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Als Merle sich bei ihrer Familie als genderfluid geoutet hat, hat ihre Familie das gut aufgenommen und insbesondere ihr Bruder hat sie voll unterstützt - einschließlich der Aufforderung, als der-/diejenige zu kommen, der/die an dem Tag die Oberhand hat. Insgeheim hat sie ja darauf gehofft, dass es ihr männlicher Anteil ist, schließlich kennen all die Freunde ihres Bruders sie nur als Merlin - doch natürlich kommt es anders als erhofft.

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Hetero
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 2     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 5966     Klicks: 1970
Veröffentlicht: 27/05/20 Aktualisiert: 02/06/20
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Anmerkungen zur Geschichte
Hallo ihr Süßen,

vielleicht erinnert sich ja noch jemand an das Outing ("Was ich euch noch sagen wollte..."). Hier kommt die Fortsetzung - für Chi, die sie sich gewünscht hat, ohne zu wissen, dass sie schon existiert!

Viel Spaß beim Lesen,
Snoopy
Anmerkungen zum Kapitel
Teil 2 folgt nächste Woche
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1. Veränderung kostet Mut

Seufzend stand sie vor ihrem Kleiderschrank und betrachtete das Hemd und die Jeans in ihrer Hand. Eigentlich gehörten die beiden Teile mit zu ihren Lieblingssachen, weil die fast immer passten – außer an Tagen wie heute, wo sie sich ganz eindeutig weiblich fühlte und sich aufstylen wollte,
Dabei hatte Merle so sehr gehofft, sich heute männlich oder irgendwas dazwischen zu fühlen, aber nicht eindeutig weiblich. Denn heute war Arthurs Geburtstagsfeier und sie wollte nicht auffallen – denn eigentlich alle Anwesenden kannten sie als Merlin, Arthurs Bruder.
Nur Leon, ihr bester Freund, und seit neuestem auch Arthur selbst, wussten Bescheid, dass Merlin genderfluid war und an Tagen wie heute den Namen Merle bevorzugte.

Ein Teil von ihr wollte trotzdem das Hemd und die Jeans anziehen, für die sie sich schon vor Wochen entschieden hatte für den heutigen Abend als das flexibelste Outfit, das ihr Schrank zu bieten hatte.
Aber abgesehen von der Tatsache, dass sie sich deshalb mit Leons Unterstützung vor ihren Eltern und ihrem Bruder geoutet hatte, um sich endlich nicht mehr verstecken zu müssen, zumindest nicht in ihrem privaten Umfeld, hatte sie Arthur versprechen müssen, das anzuziehen, wonach ihr zumute war. Und das waren definitiv nicht die vorbereiteten Sachen, sondern das dunkelrote Kleid.

Das dunkelrote Kleid, in das sie sich vor zwei Jahren auf den ersten Blick verliebt hatte – und das seitdem in ihrem Schrank hing, weil sie sich bislang nicht getraut hatte, es tatsächlich einmal anzuziehen. Dabei hatte sie seit mindestens einem Jahr auch alle passenden Accessoires – schwarze Riemchensandalen mit einem kleinen Absatz hatte sie schon davor gehabt, weil die so schön flexibel waren, eine passende schwarze Handtasche und sogar passenden Schmuck, nämlich silberne Rubinohrhänger zum Anklipsen und eine dazu passende silberne Kette mit einem einzelnen, eingefassten Rubin als Anhänger.

Da sie glücklicherweise zu denjenigen gehörte, die wenig Bartwuchs hatten, war das kein Problem. Auch ihr Adamsapfel war nicht zu ausgeprägt.
Und auf Schminken hatte sie deutlich häufiger Lust als auf Kleider oder Röcke, sodass sie darin mittlerweile eine gewisse Übung hatte.
Ihre Haare waren zwar kurz, doch so geschnitten, dass sie sie sowohl eher weiblich als auch eher männlich stylen konnte.
Mit einem tiefen Seufzer scannte sie nochmal ihren Schrank – doch heute wollte ihr wirklich nichts außer dem roten Kleid zusagen. Daher gab sie auf und fügte sich.

Manchmal nervte sie das an ihrer weiblichen Seite – die war viel wählerischer und dadurch auch deutlich komplizierter als ihre männliche Seite. Gleichzeitig hätte sie diese trotzdem nicht abgeben wollen, wenn das möglich gewesen wäre, denn es gab auch einiges, was sie an ihrer weiblichen Seite mochte – ironischerweise auch, dass das ihre Auswahl, was Klamotten oder auch das Aussehen generell anging, deutlich erweiterte.

Geübt trug Merle die Grundierung auf und zog dann den Schmuck und das Kleid an. Anschließend frisierte sie sich und machte nach kurzem Zögern auch noch zwei von den hübschen Schmetterlingshaarspangen mit Glitzer rein. Wenn schon, dann wirklich richtig weiblich!
Danach ging es an die Feinheiten des Make-Ups.
Genau während sie den Lidstrich zog, klingelte es. Natürlich zuckte sie zusammen und versaute ihn komplett.

„Ja?“, fragte sie an der Sprechanlage.
„Hey, ich wollte mal fragen, wann du kommst. Schließlich waren wir eigentlich vor fast fünfzehn Minuten verabredet“, erklang Leons leicht verzerrte Stimme.
„Ach shit! Vielleicht sollte ich einfach hierbleiben, heute ist irgendwie nicht mein Tag“, resignierte Merle.
„Quatsch, lass mich hoch. Zusammen kriegen wir das schon hin!“
Seufzend drückte sie auf den Türöffner, obwohl sie Leons Optimismus nicht annähernd teilte.

„Und, kannst du mein Make-Up retten?“ Provokant sah sie Leon an, die Hände in die Hüften gestützt, als er oben ankam.
„Wow, du siehst bezaubernd aus!“ Bewundernd sah Leon sie an. „Wirklich schade, das Frauen nicht so meins sind.“ Ernst drein blickend ergänzte er: „Also husch, husch, ins Bad, rette in Ruhe deine Schminke, das kannst du nämlich selbst und anschließend fahren wir zu Arthur. Dann sind wir definitiv so spät dran, dass du den Starauftritt kriegst, den du verdienst.“ Am Ende des letzten Satzes zwinkerte er Merle zu.
„Du hast einen Knall.“ Kopfschüttelnd verschwand sie im Bad. In Wahrheit war sie allerdings unglaublich dankbar, dass Leon ihr bester Freund war und sie heute begleiten würde.

Seine bedingungslose Unterstützung und Akzeptanz gaben ihr unendlich viel Rückhalt und sie fühlte sich direkt viel sicherer, auch wenn ein Rest Zweifel und Angst blieb.
In ihrem engsten Freundeskreis war sie schon länger geoutet, doch das waren auch alles Menschen, die selbst einen queeren Hintergrund hatten oder sich schon lange in der Szene bewegten.
Die Feier heute würde der erste große Auftritt vor einem großen Publikum sein, dass sich vermutlich zum allergrößten Teil noch nie mit irgendwelchen Genderfragen auseinandergesetzt hatte, aber wusste, dass Arthur „einen Bruder“ hatte.
Vor allem aber hatte seine Gelassenheit sie so weit beruhigt, dass sie es tatsächlich schaffte, ihr Make-Up zu retten, ohne sich nochmal komplett neu schminken zu müssen oder es vor lauter Stress und Aufregung direkt nochmal erneuern zu müssen.

„Okay, ich wär dann soweit“, sagte Merle, nachdem sie auch ihre Schuhe angezogen hatte.
„Wundervoll! Dann machen wir uns auf ins große Abenteuer“, erwiderte Leon und bot ihr galant seinen Arm an.
„Früher warst du nie so ein Gentleman“, beschwerte sie sich spaßeshalber.
„Du warst früher ja auch keine Lady“, konterte er sofort. „Und es heißt doch immer „ladies and gentlemen“, nicht „girls and gentlemen“ oder „women and gentlemen.“
Bei seiner ersten Aussage hatte Merle ihren Mund geöffnet, um zu protestieren, doch bei der Fortführung seiner Erklärung konnte sie nicht anders, als zu lachen und ihm nickend zuzustimmen.
„Okay, da ist wirklich was dran.“


Als sie vor dem Haus ankamen, indem Arthur wohnte, kam Merles Nervosität schlagartig wieder und schlug ihr Selbstbewusstsein, das Leon eben wiedergeholt hatte, dabei erfolgreich in die Flucht. Daher bekam sie auch erst mit, dass Leon ausgestiegen war, als er ihr die Tür öffnete.
„Wenn ich bitten darf, Mylady?“ Leon verneigte sich und hielt ihr die Hand hin.
„Lass den Blödsinn. Ich glaub, das ist wirklich keine gute Idee“, wehrte Merle ab.
Doch Leon bewies erneut, dass er ganz genau wusste, wie er sie dazu brachte, die Dinge zu tun, die sie aus Unsicherheit vermeiden wollte.
„Schau, es gibt exakt zwei Möglichkeiten“, sagte er, nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte. „Entweder, du steigst jetzt freiwillig aus oder ich ruf Arthur an und sag ihm, dass wir da sind.“ Bei den letzten Worten zückte er demonstrativ sein Handy.

„Du bist so ein Arschloch!“ Merle fühlte sich nicht ernst genommen und war zu ihrem Leidwesen kurz davor, in Tränen auszubrechen vor lauter Frust und Hilflosigkeit. Warum verstand Leon nicht, dass das hier eine ganz andere Hausnummer war, als sich vor ihrer Familie zu outen? Natürlich hatte sie da auch große Angst vorher gehabt, doch jetzt war sie mit blanker Panik erfüllt.
„Schatz, schau mich an.“
Die ungewohnte Anrede und die Hand an ihrem Kinn rissen sie aus ihren Gedanken. Verständnisvoll erwiderte Leon ihren Blick.
„Ich weiß, dass du Angst hast. Aber sie wird nicht kleiner werden, wenn du dich jetzt nach Hause flüchtest, ganz im Gegenteil. Und du hast mich und Arthur an deiner Seite. Wenn dir jemand doof kommt, dann verprügeln wir ihn und schmeißen ihn anschließend raus. Zur Not feiern wir eben zu dritt, das wird Arthur lieber sein, als irgendwen dazuhaben, der dich nicht so akzeptiert, wie du bist.“

„Ja, du hast recht. Aber ich will trotzdem nach Hause und mich unter meiner Bettdecke verkriechen“, entgegnete Merle ihm, doch sie war schon viel weniger wütend und auch nicht mehr ganz so panisch.
„Nur wenn ich mit drunter darf, Schönheit“, konterte Leon mit einem Augenzwinkern.
„Vergiss es, der Zug ist schon seit Ewigkeiten abgefahren!“ Natürlich wusste sie, das Leon es nicht so meinte und sie hatten auch nach ihrer Trennung schon oft genug in einem Bett geschlafen, doch auf die Art und Weise konnte sie ihm am besten zeigen, wie sehr sie seinen Aufmunterungsversuch zu schätzen wusste.

Merle blieb noch einige Zeit schweigend sitzen, dann holte sie tief Luft und hielt ihm ihre Hand entgegen. Leon reagierte prompt und machte erneut einen Diener.
Dieses Mal nahm Merle seine Hand und ließ sich von ihm beim Aussteigen behilflich sein.
„Auf in den Kampf!“, sagte sie, als sie auf die Klingel drückte. Sofort summte der Türöffner und sie traten ein.
„Nun, wenn du kämpfst, dann denk daran, das die Waffen einer Frau deutlich subtiler sind, aber nicht weniger effektiv“, erwiderte Leon darauf leichthin.
„Selbstverständlich habe ich nicht vor, die barbarischen Methoden der Männer zu nutzen, schließlich bin ich eine Lady“, entgegnete Merle gespielt hochnäsig.
„Verzeiht, wie konnte ich das nur vergessen, Mylady“, entschuldigte Leon sich sofort. Unter weiterem Geplänkel stiegen sie die Treppenstufen hoch.

An der Tür wurden sie schon erwartet, jedoch nicht von dem Geburtstagskind selbst, sondern von Percy, Arthurs bestem Freund.
„Hey Leon!“ Percy umarmte ihn und forderte ihn dann auf: „Stell mir doch bitte die Dame an deiner Seite vor, damit ich sie auch angemessen anreden kann.“ Das warme Lächeln, mit dem er Merle dabei bedachte, verriet ihr, dass Arthur ihm alles erzählt hatte und er genau wusste, wer da gerade vor ihm stand.
„Selbstverständlich. Bitte verzeiht mir, dass ich nicht selbst daran gedacht hatte. Lady Merle, dies ist Sir Percival. Sir Percival, dies ist die bezaubernde Lady Merle.“
„Ihr seid in der Tat wunderschön, Lady Merle“, sagte er und begrüßte sie formvollendet mit einem Handkuss. Dann jedoch viel er aus der Rolle, weil er nach Leon schlug, der jedoch lachend auswich. „Du Depp hättest trotzdem nicht meinen vollen Namen benutzen sollen!“

Auch wenn nicht nur Arthur und Percy selbst, sondern auch alle anderen seit ihrem Kennenlernen witzelten, dass diese Freundschaft vom Schicksal vorherbestimmt war, hasste Percy seinen vollen Namen mit tiefster Inbrunst. Ein anderer als Leon oder in einer anderen Situation wäre niemals mit einem so harmlosen Tadel davon gekommen, denn nach vielen Hänseleien in seiner Schulzeit reagierte Percy unglaublich empfindlich auf seinen vollen Namen.
Er wandte sich jedoch rasch wieder Merle zu und umarmte sie fest. „Du siehst wirklich toll aus. Wenn du nicht wie meine Schwester wärst, würd ich dich glatt nach einem Date fragen.“
Erfreut und dankbar dafür, dass er sie so bedingungslos akzeptierte, schmiegte Merle sich in die Umarmung. „Das kannst du dir gleich aus dem Kopf schlagen, ich will definitiv keinen Frauenheld!“
„Nun, dann gönn mir wenigstens das Vergnügen, dich zum Geburtstagskind zu begleiten. Du gestattest doch, oder?“ Leon nickte nur auf Percys Frage und wies auf Merle, um ihm zu signalisieren, das nicht er derjenige war, der die Entscheidung fällte, sondern sie selbst.

„Wenn du darauf bestehst...“ Merle gab sich nach außen hin widerstrebend, wusste aber, dass jedem von ihnen klar war, dass sie dankbar für die Unterstützung war.
Flankiert von den beiden betrat sie den großen Wohnraum, in dem die Hauptparty statt fand. Arthur hatte nur ein separates Bad und Schlafzimmer, der Rest war Küche, Wohnzimmer, Partykeller, Bibliothek und Gästezimmer in einem, wie Arthur immer behauptete.
Beinahe sofort entdeckte Merle ihren Bruder – und er sie nur Sekunden später, hatte offensichtlich nach ihr Ausschau gehalten. Kurz war Arthur sichtbar irritiert, schaute sich vergewissernd nochmal zu Leon und Percy. Dann jedoch breitete sich ein riesiges Strahlen auf seinem Gesicht aus und er rannte beinahe auf Merle zu, was sich allerdings allein durch die ganzen Menschen als schwierig gestaltete.

„Alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag“, bekam Merle gerade noch heraus, bevor Arthur sie ganz fest umarmte und alle Luft aus ihr herauspresste.
„Danke, danke, danke danke! Das ist das schönste Geschenk, was du mir machen konntest“, wisperte Arthur in ihr Ohr. Dadurch, dass sie so nah beieinander standen, hatte Merle trotz Geräuschkulisse keine Schwierigkeiten, ihn zu hören.
Vorsichtig drückte sie gegen Arthurs Brust. Ihr Bruder verstand das Signal und lies ihr etwas mehr Luft.
„Wofür? Ich habe dir gerade nur gratuliert und bin damit nicht mal fertig geworden“, fragte Merle ihn irritiert.
„Dafür, dass du meinen Wunsch erfüllt hast. Ich weiß, wie schwer dir das gefallen ist“, sagte Arthur sachlich. Bei den meisten anderen hätte Merle an der Stelle vermutlich protestiert und gefragt, woher der- oder diejenige das wissen wolle, wenn er das nicht aus eigener Erfahrung kenne. Bei ihrem Bruder spürte sie jedoch, dass er es wirklich wusste.
„Allein hätte ich es nicht geschafft“, gab sie ehrlich zu.
„Ich weiß. Keine Sorge, Leon wird auch seinen Teil des Danks abkriegen. Aber am Ende hast DU es geschafft.“

„Das stimmt“, gab sie nach kurzer Zeit zu und lächelte.
„Mensch, Arthur, seit wann bist du denn vergeben? Stell uns die Schönheit doch mal vor“, grölte irgendwer, den Merle flüchtig vom Sehen kannte, aber nicht einsortieren oder namentlich zuordnen konnte.
„Selbstverständlich heißt sie Gwen, das weißt du doch“, witzelte Tristan, der mit Percy zusammen zu Arthurs Schulfreunden gehörte.
Die Meisten umstehenden brachen sofort in Gelächter aus, denn Arthur erklärte die Tatsache, dass er überzeugter Single war, gerne damit, dass die richtige Frau für ihn vor allem den richtigen Namen tragen müsse, Percy und Merlin habe er ja schon in seinem Leben.
Merle wusste nicht, ob sie Tristan für den Einwurf dankbar sein sollte oder nicht. Der betrunkene Idiot, der die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt hatte, war definitiv jemand, den sie am liebsten rausgeschmissen hätte. Schließlich hatte sie sich auch ohne „Starauftritt“, bei dem alle Augen auf sie gerichtet waren, schon unsicher genug gefühlt.

Andererseits hatte Tristan die Stimmung jetzt schon wieder etwas aufgelockert und so hatte sie den Großteil des Outings schon hinter sich, anstatt das den ganzen Abend immer und immer wieder gefragt zu werden, denn die Frage, wer sie sei, hätte sich sowieso ergeben, spätestens nach dieser Begrüßung. Aber Arthur konnte sie nicht eine Sekunde dafür böse sein, da sie überglücklich war, dass er auch jetzt, wo es so real war, weiterhin völlig bedingungslos hinter ihr stand und einfach ihr großer Bruder war.
„Der Name der werten Lady ist nicht Guinevere, sondern Merle“, sprang Percy jetzt ein.
„Von daher keine Eifersücheteleien seitens der anwesenden Damen, ich bin immer noch Single. Das bezaubernde Wesen neben mir ist mein Geschwister“, fuhr Arthur fort und sagte das mit einer solchen Bestimmtheit, dass niemand sich traute, die offen im Raum und auch in vielen Gesichtern stehende Frage zu stellen. Stattdessen nickten alle nur, als sei das völlig offensichtlich und wandten sich wieder ihren Gesprächspartnern zu.

„Ich habe dir zu danken! Habe ich dir schon gesagt, dass du mein Held bist?“, durchbrach Merle das Schweigen, das in ihrer Vierergruppe herrschte.
„Ihr enttäuscht mich, Mylady“, mischte Percy sich sofort ein. „Die ganze Zeit dachte ich, dass ich euer Held wäre, doch kaum seht ihr den König, werdet ihr mir untreu!“
„Du bist ein Frauenheld, nicht mein Held, das ist etwas anderes“, konterte Merle sofort, was Arthur und Leon zum Lachen brachte, während Percy demonstrativ schmollte. Das Geplänkel, das schon seit Ewigkeiten zwischen ihnen herrschte, war angenehm vertraut und gab ihr zunehmend ihr Selbstbewusstsein zurück.
„Apropos Dank, auch dir gilt natürlich mein herzlichster Dank“, griff Arthur das vorherige Stichwort auf und umarmte Leon.
„Du hast da eindeutig was falsch verstanden, normalerweise lässt man seinen Gästen wenigstens die Chance, einem zu gratulieren, meist sogar, ein Geschenk zu überreichen, bevor man sich bedankt“, protestierte Leon. „Von daher auch von mir alles Gute zum Geburtstag.“
„Vielen Dank“, erwiderte Arthur übertrieben artig.
„Gern geschehen“, antwortete Leon halblaut und sie alle wussten, dass es dabei nicht um seinen Glückwunsch ging.

„Wir haben übrigens auch ein richtiges Geschenk für dich, falls du das noch haben willst“, sagte Merle und holte einen Briefumschlag aus ihrer Handtasche.
Automatisch streckte Arthur seine Hand in Percys Richtung aus, noch bevor er den Briefumschlag ganz in seiner anderen Hand hatte. Sekunden später schlitzte er den Umschlag mit dessen Taschenmesser auf.
Als er das darin befindliche Blatt betrachtete, traten Arthur Tränen in die Augen. „Das ist wundervoll! Ist das der Originalrahmen?“ Leon und Merle nickten, während Arthur nach dem Taschenmesser auch den Gutschein für eine Collage von ihm und seinem Geschwister in allen Ausprägung an Percy weiter, damit der seine Begeisterung nachvollziehen konnte.
„Das ist wirklich eine schöne Idee! Jetzt weiß ich auch, warum du eben direkt ein Bild von den beiden gemacht hast, Leon.“
„Pscht, noch nicht verraten“, protestierten Merle und Leon im Chor.
„Ach nur weil ich ein Bild jetzt schon weiß, wird der Rest trotzdem noch eine tolle Überraschung“, beschwichtige Arthur sie.
In dem Moment riefen einige andere Gäste nach dem Geburtstagskind. „Nehmt euch was zu essen und zu trinken, wir reden später weiter“, entschuldigte Arthur sich.

tbc
Aktualisiert: 27/05/20
Veröffentlicht: 27/05/20
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Chiyuki am 27/05/20 21:32
Dieses Ende schreit nach einer weiteren Fortsetzung *umkreist die Geschichte mit prüfendem Blick*



Antwort der Autors Snoopy279 (27/05/20 21:44):
nöö, eigentlich wollte ich das so lassen Zwinkernd Nein, Spaß, das tbc steht da unten nicht ohne Grund und sie ist auch nicht versehentlich auf "laufend" gestellt. Danke fürs Freischalten und dein Review :*
Veränderung kostet Mut
Witch23 am 27/05/20 22:20
Das verspricht spannend zu werden. aber schön wie Merle da ankommt.

Irre ich mich oder ist Merlin an Biologischer Mann dann recht Androgenen wodurch die Umwandlung von eins zum anderem leichter fällt?



Antwort der Autors Snoopy279 (30/05/20 10:02):
Klar, vor allem für Merle selbst, aber auch für diejenigen, die sie schon lange, aber eben nicht so kennen, ist es recht aufregend. Leon und Arthur wissen es ja schon und unterstützen sie sehr.
Naja, besonders androgyn würde ich nicht unbedingt sagen, aber auch nicht zu männlich (kein zu starker Bartwuchs/ausgeprägter Adamsapfel/große oder breite Statue), das erleichtert das Passing (=als das angestrebte Geschlecht durchgehen) natürlich. Und sie ist nicht das erste Mal als ihre weibliche Seite unterwegs, sodass sie mittlerweile weiß, wie sie mit Makeup und ähnlichem das bestmögliche Ergebnis erzielt. Danke für dein Review!
Veränderung kostet Mut
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Yavia
29/08/21 12:27
An alle, die eine Nachricht an die Admins über die Mailadresse schicken: Bitte gebt euren Usernamen in der Nachricht mit an, damit wir wissen, wer um Hilfe fragt. Vielen Dank!

Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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