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Verbünde dich niemals mit Frauen! Vor allem dann nicht, wenn sie die besten Freundinnen deiner Schwester sind und sie mit einem Geburtstagsstripper überraschen wollen. Dieser Gedanke kommt zumindest Elias, als er sich inmitten angeheiterter Frauen den gemeinsam arrangierten Auftritt auch noch ansehen soll, obwohl er so was ja eher peinlich findet. Doch manchmal halten die Sterne eine Überraschung bereit...

Genres: M/M (yaoi), Reale Welt
1. Warnung: Zucker
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Challenges: BxB/GxG hat Geburtstag

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 6302     Klicks: 5270
Veröffentlicht: 11/02/10 Aktualisiert: 12/02/10
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Anmerkungen zur Geschichte
Wer mich kennt, weiß: Ich gratuliere schon fast chronisch zu spät zum Geburtstag. Und Geschenke kommen erst Wochen später. So auch in diesem Fall. Ich bin dem Aufruf nach einer Geburtstagsgeschichte für bxb gefolgt und herausgekommen ist dieser kleine Oneshot.

Ich danke Witch23, Imani und Scarabae für Beta und hilfreiche Kommentare.
Entstehungszeitraum: Januar bis Februar 2010
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1. Kapitel 1

Die Torte war rosa. Rosa mit schmutzig weißen Sahnetuffen, roten Kerzen und einer schreiend violetten Aufschrift: „Happy Birthday“. Wenn man zu genau hinsah, bemerkte man, dass an den Kanten der voluminösen Sahnebordüren das graue Pappmaché hervorlugte, aber Elias bezweifelte, dass dem jemand der Anwesenden besondere Aufmerksamkeit schenkte. Als er den Raum betreten hatte, war er von schrillem Gelächter, aufgeregtem Giggeln und dem Klirren von Sektgläsern empfangen worden. Ein Blick in die Runde bestätigte ihm: Die Damen hatten bereits gut gefeiert.
Elias wollte sich gerade wieder abwenden und den Rückzug in sein Zimmer antreten, als Karo, die beste Freundin seiner Schwester, vor ihm auftauchte. Ihr Gesicht glühte. Ob vor Aufregung oder wegen des halb leeren Glases in ihrer Hand, da war er sich nicht ganz sicher.
„Hi, Elias“, begrüßte sie ihn und zog ihn in eine enge, für seinen Geschmack viel zu vertrauliche Umarmung. Ihr schwarzes Haar kitzelte seine Nase. „Es hat alles geklappt“, raunte sie verschwörerisch an seinem Ohr. „Danke für deine Hilfe“, fügte sie hinzu und schob ihm mit schwitzigen Händen den Ersatzhausschlüssel zu.
„Kein Problem“, murmelte Elias, machte sich wieder los und schob den Schlüssel in die Hosentasche. „Ja dann, noch viel Spaß euch“, wünschte er und startete einen neuen Fluchtversuch. Aber Karo plapperte einfach weiter:
„Beinahe wäre alles schief gegangen!“ Ihre Hand ruhte auf seinem Arm, sodass er sie abschütteln hätte müssen, um sich aus ihrem Einflussbereich zu entfernen. „Stell dir vor, der ist erst um kurz vor sieben hier angekommen. Wir wussten schon nicht mehr, wie wir deine Schwester im Café festhalten sollten!“
Elias nickte und deutete auf die Torte. „Und, wie war's?“
Karo zuckte die Schultern. „Keine Ahnung, wir haben noch nicht losgelegt.“
Elias sah erst auf die Uhr und dann Karo ungläubig an. „Das heißt, der steckt noch immer da drin? Es ist Viertel vor acht! Worauf wartet ihr eigentlich?“
„Auf Micha. Sie meinte, sie will sich noch umziehen, weil sie nicht in verschwitzten Uniklamotten feiern will.“
Elias rollte mit den Augen. Er kannte seine Schwester. Nur mal eben umziehen, konnte bei ihr zu einer abendfüllenden Beschäftigung werden. In der Beziehung war sie eine echte Klischeefrau.
„Na gut, ich geh dann mal nach oben“, versuchte es Elias erneut.
„Ach, Unsinn!“ Karo wedelte mit der Hand. „Du bleibst hier. Schließlich bist du unser Mitverschwörer!“ Sie nahm noch einen Schluck aus dem Sektglas und giggelte dann aufgekratzt.
„Aber ich...“, begann Elias.
„Los, wir besorgen dir erstmal was zu trinken!“ Damit packte sie ihn am Handgelenk und zog ihn mit sich.
Ehe er sich versah, hatte er ein Glas Prosecco in der Hand und stand allein an der provisorischen Bar, weil Karo von einer aufgeregten Rothaarigen weggerufen worden war. Offenbar hatte man die CD für den Auftritt in Karos Auto vergessen. Er trank einen Schluck und verzog das Gesicht. Er hatte Sekt und alles, was so ähnlich schmeckte, noch nie leiden können. Unschlüssig warf er einen Blick in die Runde. Eigentlich konnte er ja jetzt, wo Karo weg war, auch einfach gehen. Entschlossen stellte er das Sektglas auf die, mit einer rosaroten Partytischdecke dekorierte, Bar und schob sich in Richtung Ausgang. Aber in dem Moment kam auch schon Karo zurück.
„Sie kommt, sie kommt!“, rief sie und stürmte zu dem tragbaren CD-Player, der in der Ecke auf einem Stuhl stand.
Kaum hatte sie die CD eingelegt, tauchte auch schon Micha im Türrahmen auf. Sie trug ein kurzes schwarzes Kleid und hatte ihr langes braunes Haar zu Locken aufgedreht. Ihre Füße steckten in Schuhen, die Elias schon beim Ansehen Schmerzen verursachten und ihn vermuten ließen, dass seine Eltern am nächsten Tag das Parkett betrauern würden.
Und schon ertönte lautstark die Melodie von „Happy Birthday“ aus dumpfen Lautsprechern. Es klang künstlich, wie auf einem schlechten Keyboard eingespielt, aber das machte nichts, denn die Freundinnen seiner Schwester übertönten ohnehin alles mit lautstarkem Gesang. Elias lächelte schief und tat so als würde er mitsingen. Dabei schob er sich langsam näher in Richtung Ausgang.
Er war schon fast bei der Tür angekommen, da wurde das scheppernde „Happy Birthday“ nahtlos abgelöst von lautstarkem Dance. Mit einem Knall flog der Deckel von der Torte. Elias konnte beim Aufprall förmlich weitere Farbsplitter von den künstlichen Sahnetuffen abblättern sehen.
Dann richtete sich seine Aufmerksamkeit auf das, was da wie ein Springteufel aus der Torte aufgetaucht war. Ein junger Mann mit blondem, zurückgegeltem Haar und nacktem Oberkörper bewegte sich rhythmisch zur hektischen Tanzmusik. Die Frauen um ihn herum brachen in lautes Pfeifen und Gejohle aus. Elias rollte die Augen. Genau deshalb hatte er nicht hier bleiben wollen und war sogar extra später nach Hause gekommen. Er warf einen Blick auf seine Schwester, die knallrot geworden war und in gespielter Bestürzung die Hand auf den Mund presste, als hätte man nicht schon beim Anblick der riesigen Torte ahnen können, was jetzt kommen würde.
Von ihren kichernden Freundinnen wurde sie weiter in den Raum gezogen, während der Stripper mit einem eleganten Satz nun ganz aus der Torte sprang und damit eine weitere Welle Gekreische auslöste. Elias sah seine Chance gekommen: Die Tür war frei und alle Gäste beschäftigt. Er warf noch einmal einen Blick auf den Tänzer, der gerade seiner Schwester neckisch zuzwinkerte, während er sich vor ihr wand. Nicht übel, dachte er, als sein Blick über die wohldefinierten Brust- und Bauchmuskeln glitt. Aber nicht sein Ding. Er hatte diesen schmierig glänzenden Strippern und Tänzern noch nie wirklich etwas abgewinnen können. Es waren eher die schlanken Männer mit schmalen Hüften und hübschem Gesicht, die ein Kribbeln bei ihm auslösten.
Er warf einen letzten Blick auf das Gesicht des Strippers. Für einen Moment stockte ihm der Atem, denn die Augen des Tänzers waren direkt auf ihn gerichtet. Schnell wandte Elias sich ab.
„Immerhin, schöne Augen hat er“, murmelte er, während er die Treppe nach oben erklomm und sich fragte, warum das Johlen mit wachsender Entfernung lauter statt leiser wurde.

Eine Stunde später hatte er es aufgegeben, irgendeine sinnvolle Beschäftigung anzustreben. Jegliche Versuche sich zu entspannen und es sich mit einem Buch gemütlich zu machen, waren kläglich gescheitert. Er hatte es mit einer Entspannungs-CD versucht, aber die harmonisch fließenden Tonfolgen waren vom Gewummer, das aus dem Wohnzimmer heraufdrang, förmlich massakriert worden. Zum Schlafengehen war es noch zu früh. Außerdem, wer sollte denn bei dem Lärm, der den Fußboden und damit auch sein Bett vibrieren ließ, schlafen können?
Elias ging zum Fenster und öffnete es. Kühle Winterluft drang in das Zimmer, sie roch nach Schnee. Er atmete tief durch und lehnte sich auf das Fensterbrett. Vielleicht sollte er ja nochmal rausgehen, ins Kino oder in eine Kneipe. Eigentlich war alles besser, als hier darauf zu warten, wer zu erst aufgab: Die Partygesellschaft oder die Nachbarn, die die Polizei riefen.
Plötzlich hörte er unten jemanden sprechen. Die Stimme war männlich, ihm gänzlich unbekannt und sie klang nicht gerade glücklich.
„Hör mal, ich frier' mir hier seit einer halben Stunde den Arsch ab und alles, was du zu sagen hast, ist: Tut mir Leid? Schwing' deinen Hintern gefälligst hierher und hol mich ab!“
Elias lehnte sich noch etwas weiter aus dem Fenster und sah nach unten. Den blonden Haarschopf erkannte er sofort. Es war der Stripper. Offenbar war die Vorstellung beendet und er wartete jetzt darauf, dass man ihn und die Torte abholte.
„Nein, ich werde nicht noch mal ins Haus gehen. Du weißt doch, wie das ist! Nein! Wenn du nicht in zehn Minuten hier vorfährst, nehme ich mir ein Taxi und du übernimmst die Kosten!“
Elias duckte sich instinktiv. Der Stripper klang mittlerweile, als würde er den Menschen am anderen Ende sofort strangulieren, wenn er ihn in die Finger bekam.
„Wie, du über nimmst die Kosten für das Taxi nicht? Hallo! Hallo! Hallo??? Arschloch!“, brüllte der Mann unter ihm und ließ frustriert sein Handy zuschnappen. „Scheiße!“, fluchte er und trat gegen etwas, das Elias von seiner Position aus nicht sehen konnte, was aber dem dumpfen Laut nach wohl die Papptorte gewesen war. Langsam machte sich Elias ernsthaft Sorgen um das gute Stück. Wie oft sie das wohl auswechseln mussten? Oder wurde sie nur restauriert und neu gestrichen?
Er drohte sich gerade in dieser Frage zu verlieren, als sich unten wieder etwas tat. Mit einem neuerlichen „Scheiße!“ stampfte der Stripper die Treppen zur Haustür hinauf und verschwand aus Elias' Sichtfeld. Danach war es eine Weile still. Offenbar überlegte er, ob er klingeln sollte. Elias wartete gespannt. Doch dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, kündigten erneute stampfende Schritte die Rückkehr des Mannes an. Die Arme um den Körper geschlungen wanderte er leise vor sich hin fluchend den Weg im Vorgarten zum Tor hinunter und drehte dann wieder um. In dem dunklen Trenchcoat mit roten Wollschal um den Hals sah er mit einem Mal sehr normal aus. Nicht mehr wie eine Fleisch gewordene, eingeölte Plastikpuppe, die aus einer Pappmachétorte sprang. Eher wie ein Mensch. Elias zog sich ein wenig in die Dunkelheit seines Zimmers zurück und beobachtete den Stripper von dort aus. Eigentlich hatte er ein hübsches Gesicht. Eine gerade Nase, ausgeprägte Wangenknochen, die Lippen nicht zu voll, aber auch nicht zu schmal. Aber es konnte natürlich sein, dass das täuschte. Das dämmrige Kunstlicht der Straßenlaternen verschaffte allem in seinem Umkreis scharfe Schattierungen.
Plötzlich richtete der Stripper seinen Blick nach oben. Hastig wich Elias noch einen Schritt zurück. Mit klopfendem Herzen blieb er in der Mitte des Zimmers stehen. Hatte er ihn gesehen? Er hatte ihn nicht sehen können, ganz sicher nicht. Draußen war es heller als hier im Zimmer, es war gar nicht möglich, ihn bei diesen Lichtverhältnissen zu sehen.
Elias hielt inne. Was machte er eigentlich hier? Sah dem armen Kerl beim Frieren zu, während er sich Sorgen machte, von ihm gesehen zu werden. Hastig schnappte er sich seine gefütterte Jacke und verließ das Zimmer.

***

Berti war ein Arsch. Schon immer gewesen und er würde auch immer einer bleiben. Weil solche Menschen sich nie änderten. Sie hatten das Arschsein schon im Blut.
Tristan fragte sich ernsthaft, was ihn dazu getrieben hatte, ausgerechnet bei diesem Versager anzuheuern. Und gab sich schon im nächsten Moment die Antwort darauf: Verzweiflung. Verzweiflung war auch der Grund, warum er hier so lange fror und sich nicht doch ein Taxi nahm. Aus dieser verdammten Vorstadtsiedlung heraus in einen Bereich zu kommen, in dem wieder Nachtbusse fuhren, würde ihn bestimmt 20 Euro kosten. Und die Torte konnte er dann auch nicht mitnehmen. Am Ende klaute sie noch jemand. Obwohl er sich nicht vorstellen konnte, was man mit dem hässlichen Ding anfangen sollte. Oder sie wurde feucht und ging aus dem Leim. So wie er Berti kannte, würde der ihm garantiert den dreifachen Wert dieses Schrottding vom Lohn abziehen. Mistkerl!
Tristan stellte fest, dass, sich in Rage zu denken, ihn gut von der beißenden Kälte ablenkte. Also würde er damit weitermachen, bis Berti sich dazu bequemte, hierher zu kommen. Er konnte nur hoffen, dass Bertis neueste Eroberung genau so eine Enttäuschung war, wie Tristan es vermutete. Seit Monaten war Berti hinter diesem einen Kerl her. Er war süß, das musste Tristan zugeben, aber alles an ihm war zu weich und lieblich. Man wollte ihn beschützen, ihm den rechten Weg aus dem tiefen Wald zeigen oder die Erbse unter seiner Matratze suchen. Aber Berti wollte ihn offenbar auch noch vögeln. Und nach Monaten des mädchenhaften Zierens hatte das Prinzesschen offenbar gerade heute beschlossen, sich flachlegen zu lassen. Gerade in dieser einen beschissenen... Tristan schreckte auf, als er hinter sich eine Stimme hörte: „Entschuldigung?“
Tristan fuhr herum. Die Haustür stand einen Spalt offen und vor ihr stand der Typ, den er vorhin bei seinem Auftritt gesehen hatte. Vermutlich der Bruder des Geburtstagskinds, denn er hatte die gleichen braunen Haare und hellblauen Augen. Die waren ihm auch bei der Schwester sofort aufgefallen. Er wirkte ein wenig unsicher, wie er da stand.
„Möchtest du vielleicht... reinkommen?“, fragte er stockend. Tristan schüttelte den Kopf. „Nein danke, ich werde gleich abgeholt.“
Das war natürlich eine glatte Lüge und als sie raus war, überlegte er, ob er sie nicht doch bereuen würde. Aber noch einmal in die Partygesellschaft, sich von den Mädels im Akkord anbaggern und antatschen zu lassen, weil es ja undenkbar ist, dass ein Stripper auch gefragt werden will, wenn man ihn außerhalb des Dienstes anfasst? Nein danke, dann lieber frieren.
Doch so leicht schien Brüderchen sich nicht abschütteln zu lassen. „Ich...“, begann er zögern und biss sich dann auf die Lippe, als könne er das, was er sagen wollte, unmöglich aussprechen. Dann sah er kurz noch einmal durch den Spalt nach drinnen und zog die Tür hinter sich ins Schloss.
„Es gibt einen Hintereingang“, informierte er Tristan. „Damit kommt man ins Obergeschoss, ohne am Wohnzimmer vorbei zu müssen.“
Tristan starrte ihn verblüfft an. Woher wusste... Und warum ignorierte er seinen Einwand? Doch Brüderchen hatte sich schon auf den Weg in den dunklen Garten hinein gemacht und Tristan musste sich schnell entscheiden, ob er ihm folgen wollte.
„Du hast mich belauscht“, stellte Tristan fest, als er ihm mit einigen großen Schritten folgte. Der junge Mann vor ihm zuckte die Achseln. „Warst ja laut genug“, gab er zurück. Das brachte Tristan dazu, den Mund zuzuklappen. Doch abgebrühter als er aussah, das Bürschchen.
Er folgte seinem Wohltäter über eine schmale Kellertreppe ins Haus. Den Weg nach oben unterzog er das Brüderchen einer intensiven Betrachtung. So gut das eben ging. Im Halbdunkel und von hinten. Er war etwas kleiner als er selbst, das dunkelbraune Haar stand in wirren Locken von seinem Kopf ab, die Tristan wünschen ließen, ihn zu einem Frisör zu schleppen. Obwohl man sicher die Finger gut darin vergraben konnte, wenn man... Huch, wo kam das Bild denn nun her? Schüchterne kleine Brüder von Kundinnen mit dunklen Locken und schlanker Statur gehörten eigentlich nicht in sein Beuteschema.
Was wollte der Kleine eigentlich? Wollte er nur seine gute Tat fürs Pfadfinderabzeichen ableisten, oder war er doch noch abgebrühter als vermutet und wollte hier den Geburtstagsstripper seiner Schwester abschleppen?
„Wie heißt du eigentlich?“, fiel es Tristan plötzlich ein.
„Elias“, war die knappe Antwort. Passt zu ihm, dachte Tristan. Zierliche Männer mit dunklen Locken mussten einfach biblische Namen haben. Offenbar interessierte es Elias keineswegs, wie sein Gast hieß. Zumindest stellte er die Gegenfrage nicht. Was Tristan nicht davon abhielt, es ihm trotzdem mitzuteilen: „Ich bin Tristan.“
Elias nickte nur und öffnete eine Tür vor ihnen.
„Das ist mein Zimmer“, informierte er seinen Gast. „Deine Sachen kannst du dort hinlegen.“ Er knipste das Licht in dem Raum an und wies auf einen Sessel, wo sich bereits einige Kleidungsstücke türmten.
Blinzelnd sah Tristan sich um. Es war schon in vielen Jungen- und Männerzimmern gewesen. Von der Modelleisenbahn bis zur offen zur Schau gestellten Pornosammlung hatte er bereits alles gesehen. Aber nichts hatte ihn auf das vorbereitet, was er hier zu sehen bekam. Spontan hatte er das Gefühl in einem Wahrsagerzelt zu stehen. Na ja, das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber er war noch nie in einem Männerzimmer gewesen, in dem so viel... Kram... herumstand und -lag. Bei den meisten Dingen hatte er keine Ahnung, was sie darstellen sollten. An verschiedenen Ecken des Raumes fanden sich Kristalle, mal klein in Schälchen, mal ein großes Exemplar einzeln aufgestellt. Ein merkwürdiges Gebilde hing über einem zum Glück recht neutral bezogenem Bett. In einem kleinen Kreis spannten sich netzartig Fäden und darunter hingen einige Metallstäbchen, die vermutlich bei jedem stärkeren Windhauch zu bimmeln begannen. Die dünnen Gebilde, die auf einem Seitenbord in einem dunkelbraun gemaserten Brettchen steckten, sahen verdächtig nach Räucherstäbchen aus. Tristan glaubte auch einen leichten Hauch von Weihrauch wahrnehmen zu können. Vor dem CD-Spieler lag eine Hülle, auf der sich von einem Sonnenuntergang rosig erleuchtete Wellen auf einen malerischen Strand warfen. „Magische Phantasiereisen – Entspannung für die Seele“ las er darauf.
Erst als sein Gastgeber sich räusperte, bemerkte Tristan, dass er wohl schon seit einer Minute mit offenem Mund da stand und starrte. Tristan räusperte sich ebenfalls. „Ähm, ja, danke..., dass du mich reingelassen hast.“
Elias schüttelte den Kopf und lächelte. „Keine Ursache. Ich mach uns schnell einen Tee, damit du dich wieder etwas aufwärmen kannst. Du kannst es dir ja schon einmal gemütlich machen.“
Dann war er schon aus der Tür und ließ Tristan allein zurück. Der ließ sich auf das Sofa sinken, das Elias ihm gewiesen hatte und sah sich noch einmal um.
Er war direkt im Zimmer eines Irren gelandet, stellte er fassungslos fest.

***

Elias amüsierte sich noch immer, als er wenige Minuten später die Treppen wieder nach oben stieg, ein Tablett mit zwei dampfenden Teetassen auf den Händen balancierend. Tristans Gesicht eben war unbezahlbar gewesen. Elias war es gewohnt, dass die Leute merkwürdig reagierten, wenn sie sein Zimmer betraten. Wobei die meisten es besser kaschierten als sein derzeitiger Gast. Es machte ihm auch nicht mehr viel aus, dass man ihn für wunderlich hielt und ihm dumme Fragen stellte. Er musste sich wohlfühlen und niemand sonst.
Als er das Zimmer betrat, saß Tristan auf dem Sofa. Aber von einer entspannten Haltung konnte keine Rede sein. Stattdessen saß er am Rand des Möbelstücks, die Hände im Schoß gefaltet und den Mantel noch immer an. Immerhin hatte er den roten Schal abgenommen und neben sich gelegt.
„Ist dir noch kalt?“, fragte Elias, während er das Tablett auf dem Tisch abstellte. „Soll ich die Heizung höherdrehen?“
Tristan schüttelte den Kopf. „Nein, ist schon gut. Es ist nur...“ Er öffnete die Knöpfe seines Trenchcoats.
„Oh“, machte Elias, als darunter Tristans nackte Brust zum Vorschein kam. Sein Blick glitt über den wohldefinierten Oberkörper, den er vorhin im Wohnzimmer schon kurz bewundern hatte dürfen. Tristan trainierte regelmäßig, das sah man, aber er wusste offenbar auch, wann er aufhören musste, denn er war eher sportlich als mit Muskeln bepackt. Elias stellte fest, dass ihm gefiel was er sah. Sein Blick ruhte definitiv einen Moment zu lange auf der glatten leicht gebräunten Haut, denn als er wieder nach oben in Tristans Gesicht sah, hatte der fragend die Augenbraue gehoben und ein halb amüsiertes, halb selbstzufriedenes Lächeln auf dem Gesicht.
Hastig drehte Elias sich weg und begann in seinem Schrank zu wühlen. Er kramte etwas länger als nötig, um den peinlichen Moment verstreichen zu lassen und beförderte dann einen ausgebeulten, moosgrünen Pulli zutage.
„Hier, der könnte passen.“
Scheinbar den Blick gesenkt, aber doch unter den Wimpern hervorlugend beobachtete er, wie Tristan den Mantel abstreifte und in den Pulli schlüpfte. Dann schnappte sich sein Gast eine der Tassen auf dem Tablett.
„Danke für den Tee“, sagte er und nippte daran.
„Bitte.“ Elias blieb unschlüssig stehen. Tristans Laune schien sich gehoben zu haben. Er wirkte mit einem Mal deutlich entspannt. Um nicht zu sagen: Unverschämt selbstbewusst.
„Warum setzt du dich nicht auch? Hast du Angst vor mir?“, fragte Tristan breit grinsend, nachdem er seine Tasse wieder auf dem Tablett abgestellt hatte.
Elias rollte mit den Augen und begann zu bereuen, ihn hereingebeten zu haben. „Nein“, antwortete er und setzte sich neben Tristan, achtete aber auf ein wenig Abstand.
„Merkwürdiges Hobby hast du“, sagte Tristan plötzlich und deutete in die Runde.
Elias zuckte mit den Schultern. „Ich finde es nicht merkwürdig. Ich finde es viel merkwürdiger im Winter nackt unter dem Mantel zu sein“, gab er etwas trotzig zurück.
Tristan lachte leise. Es war ein angenehmes, warmes Lachen, das in Elias etwas zum Klingen brachte. Überrascht sah er zu seinem Gast.
„Ich habe meine Klamotten in Bertis Bus vergessen. Wir waren nach dem letzten Auftritt so in Eile, dass ich einfach nur in die Jacke übergezogen und die Klamotten auf den Rücksitz geworfen habe“, erklärte Tristan und seine Miene verfinsterte sich wieder.
„Und wer ist Berti?“, fragte Elias weiter und nippte an seiner Teetasse.
„Mein Chef, der Arsch, der vermutlich gerade Cinderella vögelt!“
Elias hob eine Augenbraue, beschloss aber, an diesem Punkt nicht weiterzubohren.
„Ist das dein Hauptberuf?“, fragte er stattdessen.
Tristan schnaubte. „Oh Gott, nein. Ich studiere Mathematik und mache das nur nebenher, irgendwie muss man ja über die Runden kommen“.
Elias nickte und versuchte seine Überraschung zu verbergen. Mathematik. Er hatte gedacht, Mathematikstudenten wären alle Nerds mit unfrisierten Haaren und dicken Brillen, deren Hautprobleme sich noch weit über die Pubertät hinaus erstreckten.
„Und du?“, fragte Tristan.
„Ich studiere auch. Religionswissenschaften und Komparatistik“. Elias schielte zu Tristan und wartete auf die übliche Reaktion: Ein ungläubiger Blick und die unvermeidliche Frage: „Und was macht man damit?“
Aber Tristan nickte nur.
„Uhm, verdient man mit deinem Job gut?“, fragte Elias nach einigen Augenblicken.
„Warum? Suchst du nach einem Job? Da musst du aber noch an dir arbeiten“, grinste Tristan. Dann legte er den Kopf schräg. „Wobei, irgendwie bist du niedlich, gibt sicher viele, die auf dich abfahren, wie?“
Tristan hatte die Hand ausgestreckt, wie um über seine Wange zu streichen, aber Elias wich schnell zurück. „Es geht so“, antwortete er abweisend und versuchte sich seine Verlegenheit nicht zu sehr anmerken zu lassen. Was wurde denn das jetzt? Wollte Tristan ihn anbaggern? Oder neckte er ihn einfach nur?
Tristan lachte und lehnte sich mit einer fließenden Bewegung zurück. Alles an ihm schien geschmeidig zu sein, als würde ihn seine Bewegungen keinerlei Mühe verursachen. Elias zwang sich den Blick abzuwenden.
„Nein, im Ernst“, begann Tristan erneut. „Man verdient mal so, mal so. Berti zahlt mies, aber die Frauen stecken einem gerne mal Geld zu. Je älter sie sind, desto mehr. Aber in letzter Zeit hatten wir viele Studentinnenpartys, wie die von deiner Schwester. Das lohnt sich dann nicht wirklich“.
„Geben deine Eltern was zu deinem Studium oder bekommst du BAföG?“, hakte Elias nach, um das Thema auf möglichst neutralen Bahnen zu halten. Tristan, oder besser sein Körper, gefiel ihm mit jeder Minute besser und ihm war das viel zu deutlich anzusehen.
„Weder noch.“ Tristan grinste schief. „Meine Eltern verdienen zu viel, als dass ich staatliche Unterstützung bekäme und nachdem sie mich mit meinem Ex im Bett erwischt haben, haben sie mir ihre Liebe und ihr Geld entzogen. Zumindest bis ich wieder zum braven Enkelkindproduzenten werde. Ganz klassisch also.“
Tristan grinste ironisch, aber seine Stimme verriet, dass die Sache ihm näher ging, als er zugeben wollte.
„Scheiße“, sagte Elias.
„Ja“, bestätigte Tristan. „Aber egal. Wirklich knapp wird es nur, wenn die Studiengebühren mal wieder fällig sind.“
„So wie jetzt“, sagte Elias.
„So wie jetzt“, bestätigte Tristan.
Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus. Elias wurde klar, wie gut er es eigentlich hatte. Seine Eltern hatten sehr entspannt auf seinen ersten Freund reagiert und finanzierten den größten Teil seines Studiums. Er konnte sich gar nicht vorstellen, wie es war, ganz auf sich allein gestellt zu sein. Vielleicht kam ihm Tristan deshalb so erwachsen vor, obwohl sie nur wenige Jahre auseinanderliegen konnten.
Tristan gähnte neben ihn, sah auf seine Armbanduhr und streckte seine lange Beine noch weiter von sich. „Meine Güte, wie lange braucht Berti denn noch für einen einzigen lausigen Fick?“
Elias antwortete nicht, sondern stand auf und ging zu seinem PC. Ihm war ein Gedanke gekommen.
„Kannst du mir dein Geburtsdatum sagen?“, fragte er Tristan. Der hob überrascht den Kopf.
„Wofür?“
„Ich will dir dein Tageshoroskop ausdrucken“, erklärte Elias.
Tristan lachte. „Damit ich weiß, was in den verbliebenen... drei Stunden des Tages noch so auf mich zukommt? Sorry, Kleiner, ich glaube nicht an sowas.“
Elias zuckte kurz zusammen, als Tristan ihn „Kleiner“ nannte. „Kannst du es mir trotzdem sagen“, bat er reserviert.
Tristan seufzte. Also gut: „19.01.“
Elias trug das Datum ein. Dann stutzte er. „Aber das ist heute“, sagte er und drehte sich zu Tristan um.
Der zuckte die Schultern. „Heute gab es zwei Aufträge und nächste Woche sind die Gebühren fällig, da darf man nicht zimperlich sein.“
Elias schüttelte den Kopf. „Dein Chef ist wirklich ein Arsch, wenn er dich ausgerechnet heute versetzt.“
Tristan lächelte schief. „Ich bezweifle, dass er sich an meinen Geburtstag erinnert“.
„Trotzdem“, beharrte Elias und erhob sich dann. Dass jemand seinen Geburtstag nicht feierte, kam ihm fast schon ungeheuerlich vor. „Warte kurz“, bat er Tristan und verschwand dann aus der Tür.

***

Tristan sah Elias halb verblüfft, halb amüsiert hinterher. Das Lockenköpfchen war wirklich süß. Er hatte diesen Hauch von Unschuld, der bei ihm ein Kribbeln in den Fingern und anderen Regionen auslöste, aber gleichzeitig bewiesen seine Blicke, dass es hinter der hübschen Stirn gar nicht so unschuldig zuging. Und er war definitiv nicht unempfänglich für Tristans Reize. Ob er versuchen sollte, ihn zu verführen? Allerdings... Tristan sah sich noch einmal um und schauderte. Sein Blick blieb an dem mysteriösen Gebilde über dem Bett hängen. Meine Güte, wer sollte denn in so einer Umgebung einen hochkriegen?
Er wurde in seinen Gedanken unterbrochen, denn Elias schob sich bereits wieder durch den Türspalt. Auf seinen Händen balancierte er zwei Teller mit jeweils einem Stück Torte. Auf einem davon steckte eine rosa-weiß gestreifte brennende Kerze. Elias stellte beides auf den Tisch und schob Tristan das Stück mit der Kerze zu.
„Alles Gute zum Geburtstag!“, wünschte er enthusiastisch und sah Tristan so freundlich mit seinen intensiven hellblauen Augen an, dass für einen Moment Schmetterlingsflügel seine Magenwand zu streifen schienen. Er schluckte.
„Danke“, war alles, was er hervorbrachte. Er starrte auf die brennende Kerze und versuchte das Gefühl der Rührung, das in ihm aufstieg, zu unterdrücken.
„Warte noch einen Moment, bevor du sie auspustest“, bat Elias und setzte sich noch einmal vor den Computer. Er stellte noch einige Fragen zu Geburtsjahr und -ort und einige Dinge, die Tristan nicht beantworten konnte. Dann ratterte ein kleiner Tintenstrahldrucker unter dem Schreibtisch los. Elias entnahm ein bedrucktes Blatt und ging dann zu einem merkwürdigen pyramidenförmigen Drahtgebilde und nahm etwas heraus, was darunter lag.
Dann setzte Elias sich wieder zu ihm und reichte ihm beides. Zögernd nahm Tristan sein Horoskop und einen kleinen, glatten, moosgrünen Stein entgegen.
„Das ist ein Achat, einer deiner Geburtssteine“, erklärte Elias. „Er ist ein Schutz- und Heilstein“, fuhr er fort.
„Danke“, antwortete Tristan verwirrt und umschloss den Stein mit der Faust. Er war angenehm geformt, fügte sich gut in seine Handfläche ein und begann sofort sich an seiner Haut zu erwärmen. Dann sah Tristan unschlüssig auf sein Horoskop. Sollte er das jetzt lesen? Er warf Elias einen fragenden Blick zu, und kam ein aufmunterndes Nicken zur Antwort. Also begann Tristan mit hochgezogenen Augenbrauen zu lesen.
Offenbar ließ er sich von seiner Umgebung im Job zu sehr ausnutzen. Vorsicht in finanziellen Angelegenheiten wurde ihm geraten und eine gute Chance einen familiären Zwist aus der Welt zu räumen. Tristan rollte mit den Augen. Ganz bestimmt!
Er las den letzten Absatz. Offenheit in Liebesdingen war gefordert: „Blicken Sie über Ihren Tellerrand, der passende Partner könnte Ihnen völlig unerwartet begegnen.“
Sein Blick wanderte zu Elias, der gerade konzentriert mit einer Kuchengabel ein großes Stück von seiner Torte abtrennte und es sich dann genüsslich in den Mund schob. Tristan schnaubte leise und schüttelte den Kopf. Das war ja lächerlich. Er wusste schon, warum er keine Horoskope mochte. Dieser manipulative Schund ließ einen Dinge sehen, wo keine waren.
„Danke“, sagte er trotzdem noch einmal.
„Bitte“, lächelte Elias und wies dann auf die Torte. „Auspusten.“
Tristan nickte und blies die Kerze aus, ohne sich etwas zu wünschen. Wünsche waren etwas für Leute, die ihr Leben nicht selbst in die Hand nahmen.
Eine Weile kauten beide zufrieden an ihrer Torte. Schließlich stellte Tristan den Teller weg und leerte den letzten kalten Schluck Tee aus seiner Tasse.
„Was ist das eigentlich für ein Ding?“, fragte er und wies auf die Pyramide, unter der der Achat gelegen hatte.
„Eine Energiepyramide“, antwortete Elias.
„Und was macht die?“
„Sie lädt Dinge mit Energien auf.“
„So wie den Stein?“, fragte Tristan.
Elias nickte ernst. „Ja.“
„Und er gibt die Energie dann an mich ab?“, hakte Tristan weiter nach.
Elias nickte erneut. „Zumindest eine Weile, dann musst du ihn neu aufladen.“
„Aha“, machte Tristan und versuchte erleuchtet auszusehen. „Und wie lange hält so was vor?“
„Das kommt auf den Gegenstand an“, erwiderte Elias.
Das klang reichlich kompliziert, fand Tristan. Andererseits gab es ja auch Leute, die Multiplikation kompliziert fanden.
„Gibt es da Tabellen?“, fragte er.
Elias schüttelte den Kopf. „Nö.“
Tristan runzelte nun endgültig verwirrt die Stirn. „Aber woher weiß man dann, dass...“
„Das fühlt man“, gab Elias zurück.
„Oh.“ Mehr kam nicht über Tristans Lippen. Er hatte fast das Bedürfnis, sich nach einer versteckten Kamera umzusehen, so absurd war dieser Dialog. Aber Elias hatte das mit so einer Ernsthaftigkeit vorgebracht, dass er sich das nicht anmerken lassen wollte. Der Kleine hatte sich so viel Mühe gegeben, seinen Geburtstag zu retten, da hatte er es nicht verdient, ausgelacht zu werden.
Er griff nach seinem Handy. „Ich versuche es noch einmal bei Berti“, erklärte er Elias.
Tristan wählte Bertis Nummer und landete sofort auf der Mailbox. „Der Wichser hat sein Handy ausgeschaltet. Ich fürchte, ich werde doch ein Taxi nehmen müssen.“
Elias sah ihn an und kaute auf seiner Unterlippe. „Also... du kannst gerne auf dem Sofa übernachten. Das Taxi wäre nicht gerade billig. Oder ich frage eines der Mädels, ob sie dich nachher im Auto mitnimmt.“
Tristan schüttelte zu diesem letzten Vorschlag den Kopf. „Auf keinen Fall!“
Elias grinste „Man würde meinen, du hast Angst vor Frauen.“
Tristan verzog mit gespieltem Entsetzen das Gesicht. „He, du hast das dort unten doch mitgekriegt! Macht dir das nicht auch Angst?“
Elias lachte auf. „Ein bisschen vielleicht.“
Elias war unglaublich anziehend, wenn er lachte, stellte Tristan fest. Das Lachen zog sich bis in seine Augen und brachte sie noch mehr zum Funkeln. Tristans Blick wanderte weiter und blieb an Elias' vollen Lippen hängen. Wenn er doch ohnehin schon hier übernachtete, dann konnte er das doch auch genauso in Elias' Bett mit einem warmen Körper unter sich tun. Fragte sich nur, ob Elias da mitspielte. Aber das ließ sich ja herausfinden
„Habe ich als Geburtstagskind nicht auch noch einen Wunsch frei?“, fragte Tristan und lehnte sich etwas näher zu Elias, um ihn weiterhin intensiv zu mustern.
Elias sah ihn misstrauisch an und wich etwas zurück. Seine Finger verkrampften sich auf seinem Schoß und ein deutliches Schlucken zeigte sich an seiner Kehle. Er leckte sich nervös über die Lippen. Eine Geste, die Tristan beinahe dazu gebracht hätte, Elias an sich zu ziehen, um diese Lippen und diese Zunge selbst schmecken zu können.
Was eigentlich gar keine so schlechte Idee war. Tristan beugte sich noch etwas näher zu Elias und strich ihm über die Wange, ehe er die Hand in seinen Nacken gleiten ließ.
„Bekomme ich als Geburtstagskind keinen Kuss?“, raunte er dicht an Elias' Ohr.
Elias versteifte sich merklich, aber für einen Moment schien er zu zögern. „Ähh... Nein?“, antwortete er dann und starrte Tristan mit einem leicht panischen Ausdruck in den Augen an, ehe er sich gegen den Griff in seinem Nacken zu wehren begann.
„Schade“, murmelte Tristan, ließ Elias los und lehnte sich wieder zurück. Es kostete ihn etwas Selbstbeherrschung, das zu tun. Aber er würde niemanden zwingen, ihn zu küssen. Das hatte er nicht nötig.
Elias saß stocksteif neben ihm und vermied es tunlichst, ihn anzusehen. Tristan kam sich schon fast vor wie der böse Wolf. „Keine Sorge, ich falle schon nicht über dich her“, grinste er und hob die Hände.
Elias reagierte nicht, sondern schwieg noch einige Sekunden, ehe er aufsah und fragte: „Was war das denn gerade?“
Tristan zuckte mit den Schulten. „Du bist süß und auch nicht ganz abgeneigt, wie ich vermute.“
„Ich bin nicht süß“, protestierte Elias sofort.
Tristan lachte auf. „Doch bist du, vor allem in diesem Moment.“
Elias murmelte etwas Unverständliches und brütete eine Weile auf seiner Lippe kauend vor sich hin.
„Ok, aber nur einen“, sagte er plötzlich.
„Einen was?“, fragte Tristan verständnislos.
„Geburtstagskuss“, antwortete Elias und Tristan hätte schwören können, dass der rosige Hauch auf seinen Wangen vorher noch nicht dagewesen war.
„Ok“, antwortete er etwas überwältigt, lehnte sich zurück und sah Elias erwartungsvoll an. Der starrte einen Moment zurück und Tristan vermutete schon, dass ihn der Mut verlassen hätte, als Elias sich plötzlich vorbeugte und die Lippen auf seine presste. Sie waren genau so, wie Lippen sein mussten. Warm, weich und sie schmiegten sich perfekt an seine eigenen. Ein nervöses Flattern erwachte in seinem Unterleib, als Elias' Hand sich für einen Moment federleicht auf seine Wange legte.
Doch dann waren Hand und Lippen mit einem Mal verschwunden. Tristan blinzelte und ärgerte sich sofort, dass er die Gelegenheit verpasst hatte, selbst aktiv zu werden und Elias nicht in eine tiefere Knutscherei verwickelt hatte. Denn der hatte mittlerweile schon wieder einen halben Meter Abstand zwischen sie gebracht hatte und sah etwas verstört aus.
„Das war kein richtiger Kuss“, beschwerte Tristan sich bei ihm.
„Das ist alles, was du kriegen wirst“, gab Elias dumpf zurück und war mit einem Mal geschäftig dabei, Tassen und Teller abzuräumen.
„Ja ja, schon gut“, gab Tristan nach und seufzte tief.
„Ich bringe das schnell nach unten und hole Bettzeug für dich“, informierte ihn Elias und verschwand, ohne ihn noch einmal anzusehen.
Tristan lehnte sich mit einem Lächeln zurück und gähnte dann herzhaft. Schade irgendwie. Er bezweifelte, dass heute noch etwas passieren, geschweige denn, dass er den Kleinen nach dieser Nacht noch einmal wiedersehen würde. Aber wenn er schon keinen Sex von ihm bekam, dann konnte er Elias zumindest als den Mann im Kopf behalten, der ihm den süßesten Geburtstagskuss seines bisherigen Lebens geschenkt hatte. Und das war doch auch schon etwas.

***

Als Elias wenig später mit einem Bündel Decken wieder die Treppen nach oben stieg, war er noch immer dabei, sich selbst zu verfluchen. Was hatte er sich nur dabei gedacht?
He, Tristan hat schließlich den beschissensten Geburtstag aller Zeiten, und was ist schon ein Kuss, hatte ihm seine betrügerische innere Stimme zugeflüstert. Aber eigentlich hatte er ihn geküsst, weil er selbst es gewollt hatte. Weil ihm ganz heiß und kalt geworden war, als er Tristans Hand in seinem Nacken und seinen Atem am Ohr gespürt hatte.

Für einen Moment blieb Elias zögernd vor der Zimmertür stehen. Seine Lippen prickelten noch immer von dem Kuss, den er mit Tristan geteilt hatte, aber zumindest sein Herzschlag hatte sich beinahe wieder normalisiert. Für den Rest des Abends musste er auf jeden Fall wachsam bleiben, sonst würde dieser Teilzeit-Playboy es doch noch schaffen, ihn ins Bett zu kriegen. Er musste verrückt geworden sein, dass ein derartiger Mann mit einem Mal so eine Anziehungskraft auf ihn hatte.
Als Elias schließlich durch die Tür trat, blieb er abrupt stehen. Tristan war tiefer in die Polster des Sofas gesunken, seine Augen waren geschlossen, und seine Brust hob und senkte sich langsam. Elias legte die Decken ab und schlich zum Sofa. Tristans Atemzüge klangen tief und regelmäßig. Er musste wirklich müde gewesen sein, von zwei Jobs an einem Abend.
Sachte breitete Elias eine der Decken über ihm aus und setzte sich dann vorsichtig neben Tristan auf das Sofa. Auf dem Tisch lag noch sein eigenes Horoskop von heute Morgen. Elias nahm es noch einmal zur Hand. „Eine gute Tat wird belohnt. Die Sterne werden Ihnen ein Geschenk machen“, las er nachdenklich.
Elias ließ das Blatt wieder auf den Tisch sinken und zog dann die Beine an, um sie mit den Armen zu umschlingen. Er legte den Kopf auf die Knie und betrachtete lächelnd den schlafenden Mann neben sich. Er war sich zwar noch nicht ganz sicher, was er von ihm halten sollte, aber was die Sterne einem schenken, sollte man nicht ablehnen, nicht wahr?
Aktualisiert: 11/02/10
Veröffentlicht: 11/02/10
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martin1112 am 12/02/10 08:54
gut sehr gut.

lg martin

Antwort des Autors pandora (12/02/10 13:04):
Hallo martin1112,

Dankeschön Smiley

LG, pandora
Kapitel 1
Nightbeast am 12/02/10 09:35
So süüüüüß^^

Deine Charas sind so toll beschrieben und ausgereift, und die Geschichte lässt sich sowas von flüssig lesen das man am Ende ankommt und sich fragt warum es nicht mehr weitergeht. Wirklich toll geschrieben!
Ich würde zu gerne wissen wie´s mit den beiden weitergeht (mitdemZAunpfahlwinkt)^^

Antwort des Autors pandora (12/02/10 13:14):
Hallo Nightbeast,

Dankeschön für das Lob *rotwird*

Ja, wie es weitergeht... Die beiden Jungs schwirren schon noch in meinem Kopf herum. Ausschließen will ich es also nicht. Versprechen kann ich es aber auch nicht. Ich neige dazu, längere Sachen nicht zu Ende zu schreiben -_- Eigentlich war dieser Oneshot seit Jahren schon die erste Sache, die ich allein geschrieben und beendet habe. Ich werde also sehen, ob die beiden penetrant genug für eine Fortsetzung sind. Smiley

Liebe Grüße, pandora
Kapitel 1
waidgnom am 12/02/10 10:58

Hallo Pandora!


Deine Geburtstagsgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie war sehr witzig geschrieben und sie hatte viele knuffige Momente. Besonders toll fand ich die Beschreibung von Elias Zimmer und Tristans Reaktion darauf. *kicher* Ich fand es auch niedlich, wie Elias versucht hat, Tristans Geburtstag noch schnell zu etwas besonderen zu machen.


Allerdings finde ich auch, das diese Geschichte noch weiter gehen soll. Die Beiden verdienen noch ein bisschen Zeit miteinander. Außerdem steht die Torte noch im Garten und du willst doch nicht, das Tristan Ärger bekommt oder???


In jedem Fall war diese Geschichte eine schöne Idee ,um den BxB Geburtstag zu feiern. Da freut man sich ja schon auf nächstes Jahr.


Tschüß Waidgnom


Antwort des Autors pandora (12/02/10 13:18):
Hallo waidgnom,

Danke für das nette Review *freu*

Oh Mist, die Torte. Da wird Tristan wohl wirklich Ärger kriegen... Es sei denn, Bertis Date war erfolgreich und er ist etwas besänftigt... Zwinkernd
Zum Thema, ob es weitergeht, habe ich bei Nightbeasts Review schon etwas gesagt. Ich kann es leider nicht versprechen.

Liebe Grüße, pandora
Kapitel 1
tolkiner am 13/02/10 07:08
Das ist das Ende??
Das ist doch erst ein Anfang! Zwar ein irre guter, aber jetzt ist doch noch so viel offen und unendliche Möglichkeiten wie es weiter geht. Ich würde sie wirklich gerne von dir weiter erzählt bekommen. Hofnungsvolle Grüsse Heidi

Übrigens, was ist Komparartistik?

Antwort des Autors pandora (14/02/10 13:50):
Hallo tolkiner,

Ja, das ist erst einmal das Ende. Die Geschichte war auch als Oneshot geplant, als Geschichte eines Kennenlernens. Aber natürlich bietet sich eine Fortsetzung an. Ich bin nur noch nicht sicher, ob ich sie schreiben will/kann. Smiley Mal sehen...

Komparatistik ist vergleichende Literaturwissenschaft (bei Wiki steht mehr dazu). Ich bin immer ganz neidisch auf die coolen Seminare, die die Komparatisten angeboten bekommen *seufz*

Danke für das Review und Liebe Grüße,
Pandora
Kapitel 1
Ailek am 15/02/10 17:01
sehr schöne geschichte!
die personen sind für die länge der story sehr gut gestaltet. das ende find ich ebenfalls gelungen und ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass eine fortsetzung sehr schwierig zu gestalten ist, um die atmosphäre beizubehalten Zwinkernd

lg
alex

Antwort des Autors pandora (15/02/10 18:21):
Hallo Ailek,

Danke für den Review und das Lob Smiley

Liebe Grüße, pandora
Kapitel 1
Niemue am 20/04/10 23:35
Oh wie süß!
Das ist eine tolle Geburtstagsgeschichte! Beide Charaktere gefallen mir wahnsinnig gut! ^^ Ich kann noch nicht mal sagen, wer mir besser gefällt und das ist echt selten der Fall!
Die Idee find ich auch toll und die Dialoge waren auch sehr schön aufgebaut.
Was ich mir jetzt wünschen würde: Mach biiiitte eine Fortsetzung! @[email protected] Biiiiiiitte!!
Gruß Niemue



Antwort der Autors pandora (13/05/10 02:21):
Hallo Niemue,

Da war doch noch was, dachte ich gerade und dann fiel mir ein, dass ich deinen netten Kommentar noch nicht beantwortet hatte. Vielen Dank für das Lob, es freut mich sehr, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat.
Zum Thema Fortsetzung: Mal sehen. Der Wille ist da, aber das Leben funkt, wie so oft, beständig dazwischen.

Liebe Grüße, pandora
Kapitel 1
soosa am 25/05/10 14:47
Hi !
Diese Story schreit doch laut nach einer Fortsetzung . Richtig süß die zwei .
Lg



Antwort der Autors pandora (02/06/12 20:41):
Ja, ich habe diesen Ruf durchaus auch schon vernommen, aber irgendwie war er wohl nicht laut genug. Mir fehlt derzeit einfach die Ruhe und ein wenig auch die Zeit, um mich zum Schreiben hinzusetzen.

Aber es freut mich, dass du die beiden mochtest. Smiley
Kapitel 1
jainoh am 13/01/12 20:43
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Tempo war sehr gut. Die Figuren waren lebendig und ihre Dialoge stimmten. Ich fand vor allen Dingen den doch sehr kuriosen Elias total niedlich. Ganz süße Idee und das Ende war romantisch wie es sich gehört.



Antwort der Autors pandora (02/06/12 20:39):
Vielen Dank für die netten Worte. Es freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat. Und über Lob von der Person, deren Geschichten mich vor über 10 Jahren (meine Güte, ich fange gerade an, mich alt zu fühlen *g*) überhaupt erst mit diesem "Genre" der Netzliteratur bekannt gemacht haben, freue ich mich fast noch ein bißchen mehr. Smiley
Kapitel 1
Ayano am 21/02/12 07:44
Leider viel zu kurz Weinen, grade wo es am schönsten wird, ist es plötzlich auch schon vorbei. Aber naja, was soll´s ich fand´s trotzdem schön die Geschichte zu lesen.

Lg Ayano



Antwort der Autors pandora (02/06/12 20:32):
Das ist das Fiese an Oneshots, ist man erstmal drin, sind sie schon vorbei. Geht mir auch immer so. Aber es freut mich, dass du Spaß damit hattest!
Kapitel 1
HeisseZitrone am 01/06/12 23:53
Oh wie goldig! Zu schade, dass es schon vorbei ist! Weinen Also ich wäre auch dafür, dass du diese süße Idee weiterspinnst und eine Fortsetzung schreibst bzw. was Größeres daraus machst. Smiley
Deine Charaktere und die Dialoge sind so realistisch, dass mir mein eigenes Geschreibsel im Vergleich voll schlecht und künstlich vorkommt xD
Auch die Idee selbst ist echt originell und besonders gefällt mir, dass Elias und Tristan absolut keine Stereotypen sind und sich auch gegenseitig überraschen. Der Kuss am Ende war dann das i-Tüpfelchen, wobei ich auch gerne noch mehr gelesen hätte... Grinsend
Insgesamt gibt es also echt nichts zu bemängeln, abgesehen davon dass ich weiterlesen will! Lächelnd



Antwort der Autors pandora (02/06/12 20:30):
*lach* Dankeschön. Bei so viel Lob werde ich ja gleich rot.

Um ehrlich zu sein, ich hatte sogar schon mit einer Fortsetzung angefangen, aber da geht im Moment nichts vorwärts und unfertige Sachen mag ich hier nicht zu veröffentlichen anfangen.
Kapitel 1
split am 15/07/15 10:33
Ich schließ mich der Allgemeinheit hier an: wirklich eine süße Geschichte.
Sie ist witzig, ruhig und macht Lust auf mehr, während sie so wie sie ist, vollkommen passt. Sehr gut gemacht.
LG
split
Kapitel 1
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Chiyuki
07/12/17 21:05
Danke, Zwackl und Carr :)

Carr
07/12/17 09:06
Danke an all jene,
die es jedes Jahr wieder schaffen den Adventskalender mit Geschichten und Bildern zu füllen!
Darauf freue ich mich immer ab dem 1.1
LG


zwackl
04/12/17 19:19
Ich wollt mich mal für den Adventskalender bedanken :D Ich freu mich jeden Tag über ein kleines Stück Geschichte :D Danke noch mal an all die fleißigen Schreibelein
lg Zwackl


TamSang
04/12/17 09:27
bei der 2 hab ich auch ewig gebraucht, aufm Handy - keine Chance, aufm PC hab ich die dünne Zahl dann lesen können...

jabba
04/12/17 07:35
is doch peinlich. gerade weil das kalenderbild schon mal da war sollte man denken, ich würde die 2 schneller finden... *such such*

Witch23
03/12/17 14:57
Einen schönen ersten Advent euch allen. ^_~

TamSang
30/11/17 10:01
Oh, der Kalender hat aber ein schönes Bild... Ist morgen echt schon der Erste? Wo ist das Jahr hin?

Nika
29/11/17 05:56
also, da die News nicht geändert werden können:
http://boyxboy.de/efiction/bxbadvent.php?year=2017


Nika
29/11/17 05:09
k9 ist der Held der Stunde. Ich habe die Geschichten noch nicht richtig überschaut, aber es fehlen sicherlich noch welche.
Melde mich wieder. *herz*


jabba
28/11/17 21:18
Nika-lein? Bist du so lieb und schaltest den Link + Adventskalenderbild aktiv? ... und gibts bescheid wie viele Türchen noch fehlen? *lockt mit keksen*

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