte. Ja, bei seinem Alter war Rahim schon sehr streitsüchtig. Aber was sollte sie dann sagen? Als sie in anderer Gestalt unter dem Namen Myrddin durch die Welt wanderte, begann gerade einmal die jetzige Zeitrechnung.

„Na komm. Gehen wir ins Schloss. Immerhin müssen wir eine Reise in den Orient vorbereiten“, stand Yamilé endlich auf und hielt Rahim eine Hand hin.
„Ja. Eine Reise in die Heimat“, freute sich Rahim und schob seine Hand in ihre und nun war er auch schon besser zu sehen, nicht mehr so durchscheinend, wie noch zuvor.


Aktualisiert: 06/10/17
Veröffentlicht: 04/10/17
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Schlußanmerkungen zum Kapitel
Für den von Rahim so schmerzlich Vermissten wird noch ein Name gesucht. Ich nehme gerne Ideen und Ratschläge entgegen. Lächelnd
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TamSang
25/09/17 10:40
@split, kannst Du NG 1 bitte noch abschließen? Ich hab gerade noch mal das Häckchen bei abgeschlossen gesetzt... Ich dank Dir... Tami

TamSang
22/09/17 17:31
so, dann hab ich jetzt mal den Status in abgeschlossen geändert... danke für die schnelle antwort

split
22/09/17 17:11
nope, du kannst änderungen jederzeit machen, vorm freischalten des kaps fließt es automatisch mit ein, nach dem freischalten müssen änderungen extra freigegeben werden

TamSang
22/09/17 07:13
hab ich entdeckt, danke... kann ich gleich den Status abgeschlossen vergeben oder muss ich warten, bis die kapitel freigegeben sind?

split
21/09/17 20:55
ja, unter header bearbeiten und oben neben oder unter dem titel kannst du es ändern... im zweifelsfall nem mod sagen, dann kann das auch beim freischalten geändert werden.

Witch23
21/09/17 18:35
Irgendwo beim ändern war das glaube ich ?

TamSang
21/09/17 08:58
Hey ihr, wie bekommt man denn bei ner Story den Status abgeschlossen hin?

jabba
12/09/17 18:56
Doch, die Panik ist groß... nur das Geschrei ist klein :P

Schmetterling
07/09/17 20:40
Unsere Firma hat schon Weihanchtswerbung bekommen

Witch23
06/09/17 17:56
ich hole gar keine mag Lebkuchen so eher nicht.
Nur selber gemachten mit viel Honig ^^°


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