Liebesbrief von Kira Hawke (Abgeschlossen)
Inhalt: Ein Liebesbrief, der einiges erklärt, aber ob er je gelesen wird?

Nach dem Programmierunfall vom 01.02.2010, bei dem Teile des Headers und Inhaltsangabe verloren gegangen sind, stehen auch heute, 2 Jahre später, noch unzählige alte Geschichten mit der Fehlermeldung online, aus unbekannten Gründen von ihren Autoren verwaist. Die Mods haben beschlossen, dies nun nach und nach in Angriff zu nehmen und die Header zu restaurieren, um euch das Lesen zu vereinfachen. Diese Geschichte gilt hiermit als restauriert. In Fragen könnt ihr euch wie immer vertrauensvoll an uns wenden. Euer Mod-Team
Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Depri/Emo
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Challenges: Liebesbrief-Challenge
Kapitel: 1
Veröffentlicht: 30/04/09
Aktualisiert: 20/02/12
Kapitel 1
Lieber Jonas,

ich weiß, ich sollte das hier vielleicht etwas inniger gestalten, vielleicht mit Liebster oder Geliebter, aber ich war nie der Kerl für die romantischen Sachen. Aber dir muss ich das nicht erzählen, oder?
Eigentlich schreibe ich auch keine Briefe aber vielleicht ist mir die Flasche Rotwein oder die Musik oder die ganze verdammte Stimmung heute Nacht einfach aufs Gemüt geschlagen. Die Wohnung ist leer ohne dich. Mein Bett ist leer ohne dich und nach zwölf Monaten ohne dich wird mir das ausgerechnet heute zu schmerzhaft bewusst.

Zwölf Monate. Verdammt lange Zeit, oder? Man sollte meinen, nach zwölf Monaten wäre ich so langsam wieder in der Lage mit der Trennung zu leben. Ich sollte ganz normal weitermachen, aber weißt du was? Es klappt nicht. Ich habe es versucht. Ich bin weggegangen, ich habe mit fast jedem Kerl gefickt, den ich im Club kennengelernt habe – aber es hat nicht geklappt. Ich weiß nicht, woran es liegt. Oder vielleicht weiß ich es doch, aber das macht es nur schlimmer. Weil ich genau weiß, dass ich dich nicht zurückholen kann.

Ich war heute das erste Mal seit Weihnachten in der Kirche. Du errätst nicht, wen ich dort getroffen habe. Deine Mutter. Unglaublich, nicht wahr? Sie hat mich angestarrt, als wäre ich der Teufel persönlich – und ist dann in Tränen ausgebrochen. Ich bin zu ihr gegangen und habe versucht, sie zu trösten, aber sie schrie und wollte sich nicht beruhigen lassen. Irgendwann bin ich einfach gegangen. Ich habe es während der Beziehung nicht ertragen für sie der böse Mann zu sein, der ihren Sohn zu so etwas abartigem wie Homoliebe animiert hat. Jetzt brauche ich es erst recht nicht mehr.

Ich habe zu Hause die alten Fotoalben aus dem Schrank geholt und meine Lieblingsbilder herausgenommen, um sie in rahmen zu stecken. Ich weiß, du mochtest nie Fotos in der Wohnung aber heute … heute brauchte ich sie einfach. Das mit uns auf der Kanutour, weißt du noch? Deine Nase war rot und verbrannt, aber du hast nur gelacht und mir mit deinen wasserblauen Augen die Knie weich gemacht. Das konntest du jedes Mal, einfach so.

Ich habe auch das letzte Foto aufgestellt. Seltsam, wenn man bedenkt, dass du derjenige warst, der darauf bestanden hat, dass es gemacht wird. Ich habe mich gesträubt, aber du hattest Recht. Jetzt bin ich dankbar, dass wir es gemacht haben, auch wenn ich darauf aussehe, als würde ich jeden Moment losheulen. Genau so habe ich mich damals auch gefühlt, als ich dich so im Arm hielt und du an all diese Geräte angeschlossen warst. Trotz deines Zustands hast du in die Kamera gelächelt. Ich weiß nicht, wie du es geschafft hast, aber du hast gelächelt.

Es ist einsam ohne dich, Jonas. Möglicherweise sollte ich den Rest Rotwein wegkippen, die CD ausmachen und einfach ins Bett gehen. Oder vielleicht sollte ich das letzte Päckchen deiner Schmerztabletten nehmen und dafür sorgen, dass diese Sehnsucht endlich aufhört. Irgendwie will ich dir nahe sein. Ich hoffe, ich finde heute Nacht noch einen Weg.

Schlaf gut, mein Liebling.
Schlußanmerkungen zum Kapitel:
Diese Geschichte findest du unter http://boyxboy.de/efiction//viewstory.php?sid=196