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Die Besetzung der Jungfrau Maria wird krank und so muss dringend Ersatz her.

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Zucker, Depri/Emo
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 2     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 7955     Klicks: 12449
Veröffentlicht: 27/12/09 Aktualisiert: 01/03/11
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Anmerkungen zur Geschichte
Mein missglückter Beitrag zum Adventskalender 2009 - ich habe beschlossen die Geschichte unter den Kritikpunkten meiner Reviewer zu überarbeiten und mehr oder weniger neu zu schreiben.

Nur wann...
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1. Kapitel 1

„39,3“ berichtete Martin auf Susannes fragenden Blick. Ihre Augen waren mit dunklen Ringen unterlegt und die Wangen blass. Sie sah überhaupt nicht gut aus.
„Ich lass dich hier nicht alleine mit dem Fieber.“ Protestierte er. Doch seine Schwester schüttelte nur kraftlos den Kopf.
„Ich hab zwei Wärmflaschen, die Heizdecke und eine volle Kanne Tee hier. Du musst zur Probe.“ Krächzte die Frau.
„Vergiss es.“ Wiederholte er denselben Satz, den er ihr schon seit einer guten halben Stunde immer wieder sagte. Sie hatten das Fieber mittlerweile von 40,2 °C heruntergekühlt, Wadenwickel gemacht und Susanne einen Fiebersaft gegeben, aber der bloße Gedanke seine Schwester in diesem Zustand alleine zu lassen und einfach zur Probe des Krippenspiels zu gehen behagte ihm überhaupt nicht.
„Jetzt geh schon. Pfarrer Liebl braucht dich. Wir können nicht noch einen Mann entbehren und ihr müsst noch jemanden finden, der die Mutter Maria spielt.“ Beschwor sie ihren Bruder.
In diesem Moment ging die Haustüre der gemütlichen 4-Zimmerwohnung auf und ein schlanker Mann von etwa 25 Jahren und blondem, krausem Haaren betrat den Raum.
„Oh, du bist ja noch da“ stellte der Kerl verblüfft fest, zog Jacke und Stiefel aus und warf fröstelnd ein Stück Holz in den Kaminofen, ehe er sich davorstellte und seine Finger wärmte.
„Michael, sag ihm, er kann ruhig zur Probe gehen. Jetzt bist du ja da und passt auf mich auf.“ Beschwor Susanne den Fremden. Martin sah sie lange und abschätzend an. Nein, es gefiel ihm gar nicht sie hier alleine zu lassen, auch wenn jetzt sein Freund Michael auf sie aufpasste.
„Na, worauf wartest du noch, Sweet Heart. Hast du die Dame nicht gehört? Keine Sorge, ich werd mich gut um sie kümmern.“ Versicherte Michael, kam zu seinem Freund und gab ihm einen sanften Kuss.
„Na gut.“ Gab dieser schließlich nach, nahm ein kleines Büchlein vom Tisch und stapfte nach weiteren 10 Minuten, in seinen warmen Mantel eingepackt und die gefütterten Stiefel übergezogen, hinaus in den frisch gefallenen Schnee.

***

„Na endlich, wir dachten schon, du kommst gar nicht mehr.“ Begrüßte ihn Markus, als er ehrfürchtig die kleine Kirche ihres Stadtteils betrat, sich mit Weihwasser bekreuzigte und eine Verbeugung vor dem großen Altar machte.
„Susanne geht es schlechter. Michael ist bei ihr. Sie hat hohes Fieber.“ Berichtete Martin traurig.
„Der Herr segne sie und gebe ihr die Kraft bald wieder gesund zu werden, Amen.“ Betete Pfarrer Liebl und in sein Amen stimmten auch die anderen mit ein.
„Ich hab vorsorglich schon mal Flugblätter gedruckt und sie in einigen Läden ausgelegt. Nimm du auch welche und gib sie an deine Freunde weiter.“ Erklärte Philipp und wedelte mit einem Bündel Papiere vor Martins Gesicht herum. Er nahm ein paar davon, faltete sie und steckte sie in die letzte Seite seines Büchleins. Dann begann ohne große umschweife die Probe.

***

Zuhause angekommen, erwartete Michael ihn bereits.
„Wie geht es Susanne?“ fragte er ohne Umschweife nach dem kleinen Begrüßungskuss.
„Sie ist vor 2 Stunde noch mal aufgefiebert, aber ich hab ihr Medizin gegeben. Sie schläft gerade.“ Berichtete Michael.
„Gut.“ Sagte Martin traurig, spähte durch den Türspalt, den Michael vorsorglich offen gelassen hatte in ihr Zimmer und atmete schwer durch.
„Komm, Sweet Heart, es ist Zeit fürs Bett.“ Flüsterte Michael, zog Martin an der Hand in ihr eigenes Zimmer und machte sich daran dem Mann den Pullover über den Kopf zu ziehen. Gefolgt vom T-Shirt, der Hose und den Socken. Als er seinem Freund dann auch noch den engen Tanga klauen wollte, hielt Martin ihn zurück.
„Tut mir leid, aber mir ist gerade nicht danach. Bitte versteh mich.“ Flüsterte er.
„Verdammt, dir ist nie danach. Seit 3 Tagen hältst du mich schon hin.“ Fluchte Michael, zog Martin mit einem Ruck zu sich ins Bett und legte sich auf ihn.
„Michael, bitte. Ich mach mir große Sorgen um Susanne.“ Flehte Martin und küsste seinen Freund entschuldigend auf die Lippen.
„Morgen leg ich dich flach, ob dir danach ist oder nicht,“ lachte Michael, rollte von ihm herunter, zog seinen Freund enger zu sich und kuschelte sich an.
Es dauerte sehr lange, bis Martin an diesem Abend eingeschlafen war.

***

„Guten Morgen, Sweet Heart. Frühstück fertig.“ Flüsterte einen sanfte Stimme an Martins Ohr. Verschlafen blinzelte er seinen Freund an, ließ sich sanft wach küssen und gähnte herzhaft.
„Wie geht es ihr?“ fragte Martin.
„Sie schläft noch.“
„Gut.“ Er stand auf und folgte Michael ins Esszimmer, das gleichzeitig eine Art Rumpelkammer war, in der die vier Bewohner ihre Habseligkeiten in zwei großen Schränken verstauten, wenn sie sie gerade nicht brauchten.
Sie waren gerade mitten unterm Essen, als eine verschlafene Gestalt zur Tür hereintrottete und sich schwerfällig auf einem Stuhl niederließ.
„Guten Morgen, Susanne. Wie geht es dir? Möchtest du was essen?“ fragte Martin besorgt. Sie zitterte am ganzen Körper, ihre Hände, die sie vor sich auf die Tischplatte gelegt hatte, fuhren unruhig in abgehackten Bewegungen vor und zurück und der Ausdruck, der auf ihrem Gesicht lag, entsetzte ihren Bruder zutiefst.
„Tee.“ Quälte sie über ihre spröden Lippen, die unentwegt zitterten und das kleine Wort eher einem Krächzen gleich. Martin sprang auf, hob sie von ihrem Stuhl und trug sie so schnell er nur konnte aus dem Zimmer und in ihr eigenes. Sie war heiß, entsetzlich heiß und selbst unter der Decke wurde ihr ganzer Körper vom Schüttelfrost geschüttelt. Dann stürmte er in die Küche, holte den Waschlappen und das Handtuch vom Vortag und füllte in eine große Schüssel kaltes Wasser.
„Mir ist so kalt.“ Wimmerte sie, als Martin wiederkam und nun auch noch Fieberthermometer und Medizin dabei hatte.
Michael hatte unterdessen den gewünschten Tee gekocht und half schließlich bei den Wadenwickeln.

***

„Ich geh zur Probe, passt du auf Susanne auf?“ fragte Martin, nachdem er sich noch einmal vergewissert hatte, dass sie schlief.
„Hmm? Jo von mir aus, Sweet Heart und wenn du mir heute deinen Arsch versprichst.“ Grinste Michael, schnappte sich das Büchlein mit Martins Texten vom Theater und blätterte es auf, als würde ihn interessieren, was darin stand.
„Von mir aus und jetzt gib her.“ Schimpfte Martin, zog eine Grimasse, die mehr als deutlich ausdrückte, was er davon hielt und wollte nach den Notizen angeln, die ihm Michael gerade noch vor der Nase wegzog. Dabei fiel der kleine Stapel Papiere aus der letzten Seite und zog sofort die Aufmerksamkeit des Blonden auf sich.
„Was ist denn das?“ fragte er, während er es vom Boden aufhob.
„Wir brauchen einen Ersatz, die Jungs haben Flyers gedruckt und verteilt. Weißt was, du kennst sowieso mehr Leute, könntest du da nicht welche verteilen?“ und mit diesen Worten und einem geträllerten Danke, entriss Martin seinem Freund sein Büchlein und war noch ehe Michael etwas sagen konnte zur Haustüre hinaus. Kopfschüttelnd sah dieser seinem Freund nach, knipste den Fernseher an und legte sich auf die Couch zurück.

***

Als Martin wieder nach Hause kam, war es dunkel in der Wohnung. Auf sammet Pfoten schlich er in sein Zimmer, ging in die Hocke, wartete kurz und sprang dann mit einem riesigen Satz auf das bequeme Futon.
Verwirrt krabbelte er wieder heraus. Michael war nicht hier. Dann schaltete er doch das Licht an und durchsuchte Wohnzimmer, Esszimmer und Küche – ohne Erfolg. Die letzte Möglichkeit war Susannes Zimmer. Vielleicht hatte Michael sie wieder versorgen müssen und war dort eingeschlafen oder hatte sich vorsichtshalber in ihre Nähe gelegt um sie zu überwachen.
Vorsichtig schob er die Tür nach innen auf und versuchte seinen Inhalt durch das spärliche Licht des Flures zu erkennen. Dann hörte er Susannes erschöpftes Wimmern und Keuchen, überlegte einen Herzschlag und schaltete dann das Licht ein. Susanne lag zusammengerollt und schweißgebadet im Bett, geschüttelt vom Fieber und hochrotem Gesicht. Von Michael war immer noch keine Spur. Entsetzt wickelte er das Mädchen so gut er konnte in ihre Decke ein, hob sie auf die Arme, trug sie aus der Wohnung, den ersten Stock hinunter und zu seinem Auto. Dort legte er sie behutsam auf die Rücksitzbank und fuhr dann so schnell er konnte ins Krankenhaus.

***

„Wo bist du gewesen?“ fragte eine dunkle Stimme, als der Mann die Türe öffnete. Erschrocken knipste Michael das Licht an und gewahrte seinen Freund gegen Susannes Zimmertüre gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt und einem seltsamen Blitzen in den Augen.
„Ich war kurz bei einem Freund, was machst du denn schon hier? Ich dachte ihr probt bis 19 Uhr?“ fragte Michael vorsichtig.
„Kurz? Du warst 3 Stunden weg – so lange bin ich zumindest schon zuhause und ich will nicht wissen, wie lange es wirklich war.“ Erklärte Martin in sachlichem Ton – dem Ton, den er anschlug, wenn er sauer war. Michael wusste darum und umso mulmiger wurde ihm.
„Nagut, du hast ja recht, es tut mir auch leid. Wird nicht wieder vorkommen.“ Stotterte Michael.
„Da bin ich mir sicher. Ich bin kein Schwein, also, du hast 3 Monate Zeit dir eine neue Bude zu suchen. Da ist die Couch.“ Erklärte Martin, stieß sich von der Türe ab und ging in sein Zimmer.
„Sweet Heart, was soll das? Komm schon. Ich wollte nur ganz kurz weg und hab einfach die Zeit übersehen ... Wer soll denn nun auf Susanne aufpassen oder willst du die Proben schmeißen?“ versuchte Michael seinen Freund wieder zur Vernunft zu bringen und eilte ihm nach.
„Nenn mich nie wieder Sweet Heart und um Susanne brauchst du dir keine Sorgen mehr machen, sie ist in guten Händen – bessere als deine. Sie hat pfeiffrisches Drüsenfieber und ich hab sie ins Krankenhaus gebracht. 3 Monate, wenn du dann noch keine Bleibe hast, schmeiß ich dich samt deinen Sachen auf die Straße.“ Und mit diesen Worten zog Martin langsam die Türe zu.

***

Alex öffnete die Türe zu seiner Wohnung und sofort zog ihm ein leckerer Geruch in die Nase. Hmmmm, es gibt Braten, schwärmte er und ließ sich von dem köstlichen Duft führen. Als er die Küche erreichte, bot sich ihm noch ein viel leckerer Anblick. Er blieb im Sims stehen und ließ seine Blicke langsam von den blonden Engelslocken, die seinem Liebsten bis über den Nacken reichten, über den schlanken Rücken, hinunter zur hautengen Jeans wandern. Er blieb an den wohlgeformten Pobacken hängen und wunderte sich aufs neue, wie Gott ein solch absolut vollkommenes Wesen schaffen hat können und wie er in seinen Besitz gekommen war. Langsam schlich er näher und schloss seinen Liebsten von hinten in die Arme.
„Du bist ja schon zuhause, Gabriel.“ Wisperte er dem Jüngeren ins Ohr und drückte ihn an sich.
„Nenn mich nicht immer Gabriel, ist schon schlimm genug, wenn meine Eltern sich diesen bekloppten Namen aussuchen mussten.“ Knurrte dieser und schnitt weiter mit flinken Fingern die Gurke für den Salat klein.
„Er ist wunderschön und passt zu einem Engel.“ Schmeichelte Alex, kämmte Gabriels Haare mit den Fingern zur Seite und begann sanft dessen Nacken zu küssen, der empfindlichsten Stelle des Jungen, wie er wusste.
„Alex, ich muss kochen, mir brennt sonst noch was an.“ Schimpfte dieser und stieß seinen Freund mit einem eleganten Hüftschwung auf Abstand.
„Dann schalt einfach ab, wir machen ein wenig Liebe und dann kannst du weiterkochen.“ Raunte Alex und fuhr Gabriel zwischen die Beine.
„Im Gegensatz zu dir, habe ich heute noch überhaupt nichts gegessen. Such dir endlich Arbeit.“ Knurrte der jüngere.
„Na komm schon, ich bin ganz schnell fertig, Gab (gesprochen Gäb).“
„Boah, Alex, ich hab Hunger, außerdem hast du heute morgen schon bekommen. Kannst du nicht mal bis aufd Nacht warten?“ entgegnete Gab, legte nun das Messer endgültig aus der Hand und drehte sich zu seinem Freund um, um ihm die Leviten zu lesen und ihn aus der Küche zu werfen. Genau diesen Moment hatte Alex abgepasst, schulterte den Jüngeren, der so leicht, wie eine Feder war, trug ihn zum Esstisch und setzten ihn prompt drauf.
„Alex, verdammt. Wir können vielleicht später ficken.“ Schimpfte Gab und versuchte Alexs Hände, die sich an seiner Hose zu schaffen machten unter Kontrolle zu bringen. Er schaffte es schließlich auch, sprang vom Tisch und konnte zwei Schritte Abstand zwischen sie beide bringen.
„Alex, es reicht.“
„Meine Fresse, bist du prüde. Na schön, dann eben heute Abend.“ Und mit diesen Worten verschwand er aus der Küche. Erleichtert atmete Gab auf. Er liebte Alex, mehr als irgendetwas anderes, aber der Mann war eine einzige Sexbestie. Manchmal, dachte er, bestünde ihre ganze Beziehung nur noch aus Sex und Annäherungen, die dann wiederum auf Sex hinausliefen. Sogar bei ihren Ausflügen legte Alex gerne mal eine kleinen Pause ein, zog den Jungen mit sich hinter eine Hecke und ... Gab schreckte aus seinen Gedanken hoch. War er doch tatsächlich von den Erinnerungen erregt geworden. Er überlegte kurz, ob er Alex nachgehen sollte, verwarf den Gedanken dann aber wieder. Alex hatte einen Dämpfer verdient.
Dann erblickte er einen Stapel gelber Din A5 großer Blätter, der im Papierkorb lag. Neugierig angelte er sich ein Blatt und las aufmerksam die Zeilen.

***

„Was ist denn das?“ fragte er Alex, nachdem er mit Kochen fertig war und sie beide am Esstisch saßen.
„Hm? Flugblätter. Die suchen Leute fürs Theater.“ Murmelte sein Freund schmatzend.
„Meinst du, ich könnte da mitmachen? Ich wollte schon immer mal beim Theater mitmachen oder bei irgendeinen Aufführung. Ich hab ja jetzt Urlaub.“ Grübelte Gab in Gedanken versunken. Er war sich nicht so sicher, ob sein Freund damit einverstanden wäre, wenn er den Urlaub mit Theater statt mit ihm verbringen würde.
„Ruf an und frag nach.“ Pflichtete Alex plötzlich begeistert bei, sprang auf und holte das schnurlose Telefon. Irgendetwas störte Gab an seinem Verhalten, aber er konnte nicht sagen, woran es lag. Trotzdem wählte er die Nummer, sprach kurz mit dem Mann am anderen Ende der Leitung und legte dann grinsend auf.
„Ich soll in ner halben Stunde in der Kirche sein, dann werden wirs schon sehen.“ Lachte er, schlang sein Essen hinunter und machte sich auch gleich auf den Weg.

***

„Hallo Martin, gut, dass du kommen konntest , gerade hat sich einer gemeldet. Endlich. Er müsste jeden Moment da sein.“ Begrüßte Daniel ihn, als er die Kirche betreten und alle Ritualien vollzogen hatte.
„Eine Frau?“ fragte er nach. Er war nicht sicher, ob er das ‚er’ richtig verstanden hatte.
„Nein, ein Kerl. Besser als nichts. Vielleicht können wir ihm ja eine Perücke überziehen und vorne ein wenig ausstopfen.“ Lachte Philipp. In diesem Moment ging die schwere Kirchentüre erneut auf. Alle Augen richteten sich gespannt auf den Ankömmling.
Mittellange, gelockte Haare, feminine Züge, ca. 25 Jahre alt und ein nervöses Lächeln auf den Lippen. Der Mann kam zögernd auf die kleine Gruppe zu.
„Hallo, ich bin Gab und wegen dem Krippenspiel hier.“ Stotterte er. Alle starrten ihn verwundert an, keiner sagte auch nur ein Wort und langsam wurde es Gab unangenehm. Er zweifelte, dass es eine gute Idee gewesen war, doch dann erwachte Martin aus seiner Starre und schüttelte begeistert seine Hand.
„Willkommen im Team, das sind Markus, Daniel und Philipp. Pfarrer Liebl und ich bin Martin.“ Begrüßte er ihn.
„Ähm, wollt ihn nicht erst testen, ob ich überhaupt Schauspielern kann?“ fragte Gab verwirrt.
„Du kannst reden. Das muss uns reichen. Weißt du, unsere Jungfrau Maria ist schwer krank geworden und seit wir vor einer Woche die Zettel verteilt hatten, hat sich noch keiner gemeldet. Aber du bist ein perfekter Ersatz.“ Erklärte Martin die Lage.
„Soll das etwa heißen, ich sehe aus wie eine Tunte?“ empörte sich Gab.
„Nein, aber du bist schmal und hast lange Haare. Ein bisschen weiblich. Sorry, das war überhaupt nicht böse gemeint. Wir sind nur echt verzweifelt und ein Krippenspiel ohne eine Jungfrau Maria, gibts leider nicht.“
Gab überlegte kurz. Er hätte dem Kerl am liebsten den Kopf von den Schultern gerissen oder ihm eine geknallt für diese Aussage. Er hasste es auf seine weiblichen Züge angesprochen zu werden, aber er hatte das komische Gefühl, dass Martin es sehr ernst meinte.
„Nagut.“ Sagte er schließlich noch immer etwas übellaunig.
„Super, dann noch mal herzlich willkommen. Wir treffen uns täglich von 16 Uhr – 19 Uhr und am Wochenende von 10 Uhr bis 19 Uhr. Weiß nicht, obs mit deiner Arbeit klappt, sonst müssen wir das noch irgendwie verschieben. Für Essen ist dann auch gesorgt.“ Erklärte Martin.
„Kein Problem, ich hab ab Montag Urlaub und mein Freund hat auch nichts dagegen.“ Entsetzt biss er sich auf die Lippen. Er wollte eigentlich nicht sagen, dass er schwul war, hatte er doch schon genug Schwierigkeiten deswegen bekommen.
„Na dann hast du ja freie Bahn.“ Lachte Martin und klopfte ihm auf die Schulter.
„Ihr habt nichts gegen Schwule?“ fragte Gab verblüfft und biss sich erneut auf die Lippen. Verdammt, vielleicht hatten sie das ‚Freund’ einfach nur überhört und er musste sie direkt mit der Nase darauf stoßen.
„Im Gegenteil, sonst müssten wir Martin auch rauswerfen.“ Rief Philipp und alle lachten.

***

„Na, wie wars?“ fragte Alex, als er seinen Freund durch die Türe kommen hörte.
„Schön. Haben nicht mal was gegen Schwule. Martin ist selbst schwul.“ Berichtete Gab begeistert und setzten sich zu seinem Liebsten auf die Couch. Sie hatten ihm das Stück erklärt und eine kleine Probe mit Skript gespielt. Alles war sehr locker über die Bühne gegangen und die Tatsache, dass er eine Frau spielen sollte, störte ihn schon gar nicht mehr.
„Na, dann können wir ja gleich loslegen.“ Lachte Alex, angelte nach Gabs Fuß und zog ihn mit einem festen Ruck zu sich. Dann krabbelte er über ihn und fuhr ihm mit den Händen unter den Pullover.
„Alex, nicht. ... Ich muss noch den Text lernen, wir üben morgen früh.“ Stotterte Gab überrumpelt und rappelte sich wieder auf.
„Soll das heißen, ich krieg jetzt keinen Sex?“ empörte sich Alex.
„Später, wenn wir ins Bett gehen, OK?“ lachte Gab und trollte sich dann ins Schlafzimmer.

***

Sanft streichelten zwei zärtliche Hände über seinen Bauch und holten ihn zärtlich aus dem wirren Traum. Genießend lies Gab die Finger tiefer rutschen. Er liebte diese morgendlichen Spielchen. Dann merkte er, wie Alex sich über ihn beugte, in auf den Rücken drehte und in einen zärtlichen Kuss zog. Seine Finger waren überall zugleich und so geschickt. Langsam regte sich in Gab die Lust. Er seufzte hörbar gegen Alex Lippen, als dieser seine Männlichkeit in die Hand nahm und gab sich ihm ganz hin.

***

„Ich geh dann, bis heute Abend.“ Rief Gab.
„Wie Abend? Und was ist mit Essen?“ fragte Alex überrascht. „Und mit dem Mittagssex?“ fügte er hinzu.
„Du wirst auch ohne mich zurechtkommen.“ Und mit diesen Worten war Gab zur Haustüre hinaus.

***

So ging das weitere 5 Tage lang. Das Team hatte beschlossen auch an den Wochentagen den ganzen Tag zu proben und bereits übermorgen war es soweit. Der 24te stand vor der Türe.
Sie hatten neben den Proben auch einiges an Deko gebastelt, denn leider zählte Pfarrer Liebls Kirche zu den ärmeren. Not machte eben erfinderisch und es stellte sich heraus, dass Gab mit nur wenigen Handgriffen Wunder vollbringen konnte.
„Machen wir für heute Schluß. Den Rest schaffen wir morgen schon noch.“ Sagte Martin und ließ sich erschöpft auf einer Bank wieder. Sie hatten gerade den großen Christbaum aufgestellt und waren alle außer Puste. Keiner hatte also etwas dagegen.

***

Als Gab nach Hause kam, hörte er schon auf dem Flur vor ihrer Wohnung seltsame Geräusche. Er steckte den Schlüssel schnell ins Schloss und stürmte alarmiert in die Wohnung. Irgendetwas war mit Alex geschehen – es waren eindeutig Schreie. Er rannte in ihr Schlafzimmer und blieb entsetzt stehen.
Vor ihm, etwa 3 Schritte entfernt, auf dem Bett kniete ein wildfremder Kerl auf allen vieren und hinter ihm stand sein Freund Alex. Nackt und mittendrin.
Alex hielt sofort inne, als er den Jungen erblickte.
„Gab, scheiße, was machst du schon hier?“ flüsterte er.
„Was ICH hier mache? Verdammt, was machst DU hier!?“ schrie Gab wütend, drehte sich um und rannte ins Wohnzimmer. Alex folgte ihm und streite sich noch auf dem Weg seine Boxershorts über.
„Gab, bitte, beruhige dich. Es ist echt nicht so, wie du glaubst.“ Redete er auf den Jungen ein.
„So, ich hab also nicht gerade gesehen, wie du diesen Kerl da in den Arsch fickst? Wie lang geht das schon so dahin?“ fuhr Gab ihn an.
„Komm schon, Gab, wir setzen uns erstmal hin und reden in aller Ruhe …“ fing Alex erneut an.
„Wie lange … wie lange, Alex.“ Knurrte Gab.
„Knapp 2 Monate.“
„2 Monate … Großer Gott und ich hab nichts davon mitgekriegt.“ Flüsterte Gab ungläubig. Er hatte aufgehört den Wohnzimmerschrank zu durchsuchen und starrte seinen Freund an.
„Es tut mir leid. Ich wollte es eigentlich gar nicht, aber wir hatten immer weniger Sex. Du weißt, ich brauch meinen Sex.“ Erklärte Alex.
„Wenig Sex??? Wir ficken täglich 2 Mal und am Wochenende sogar 3 oder 4 Mal. Ich habs dir das letzte Mal gesagt. Erwische ich dich noch einmal mit einem anderen, ist es aus.“ Und mit diesen Worten zog Gab aus der Schublade des großen Wohnzimmerschranks endlich seine Sporttasche, die er gesucht hatte und stapfte wutschnaubend wieder zurück ins Schlafzimmer.
Der andere Kerl hatte sich mittlerweile fast angezogen und knöpfte gerade seine Jeans zu, als der Junge durch die Türe kam.
„Was tust du da?“ fragte Alex seinen Freund, als dieser nun den Schlafzimmerschrank aufriss und begann seine Klamotten in die Tasche zu stopfen.
„Ich hau ab. Keinen Bock mehr länger deine Fresse zu sehen.“
Als der Junge an Alex vorbeistürmen wollte, packte er diesen und drückte ihn unsanft gegen die Wand. Die Arme fixierte er rechts und links gegen die Wand, stellte den Fuß zwischen dessen Beine und drückte ihm einen intensiven Kuss auf die Lippen.
Gab wehrte sich nach Leibeskräften und versuchte sich loszureißen, aber er hatte gegen Alex noch nie eine Chance gehabt. Er beruhigte sich und ließ die zärtliche Zunge gewähren. Ja, er küsste sogar mit. Schwer atmend trennten sie sich wieder.
„Ich versprech dir, es wird nie wieder vorkommen.“ Flüsterte ihm Alex ins Ohr und es geschah etwas Unfassbares. Gab entspannte sich vollkommen in seinen Armen und küsste ihn nun seinerseits zärtlich auf die Lippen. Auch Alex entspannte sich.
„Da bin ich mir absolut sicher.“ Flüsterte Gab und zog mit einem schneller Ruck das Knie zwischen Alex Beinen hoch. Dieser schrie vor lauter Schmerzen auf, krümmte sich und sackte langsam zu Boden. Gab packte seinen Tasche, verabschiedete sich mit einem ‚Rühr mich nie wieder an.’ von seinem Freund und verschwand dann durch die Türe.

***

„25 Euro pro Nacht Halbpension.“ Sagte die Servicekraft. Gab stutzte. Er hatte natürlich soviel Geld dabei – weitaus mehr – aber wenn er daran dachte, dass er auch noch sich selbst nach dem Krippenspiel versorgen musste und es noch über eine Woche bis zum 1. waren, musste er sich morgen etwas anderes einfallen lassen.
„Ich bleibe eine Nacht.“ Sagte er und erhielt darauf die Schlüssel.
Im Zimmer angekommen, viel endlich alle Fassade von ihm ab. Heiße Tränen rannen über seine Wangen. 8 Jahre. 8 lange Jahre für die Katz. Alex war ihm in dieser Zeit bereits 2 Mal Fremd gegangen und immer wieder hatte er ihm verziehen.
Jetzt wusste er auch, warum Alex nichts dagegen gehabt hatte und sogar noch dazu begeistert von der Idee mit dem Theater war.
2 Monate. Er ließ sich erschöpft auf das Bett sinken. Er fühlte einen stechenden Schmerz in seinem Herzen, als hätte irgendwer – Alex – ihm ein Messer hineingerammt und drehte es unaufhaltsam immer weiter. Alles war so offensichtlich gewesen. Die Besuche bei ‚Freunden’, die Gleichgültigkeit – oder sogar Fröhlichkeit – wenn er mal länger arbeiten hatte müssen, … Verdammt, er war einfach zu naiv.
Ein weiterer Heulkrampf schüttelte seinen Körper. Er wollte nicht mehr leben, er hatte alles so satt, aber diese Genugtuung würde er dem Schicksal nicht geben. Nach endlosen Tränen schlief er schließlich erschöpft ein.

***

Als er aufwachte, war es bereits hell. Entsetzt schreckte er hoch. Er hatte verschlafen. Natürlich hatte er das. Normalerweise hätte ihn auch Alex … er unterbrach seine Gedanken. Er hatte jetzt keine Zeit über DAS nachzudenken. Entsetzt stellte er fest, dass es bereits kurz vor Mittag war.
Er sprang schnell aus dem Bett, die Klamotten hatte er gestern gar nicht ausgezogen, packte seine Sachen und ging hinunter zur Rezeption. Er zahlte das Zimmer und machte sich dann auf den Weg zur Kirche.

***

„Bist ja ganz schön spät dran!“ rief Philipp dem Zuspätkommer zu, als dieser die Kirche betrat.
„Tut mir leid, ich hab verschlafen.“ Stotterte Gab. Er war immer noch schlaftrunken. Er ging zur Toilette und wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser. Dann konnte die Generalprobe starten.

***

„Wir treffen uns morgen.“ Sagte Martin knapp, als sie am Abend alle Vorkehrungen abgeschlossen hatten. „Schlaft euch gut aus und wir treffen uns um 16 Uhr hier.“

***

Gab ließ sich erschöpft auf die Matratze sinken, die ihm Bruder Thomas zugewiesen hatte. Er war den Rest des Tages durch die Straßen geirrt und hatte versucht eine billige Unterkunft zu ergattern – ohne Erfolg. Seine letzte Zuflucht war ein Haus für Bettler, das von einem nahen Kloster geleitet wurde. Er legte sich auf die muffige Matratze und schloss die Augen. Natürlich hätte er jederzeit zu Alex in die Wohnung gekonnt – zahlte er doch die halbe Miete, aber schon alleine die Vorstellung ihn wiederzusehen, drehte ihm den Magen um. Nein, entschloss er. Irgendwie würde es schon gehen.
Aktualisiert: 27/12/09
Veröffentlicht: 27/12/09
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Esther am 27/12/09 12:50
Hallo Schmusetuch!
Ich will schnell mal mein Feedback zu Kapitel 1 loswerden, bevor ich nachher Kapitel 2 lese:

Zuerst einmal hast Du es geschafft mich stellenweise gänzlich zu verwirren, wenn Charaktere, die den Protagonisten bekannt sind, als "der Fremde", "der Mann", "der Junge", "der Kerl" im Text bezeichnet werden. Das ist eine ungünstige Wortwahl, weil ich am Anfang, als Michael die Wohnung betreten hat, dachte, dass es jemand ist, den Martin noch nicht kennt (dieser Anfang ist ja aus Martins Perspektive geschrieben) und dann stellt er sich aber als dessen Freund heraus! Dasselbe dann später in den Szenen bei Alex und Gab.
Hier ist es günstiger (auch wenn natürlich dadurch die Gefahr der Wortwiederholungen besteht ), wenn Du die Leute einfach beim Namen nennst, oder "sein Freund" oder einfach nur "er" schreibst (wenn halt dann auch klar ist, um wen es sich gerade handelt).
Bei der ersten Begnung der Theatergruppe auf "den Neuen" (Gab) ist es hingegen okay, wenn er als "der Fremde" etc. betitelt wird, so lange er den Personen, die gerade im Mittelpunkt dieser Szene stehen, halt noch nicht bekannt ist, also wenn die Szene aus der Perspektive der Theatergruppe (oder Martins Perspektive) geschrieben ist.
(Wenn die erste Begegnung in der Kirche aus Gabs Perspektive geschrieben wäre, müsste dem Leser nur sein Name genannt werden und alle Anderen wären "die Fremden", aber hier hattest Du ja offensichtlich aus der Perspektive von Martin/der Theatergruppe geschrieben.)

Ziemlich übereilt empfand ich den Schlussstrich, den Martin unter seine Beziehung mit Michael und deren Zusammenwohnen setzt. Er wirft ihn, meiner Ansicht nach, viel zu übereilt aus der Wohnung. Nur, weil er die kranke Schwester mal ein paar Stunden allein gelassen hat, ist das doch noch lange kein Grund. Sie ist ja noch nicht mal schwer krank. An Pfeifferchem Drüsenfieber stirbt man schließlich nicht (das wusste Martin in dem Moment natürlich noch nicht, aber trotzdem reagiert er über). Wenn Michael öfters unzuverlässig gewesen ist und es deshalb in der Beziehung schon öfters Krach gegeben hat, weil dies Martin so sehr belastet, dann hätte ich mir gewünscht, dass das auch gezeigt wird!

Bei Gabriel und Alex ist die Trennung da viel verständlicher. Hier erfährt man zumindest durch Gabs Worte, dass Alex schon öfters fremd gegangen ist (wobei zweimal in 8 Jahren sich noch nach wenig anhört, wenn Alex wirklich so ein Sexaholic sein soll).

Es ist halt alles auch ein bisschen sehr vorausschaubar, wenn einer aus der Wohnung fliegt, der andere seinen Freund herausschmeißt und beide sich wohl grade von ihren Freunden getrennt haben. Und beide (Gab und Martin) haben anscheinend auch ein Problem damit, dass ihre Freunde "ständig" Sex mit ihnen wollen. Beide zeigen sich recht lustlos und es wird von Dir gezeigt, dass die Freunde eben beide auch nicht begeistert davon sind. Es zeigt natürlich, dass die beiden Paare in der jeweiligen Konstellation nicht zusammen passen, aber es ist so ein bisschen die "Vorschlaghammermethode", um es den ganz Dummen auch bewusst werden zu lassen. Etwas weniger aufdringlich wäre da gut gewesen Zwinkernd

Zu Susannes Erkrankung: Da trägst Du stellenweise, wie ich finde, zu dick auf. Man könnte meinen, dass sie grade am Sterben ist. Die Krankheit, die sie hat, würde ich mir jetzt nicht so vorstellen, dass sie so derart geschwächt am Frühstückstisch sitzt (an der Stelle dachte ich wirklich, sie hätte was ernsteres) und dann schließlich auch noch von Martin *getragen* werden muss. Das fand ich, wie gesagt, ein wenig dick aufgetragen. Meistens ist man mit solchen Erkrankungen doch noch in der Lage zu laufen, auch bei hohem Fieber, auch wenn einem dann zumal schon mal schwindlig sein kann, aber da hätte es ja gereicht, wenn sie sich auf Martin abgestützt hätte.

Was mich noch verwirrt hat, war:
1. dass Erwachsene das Krippespiel in der Kirche machen (ich kenn das nur mit Kindern, außer es ist eine Theatergruppe, die außerhalb der Kirche probt und außerhalb eines Gottesdienstes das Krippespiel aufführt),
2. es wird von "Theatergruppe" gesprochen, aber es ganz offensichtlich eine Gruppe von Personen innerhalb der Kirchengemeinde, die das Krippespiel proben und Gab erwähnt seinem Freund gegenüber nur, dass er "immer schon mal Theater spielen wollte" und dafür ist ein Krippespiel nun wirklich ein wenig anspruchslos,
3. hat diese Theatergruppe unheimlich oft und unheimlich lange Proben, dafür dass es sich "nur" um ein Krippespiel handelt, von dem ich aus Erfahrung weiß, dass man da nicht sonderlich viel Text hat und das Ganze ja auch nicht so unwahrscheinlich lange dauert. (Gut, ich spreche hier vom Krippespiel in der Kirche, während des Weihnachtsgottesdienstes, aber, wie ich der Geschichte entnommen habe, wird auch deren Krippespiel in der Kirche aufgeführt?); die Probezeiten sind außerdem für Menschen, die arbeiten müssen und vielleicht nebenher noch ein Leben haben, ziemlich unrealistisch. Vor allem auch, dass sie sich *täglich* treffen und dann immer 3 Stunden proben. Ich kenne das nur so, dass 3-4 Mal geprobt wurde vor der Aufführung und das jeweils einmal die Woche für maximal eine Stunde (und das mit Kindern, wohlgemerkt),
4. sie akzeptieren ernsthaft einen Mann für die Rolle der Maria? Bei einem Krippespiel hätte ich erwartet, dass sie noch Ersatzkandidaten haben und bei einem professionellen Krippespiel (soll da so eins werden, wenn es schon "Theatergruppe" heißt?), da glaube ich, kommen sich die Zuschauer verarscht vor, wenn sie einen Kerl in Frauenklamotten als Maria vorgesetzt bekommen. Hat diese Theatergruppe denn gar keine anderen weiblichen Schauspieler, die diese Rolle übernehmen könnten? Schließlich ist die Maria die einzige Rolle, die zwangsläufig mit einer Frau besetzt werden muss, alles andere kann ja von Männern gespielt werden (selbst der Botenengel, der Maria und später den Hirten die Nachricht von der Geburt Jesu überbringt und üblicherweise Erzengel Gabriel ist, der als Frau dargestellt wird, kann notfalls ja mit einem Mann besetzt werden, aber Maria??). Natürlich ist das die Hauptprämisse Deiner Story und ich finde die Idee auch witzig, aber trotzdem! Zwinkernd
Wobei wir auch schon bei 5. wären: Ist Gabriel nicht klar, auf was für eine Rolle er sich da bewirbt? Stand im Flyer nicht drin, dass sie eine Maria suchen? Ich war überrascht, dass er sich zuerst so aufgeregt hat, dass er eine Frauenrolle spielen soll und dann sogar soweit geht zu fragen, ob er tuntig aussehen würde. (Reaktion für mich unverständlich, deshalb die dumme Frage..)
6. „Sie hatten neben den Proben auch einiges an Deko gebastelt, denn leider zählte Pfarrer Liebls Kirche zu den ärmeren.“
Das mit dem Selbstbasteln der Deko ist ja okay, aber was verstehst Du darunter, dass die „Kirche einer der ärmeren“ ist. Wozu gibt es denn Kirchensteuer? Wird die nicht (den Mitgliedern der jeweiligen Gemeinden entsprechend) auf die Kirchen verteilt? Wir sind ja nicht in den USA oder sonstwo, wo die Kirchen nur von Spendegeldern leben. (Wobei: Bist Du aus Österreich? Wobei es selbst da die Kirchensteuer gibt..) Lasse mich hier natürlich gerne eines Besseren belehren, aber es hat mich halt schon sehr gewundert ^^°

Ansonsten stört mich noch, dass die Szenen zum Teil recht abgehackt aufeinanderfolgen, manche Szenen nur 1-2 Sätze lang sind. Da wäre ein fließenderer Übergang oder besserer Zusammenhang schön gewesen. Wenn man aus der wechselnden Perspektive von 2 Hauptcharakteren schreibt, ist das natürlich immer so ein Problem. Das ist schwerer als aus der Sicht eines Protagonisten zu schreiben, das ist mir auch klar, aber versuch mal darauf zu achten. Es ist teilweise z.B. gar nicht ersichtlich, welcher Wochentag grade ist (am Ende zum Beispiel: ist das jetzt schon am Wochenende?). Das kann man ruhig im Text dazu schreiben, dass es grade der-und-der Tag ist.
Generell gibt's zu sagen: Mehr Beschreibungen! Mehr Details! Wetter, Umgebung, alles was erheblich ist! Einfach, damit mehr Leben, mehr Seele in so einen Text hereinkommt. Die Charaktere wirken alle noch etwas flach, Gab mit seiner „femininen Gestalt und den langen, blonden Engelslocken“ sogar sehr klischeehaft. (Wobei ich nichts gegen Bishounen habe, logischerweise *g*, aber ich wünsche mir einfach, dass noch mehr zu den Charakteren geschrieben wird, was sie machen, wovon sie leben, wie ihr Leben sonst so, außerhalb des Krippespiel und des Beziehungschaoses abläuft… Da muss doch noch mehr sein! Sowohl bei Martin als auch bei Gabriel.) Auch die restlichen Gestalten, die beim Krippespiel mitwirken, sind noch ziemlich formlos, nicht greifbar. Über die weiß man gar nichts. Es sind zwar nur Nebencharaktere, aber selbst die verdienen ab und zu mal eins, zwei Sätze, in denen man ein bisschen mehr über sie erfährt, ob z.B. einer einen gewöhnungsbedürftigen Sinn für Humor hat und ständig geschmacklose Witze (auch während der Proben) reißen muss oder einer, der mit einem nervigen Dialekt oder Akzent redet und deshalb bei Dialogen immer gleich auffällt, wer grade redet. Etc.
Ich hoffe ja, es kommt in den Folgekapiteln noch etwas, die Leute greifbarer, weniger zweidimensional, macht. Nach dem 1. Kapitel kann man da wohl noch nicht allzu viel erwarten, obwohl so ein, zwei Sätze zwischendurch immer mal nett gewesen wären.

So, das war jetzt unheimlich viel Gemecker, aber Feedback soll ja auch was bringen! Zwinkernd Im Grunde mag ich die Geschichte und die Idee mit dem Krippespiel und ich bin bestimmt die Letzte, die sich nicht über die Besetzung einer Frauenrolle durch einen Mann freuen würde xD (sofern da eine Begründung wieso, weshalb, warum dahintersteckt ^_~).
Trotz allem Gemecker 4 Sterne, weil ich es eine Frechheit finde, dass jemand kommentarlos 1 Stern gegeben hat und die Geschichte nun wirklich nicht die Note mangelhaft verdient und irgendwie muss man das ja wieder ausgleichen Zwinkernd
Freue mich auf weitere Kapitel – und das Krippespiel! xD
Kapitel 1
carrabas am 27/12/09 17:47
Die Idee zu deiner Geschichte hat das Zeug zu einer sehr süßen, sehr zuckrigen Weihnachtsgeschichte. (Auch wenn manches voraussehbar ist. Aber süß und zuckrig kann bei mir gerne auch ein „bekannterer“ Plot sein.)
Du beschreibst sehr gut, welche Sorgen sich Martin um seine Schwester macht und wie er sich um sie kümmert. Das macht ihn sehr sympathisch.
Auch Michael gefällt mir gut. Du schaffst es, dass man als Leser bei ihm von Anfang an ein merkwürdiges Gefühl hat und ihn, trotzdem, dass er Martins Freund ist, nicht recht leiden mag.

Dennoch wirkt die Geschichte etwas unfertig.
Alle Charaktere bis auf Gab bleiben farblos und vielfach auf ihren Namen beschränkt.
Gerade über Martin als zweite Hauptfigur erfährt man nur, dass er mit seiner Schwester, seinem Freund und einer vierten unbekannten, scheinbar abwesenden Person unter einem Dach lebt, Theater spielt, katholisch ist, eine dunkle Stimme hat und sachlich klingt, wenn er wütend ist.
Gab kann toll kochen, scheinbar basteln und dekorieren, sieht feminin aus, ist süß, hat blonde Locken und hasst seinen Vornamen. Er scheint keinerlei Freunde und keine Familie zu haben. Wieso hat er die nicht? Wieso nennst du ihn ständig „Junge“, obwohl er schon 25 Jahre alt ist?
Von den anderen drei Schauspielern habe ich nichteinmal die Namen behalten können. Wer sind sie?

Pfarrer Liebl scheint katholisch zu sein. Zumindest ich kenne es so, dass man dann weniger von Pfarrer, als von Vater + Vorname oder 'dem Priester' spricht.

Es bleibt für mich auch unklar, warum sie so lange und so viel proben, weil man von den Proben selbst leider nichts erfährt. Müssen sie die Texte für ihr Krippenspiel vielleicht erst schreiben? Ändern sie den Text ständig, weil sie sich nicht einig sind?
Anders als Esther stört es mich nicht, dass sie ein Krippenspiel nur mit Erwachsenen machen. Allerdings kenne ich auch fast nur Krippenspiele, bei denen die „wichtigen“ Rollen (Maria, Josepf, Könige, Hirte, der was sagt, Verkündigungsengel und einige andere Engel) von Erwachsenen oder zumindest Jugendlichen gespielt werden.

Ansonsten bin ich nicht dein Beta, aber ich habe leider keine wörtliche Rede mit den Satzzeichen an der richtigen Stelle, korrektem Komma und richtiger Groß-und-Kleinschreibung entdecken können.

Dies stellt eine singuläre, absolut subjektive Meinung dar. Ich habe nicht vor, dir in irgendeiner Weise zu schaden.
Ich habe die Geschichte nicht bewertet.

Carrabas
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
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jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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