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Silvesterblues

von Snoopy279 [Ab 12] [Reviews - 3] (Abgeschlossen)
Veröffentlicht: 31/12/19 Aktualisiert: 31/12/19
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Anmerkungen zum Kapitel
Hallo ihr Lieben!
Schreibttechnisch gesehen (und auch an vielen anderen Ecken) war 2019 nicht mein Jahr. Daher hoffe ich, dass 2020 wieder besser wird und habe definitiv vor, da wieder regelmäßiger was zu posten (trotz allem hab ich da nämlich noch einiges in der Hinterhand.
Um euch das Jahresende zu versüßen und quasi den Grundstein für ein besseres 2020 zu legen, hab ich euch allerdings was mitgebracht.
Eigentlich sollte das ja schon letztes Jahr im Rahmen des Jahreszeitenzyklus als der allerletzte OS erscheinen. Aber da die Weihnachtszeit so stressig war, ich die Story dadurch nicht fertig geschrieben hatte, über den Jahreswechsel im Urlaub war und eh einen Winter-OS zu viel hatte, kommt er jetzt eben mit einem Jahr Verspätung.
Ich wünsche euch einen guten Jahresausklang einschließlich guten Rutsch ins neue Jahr!
Viel Spaß beim Lesen und bis 2020!
lg, Snoopy
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1. über Einsamkeit am Jahresende

Deprimiert lag Maxim auf seinem Bett und starrte seit gefühlten Stunden schon die Decke an. So viel also zu seinem Plan, Silvester früh zu Bett zu gehen und es einfach zu verschlafen!
Es war nicht so, dass er keine Freunde hatte oder nirgendwo eingeladen war, ganz im Gegenteil. Seine Freunde hatten sich allergrößte Mühe gegeben, ihn zu überreden, zu ihrer Party zu kommen. Doch gerade nach Weihnachten hatte Maxim absolut keinen Bock darauf, zu einer weiteren Gelegenheit unter die Nase gerieben zu bekommen, dass die Welt nur so von verliebten Paaren wimmelte. Klar gab es auch einige Singles, aber die meisten seiner Freunde waren glücklich vergeben – oder wirkten zumindest nach außen hin so.

Er dagegen war mittlerweile unglücklicher Single, nachdem er viele Monate lang unglücklich in einer Art Beziehung gewesen war. Affäre beschrieb es vermutlich deutlich besser.
Dabei hatte letztes Jahr alles so gut angefangen. Es war auf der Betriebsweihnachtsfeier gewesen. Alle Abteilungen waren da, sodass insgesamt gut hundert oder hundertzwanzig Leute zusammenkamen. Wie üblich waren die Tische dann doch nach Abteilungen aufgeteilt und man saß eher mit den Leuten zusammen, die man eh schon kannte, aber am Buffet oder an den Stehtischen gab es die Möglichkeit, auch mal mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Irgendwie war er dann mit Sven am Buffet zusammengetroffen. Vom Sehen her kannte Maxim ihn, hatte jedoch noch nie wirklich mit ihm geredet, da er in einer komplett anderen Abteilung war. Damals hatte er nicht einmal genau gewusst, in welcher.
Angefangen hatte alles mit dem Rätsel um etwas auf dem Buffet, wo Maxim bis heute keine Ahnung hatte, was es gewesen war, da er sich nicht getraut hatte, es zu probieren. Über diese Frage waren sie zu allen möglichen anderen Gesprächsthemen gelangt. Eigentlich hatte er an seinen Tisch zurückkehren wollen, doch stattdessen hatten sie den ganzen restlichen Abend an einem Stehtisch verbracht und ohne Unterlass geredet.

Trotzdem hätte Maxim da noch nicht gedacht, dass sie auch miteinander im Bett landen würden, sondern es schien eher auf eine Freundschaft hinauszulaufen.
Wie es sich gehörte, hatten sie beide jedoch auch einiges getrunken und als es um die Heimfahrt ging festgestellt, dass Maxims Wohnung genau auf dem Weg zu Svens lag. Von daher war es naheliegend gewesen, sich ein Taxi zu teilen.
Und dort war die Atmosphäre beinahe schlagartig gekippt, auf einmal hatte ein Prickeln und Kribbeln in der Luft gelegen und ehe Maxim sich versah, hatte Sven ihn geküsst.

Selbstverständlich waren sie dann beide aus dem Taxi ausgestiegen und in seine Wohnung gegangen. Dort hatten sie sich nicht viel Zeit gelassen, sondern waren nahezu direkt im Bett gelandet. Maxim war ziemlich überrascht gewesen, weil Sven sich als sehr erfahren entpuppt hatte und er vorher sicher gewesen war, dass sein Kollege hetero war. Zu dem Zeitpunkt hatte er sich jedoch keine großen Gedanken darüber gemacht, sondern es als Irrtum abgehakt.

Am nächsten Morgen hatte er dann rausgefunden, wieso er Sven für hetero gehalten hatte: der war nicht geoutet und tat überall so, als sei er tatsächlich hetero. Da Maxim aus seiner Sexualität kein Geheimnis machte, hatte Sven Bescheid gewusst und die Initiative ergriffen. Sven hatte ihn angefleht, niemandem etwas zu sagen, weil er Sorgen vor der Reaktion der anderen hatte. Tatsächlich ging Sven sogar so weit zu sagen, dass er gar nicht schwul sei, sondern nur gelegentlich auch etwas mit Männern habe.
Selbstverständlich hatte Maxim versprochen, nichts zu sagen, weil er genau wusste, dass es nicht nur angenehme und freundliche Reaktionen gab. Gerade anfangs war es ihm selbst auch unglaublich schwer gefallen, sich zu outen, weil er selbst erst einmal damit hatte zurechtkommen müssen.
Also hatte er Sven erst einmal Zeit gegeben. Zudem hatten sie beide auch schauen wollen, ob es tatsächlich etwas Ernsteres zwischen ihnen war oder nur ein Strohfeuer.

Nach und nach war es immer offensichtlicher gewesen, dass sie beide wirklich super zusammenpassten. Es war eine perfekte Mischung aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden gewesen, sodass es ihnen nie langweilig geworden war, sie ihre Wünsche und Vorstellung jedoch meist gut unter einen Hut bringen konnten. Zudem war Sven liebevoll, aufmerksam und genau das, nach was Maxim sich immer gesehnt hatte – mit einem großen, fetten Haken. Auch nach mehreren Monaten der heimlichen Beziehung behauptete Sven immer noch felsenfest, dass er nicht schwul war und war deshalb auch nicht bereit, sich zu outen.

Zu dem Zeitpunkt war Maxim schon so verliebt gewesen, dass er sich trotzdem nicht getrennt, sondern sich gesagt hatte, dass Sven einfach nur noch mehr Zeit brauchte, um seine Homosexualität für sich selbst zu realisieren, anzunehmen und dann auch nach außen zu kommunizieren. Denn dass Sven nicht bi war, war aus Maxims Sicht ziemlich offensichtlich: Sven hatte noch nie eine stabile längere Beziehung zu einer Frau gehabt und wenn sie gemeinsam Filme ansahen, ging es immer nur darum, welche Schauspieler gut aussahen. Von einer Frau sprach Sven dabei niemals und auch wenn sie gemeinsam als „Freunde“ unterwegs waren, blieben seine Blicke wenn an Männern hängen. Die Blicke bemerkte man jedoch nur, wenn man wie Maxim ganz genau darauf achtete, da Sven so geübt war, diese zu verstecken.

Auf dem Sommerfest der Firma Ende August war dann allerdings seine Grenze erreicht gewesen, denn Sven hatte vor den Augen aller demonstrativ mit einer Kollegin geflirtet, nur weil einer seiner direkten Kollegen gescherzt hatte, dass er ja so viel mit Maxim unternehmen würde, dass man sie beide glatt für ein Paar halten könnte.
Niemand außer Sven hatte diese Bemerkung ernst genommen, weil sie so eindeutig nur als Witz gemeint war. Auf der Feier selbst hatte Maxim gute Miene zum bösen Spiel gemacht und versucht, sich nichts anmerken zu lassen. Gleichzeitig hatte er den Entschluss gefasst, sich von Sven zu trennen und das auch am selben Abend, als sie alleine waren, in die Tat umgesetzt.
Das Sven nicht zu ihm und ihrer Beziehung stand, war eine Sache, dass er vor seinen Augen mit jemand anderem flirtete, nochmal eine ganz andere. Für ersteres hatte Maxim ja ein gewisses Verständnis, für das letztere jedoch nicht. Zudem hatte es seine leise Hoffnung, dass Sven sich doch irgendwann outen würde, gänzlich zunichte gemacht.

Danach hatten sie keinen Kontakt mehr gehabt und versucht, sich so gut es ging aus dem Weg zu gehen. Da sie in komplett verschiedenen Abteilungen arbeiteten, klappte das glücklicherweise erstaunlich gut.
Anfangs hatte die Wut Maxim darüber hinaus geholfen, vor allem erleichtert über die Trennung zu sein. Gerade in der Vorweihnachtszeit, vor allem auch auf der Betriebsweihnachtsfeier, war zu der Wut und der Erleichterung Trauer und Wehmut hinzugekommen. Die Gefühle hatten sich nicht in Luft aufgelöst und kamen jetzt wieder hervor. Sehnsucht nach Sven und einer Beziehung mit ihm hatten sich in Maxim breit gemacht und egal, was er versucht hatte, sie ließ sich partout nicht verscheuchen. Dass überall um ihn herum glückliche Pärchen gewesen waren, hatte natürlich auch nicht geholfen.

Und heute, an Silvester, war es besonders schlimm. Kaum zu glauben, wie hoffnungsvoll, ja sogar euphorisch er vor einem Jahr auf das neue Jahr und ihre Beziehung geschaut hatte. Jetzt waren all seine Hoffnungen zerschlagen und das neue Jahr hielt in seinen Erwartungen für Maxim nichts als Einsamkeit bereit.
Ruhelos wälzte er sich von einer Seite auf die andere, doch Müdigkeit und vor allem Schlaf wollten sich einfach nicht einstellen.

Plötzlich klingelte es. Vor Schreck zuckte Maxim richtiggehend zusammen. Vielleicht war es irgendein Besoffener, der eigentlich zu irgendwem anders im Haus wollte, weil dort eine Party stattfand. Wahrscheinlicher hatten seine Freunde jedoch irgendwen ausgelost und hergeschickt, um ihn doch noch zu nötigen, auf ihre Party zu kommen. Doch Maxim wollte wirklich nicht, deshalb entschied er sich, die Klingel zu ignorieren und seinen Kopf unterm Kopfkissen zu vergraben, um das Geräusch so gut wie möglich auszublenden. Denn wer auch immer gerade unten an der Klingel stand, es war niemand, der so schnell aufgab. Im Gegenteil, immer und immer wieder malträtierte derjenige den unschuldigen Klingelknopf und somit auch Maxims arme Ohren, denn das Kissen war kein besonders guter Schalldämpfer.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte das Geklingel endlich auf. Erleichtert kam Maxim wieder unter dem Kissen hervor und legte sich darauf, in der Hoffnung, jetzt wirklich einschlafen zu können. Doch seine frisch gewonnene Ruhe war nur von kurzer Dauer, denn auf einmal bollerte jemand gegen seine Wohnungstür. Na toll! Entweder es war jemand, der wirklich so betrunken war, dass er es partout nicht in die richtige Wohnung schaffte. Aber es war ziemlich unwahrscheinlich, dass derjenige immer bei Maxim landete, erst bei seiner Klingel und dann an seiner Tür. Realistischer war dann doch, dass da jemand so entschlossen war, Maxim zu terrorisieren, dass derjenige wohl nicht aufgeben würde, bis Maxim sich an die Wohnungstür begeben würde. Alternativ könnte er natürlich die Polizei rufen, doch erstens hatten die an Silvester bestimmt besseres zu tun und zweitens hatten seine Freunde das wirklich nicht verdient, sie meinten es ja lieb.

Seufzend raffte er sich auf. Kurz überlegte er, sich etwas anderes als seine Schlafklamotten anzuziehen, doch dann entschied er sich bewusst dagegen. Wenn er angezogen war, würde das falsche Signale senden – und falls es doch ein Betrunkener war, würde der das nicht wirklich wahrnehmen.
Als Maxim den Flur betrat, rief er laut „Ich komme“, damit dieses schreckliche Gehämmere an seiner Tür endlich ein Ende fand.
Erschöpft schlurfte er den Flur entlang und öffnete dann die Tür, ohne genauer zu gucken, wer ihn dort erwartete. Ein Fehler, den er sofort bereute – denn vor seiner Tür war weder einer seiner Freunde noch irgendein unbekannter Betrunkener, sondern Sven.
Bevor Maxim die Tür wieder zuschlagen konnte, hatte Sven schon seinen Fuß in die Tür gestellt und verhinderte dies.

„Bitte hör mir zu! Ich weiß, ich habe verdammt viel Mist gebaut und dir unendlich weh getan und es somit nicht verdient, aber ich flehe dich an, lass mich erklären, warum ich hier bin“, bat Sven.
Maxim fühlte sich wie in einem Alptraum gefangen. Das war so ziemlich das Einzige, was ihm noch gefehlt hatte, dass Sven vorbeikam und Salz in die Wunden rieb. Denn trotz aller Wut, trotz allem, was Sven ihm angetan hatte, liebte er den Idioten immer noch. Er hatte wirklich viel ausprobiert, doch es war ihm nicht gelungen, seine Gefühle loszuwerden oder abzuschalten.
„Maxim, bitte, es dauert nur zehn Minuten. Und wenn du mich danach immer noch loswerden willst, dann gehe ich sofort freiwillig, versprochen.“
Beinahe wäre Maxim etwas Bösartiges darüber, was Svens Versprechen wert waren, herausgerutscht, doch das wäre unfair gewesen. Bei allem, was vorgefallen war, hatte Sven ihm nie etwas versprochen und es dann nicht eingehalten. Vielleicht war das Teil des Kernproblems, dass er ihm nie irgendetwas versprochen hatte.
In dem Moment stolperten drei eindeutig schon weit von nüchtern entfernte Menschen die Treppe runter und eine Frau schrie: „Uh, ja, genau da!“ Grölend stellten die drei Betrunkenen fest, dass im Türrahmen genau gegenüber von Maxims Tür ein Paar rummachte.

Plötzlich hatte Maxim das große Bedürfnis, dieser Situation zu entfliehen. Er ließ die Tür los und ging zurück in seine Wohnung, in dem Bewusstsein, dass Sven diese Chance sicher nicht ungenutzt lassen würde. Immerhin schien sein Ex zumindest weitestgehend nüchtern zu sein und ihm nicht im volltrunkenen Zustand irgendwelche Liebesgeständnisse und Versprechungen machen zu wollen, die er dann am nächsten Morgen im nüchternen Zustand wieder zurückzog.
Frustriert ließ Maxim sich auf das Sofa fallen und schlug die Hände vor sein Gesicht.
„Darf ich?“, fragte Sven und klang dabei beinahe schüchtern.
Maxim sah auf und stellte fest, dass Sven in der Tür zum Wohnzimmer stehen geblieben war. Resigniert nickte er. Je schneller Sven anfing, desto schneller hatte er es hinter sich. Allerdings bot er Sven bewusst kein Getränk oder ähnliches an, er sollte merken, dass er kein eingeladener Gast war.

Für einen Moment herrschte Stille in der Wohnung, während Sven sich setzte und nach einem Anfang zu suchen schien.
„Wie ich eben schon sagte, ich hab echt unglaublich viel Mist gebaut. Es tut mir Leid, dass ich dir so weh getan habe und dich so oft verletzt habe. Ich weiß, dass Worte es nicht annähernd wieder gut machen können, aber trotzdem möchte ich mich ausdrücklich und aufrichtig bei dir entschuldigen.“
Ernst sah er Maxim an, der seinen Blick schließlich kurz erwiderte und nickte, zum Zeichen, dass er die Entschuldigung zur Kenntnis genommen hatte.

Gerade, als die Pause sich so lang gezogen hatte, dass Maxim Sven anschnauzen wollte, ob es das jetzt war oder da noch was käme, sprach Sven weiter: „Und auch wenn mir bewusst ist, dass ich ganz allein diese Beziehung kaputt gemacht habe, hast du mir unglaublich gefehlt, fehlst mir immer noch. Ich vermisse dich.“ Er bemühte sich sichtlich, sich zusammenzureißen, konnte jedoch nicht verhindern, dass seine Stimme leicht zitterte und seine Augen verdächtig glänzten.
All das ließ Maxim selbstverständlich nicht kalt. Gerade, als er Sven anfahren wollte, dass nicht er derjenige war, der seine Homosexualität verleugnete und sich weigerte, eine öffentliche Beziehung zu führen, da hob dieser seine Hand und fuhr fort: „Wie gesagt, ich weiß, dass ich mir das ganz alleine selbst zuzuschreiben habe. Und deshalb habe ich auch die entsprechenden Konsequenzen gezogen.“

Sven schluckte deutlich sichtbar, benötigte erneut eine Pause. „An Weihnachten habe ich mich gegenüber meiner Familie geoutet und auch wenn meine Eltern wie erwartet sehr ablehnend reagiert haben, habe ich das Ganze heute fortgesetzt und mich auf der Silvesterparty heute vor nahezu all meinen Freunden geoutet. Leider waren nicht alle da, sodass einige wenige noch fehlen, aber ich habe vor, es bald nachzuholen“, versicherte er eifrig. „Wahrscheinlich wissen sie es eh schon von den anderen, die da waren, es waren alle echt überrascht.“
Sprachlos sah Maxim ihn an. Er hatte mit vielem, ja fast mit allem gerechnet, aber damit definitiv nicht.
Sven interpretierte sein Schweigen als Misstrauen. „Ich weiß, dass es überraschend kommt und schwer ist zu glauben, aber es ist nichts als die Wahrheit. Hier, ich habe es extra auf meinem Handy aufgenommen, um es dir beweisen zu können.“ Rasch holte er sein Handy raus und spielte eine Aufnahme ab, bei der Sven sich als schwul outete und verschiedene Leute daraufhin entgeistert nachfragten.
„Das ist von heute und wenn du willst, spiele ich dir auch das von Weihnachten vor. Die Reaktionen waren allerdings etwas unfreundlicher.“
Fragend sah er Maxim an.

Völlig perplex saß Maxim auf seinem Sofa und fragte sich, ob er vielleicht doch eingeschlafen war. Das hier konnte doch nur ein Traum sein! Da er allerdings nicht aufwachte und Sven ihn weiterhin erwartungsvoll anblickte, beschloss er, zumindest vorerst mitzuspielen. Entsprechend schüttelte er den Kopf. Er glaubte Sven, trotz allem, was passiert war, hatte ihm auch schon vor der ersten Aufnahme geglaubt. Dafür wirkte Sven zu ernst, zu offen, zu anders, als das es nur eine Lüge war. Außerdem war Sven vieles, aber nicht dumm, ihm musste klar sein, dass Maxim sofort wieder Schluss machen würde, wenn er herausfand, dass Sven alles nur erfunden hatte.
„Und ich weiß, dass es unendlich viel verlangt ist und ich es definitiv nicht verdient habe, weil ich viel zu lange gebraucht habe, aber gibst du mir, gibst du uns noch eine Chance?“ Ängstlich und hoffnungsvoll zugleich sah Sven Maxim an. Ungläubig starrte der zurück, konnte alles nicht fassen. Beinahe wie in Trance kniff er sich und realisierte, dass das alles gerade wirklich passierte, als es weh tat.

Plötzlich kam Bewegung in ihn. In Rekordgeschwindigkeit schoss er vom Sofa hoch und auf Sven zu. „Du Arschloch! Wie konntest du mir das alles antun! Weißt du eigentlich, wie unendlich weh du mir getan hast?“ Er gab Sven eine saftige Ohrfeige, nur um sich dann auf dessen Schoß zu setzen und ihn voller Verlangen zu küssen. Verdutzt sah Sven ihn an, blinzelte verwirrt.
„Ja, du Depp. Du hast es wirklich nicht verdient, aber ja, ich gebe dir noch eine Chance. Wehe dir, wenn du sie nicht nutzt, dann schwöre ich dir, wirst du das bis an dein Lebensende bereuen. Verstanden?“ Ernst sah Maxim Sven an.
„Ja. Ja, ja, ja!“ Es dauerte ein bisschen, bis das alles bei Sven ankam, doch dann nickte er und strahlte glücklich bis zu beiden Ohren. Irgendwie schaffte er es, sie beide aus dem Sessel hochzuhieven und wirbelte Maxim voller Freude durch dessen Wohnung.
„Hey, komm mal wieder runter! Wenn du wirklich mit mir zusammen sein willst, solltest du mich am Leben lassen“, protestierte Maxim.
Sofort stellte Sven ihn behutsam ab. „Es tut mir Leid, ich freu mich nur so unendlich. Ich hatte wirklich Angst, dass du Nein sagst oder vielleicht sogar schon jemand Neuen hast, ich hätte dir das auch nicht verdenken können.“
„Schon okay, und jetzt sei still und küss mich lieber“, forderte Maxim.
Natürlich ließ Sven sich das nicht zweimal sagen. Währenddessen begann draußen das Feuerwerk, doch das bekamen sie gar nicht wirklich mit. Denn sie waren in ihrer eigenen, kleinen Welt – mit ihrem ganz persönlichen Feuerwerk der Gefühle.

ENDE
Aktualisiert: 31/12/19
Veröffentlicht: 31/12/19
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split am 01/01/20 08:56
Hm, ein eher deprimierender Text. Zum Glück gibt es ja doch ein Happy End.
Wenn solche Ereignisse mit Feiertagen etc. zusammenfallen ist es natürlich immer besonders fies, weil man dann automatisch vom Kalender daran erinnert wird.
Wenn die Trennung schon im August war, muss Maxim aber auch echt Liebeskrank gewesen sein, wenn er Silvester dann immer noch so fertig ist.
Im ersten Teil des Textes, die Zusammenfassung über das vergangene Jahr, fehlt dir noch ein wenig der Fluss über die Formulierung der Sätze. Die Struktur ist recht einseitig.
Ich wünsche dir einen guten Start ins Neue Jahr.
LG
split



Antwort der Autors Snoopy279 (04/01/20 18:07):
Ja, das stimmt, wenn auch das deprimierende bei mir eher ungewohnt ist (daher aber auch der Titel), ohne Happy End hingegen kann ich nicht Lächelnd
Jein, er hat es eher im Sommer und Herbst verdrängt und sich ausschließlich auf die Wut konzentriert, sodass jetzt alles wieder hochgekommen ist.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht ganz, was du mit der einseitigen Struktur meinst, könntest du mir da evtl ein Beispiel geben?
Danke für dein Review. Dir ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr.
lg, Snoop
über Einsamkeit am Jahresende
Witch23 am 01/01/20 10:18
Wow, da hab ich echt mit allen gerechnet, aber das nenne ich mal nen Anstoß geben.
Echt toll ^^
Aber Sven hat da tatsächlich echt Glück gehabt, das es auf beiden Seiten so starke Gefühle waren.



Antwort der Autors Snoopy279 (04/01/20 18:07):
Schön, dass ich dich überraschen konnte.
Ja, das stimmt, da hat er echt Glück gehabt.
Danke für dein Review Smiley
über Einsamkeit am Jahresende
Chiyuki am 01/01/20 10:28
Maxim macht es Sven ziemlich einfach XD aber alles andere hätte vermutlich den OS gesprengt, also passt schon Smiley Happy new Year!

glg chi



Antwort der Autors Snoopy279 (04/01/20 18:09):
Stimmt. Er hat ihn eben sehr vermisst. Aber ich denke, die beiden werden noch ein paar klärende Gespräche vor sich haben.
Ebenfalls frohes neues Jahr und danke für dein Review

glg, Snoop
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Yavia
29/08/21 12:27
An alle, die eine Nachricht an die Admins über die Mailadresse schicken: Bitte gebt euren Usernamen in der Nachricht mit an, damit wir wissen, wer um Hilfe fragt. Vielen Dank!

Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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