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Ein Märchen
Ein Mädchen zieht für ihren Vater in den Krieg. Im Königsschloss begegnet ihr die Prinzessin.

Genres: Fantasy, F/F (Yuri)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Challenges: Märchen Challenge

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 1666     Klicks: 9041
Veröffentlicht: 30/12/10 Aktualisiert: 31/12/10
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Anmerkungen zur Geschichte
Das dritte von drei Märchen, die kurz nach Weihnachten entstanden sind.
Das Original stammt aus einem Buch mit Märchen aus dem Balkan. Meine Version folgt dem soweit. Etwas ist hinzugefügt, nichts fortgelassen und ein Punkt fundamental geändert. Wer den findet, bekommt einen Keks.

Außerdem fehlte mir ein gxg-Märchen.
Anmerkungen zum Kapitel
Dies ist ein Märchen. Das darf unlogisch und vorhersehbar sein. Mary Sues und allwissende alte Frauen, die vom Himmel gefallen scheinen, sind ein Muss. Sonst wäre es kein Märchen.
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1. Silberzahn

Es war einmal ein Fürst, der hatte drei Töchter. Zu der Zeit, als diese im heiratsfähigen Alter waren, entspann sich ein Krieg zwischen seinem Könige und einem anderen. Der König rief das Heer zusammen und schickte auch zum Vater jener Mädchen und bestellte ihn und seine Soldaten ein. Als der Fürst diese Botschaft vernahm, da wurde er sehr betrübt, ging in sein Haus und blieb vor Kummer drei Tage in seinem Zimmer.

Da ging seine älteste Tochter zu ihm und sprach:
„Vater, warum bist du so traurig?“
„Ach, was soll ich dir sagen mein Kind! Unser König ruft zum Krieg auf und hat mich und meine Soldaten einbestellt.“ Da ward das Mädchen zornig und sprach:
„Ziehe hin und kehre nicht mehr wieder! Und ich Ärmste hatte geglaubt, du wissest nicht, welchem Mann du mich geben sollst.“ Und als das Mädchen das gesagt, ließ sie ihren Vater wieder allein.

Da ging seine mittlere Tochter zu ihm und sprach:
„Vater, warum bist du so traurig?“
„Ach, mein Kind, was fragst du mich! Deine ältere Schwester hat mich auch schon gefragt und als ich es ihr sagte, hat sie mich verlacht. Gehe hin und lass mich in Frieden bis der Kummer mich ins Grab bringt.“
„Nein, Vater, ich will dich nicht verlachen, sondern mit dir auf Abhilfe denken.“
„Ach, mein Kind! Unser König ruft zum Krieg auf und hat mich und meine Soldaten einbestellt.“ Da ward das Mädchen zornig und sprach:
„Ziehe hin und kehre nicht mehr wieder! Und ich Ärmste hatte geglaubt, du wissest nicht, welchem Mann du mich geben sollst.“ Und als das Mädchen das gesagt, ließ sie ihren Vater wieder allein.

Da ging auch seine jüngste Tochter zu ihm und sprach:
„Vater, warum bist du so traurig?“
„Ach, mein Kind, was fragst du mich! Deine älteste und deine ältere Schwester haben mich auch schon gefragt und als ich es ihnen sagte, hat sie mich verlacht. Gehe hin und lass mich in Frieden bis der Kummer mich ins Grab bringt.“
„Nein, Vater, ich will dich nicht verlachen, sondern mit dir auf Abhilfe denken.“
„Das sprach auch deine ältere Schwester als ich es ihr nicht sagen wollte. Und als ich es ihr sagte, hat sie mich verlacht. So gehe denn und lass den Kummer mich ins Grab bringen.“
„Aber wie könnte ich den Kummer dich ins Grab bringen lassen ohne auf Abhilfe zu beratschlagen? Bist du nicht mein Vater und bin ich nicht deine Tochter?“
„Ach, mein Kind! Unser König ruft zum Krieg auf und hat mich und meine Soldaten einbestellt.“ Da setzte sich das Mädchen zu ihm, wiegte den Kopf hin und her und dachte nach.
„Vater, gib mir deinen Segen und drei Anzüge und lass mich statt deiner in den Krieg ziehen. Mir wird schon nichts geschehen und du hast noch meine Schwestern.“

So gab ihr denn der Vater drei Anzüge und ein Pferd. Der Segen des Vaters jedoch verwandelte sich in ein Hündchen, das dem Mädchen überallhin folgte. Und so ritt sie mit den Soldaten des Vaters zum Königsschloss.

Dort am Tor saß aber eine kluge Alte, die sprach zur Königstochter:
„Siehst du den jungen Mann, der da kommt und so schön ist? Das ist kein Mann, sondern ein Mädchen und dafür setze ich meinen Kopf.“
Das Mädchen aber war inzwischen zum König gegangen und sagte:
„Ich bin ein Kriegsmann und komme an meines Vaters statt mit seinen Leuten.“ Und der Schreiber des Königs setzte sie auf eine Liste.

Als das Mädchen wieder hinaus gegangen war, sprach die Prinzessin zum König:
„Das ist kein Kriegsmann, sondern ein Mädchen und sie hat mein Herz entflammt.“ Der König wollte dies nicht glauben, doch als die Prinzessin darauf bestand, sagte er:
„Nun denn, dann müssen wir sie prüfen. Ich will dir sagen, was du tun kannst, um die Wahrheit zu erfahren. Geht zusammen auf den Markt. Dort gibt es in dem einen Laden Pistolen, Gewehre und Schwerter und in dem anderen Schmuck und schöne Kleider. Wenn das ein Mädchen ist, so wird sie den Schmuck und die Kleider anschauen wollen. Wenn es aber ein Mann ist, wird er die Pistolen und Gewehre anschauen.“

Aber das Hündchen des Mädchens hatte sich im Thronsaal versteckt und das ganze Gespräch mit angehört. Es lief zu dem Mädchen und erzählte ihm von dem Plan.
„Ich darf mich nicht verraten, denn sonst muss doch mein Vater in den Krieg ziehen.“

Am nächsten Morgen sprach die Prinzessin zu dem Mädchen:
„Dort drüben auf dem Markt verkaufen sie Waffen. Komm' mit mir dort hin.“ So gingen sie zusammen zum Markt und das Mädchen ging ohne einen Blick auf den Schmuck und die Kleider in das Waffengeschäft. Dort handelte sie mit dem Kaufmann um zwei Pistolen und ein Schwert.
„Komm mit mir auch noch herüber, die schönen Kleider und den Schmuck anschauen.“ Doch das Mädchen sprach:
„Gern kannst du herüber gehen. Doch lass mich hier zu Ende handeln und dann am Brunnen auf dich warten.“

Die Prinzessin ging am Abend zum König und erzählte ihm, was vorgefallen war. Da lachte der König und sprach:
„Nun, das wird wohl doch ein Kriegsmann sein.“ Doch die Prinzessin antwortete:
„Das ist kein Kriegsmann, sondern ein Mädchen und sie hat mein Herz entflammt.“ Der König wollte dies nicht glauben, doch als die Prinzessin darauf bestand, sagte er:
„Nun denn, dann müssen wir sie prüfen. Ich will dir sagen, was du tun kannst, um die Wahrheit zu erfahren. Gehe mit ihr zu Turm mit seinen siebenhundert Stufen. Wenn es ein Mädchen ist, so werden ihr drei Blutstropfen entfallen, wenn die auf den Turm gestiegen ist. Ist es ein Mann, so wird das nicht geschehen.“

Aber das Hündchen des Mädchens hatte sich wieder im Thronsaal versteckt und das ganze Gespräch mit angehört. Es lief zu dem Mädchen und erzählte ihm von dem Plan.
„Ich darf mich nicht verraten, denn sonst muss doch mein Vater in den Krieg ziehen.“

Am nächsten Morgen sprach die Prinzessin zu dem Mädchen:
„Wir wollen einmal auf den Turm steigen und uns das Reich anschauen.“ Da steigen sie auf den Turm, die Prinzessin voran, das Mädchen hintendrein. Als sie aber fast oben waren, fielen der Prinzessin drei Blutstropfen auf die Stufen und dem Mädchen auch. Das Hündchen aber leckte sie auf, sodass die Prinzessin sie nicht entdecken konnte, als sie sich umwandte.

Die Prinzessin ging am Abend zum König und erzählte ihm, was vorgefallen war. Da lachte der König und sprach:
„Nun, das wird wohl doch ein Kriegsmann sein.“ Doch die Prinzessin antwortete:
„Das ist kein Kriegsmann, sondern ein Mädchen und sie hat mein Herz entflammt.“ Der König wollte dies nicht glauben, doch als die Prinzessin darauf bestand, sagte er:
„Nun denn, dann müssen wir sie prüfen. Ich will dir sagen, was du tun kannst, um die Wahrheit zu erfahren. Lade sie morgen zum Baden ein und dann kannst du sehen, ob sie ein Mädchen ist oder nicht.“

Aber das Hündchen des Mädchens hatte sich wieder im Thronsaal versteckt und das ganze Gespräch mit angehört. Es lief zu dem Mädchen und erzählte ihm von dem Plan.
„Ich darf mich nicht verraten, denn sonst muss doch mein Vater in den Krieg ziehen.“

Am nächsten Morgen sprach die Prinzessin zu dem Mädchen:
„Komm mit, wir wollen Schwimmen gehen.“ So ritten sie denn zum Meer. Dort sprach die Prinzessin zu dem Mädchen:
„Nun ziehe dich aus.“ Sie aber erwiderte:
„Ziehe du dich nur aus, ich bin gleich fertig.“ Während aber die Prinzessin sich umwandte, stieg sie schnell auf ihr Pferd und ritt davon. Da zog die Prinzessin ihren Ring vom Finger und war ihn ihr nach. Er traf das Mädchen an einem ihrer Zähne und versilberte ihn ein wenig.

Da ging die Prinzessin zum König und erzählte was vorgefallen war:
„Ich liebe sie und will sie zur Frau.“ Und der König sprach:
„Was kann ich dir helfen? Gehe zu ihr und nimm' sie zur Frau.“
Die Prinzessin zögerte nicht und brach zu der Stadt auf, in der das Mädchen wohnte. Unterwegs traf sie eine Magd, mit der sie die Kleider tauschte.

Darauf kaufte sie noch eine Anzahl Garne und ging zu dem Haus, in dem das Mädchen wohnte. Dort rief sie mit lauter Stimme:
„Kauft Garne! Kauft Garne!“ Da kam die älteste Schwester des Mädchens, um welche zu kaufen. Doch als die Prinzessin das sah, ging sie von dannen.

Am nächsten Tag hatte sie Bänder gekauft und ging wieder zu dem Haus, in dem das Mädchen wohnte. Dort rief sie mit lauter Stimme:
„Kauft Bänder! Kauft Bänder!“ Da kam die ältere Schwester des Mädchens, um welche zu kaufen. Doch als die Prinzessin das sah, ging sie von dannen.

Am dritten Tag hatte sie Knöpfe gekauft und ging wieder zu dem Haus, in dem das Mädchen wohnte. Dort rief sie mit lauter Stimme:
„Kauft Knöpfe! Kauft Knöpfe!“ Da kam die das Mädchen, um welche zu kaufen. Die Prinzessin aber ergriff ihre Hand, gab sich zu erkennen und herzte und küsste sie. Und die beiden gingen zum Vater des Mädchens und die Prinzessin bat um ihre Hand. Als der Vater die Geschichte gehört hatte, stimmte er freudig zu und die beiden hielten am nächsten Tag Hochzeit.

Und der Vater lebte noch viele Tag in Freude und ist auch nicht aus Kummer gestorben, sondern weil er schon sehr alt war. Die Prinzessin und das Mädchen aber lebten glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben wären, täten sie es noch.
Aktualisiert: 31/12/10
Veröffentlicht: 30/12/10
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Schlußanmerkungen zum Kapitel
Falls sich irgendjemand fragt, was aus dem Krieg geworden ist: Er ist mangels Beteiligung abgesagt. Nein, ich habe keine Ahnung. In der eigentlichen Version ist er auch nur dazu da, das Mädchen dszu zu bringen, zum König zu gehen.
Witch23 am 30/12/10 20:42
Es war einmal ein Fürst, der hatte drei heiratsfähige Töchter und um diese Zeit entspann sich ein Krieg zwischen seinem Könige und einem anderen.[/u] Königreich? etwas schwe5r zu lesen der Anfang

Die Geschichte kam mir auch irgendwie bekannt vor. Lächelnd

Aber nett geschrieben schön im Stil eines Märchens. An ein paar punkten hätte ich mir etwas mehr Handlung gewünscht, aber ansonsten nett. Zwinkernd



Antwort der Autors carrabas (31/12/10 14:16):
Danke für dein Review. Smiley
Die Stelle ist geändert.

Carrabas
Silberzahn
felis am 19/04/12 20:00
Hm, da steht aber noch immer seinem Könige. Müsste das e nicht wegfallen?
Tolles Märchen, nur was passierte mit dem Segen? Zwinkernd

Gruß felis



Antwort der Autors carrabas (05/05/12 17:21):
Danke für dein Review. Smiley

Die Variante mit dem "Könige" ist für mich einfach eine alte Sprache, die keiner mehr benutzt, aber die in Märchen wunderbar wirkt. Oder doch zumindest bekannt wirkt. Zwinkernd

Was wird aus dem Segen? Keine Ahnung. Wahrscheinlich springt er fröhlich für den Rest seiner Tage (Wie lange lebt ein Segen?) herum. Darüber hatte ich mir wirklich keine Gedanken gemacht. Lächelnd
Silberzahn
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Witch23
20/08/22 10:06
Hallo zusammen

gerdhh171
23/07/22 21:10
hallo jungs

Witch23
29/06/22 06:27
Hallo auch

split
23/06/22 14:41
Hallo, welcome back

minori
22/06/22 18:02
Wenn man nach 13 Jahren mal wieder vorbei schaut :) Heyho

Witch23
10/06/22 09:30
Tja, solange bxb existiert sollte das auch ^^

carrabas
09/06/22 21:23
Dieser alte Login funktioniert noch :O

Witch23
18/04/22 12:17
Danke dir, sonst wünsche einfach schöne Feiertage, die sollten fast alle ab Freitag haben ^^

split
15/04/22 09:43
Keine Ahnung, ob man das schon am Karfreitag tut, aber ich wünsche Euch allen schon einmal Frohe Ostern und ein paar entspannte Tage.

Witch23
25/01/22 13:28
Freuen uns über jeden der hier ist

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