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Karsten ist glücklich mit seinem Freund zusammen, auch wenn sie sich nicht geoutet haben. Doch dann bekommt er ausgerechnet auf dem Abiball etwas mit, was alles in Frage stellt.

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 3125     Klicks: 943
Veröffentlicht: 28/07/20 Aktualisiert: 28/07/20
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Anmerkungen zur Geschichte
Hey,

hier kommt der dritte OS aus der Reihe "Die Feste feiern, wie sie fallen". Ironischerweise habe ich den schon vor zwei Jahren geschrieben, ursprünglich als einer der Sommer-OS für den Jahreszeitenzyklus gedacht, wofür er mir dann doch nicht gefiel. Durch ihn entstand überhaupt erst die Idee der Auskopplung - und jetzt, wo ich ihn dieses Jahr poste, hatte wohl niemand eine vergleichbare Abigala...

Viel Spaß beim Lesen!
lg, Snoopy
PS: an alle, die die 30-Tage-Challenge lesen - die pausiert diese Woche, ab nächstem Dienstag geht es wie gewohnt weiter
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1. Ein falsches Spiel

Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Eltern, Geschwister und teilweise auch Großeltern waren gekommen, um ihnen zuzusehen, wie sie feierlich ihre Zeugnisse überreicht bekamen. Karsten wünschte sich, dass es schneller rumgehen würde. Er wäre am liebsten einfach gar nicht erschienen, weil er mit den meisten eh nicht viel zu tun hatte, aber er hatte sich dann doch dazu durchgerungen beziehungsweise hatte dem Drängen seiner Eltern nachgegeben.
Leider hielt zuerst der Schulleiter eine Rede, dann die Oberstufenkoordinatorin und anschließend noch die Jahrgangssprecherin. Obwohl sie alle sich Mühe gegeben hatten, ihre Reden eher kurz zu halten, kam es ihm wie Ewigkeiten vor. Danach gab es leider immer noch keine Zeugnisse, sondern das Buffet war eröffnet. Immerhin war das Essen wirklich gut.

Nachdem jeder sich etwas genommen hatte, begann das sonstige Programm auf der Bühne. Es wurden zwei verschiedene Tänze aufgeführt, einige Leute hatten sich zu einer Band zusammengetan und spielten einige Lieder. Karsten fragte sich, warum er der Planung vorher nicht wenigstens ein bisschen mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Dann hätte er einfach erst zur Zeugnisvergabe kommen können. So tragisch wäre es jetzt auch nicht gewesen, das Essen zu verpassen. Andererseits hätte das vermutlich auch wieder nur zu endlosen Diskussionen mit seiner Mutter geführt, die einfach nicht einsehen wollte, dass er kein Interesse an den allermeisten seiner Mitschüler hatte. Und die wenigen, die er mochte, konnte er zu anderen Gelegenheiten viel besser treffen!

Endlich war es soweit und der „Höhepunkt“ der Veranstaltung war da. Natürlich kam es, wie es kommen musste: sein Leistungskurs war der letzte Kurs, der aufgerufen wurde und mit dem Nachnamen Zimmer war er der Allerletzte, der sein Zeugnis erhielt. Einen Vorteil hatte es wenigstens, seine Mutter konnte jetzt nicht meckern, dass es unhöflich wäre, direkt zu gehen.
Zumindest dachte Karsten das. Als er zu ihnen ging, nahm sie ihm das Zeugnis ab, verstaute es sorgfältig in der mitgebrachten Mappe. Dann umarmte sie ihn.
„Ich bin ja so stolz auf dich. Ganz viel Spaß beim Feiern!“
„Was? Ich will nicht feiern, ich komme mit nach Hause“, protestierte er sofort.
„Ach Junge, das hast du dir verdient“, stimmte sein Vater seiner Mutter zu. Karsten war fest entschlossen, seine Eltern zu ignorieren. Zur Not ging er halt zu Fuß nach Hause. Alles war besser, als hier zu bleiben!

Leider hatten sich heute alle gegen ihn verschworen.
„Keine Sorge, wir sorgen dafür, dass er hier bleibt und sich amüsiert“, wandte Lina sich an seine Eltern. Ihr Tonfall verhieß nichts gutes. Sie hakte sich an seiner rechten Seite bei ihm unter. Erstaunlich, was für eine Kraft eine so zierliche Person auf einmal entwickeln konnte! Ehe er auch nur über einen Fluchtversuch nachdenken konnte, hatte Dani seine linke Seite übernommen. Jetzt hatte er definitiv keine Chance mehr, denn Dani war zumindest äußerlich das genaue Gegenteil von Lina: groß und kräftig. Suchend blickte er sich nach Dominik um. Wo die beiden waren, konnte auch sein bester Freund nicht weit sein. Er warf ihm einen hilfesuchenden Blick zu, doch Dominik zuckte nur mit den Schultern, nach dem Motto „du kennst die Mädels doch, gegen die hat man keine Chance“. Das war allerdings auch war, im Zweifelsfall gewannen die beiden immer, solange sie nur zusammenhielten.

Seufzend ergab Karsten sich in sein Schicksal. Dabei begegnete sein Blick dem von Patrick, der ihm kurz aufmunternd zulächelte. Patrick, der hervorragend in die Stufe integriert war, bei fast allen beliebt, ein echter Sunnyboy. Der das genaue Gegenteil von ihm war und trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – der einzige Mensch in der Stufe außer seinen Freunden war, der ihm etwas bedeutete. Doch davon wusste niemand, deshalb musste es für den Moment bei diesem kleinen, unauffälligen Blickkontakt bleiben.
Wenn sie lange genug feierten, ergab sich möglicherweise ja auch eine Gelegenheit, sich mit Patrick davonzuschleichen. Sie mussten nur warten, bis alle anderen zu betrunken waren, um noch viel mitzubekommen.


„Komm, wir gehen tanzen“, forderte Lina ihn etwas später auf. Die Stühle, die vorher für die Abiturienten dagestanden hatten, waren komplett weggeräumt worden, sodass sie jetzt eine große Tanzfläche freigeräumt hatten. Auch die Hintergrundmusik hatte gewechselt zu dem, was man klassischerweise auf so einer Party zu hören bekam.
„Vergiss es, nicht auf so eine scheiß Musik.“
„Das war keine Frage, das war eine Aufforderung.“ Schon wieder zerrte Lina energisch an ihm rum. „Vergiss es!“ Da sie dieses Mal jedoch alleine war, schaffte er es mit etwas Mühe, sich wieder loszureißen.
„Karsten!“ Drohend starrte der kleine Giftzwerg ihn an. Nachdem er kurz seine Alternativen abgeschätzt hatte und zu dem Schluss kam, dass keine vorhanden waren, ergab Karsten sich erneut in sein Schicksal. Ansonsten hätte Lina ihn ja doch nur so lange genervt, bis er nachgab und ihren Frust darüber dann an seinen Füßen ausgelassen.

Solange sie wollte, war sie eine hervorragende Tänzerin, aber leider nutzte sie das aus, um ihren Partner gnadenlos zu bestrafen, wenn sie sauer war. Kaum befanden sie sich auf der Tanzfläche, wurden sie schon von allen anderen angestarrt. Ausnahmsweise lag das nicht an ihren Outfits, wie normalerweise auf dem Schulhof. Karsten selbst trug einen Anzug mit Hemd und Krawatte, wie jeder andere Kerl auch. Lina trug zwar ein auffälliges schwarzes Spitzenkleid, doch das hatten ihre Mitschüler schon davor bereits zu Genüge betrachtet. Nein, es lag einfach daran, dass sie sich im Gegensatz zu allen anderen auf Standardtänze beschränkten und nicht wie wild rumzappelten. Genau aus dem Grund hatte Karsten keine Lust gehabt. Denn eigentlich tanzte er sehr gerne, er stand nur nicht gern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Nach einiger Zeit fanden die Leute zum Glück wieder Spannenderes als sie beide. Dani und Dominik standen beide am Rand, unterhielten sich und blickten gelegentlich zu ihnen rüber. Obwohl die Musik grauenhaft war, konnte man erstaunlich gut darauf tanzen, stellte Karsten fest. Damit hatte er nicht gerechnet.
Sie tanzten eine gute Stunde durch, bis sie beide eine Pause brauchten.
„Gehst du was zu trinken holen? Ich muss mal für kleine Tänzerinnen.“
„Sicher, verehrte Hoheit, euer Wunsch ist mir Befehl“, spottete Karsten und ging zur Bar. Er hatte das Gefühl, dass sich genau jetzt alle anderen auch dort angestellt hatten und es entsprechend Ewigkeiten dauerte, bis er die gewünschten Getränke in der Hand hielt. Tatsächlich hatte es so lange gedauert, dass Lina ihm schon wieder entgegen kam. Und das wo doch jeder wusste, wie voll Frauentoiletten bei solchen Anlässen waren!

Er hielt ihr ein Glas entgegen, doch sie ignorierte es. „Komm mit, das musst du hören.“ Sie zerrte ihn zu einer recht abgeschiedenen Nische, ohne darauf zu achten, dass er die Hälfte verschüttete, und blieb kurz davor hinter einer Palme stehen. So konnten sie alles hören, aber wurden selbst nicht gesehen.
„Scheiße, das Bild ist doch gefakt, oder?“ Karsten musste überlegen, doch er kam nicht drauf, wessen Stimme das war.
„Nein, das ist echt. Du hast gesagt, wenn ich dir ein Foto zeige, reicht dir das als Beweisbild.“ Die andere Stimme hingegen erkannte er sofort. Das war Patrick!
Jetzt war er doch neugierig. Worum ging es da?
„Scheiße, ich hätte nicht gedacht, dass du das ernsthaft durchziehst!“ Das war Tobi, der Klassenclown. Natürlich, das erste war Jonas, einer der größten Unruhestifter. Was hatte Patrick mit den beiden zu tun?

„Ich meine, mit nem Kerl ist ja schon ne krasse Sache, aber ausgerechnet der Typ?“ „War ja nicht so, als ob ich ne Wahl gehabt hätte, ihr habt ihn ja ausgesucht“, gab Patrick gelassen zur Antwort.
Lina neben ihm starrte Karsten besorgt an. Er selbst stand jedoch irgendwie immer noch auf der Leitung. Worum ging es hier bitteschön?
„Ja, natürlich haben wir Zombie ausgewählt, wir wollten die Wette ja gewinnen! Deine Wettschuld einzulösen wäre soo geil geworden“, brachte Jonas etwas mehr Licht in die Situation. Es ging also um ihn, Zombie war der Spitzname, den er in der siebten Klasse verpasst bekommen hatte und der seitdem an ihm kleben geblieben war. Jetzt war Karsten selbst auch ziemlich angespannt, aber noch fehlte ihm das entscheidende Stichwort, um sich einzumischen.
Doch nicht lange, denn Patrick selbst liefert es: „Tja, Pech gehabt. Dieses Foto ist der eindeutige Beweis dafür, dass ich Zombie ins Bett bekommen habe und von euch und den anderen jeweils fünfzig Euro kriege.“

„Eine Wette?“ Karsten trat hinter der Palme hervor und starrte Patrick an, blendete alle anderen als unwichtig aus. „Eine verdammte, beschissene Wette? Ernsthaft? Und ich fall auch noch auf so ein Arschloch wie dich rein, hätte es ja gleich besser wissen müssen!“
Wütend drehte er sich um und wollte gehen. Ihn interessierte nicht, was Patrick dazu zu sagen hatte, der Idiot konnte ihm gestohlen bleiben.
Natürlich hielt Patrick sich nicht daran, sondern rannte um ihn herum und stellte sich ihm in den Weg, während er versuchte, sich zu erklären.
„Nein, es war keine Wette!“ Ungläubig zog Karsten eine Augenbraue hoch. War das sein Ernst?
„Also, ja, doch, es war schon eine Wette, aber nur am Anfang! Danach habe ich dich besser kennen gelernt und mich in dich verliebt. Bitte, du musst mir glauben!“

„Du kannst aufhören mit dem Schauspiel, das Geld hast du doch jetzt... oder suchst du jemanden, der auf Abruf bereit steht, um mit dir ins Bett zu gehen? Vergiss es, so verzweifelt bin ich auch nicht.“ Erneut versuchte Karsten zu gehen, doch Patrick hielt ihn am Ärmel fest.
„Bitte, du musst mir glauben, ich liebe dich wirklich.“ Seine Mimik spiegelte die pure Verzweiflung wieder.
Karsten konnte sich jetzt nicht länger beherrschen. Er brach in schallendes Gelächter aus. „Ich wusste gar nicht, dass du soo ein guter Schauspieler bist“, brachte er mit Mühe zwischen den Lachsalven hervor.
Empört starrte Patrick ihn an. „Tja, du leider nicht. Du ruinierst hier gerade die ganze Show!“
Jonas, Tobi, Lina und einige andere, die das ganze Spektakel verfolgt hatten, sahen jetzt völlig fassungslos drein. Weil er sich vor Lachen krümmte und den Bauch halten musste, war Karsten nicht ganz sicher, ob er es richtig gesehen hatte, dass Dani und Dominik jetzt auch dabei waren.

Verzweifelt versuchte er, seine Fassung wieder zu erlangen, doch es war einfach hoffnungslos. Dabei bekam er kaum noch Luft. Das Patrick sich weiterhin entrüstet darüber beschwerte, dass er alles verdorben hatte, machte es auch nicht leichter, mit dem Lachen endlich aufzuhören. Endlich hatte sein Freund ein Einsehen mit ihm und beendete den Lachanfall auf die einzig effektive Art und Weise, nämlich mit einem tiefen Zungenkuss. Sofort küsste Karsten ihn zurück und schlang seine Arme fest um ihn. Dass sie von immer mehr Zuschauern umgeben waren, die jetzt abwertende und zweideutige Kommentare grölten und sich so auch vor der ganzen Stufe outeten, war ihm völlig egal. Sich so zu outen war einfach zu gut gewesen, um die Gelegenheit verstreichen zu lassen und Patrick schien das ähnlich gesehen zu haben.
Als sie sich voneinander lösten, war Karsten immer noch atemlos, aber auf eine ruhigere, befriedigendere Art und Weise.

„Was ist hier bitte los! Ich verlange auf der Stelle eine Erklärung.“ Lina, wer sonst könnte es auch sein. Andererseits hatte sie vollkommen recht, er war seinen Freunden eindeutig eine Antwort schuldig. Leider war sein Sprachvermögen noch immer beeinträchtigt, deshalb delegierte er die Aufgabe mit einem Blick an Patrick.
„Ja, also ...“ So souverän, wie er normal war, geriet Patrick jetzt doch ins Stocken. „Die Kurzfassung ist folgende: „Karsten und ich sind schon länger ein Paar. Als Jonas, Tobi und die anderen üblichen Verdächtigen an mich herangekommen sind mit der Wette, ich würde ihn niemals ins Bett kriegen und mir jeder fünfzig Euro angeboten hat, konnte ich nicht widerstehen. Schließlich hat niemand erwähnt, dass ich das vorher noch nicht getan haben durfte oder mich gefragt, ob ich in einer Beziehung mit ihm bin. Also bin ich darauf eingegangen und habe Karsten direkt davon erzählt. Er fand es auch gut, wir haben zusammen das Foto gemacht und jetzt viel Geld für unsere Urlaubskasse.“ Mit einem zufriedenen Grinsen sah Patrick in die Runde.

Alle Umstehenden waren komplett sprachlos. Manche hatten sogar im wahrsten Sinne des Wortes den Mund offen stehen.
Lina war die erste, die sich aus ihrer Starre löste. Wütend stürmte sie nach vorne und verpasste Karsten eine schallende Ohrfeige. „Du elender Mistkerl! Warum zur Hölle hast du uns nichts davon erzählt?“
Ehe er antworten konnte, mischte Jonas sich ein, der von dem lauten Knall scheinbar aus seinem Schock herausgerissen wurde. „Vergiss es, das Geld kriegst du nicht.“
„Wettschulden sind Ehrenschulden und ich habe ehrlich gewonnen. Nur weil ich euch Tatsachen verschwiegen habe, heißt das nicht, dass die Wette nicht gilt.“
„Er hat recht, ihr werdet bezahlen und zwar alle“, mischte sich da Hanna ein, Jonas' Freundin. „Patrick hat zwar mit gezinkten Karten gespielt, aber selbst schuld. Wer mit anderen Menschen wettet, hat so eine Lehre eindeutig verdient.“ Herausfordernd blickte sie Jonas an, auf Widerspruch wartend, doch er nickte nur kleinlaut. Karsten konnte das gut verstehen und hatte sogar ein winziges bisschen Mitleid mit ihm, denn Hanna erinnerte ihn gerade stark an Lina. Andererseits hatte der Typ ihn zu einem Wettobjekt degradiert, da hielt sich das Mitgefühl dann doch stark in Grenzen.

Da sich die Aufmerksamkeit auf Hanna und Jonas verlagert hatte, nutzte Karsten die Gelegenheit, sich mit seinen Freunden davonzustehlen. Schließlich war er ihnen wirklich eine Erklärung schuldig.
„Es tut mir Leid, es war nie so geplant. Am Anfang war es einfach so verrückt, ich meine, ausgerechnet Pat! Wie hätte ich da glauben können, das sich wirklich eine Beziehung zwischen uns entwickelt? Ich war fest überzeugt davon, dass es nur Anziehung ist und sich eher früher als später von selbst erledigt. Naja, und dann habe ich irgendwann festgestellt, dass es tatsächlich etwas Ernstes ist und ich mit ihm fest zusammen sein will. Da wollte ich es euch eigentlich erzählen, allerdings hatte ich das Gefühl, dass es nie der richtige Moment war. Außerdem waren wir da schon knapp vier Monate zusammen und ich hatte Schiss, dass ihr deswegen sauer seid. Deshalb habe ich es immer mehr nach hinten geschoben.“ Verlegen starrte Karsten auf den Boden, traute sich nicht, seine Freunde anzusehen. Da sie nur zu viert waren, hatten sie sich immer aufeinander verlassen und er hatte dieses Vertrauen missbraucht.

Plötzlich legte sich eine warme Hand auf seinen Rücken.
„Seid nicht zu hart zu ihm, er hat sich wirklich schlecht deswegen gefühlt. Das Problem war, dass er gerade wegen diesem schlechten Gewissen im letzten Moment immer einen Rückzieher gemacht hat, ein absoluter Teufelskreis!“ Erstaunt blickte Karsten auf, er hatte gar nicht mitbekommen, dass Patrick ihnen gefolgt war.
Trotz allem Ärger und schlechtem Gewissen fühlte es sich gut an, endlich mit seinem Partner in der Öffentlichkeit zusammenzustehen und dessen Rückhalt zu spüren.
„Das ist ja schön, dass er einen guten Grund hatte. Wenigstens einer von euch!“ Die Jungenstimme, die sich einmischte, war eindeutig angepisst bis zum geht nicht mehr.
Karsten spürte, wie Patrick zusammenzuckte. Kein Wunder, schließlich war Greg sein bester Freund. Er wollte ihm gerne helfen, genau wie Patrick ihm ja auch geholfen hatte, hatte jedoch Angst, Gregs Wut damit nur noch mehr anzustacheln. Also drehte er sich um, legte Patrick jetzt seine Hand auf dessen Rücken, wie der es eben bei ihm gemacht hatte. Patrick sagte keinen Ton.
„Ich hasse dich, nur dass du es weißt.“ Gregs Stimme klang trotz der harschen Wortwahl schon deutlich ruhiger und versöhnlicher. Scheinbar hatte Patrick es geschafft, ihn ohne Worte um Verständnis zu bitten. „Es tut mir Leid“, fügte er jetzt noch laut hinzu.
„Das hoffe ich doch.“

„Na, darauf sollten wir jetzt alle was trinken“, kommentierte Dani trocken und lockerte die Situation damit merklich auf.
„Guter Plan. Und dann will ich die ausführliche Version haben!“, stimmte Greg ihr sofort zu. Auch die anderen waren einverstanden.
Wenig später hatten sie sich eine ruhige Ecke im Vorraum gesucht und setzten sich alle zusammen auf den Boden. Es waren auch noch ein paar andere von Pats engen Freunden dabei. Nachdem Patrick und Karsten nochmal ausführlicher erzählt hatten, wie sie zusammen gekommen waren, fanden sich erstaunlich schnell kleine, gemischte Grüppchen zusammen. Dani unterhielt sich angeregt mit Greg und Dominik fachsimpelte mit Paul und Jens über irgendein Computerspiel. Lina wandte sich neugierig an Patrick: „Darf ich dich was persönliches fragen?“
„Klar, ich verspreche dir aber keine Antwort.“
„Hättest du dich auf die Wette eingelassen, wenn ihr nicht zusammen gewesen wärt?“
„Niemals. Ehrlich gesagt habe ich auch so nicht sofort ja gesagt, sondern zuerst nein. Aber als ich Karsten dann davon erzählt hab, meinte er, wir sollten ihnen eine Lehre erteilen und das Geld für den Urlaub nutzen. Das fand ich eine gute Idee und hab ihnen dann am nächsten Tag gesagt, ich würde es doch machen.“

Karsten hielt sich raus, ließ einfach seinen Blick über die Runde wandern. Erstaunt und etwas ungläubig schüttelte er seinen Kopf. Wirklich Wahnsinn, wie der Abend sich entwickelt hatte. Hätte ihm das jemand vor vier Stunden gesagt, hätte er das absolut nicht für möglich gehalten. Jetzt war er seiner Mutter und seinen Freunden tatsächlich dankbar, dass sie ihn gezwungen hatten, hierzubleiben. Sonst hätten Pat und er vermutlich ihr Outing vor lauter Angst, ihre Freunde zu enttäuschen, bis in alle Ewigkeit rausgeschoben und auch nicht so viel Spaß bei dem Show-Streit gehabt. Vor allem aber hätten sie nicht ihre beiden Freundeskreise zusammengebracht. Es war eben was Wahres dran an dem Sprichwort, dass die inneren Werte zählten. Vermutlich hatten sie sich alle zu sehr von Äußerlichkeiten blenden lassen, doch das gehörte wohl zum Erwachsenwerden dazu. Er lehnte sich an Patrick, genoss es, dass er das jetzt auch in der Öffentlichkeit ohne Nachzudenken und Angst machen konnte und war komplett zufrieden. Plötzlich hatte er eine Idee und wisperte sie Pat ins Ohr: „Was hältst du davon, wenn wir unsere Freunde als Entschuldigung von dem Wettgeld auf ein Eis einladen?“ Patrick nickte nur zustimmend. Super, dann mussten sie jetzt nur noch einen Termin finden!

ENDE
Aktualisiert: 28/07/20
Veröffentlicht: 28/07/20
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Witch23 am 28/07/20 22:05
XD das nenne ich mal eine etwas andere Wendung.

Schön das das ganze so gut ausgegangen ist.



Antwort der Autors Snoopy279 (09/08/20 14:39):
ja, ein bisschen was neues/überraschendes muss ja auch mal sein Lächelnd

Freut mich, dass dir die Geschichte/das Ende gefallen hat.
Danke für dein Review!
Ein falsches Spiel
Chiyuki am 29/07/20 06:40
Hehe ^^ sehr putzig! Erzähltempo *stups* aber sonst mega niedliche Idee ^^



Antwort der Autors Snoopy279 (09/08/20 14:40):
Freut mich, dass dir die Idee gefallen hat Smiley Möglicherweise hätte ich den OS heute etwas anderes geschrieben, aber da ich ziemlich im Arbeitsstress war, hab ich nur 2-3 Fehlerteufel ausgebessert und ihn unverändert hochgeladen
Danke für dein Review!
Ein falsches Spiel
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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