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Veröffentlicht: 21/05/10 Aktualisiert: 23/05/10
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Anmerkungen zum Kapitel
Diese Geschichte wurde für einen Wettbewerb auf animexx geschrieben.
Dabei sollten folgende Schlagworte in den Text eingebracht werden:
Kiwisorbet
Nasenklemme
Sparschwein
Exotik

Wie hier sind die Worte im Text kursiv geschrieben.

Ich hoffe es gefällt, es ist meine erste Geschichte auf dieser Seite Smiley
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1. holding out for a hero

Kiwisorbet

Oder auch:
Holding Out For A Hero




Ich bin kein Held.
Ich trage keine ultracoolen Seidenunterhosen über einem maßgeschneiderten Kostüm, ich habe keinen mysteriös oder nach besonderen Fähigkeiten klingenden Namen, keinen stahlharten Körper und ein markantes Kinn und ich habe weder Superkräfte, noch bin ich unglaublich cool.

Nein, eigentlich bin ich sogar so ziemlich uncool. Denn welcher Mensch außer mir trägt eine Nasenklemme beim Schwimmen? Welcher Junge in meiner Generation heißt schon noch Franz? Und welcher gottverdammte Junge wird noch rot bei den Gedanken an Sex, Küssen, nackte Männer – oder auch Frauen, aber ich stehe auf Männer, um das gleich mal zu erwähnen – oder aber auch, wenn einer der ganz coolen taffen Jungs sich dazu herablässt, ein Wort an ihn zu wenden? Oder einen Blick in seine Richtung zu verschwenden?
Und welcher halbwegs angesagte Kerl trägt die ausgelutschten Klamotten seiner älteren Brüder? Oder noch peinlicher; sogar manchmal die seiner Schwester – nein, wir reden hier nicht von Röcken, Kleidern, oder Pumps, sondern von T-Shirts und Hosen. Ich jedenfalls kenne keinen. Außer meiner Wenigkeit natürlich.

Meine Wenigkeit hat braune, kurze, ausgefranste Haare, die leider ständig in Stirn und Augen kleben, hässlich grüne Augen und einen Hang zur merkwürdigen Klamottenwahl.
Außerdem habe ich eine verdammt starke Vorliebe für Actioncomics, deren Helden und für Kiwisorbets, mein eiskalte Lieblingsspeise.
Zweimal die Woche schlurfe ich in den Laden meines Lieblingscomichändlers und gebe mein hart erarbeitetes – wer behauptet, Pakete umherwerfen am Flughafen sei einfach, der gehört bestraft – Geld für einen Haufen seltener Comics aus, die sofort in meine heißgeliebte Sammlung wandern. Nach dem obligatorischen Comiceinkauf verschwinde ich immer in dem kleinen Cafe direkt nebenan, in dem ich mir meine Lieblingsspeise gönne und dabei zärtlich in meinen Comics blättere.

Und da ich nicht nur Comics sammle, dieses merkwürdige Getränk ständig verzehre, sondern auch noch gut in der Schule bin, habe ich den Stempel 'uncool' praktisch auf Stirn und Arsch kleben.
Alles in einem ganz schön frustrierend.

Dass ich schwul bin, weiß auch so gut wie jeder – danke an dieser Stelle übrigens an meine Oma, die es für nötig hielt, während eines Schulfestes zum Thema Toleranz die Bühne zu stürmen und mich vor versammelter Schule, sowie Eltern, Großeltern oder sonstigen Leuten, zu outen und mit ihrem Regenschirm drohend Toleranz mir gegenüber zu fordern, bevor sie zusammen mit der Schulband – die sie eigentlich bloß zu übertönen versuchte – ein Liedchen schmetterte. Und dass ich eine verkappte Jungfrau bin, kann sich jeder denken, der sieht, wie ich beim Thema Sex rot anlaufe, stottere und Schweißausbrüche, Piepsstimme und die ein oder andere Panikattacke bekomme.

Aber - und das will ich hier auch nochmal gleich klarstellen: Ich bin kein armes verlassenes Entlein, das in der Schule gemobbt wird und keine Freunde hat.
Ich habe sogar recht viele Freunde. Okay, die meisten, nein, fast alle, sind weiblicher Natur, aber darum geht es schließlich nicht. Ich kann mich mit Mädchen einfach besser unterhalten, denn sobald ein Kerl auch nur ansatzweise gut aussieht, mache ich mich – wie zuvor schon erklärt – zum absoluten Deppen, ob ich will oder nicht.

Den ein oder anderen Kumpel habe ich auch ( welche aber nicht ‚anstatzweise‘ gut aussehen, um es mal ganz hart zu sagen ), die meisten aus dem Bereich der Comicsammler, aber auch nicht sehr viele, denn fast alle in meinem Alter, die sich noch mit so einer Sammelleidenschaft wie Comics beschäftigen sind… Freaks.
Und ja ich mag auch nicht ganz so der normale Kerl von nebenan sein, das Wort Freak trifft schon recht gut auf mich zu, aber dennoch bin ich nicht so… fanatisch.

Da wir das jetzt ja alles geklärt haben, können wir zurück zum Thema kommen:
Mein Anti-Heldendasein.
Was durch eine wirklich unbeabsichtigte Heldentat meinerseits aber schlagartig enden sollte und eine neue Ära für mich beginnen ließ.


~*@@*~


Es begann alles damit, dass meine beste Freundin Leo beschloss, unbedingt einem Typen aus unserem Jahrgang den Kopf verdrehen zu müssen. Natürlich ist es nicht irgendein Kerl, sondern der heißeste und begehrteste Typ an der Schule – ihrer Meinung nach. Phillip. Nicht, dass Phillip schlecht aussieht, das nun wirklich nicht, ich finde ihn nur zu… großkotzig.

Seine beiden besten Kumpels, Vinci und Jonathan, gefallen mir da wirklich besser. Beide haben einen ordentlichen Knall, was für mich allein schon ausreicht, um sie sympathisch zu finden, mal abgesehen von ihrem nicht zu verachtenden Äußeren.
Vinci mit seinen dunkelbraunen, ständig verwuschelten Haaren, dem Dauergrinsen und den braunen Augen, die einen immer so ansehen als wollten sie einem die Kleider vom Leib fetzen. Und Jonathan, die einzig wahre Brünette, wie Phillip immer so schön sagt, mit der stets perfekt sitzenden Frisur und den grün-braunen Augen, bei denen der Nacktscanner integriert zu sein scheint.
Damit gehören die beiden wohl kaum zu den wenig ansehnlichen Typen an unserer Schule.

Vincis Knall zeigt sich in seinem wirklich etwas feurigem italienischen Temperament, dem ständigen rumgefuchtel mit seinen Händen und seinem Hund Ninja, bei dem das Wort Exotik nicht einmal ansatzweise beschreibt, wie er aussieht. Er hat in etwa die Größe eines Pudels, den Kopf eines Bernhardiners, das Fell eines Chow-Chow und die Beine eines Zwerpinschers.
Man muss dieses ‘Ding‘ schon gesehen haben, um es sich vorstellen zu können. Stellt euch einfach einen hässlichen, aber auch irgendwie recht… ‘niedlichen‘ Hund vor, der alle drei Minuten seinen Schwanz jagt.

Außerdem hat Vinci die Angewohnheit, einem mehr als nah zu kommen, das Gesicht von einem in seine Hände zu nehmen und einem zuzuraunen, wie hübsch, talentiert, intelligent oder süß man doch sei, bevor er in deftige Flüche ausbricht und davon stampft.

Dass das bei mir schon regelmäßiges Schreien nach einer Tüte, weil Atemnot, geführt hat, sollte jedem klar sein.

Jonathan dagegen starrt einen oft minutenlang an, bringt einen vollkommen aus der Fassung und sieht dann einfach wieder weg. Am meisten jedoch beschreibt sich seine Meise darin, dass er schon mal mitten im Unterricht aufsteht und einen umarmt, weil man gerade so einsam, verlassen, traurig, verwirrt oder auch glücklich ausgesehen hat. Ob er dabei eine/n Lehrer/in oder Schüler/in umarmt, ist ihm egal.
Dass mich auch das schon öfters… nun, sagen wir, nervös hat werden lassen, nur am Rande.

Außerdem trägt er stets eine Hut, den er, wenn er ihn im Unterricht abnehmen muss, unter seinen Pullover oder das T-Shirt stopft, um ihn ja nicht zu verlieren. Und wehe, irgendjemand anderes fasst ihn an. Oder, was auch öfter vorkommt: er kann ihn zwei Minuten lang nicht finden, wenn er bereits auf seinem Kopf sitzt.

Beide haben auch schon das eine oder andere Mal wegen ihres… ‘etwas‘ aufdringlichen Verhaltens den Schulpsychologen aufsuchen müssen, der sie jedoch lediglich als ein wenig exzentrisch bezeichnet.


Und nun zurück dahin, wie ich doch noch zum Helden wurde, auch ohne das Kinn, das heiße Kostüm und den geilen Körper.


~*@@*~


Leo hat es, dank eines wirklich heißen Fetzens, wegen dem sie nicht nur ihr Sparschwein schlachten musste ( etwas, dass ich ja nie fertig bringen könnte, deswegen habe ich lediglich eine Sparkuh mit rosa fluffigen Haaren, deren Bauch man zum Geld entnehmen öffnen kann, oder, wie Leo es nennt: zum Geld melken ), sondern auch noch zum Direktor geschickt wurde, nachdem kein Junge mehr dem Unterricht Aufmerksamkeit schenkte, endlich geschafft, Phillip zu einem Date zu überreden.

Aber es ist nicht irgendein Date, es soll ein Picknick in dem Forst- und Naturschutzgebiet ganz in der Nähe werden, direkt an dem noch nicht Fluss, aber riesigen Bach, in dem das Bier kühl gehalten wird, man jedoch nicht baden kann, da er erstens viel zu kalt ist und zweitens ziemlich wild fließt, so dass man wirklich mitgerissen werden kann. Weswegen man das Bier schön zwischen ein paar Steine am Ufer klemmen muss, sonst ist das auch noch futsch.
Mit von der Partie bin ich jetzt plötzlich auch – und ohne meine vorherige Kenntnis – und dazu noch die beiden Knallköpfe, Jonathan und Vinci.

Den Grund dafür erklärt mir Leo damit, dass sie, ganz egal, wie gut sie Phillip kennt – naja, eben vom Sehen und Hörensagen her –, nicht mit ihm allein im Wäldchen hocken will. Warum sie sich dann aber nicht mit ihm in einem stinknormalen Cafe oder meinetwegen Kino verabreden wollte, kann sie mir nicht sagen.
Ich hege ja den Verdacht, dass sie leichte Hintergedanken bezüglich mir und den beiden anderen hat.

Jedenfalls naht der Tag des Dates, Leo wird immer aufgeregter, schlachtet nun auch noch ihren Sparelefanten und gackert in einem fort davon, wie toll das doch werden wird. Ganz bestimmt.

Am Tag des Picknicks fahren, nein, rasen, Leo und ich gemeinsam auf ihrem Roller – der passend zu ihrem Namen mit lilafarbenen Leomuster – was jedoch bloß Zufall war, da sie ihn von ihrer Cousine übernommen hatte – lackiert war – bis zum Parkplatz vor dem Naturpark, wo uns die drei anderen, sowie der schon wieder seinen Schwanz jagende Hund Ninja, erwarten.
Nachdem er uns begrüßt hat, umarmt Leo alle anderen, während Jonathan die Arme um mich wirft, mich fest an sich drückt und meinen Rücken klopft, als wolle er Steine rausmeißeln und Vinci mein Gesicht in seinen Händen zu sich heran zieht und mir zuraunt, wie schön es doch ist, dass ich gekommen bin, bevor er in derbe italienische Flüche ausbricht und einen Ball für Ninja wirft.

Nachdem Leo mir meine obligatorische Tüte gereicht, ich meine Atemnotattacke überstanden und die anderen genug gegrinst haben, rast Ninja voran und wir restlichen folgen ihm, bis er am Bach angekommen ist, diesen ankläfft, seinen Schwanz jagt, schließlich umfällt und einschläft.

Leo öffnet ihren Rucksack und packt eine rosa-lila-gekringelte Picknickdecke aus, die von den Jungs zwar erst kritisch beäugt, dann aber für gut genug zum drauf sitzen befunden wird und verteilt Pappteller und Becher, während Phillip ganz mannhaft das Bier kühlen geht und Jonathan vier verschiedene Salate auspackt, von denen ich mich fragte, wie wir die bloß aufgegessen kriegen sollen, denn Vinci packt auch nicht gerade wenig an Knabberzeug aus, Leo hat noch zwei Baguettes mit und ich Wrapteig.

Was sich jedoch nicht als Problem herausstellt, eher ist das Gegenteil der Fall. Jonathan und Vinci fressen wie Scheunendrescher, Phillip ist damit beschäftigt, Leo zu beindrucken und sie damit, sexy an ihrem Strohhalm, der in ihrer eiswassergekühlten Spritedose klemmt, zu nuckeln.
Und ich, ich sehe den beiden anderen fasziniert dabei zu, wie sie sich zeitgleich drei verschiedene Salate, plus Chips, sowie einem Stück Baguette und Salzstangen in den Mund schieben, um es dann mit einem Schluck Bier oder wahlweise Eistee runterzuspülen.

„Und du bist also schwul?“, fragt mich Jonathan natürlich in genau dem Moment, in dem ich etwas trinke und mich prompt verschlucke, da ich so direkt von ihm angesprochen wurde.
Ein wenig ungläubig sehe ich ihn an. Er sollte das doch wissen. Er spielt schließlich in der Schulband mit und hat hautnah erlebt, wie meine Oma Mikrofon und Macht an sich riss.

„Ja?“, mache ich piepsig und er nickt einfach nur.
„Reichst du mir mal eines von diesen Wrapdingern?“
Dazu muss ich mich umdrehen und mich auf alle viere begeben, weil ich nicht aufstehen will.
„Wisst ihr“, lässt Vinci verlauten, als ich gerade nach der Wrappackung greife, „ich steh ja nicht so auf Schwänze. Aber auf Ärsche.“

Mit diesen Worten tätschelt er mir einfach den Hintern. Und ich hänge total dämlich da, den Hintern in der Luft, einen Arm ausgestreckt und ein knallrotes Köpfchen, der Atemnot mal wieder nahe.
Jonathan, der sowieso kein Mann der vielen Worte ist und es niemals sein wird, schließt sich stillschweigend Vincis Beispiel an und keine Sekunde später habe ich zwei Hände an meinem Hintern fummeln.

„Jungs“, brummt Phillip, während Leo breit grinst, „er stirbt gleich.“

Und das tue ich vermutlich gleich wirklich, wenn mir nicht jemand mal eine Tüte reicht. Leo erkennt Gott sei Dank meinen etwas panischen Blick und wirft mir gelassen eine der Baguettetüten zu, in die ich hektisch atme, bevor ich mich mit knallrotem Kopf wieder rumdrehen kann.

Aus den Augenwinkeln kann ich sehen, wie Vinci breit und Jonathan besonnen grinst, wage es aber nicht, weiter in ihre Richtung zu sehen, bevor ich wieder enge Freundschaft mit der Tüte schließen muss.

Es ist merkwürdig, denn obwohl ich und Leo mit den drei eigentlich so gut wie nie etwas zu tun haben – jedenfalls außerhalb der Schule und ich dank meiner Schüchternheit nur aus der Ferne – läuft das Ganze hier – bis auf meine regelmäßigen Atemnotattacken bei der ein oder anderen Aktion der beiden Knallköppe – ganz gut und das ‘Date‘ verläuft blendend für Leo, wie ich finde.

Und so langsam klärt sich auch, warum Phillip eigentlich mit Vinci und Jonathan befreundet ist, eine Frage, die ich mir schon länger stelle, da die drei, oder zumindest Phillip, doch recht unterschiedlich sind.
Die drei lernten sich im Kindergarten kennen, wo sie viel zu laut kichernd von einer Erzieherin schon damals beim ‘Schwanzvergleich‘ oder fummeln mit Mädchen in selbst gebauten Höhlen erwischt wurden und besuchten gemeinsam die gleiche Klasse in der Grundschule und später auch auf der Gesamtschule.

Und während Phillip derjenige ist, der die anderen beiden von größten Unfug abhält, sind diese wiederum dafür da, ihn davon abzuhalten, sich zu sehr in sein Männlichkeitsgetue hineinzusteigern und sich vor den Mädchen zum Affen zu machen, wie sie uns erklären.

Während wir uns unterhalten – okay eigentlich reden nur die anderen und ich brumme ab und an mal zustimmend – rückt Jonathan immer näher und legt einen Arm um mich, woraufhin ich praktisch schockgefriere, bis Vinci den Arm runter fegt und stattdessen mein Gesicht in seine Hände nimmt, mir zu raunt was für hübsche Augen ich doch hätte und dann fluchend eine Olive aus dem Salat pickt.

Überhaupt starten die beiden immer wieder solche Aktionen, sie scheinen Spaß daran gefunden zu haben, mich wahlweise in Totenstarre fallen, oder nervös rum fuchteln zu lassen, während Leo und Phillip sich näher kommen.

Dann wacht aber Ninja wieder aus seinem Schönheitsschlaf auf und staubt sämtliche Essensreste ab, in dem er lauter Kunststückchen in einem fort aufführt. Schließlich rennt er bellend los, da er jetzt mal dringend für kleine Monster muss, wie uns Vinci liebevoll erklärt und seinem Hund fast verliebt hinter her blinzelt, bevor er beim aufräumen hilft.

Jonathan will aber unbedingt noch jeglichen Müll sorgfältig einsammeln und zieht damit Ninjas Ungeduld auf sich, der ihn jetzt kläffend umkreist und immer wieder nach seiner Hose schnappt und als Jonathan sich kurz bückt, um die Bierflaschen aufzuheben, hochspringt und ihm den Hut vom Kopf reist.

„Ninja!“,
brüllt Jonathan ganz im Gegensatz zu seiner sonst so ruhigen Art und Vinci brüllt ebenfalls, da er zu ahnen scheint, dass es seinem Hündchen an den Kragen gehen könnte.

Der findet das ganze jedoch bloß lustig und rennt noch immer kläffend vor den beiden weg, wir anderen drei hinterher, bis Jonathan einen Hechtsprung macht, um den Hund zu packen, der im gleichen Moment jedoch zur Seite springt und- mit einem lauten Platschen direkt im Bach landet.

Ich komme mit rudernden Armen vor dem mit großen Steinbrocken abgegrenzten Ufer zum halt und klettere wie die anderen so nah wie möglich ans Wasser, um Ninja zu helfen, der jetzt fast kreischt und hektisch versucht in dem kräftigen Sog über Wasser zu bleiben, den Hut noch immer in der Schnauze.

Und in genau dem Moment, in dem ich nur noch einen winzigen Schritt nach vorne treten will, rutsche ich aus und fliege ins Wasser, welches trotz sommerlicher Temperaturen Arschkalt ist.

Ich kann gerade noch ein kreischen unterdrücken, als ich wieder auftauche und mich prustend nach Luft schnappend an dem nächst besten festklammere, in diesem Fall Ninja, der wohl glaubt ich wolle ihn retten und versucht an mir hochzuklettern, mich knurrend mit den Pfoten kratzend.
Ich packe ihn mit einer Hand, um ihn mir vom Leib zu halten und versuche mit der anderen mich vorwärts zu bewegen, werde aber vom Sog herumgeschleudert und zu meinem ( und Ninjas ) Glück gegen die Steine am Ufer geschleudert, an denen ich mich in der Hoffnung, dass sie nicht wegbrechen festkralle und dann von Phillip und Vinci aus dem Wasser gezerrt werde, während Jonathan der erschrockenen Leo den Rücken tätschelt.

„Woah Alter“,
sagt Vinci und reißt mir erst mal die Klamotten vom Leib – naja zumindest T-Shirt und Jacke,
„Das du Ninja gleich hinter her springst, hätte ich ja nicht gedacht. Danke man“,
sprachs und zog mein Gesicht zu sich, um mir einen nicht gerade keuschen Kuss auf die Lippen zu drücken und mir seine trockene Sweatjacke zu reichen, nur um dann zu seinen in Jonathans Armen winselnden Hund zu sprinten, mich wie einen begossenen Pudel und mit rasendem Herzen zurücklassend.

„Ja man, danke“,
brummt nun auch Jonathan, der sich seinen nassen Hut schon wieder aufgesetzt hat und mich regelrecht mit seiner Umarmung zerquetscht, mir einen Kuss unters Ohr haucht und mich dann an der Hand nach oben zieht.

Und da ich wegzukippen drohe, als Leo mich anspringt, hält er sie noch weiter fest und stütz mich somit, bis sie fertig geschimpft hat, ignorierend, dass ich mich gerade wie im Schock fühle und vor mich hinstammle, dass ich doch bloß ausgerutscht bin.

Das ich trotzdem irgendwie zum Helden geworden bin, merke ich am nächsten Tag in der Schule, nicht nur an einigen anerkennenden Schulterklopfern und Kommentaren, sonder auch als ich das Kurszimmer betrete und auf meinem Platz tatsächlich ein Kiwisorbet steht, daneben eine Fotoautomaten Bilderreihe von Jonathan, Vinci und Ninja liegt mit der Bilderrückenbeschriftung:
Unser Held


~*@@*~



Ende.
Aktualisiert: 23/05/10
Veröffentlicht: 21/05/10
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Schlußanmerkungen zum Kapitel
Und? Was haltet ihr von dem Helden unter den Antihelden? Smiley
Naniu am 21/05/10 23:34
Hi!

Wow, das ist mal ein wirklich aufschlussreiches, lustiges erstes Kapitel! Die Figuren kommen klasse rüber und sind herrlich schräg drauf...*lach* Vinci und der andere Spinner machen keinen Unterschied zwischen Mädels und Jungs, oder? Ich kann mich garnicht entschieden, wen ich lieber mag!

Das einzige, was ich bemäckeln muss, ist die kursive Schrift: schwierig zu lesen. Aber das ist wieder so ein Html-Fehler, oder?

Der Held ist purer Zucker! *g* Das schreit ja geradezu danach, zu testen, mit was man ihn alles erröten lassen kann...*breiter grins*

Danke,
LG
Naniu



Antwort der Autors shootingWolf (22/05/10 09:14):
Hallo,

Danke für dein Review Smiley
Ja, dass mit der kursiven Schrift war ein html Fehler, den ich erst durch dein Review bemerkt habe. Wurde geändert Zwinkernd
Nein, die beiden machen keinen wirklichen Unterschied zwischen den Geschlechtern, Jonathan wohl noch nicht mal beim Alter Lächelnd
Und wer weiß, vielleicht lasse ich die beiden Knallköpfe nochmal testen, aws den Held in rot erstrahlen lässt ^^

lg
holding out for a hero
Naniu am 21/05/10 23:36
Ups, hab noch was vergessen: Geht's weiter? Da scheint nämlich was abgeschnippelt worden zu sein!!



Antwort der Autors shootingWolf (22/05/10 09:21):
Hallo nochmal Smiley

Abgeschnitten? Nein eigentlich nicht, es ist beendet. Eigentlich, da ich überlege eine Fortsetzung zu schreiben, mir dazu aber erst mal etwas einfallen muss Zwinkernd
lg
holding out for a hero
Naniu am 22/05/10 09:52
Hi! (ich schon wieder ^_-')
Hab jetzt erst alles lesen können, gestern hörte es mitten im Satz bei Leos Kleid auf...mit weniger kursiv ein einziges Lesevergnügen!

*lol* Hast du da nicht eine dicke, fette Warnung vergessen? Die Story ist echt zwerchfellgefärdend!!! *kugel*
Jedes Mal, wenn ich aufgehört habe zu japsen, kam das nächste Teil!

Das Trio Infernale ist einfach großartig! Und wirklich jeder der Knallköpfe zum Verlieben... auch wenn man sie sicher in Wirklichkeit spätestens nach einer Stunde ermordet hätte oder im Irrenhaus gelandet wäre!
Auch wenn solche Fragen nichts bringen...warum nur flucht Vinci? Ich könnte sicher genauso gut fragen, warum die Erde rund ist, huh? *g*

Ah! O_o' Franz und Philip?! Da sehe ich doch eher Franz als Spielzeug der irren Zwillinge Jonathan und Vinci enden!! *mitleidig gins*

Falls es helfen sollte, hol ich meine Pompoms (die ich erst einmal basteln müsste, fürchte ich) raus und buchstabiere tanzenderweise "Fortsetzung" für dich! ^_^

Danke für die gute Laune!
LG
Naniu



Antwort der Autors shootingWolf (22/05/10 10:34):
Hallöchen nochmal Lächelnd

Leider war noch ein html Fehler im Text, dessen Änderung hoffentlich bald freigegeben wird Smiley
Schön das ich dich wie Franz zur Atemnot bringen konnte, wenn auch auf eine andere Art und Weise Zwinkernd
Das Fluchen ist wohl Vincis Art seine überschüssige Energie zu kompensieren, er bräuchte einfach jemanden an dem er diese auch auf eine andere Art auslassen könnte Grinsend
Nur fraglich ob Franz sich am Ende für einen Lieblingspielkameraden entscheiden kann und was der 'verlassene' dann macht...?
Das mit den Pompoms fände ich nicht schlecht Lächelnd

lg
holding out for a hero
dilis am 22/05/10 22:52
eine süße geschichte, gefällt mir!




Antwort der Autors shootingWolf (22/05/10 23:17):
Dankeschön Smiley
holding out for a hero
Witch23 am 04/06/10 22:58
Also ich kann dazu nur sagen, interessant.
Die ganze Geschichte liest sich so, als ob da ohne Punkt und Komma los erzählt wird, mit einigen kleinen Fehlern die sich aber relativ überlesen lassen.

Ich persönlich hatte das Gefühl erschlagen zu werden, es wurde einfach zu viel in recht wenig Text hinein gestopft. Ok dadurch das es eine Ich Erzählung ist, ist das machbar weil es Franz ist der das ganze erzählt. Doch manchmal ist weniger auch mehr *eine Angewohnheit die ich oft bei Geschichten schreiben ebenfalls anwende und dadurch beim nachlesen der gerade geschriebenen Worte (meist schon ein paar Seiten, handschriftlich) gefrustet bin und irgendwann aufgeben, weil es nicht so wird wie ich es haben will Verlegen *

Ein paar stellen waren in der Geschichte dann auch etwas verwirrend, hier nur die die mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist: der passend zu ihrem Namen mit lilafarbenen Leomuster Leos Roller hat ein Löwenmuster? wie sieht das bitte aus ich dachte nämlich die wären recht einheitlich gefärbt, hast du da ne andere Katze im Kopf gehabt Smiley

Das was ich zu der Geschichte sonst abschließend sagen kann, ich find sie auf eine etwas wirre Art witzig geschrieben. Die beiden Egozentriker sind mir zwar etwas zu exzentrisch aber naja.

P.S. wie bist du nur auf so eine schräge Person wie Vinci gekommen.



Antwort der Autors shootingWolf (05/06/10 12:49):
Hallo Smiley

Erstmal Danke für dein Review Zwinkernd

Normalerweise schreibe ich auch nach dem Motto 'Kurz und knackig', wollte es diesmal aber etwas anders versuchen, da oft bemängelt wurde, dass meine Geschichten zu kurz und knackig wären. Den goldenen Mittelweg bin ich noch am suchen Zwinkernd

Mit Leomuster meinte ich eigentlich Leopard, aber stimmt Löwe ist das doch recht naheliegend Unentschlossen

Ich kenne einen da jemanden, der Vinci recht ähnlich ist, habe ihn als ungefähre Vorlage genommen Smiley

lg
holding out for a hero
nora am 29/07/10 19:45
weiter,weiter,weiter!!! bitte bitte schreib schnell weiter. die geschichte ist so schön humorig und gerade so zuckerig das sie nicht überzuckert ist, wenn du verstehst was ich meine.
liebe grüße...



Antwort der Autors shootingWolf (31/07/10 21:32):
Hallo Smiley
Danke für dein Review, ich denke ich verstehe was du meinst Zwinkernd
Ich versuche so bald wie möglich weiter zu schreiben.
lg
holding out for a hero
felis am 11/04/12 20:33
Einfach nur witzig!
holding out for a hero
am 01/01/70 01:00
holding out for a hero
HeisseZitrone am 06/08/12 23:25
Endlich mal ein OS, der mich voll und ganz überzeugt! Echt toll, gute Arbeit! Smiley
Einige Male musste ich echt grinsen oder sogar losprusten. Die Typen sind ja alle echt schräg drauf! Zwinkernd Mir gefällt dein Schreibstil total, ebenso die Tatsache, dass dies mal eine lockere und fröhliche Geschichte ganz ohne Herzschmerz, dafür aber mit viel Humor ist.
Ich hoffe mal, es gibt noch eine Fortsetzung? Lächelnd Falls nicht, ist auch nicht schlimm; vielleicht sogar besser, dann bleibt das so eine süße kleine Geschichte für zwischendurch. ^^
holding out for a hero
Heinbloed am 30/03/15 03:28
Sehr gelungen!
Eine Frage bleibt:"Wie bellt ein Hund wenn er einen Hut in der Schnauze hat!"
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Witch23
20/11/22 01:51
jo ist nur etwas wenierg los hier als früher ^^°

split
04/11/22 19:22
Also wenn die Seite offline gewesen wäre, hättest du die Frage nicht schreiben können, glaub ich. Jetzt funktioniert jedenfalls alles, soweit ich sehen kann *lebenszeichen geb*

beerman
03/11/22 22:08
Seite off`?

Witch23
20/08/22 10:06
Hallo zusammen

gerdhh171
23/07/22 21:10
hallo jungs

Witch23
29/06/22 06:27
Hallo auch

split
23/06/22 14:41
Hallo, welcome back

minori
22/06/22 18:02
Wenn man nach 13 Jahren mal wieder vorbei schaut :) Heyho

Witch23
10/06/22 09:30
Tja, solange bxb existiert sollte das auch ^^

carrabas
09/06/22 21:23
Dieser alte Login funktioniert noch :O

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