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2. Dezember 2005

"Weihnachtszirkus"(Teil 2) von Youkita

Apollo war unterdessen bei sich "zu Hause" angekommen. Seufzend schloss er die Tür des alten, heruntergekommenen Zirkuswagens auf und knipste das Licht an. Seine Stimmung war auf dem Nullpunkt, was sich auch nicht besserte, als sein Partner Marius in der Tür erschien.

"Du bist spät! Wo warst du so lange? Wir haben auf dich gewartet. Ohne die neuen Stangen konnten wir das Trapez nicht aufbauen!"

Der blonde Schwede war ernsthaft sauer. Apollo sah ihn nur an und zuckte mit den Schultern.

"Ich hatte einen kleinen Unfall. Nichts Schlimmes, aber dadurch bin ich aufgehalten worden und konnte nicht eher zurück sein. Tut mir leid. Hier sind die Sachen. Ich hoffe sie sind in Ordnung und jetzt entschuldige mich. Ich muss mich umziehen und dann zum Arzt!"

Damit schob er den völlig verdutzen Fänger aus dem Wohnwagen, schloss die Tür hinter ihm ab und begann sich umzuziehen. Seine Gedanken waren bei Armand.

#Hoffentlich ist er gut nach Hause gekommen. Es tut mir so leid. Ich hätte nicht sofort zuschlagen sollen, aber die Reaktion war doch ganz normal wenn man von hinten gepackt wird. Es hätte schließlich auch wieder so ein Dreckskerl wie damals sein können. Er wird schon OK sein.#

Marius starrte den Zirkuswagen nur verdutzt an. Hatte er das jetzt geträumt, oder wirklich erlebt? Nun endgültig vor Wut kochend wollte er grade gegen die Tür trommeln, als diese sich öffnete und der junge Ire heraustrat.

Marius packte ihn grob an den Armen.

"Sag mal spinnst du? Was sollte das? Wir sind eh schon in Verzug und müssen uns beeilen. Wenn der "Unfall" angeblich nicht so schlimm war, dann reicht es doch, wenn sich Pepe deine Verletzungen ansieht. Davon mal ganz abgesehen glaube ich dir eh kein Wort. Ich denke eher, dass du mal wieder irgendwo gebummelt hast! Oder hast du dich irgendwo mit einer französischen Hure amüsiert?"

Sei Blick wurde kalt wie Eis. Apollo schnaubte verächtlich.

"Bestimmt nicht! Und was den Unfall betrifft, ich lüge nicht! Es ist wirklich passiert und ich habe dem anderen versprochen mich richtig ärztlich untersuchen zu lassen, damit gewährleistet ist, dass ich keine Schäden zurück behalte und ihn deshalb nachträglich belange. Ihr könnt ja wohl auch einmal ohne mich proben. Es ist doch eigentlich eh nur Routine!"

Damit löste er sich von dem anderen und ließ ihn erneut einfach stehen. Dieser trat einen Eimer, der grade im Weg lag weg, schnappte sich die Trapeze und begab sich in die Manege um mit Hilfe des zweiten Fliegers ihren Arbeitsplatz aufzubauen. Auf dessen Frage, warum er so schlechte Laune hatte und wo Apollo sein murmelte er nur etwas unverständliches. Jonathan zuckte mit den Schultern und beließ es dabei. Er wusste mittlerweile, dass der Schwede ungenießbar war wenn er schlechte Laune hatte und man ihn lieber in Ruhe lassen sollte, wenn man kein blaues Auge riskieren wollte. Ruhig und routiniert bauten sie das große Showtrapez auf und begannen mit dem Training.
Apollo hatte in der Zwischenzeit eine noch offene Arztpraxis erreicht und saß im Wartezimmer. Er hoffte, dass es nicht so schlimm war, denn dann würde Marius ihn sicher aus der Nummer schmeißen. Als er aufgerufen wurde begann sein Herz schneller zu schlagen, aber der Arzt konnte ihn nach eingehender Untersuchung beruhigen. Er hatte nur ein paar schmerzhafte, aber nicht wirklich gefährliche Prellungen und blaue Flecken. Erleichtert verließ der junge Ire das Gebäude in dem sich die Praxis befand und bleib unschlüssig davor stehen. Wieder schlich sich Armand in seine Gedanken und er packte ohne zu überlegen in seine Manteltasche in der die Eintrittskarte für das Ballett steckte. Er zog sie raus und sah leicht wehmütig darauf.

#Wenn ich jetzt zu dieser Vorführung gehe, dann ist es endgültig um mich geschehen. Ich glaube, ich habe mich wider aller Logik und Vernunft in diesen Mann verliebt, obwohl ich ihn noch keine Tag kenne, nichts über ihn weiß außer dass er mindestens drei Nummern zu groß für mich ist und er die schönsten Augen hat, die ich je bei einem Mann gesehen habe.#

Seufzend steckte er die Karte wieder ein und machte sich auf den Weg zum Theater. Vor einem Bekleidungsgeschäft machte er halt und betrachte sein Äußeres in der Fensterscheibe.

#Mit diesem Lumpen lassen die mich sicher nicht ins Theater. Ich sollte mir einen neunen Mantel kaufen.#

Er zog die wertvolle Eintrittskarte erneut aus der Tasche und steckte sie fast schon behutsam in seine Geldbörse. Dann betrat er den Laden, skeptisch beäugt von einem jungen, perfekt gekleideten Verkäufer. Bei den Mänteln blieb er stehen und betrachtete sich einige, bis er einen fand, der ihm gefiel. Er streifte seinen alten Mantel ab und legte ihn vorsichtig auf einen Stuhl. Dann zog er den neuen Mantel an, der perfekt saß. Zufrieden nickte er sein Spiegelbild an, wechselte die Kleidungsstücke und machte sich auf den Weg zur Kasse um zu bezahlen.
Der junge Verkäufer hatte ihn die ganze Zeit beobachtet und folgte ihm auch jetzt bis zur Kasse. Er konnte sich nicht vorstellen, dass so ein ärmlich gekleideter Mann in der Lage war sich einen solch wertvolles Stück zu leisten.

"Guten Abend der Herr! Dieser Mantel soll es sein? Ein besonders feines Stück wenn sie mich fragen. Original Armani, frisch aus Italien eingetroffen. Er kleidet sie vorzüglich! Wie wünschen der Herr zu bezahlen?"

Lauernd sah er seinen Kunden an. Dessen Blick hatte sich bei dem geschwollenen Gerede merklich verdüstert. Er konnte solche scheinheiligen Schleimer nicht leiden, erst recht nicht, wenn sie ihm hinterher spionierten wie einem Schwerverbrecher.
Dementsprechend kalt fiel auch seine Antwort aus.

"Mit Karte wenn's recht ist!"

Apollo legte ihm eine goldene Visa Card vor die Nase. Der Verkäufer schluckte. Damit hatte er nicht gerechnet. Zügig wickelte er den Kauf ab.

"Vielen Dank der Herr! Wünschen sie den Mantel direkt anzuziehen? Dann entferne ich ihnen die Etiketten!"

Mit einem aufgesetzt wirkenden Lächeln sah er den jungen Mann an. Dieser nickte nur.

"Ja! Und bitte packen sie meinen alten Mantel ein. Vielen Dank!"

Innerlich grinste er, denn er wusste, dass der aufgetakelte Lackaffe das verdreckte Kleidungsstück nur wiederwillig anfassen würde. Der ließ sich jedoch nichts anmerken, nahm den alten Mantel entgegen, faltete ihn sorgfältig zusammen und steckte ihn in eine Tüte, die er Apollo mit seinem künstlichen Lächeln überreichte.

"Vielen Dank für ihren Einkauf der Herr und beehren sie uns recht bald wieder!"

Der junge Ire nicke nur kühl und verließ das Geschäft. Draußen atmete er erst mal erleichtert auf und warf einen Blick auf die Uhr. Erschrocken stellte er fest, dass er nur noch 30 Minuten hatte bis das Stück anfing. Zähneknirschend nahm er sich ein Taxi, weil er unter keinen Umständen zu spät kommen wollte. Eine knappe Viertelstunde vor Beginn erreichte er das Opernhaus und gab seine Tüte und den neu erworbenen Mantel an der Garderobe ab. Noch eine Blick in den Spiegel werfend betrat er den Saal, wo er freundlich von einem Platzanweiser begrüßt und zu seinem Sitz geleitet wurde. Überrascht stellte er fest, dass es sich dabei um einen Logenplatz handelte. Außerdem registrierte er, dass der hilfsbereite junge Mann seine Karte nicht einriss, wie es normalerweise üblich war. Er sprach ihn darauf an.

"Entschuldigen sie, werden Eintrittskarten nicht normalerweise eingerissen?"

Der andere Mann lächelte ihn an.

"Doch, aber nur wenn es sich um Einmalkarten handelt. Diese hier ist aber eine Dauerkarte. Damit können sie jederzeit in die Oper und beliebige Vorstellungen sehen. Haben sie das nicht gewusst?"

Apollo sah ihn entgeistert an. Das war ihm wirklich nicht aufgefallen. Armand hatte es auch mit keinem Wort erwähnt.

"Nein, die Karte ist ein Geschenk, aber es ging alles sehr hektisch zu und mein Freund hat auch nichts davon gesagt!"

#Was habe ich da gerade gesagt? Mein Freund? Ich muss wahnsinnig sein. Wenn er jetzt aufgrund irgendeiner Eintragung sehen kann, wer mir die Karte gegeben hat, dann bringe ich Armand vielleicht in Teufels Küche!#

Verlegen senkte er den Blick. Mathieu zwinkerte ihm fröhlich zu.

"Dann wollte ihr Freund sie sicher überraschen! Er muss sie sehr lieben. Diese Karten sind streng limitiert und nur für bestimmte Leute zu erwerben. Wenn die sie dann verschenken, dann muss es schon an einen ganz besonderen Menschen sein! Ich wünsche ihnen auf jeden Fall ganz viel Spaß bei der Vorstellung! Wenn sie etwas wünschen, ich stehe ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie müssen sich nur melden!" Mit diesen Worten zog er sich in eine Ecke im hinteren Bereich der Loge zurück und hinterließ einen zutiefst verwirrten Apollo.

#Nur für ganz besondere Menschen? Sehr seltene Tickets? Himmel, das muss ein Missverständnis sein. Warum sollte er ausgerechnet mir so eine Karte schenken? Ich bin ganz sicher nichts Besonderes und erst recht nicht für ihn! Ich muss nach der Vorstellung unbedingt zu ihm und die Karte zurück geben. Womöglich war sie für jemand anderen gedacht, der jetzt auf einem schlechten Platz sitzen muss.#

Mit merklich schlechtem Gewissen ließ er sich in seinen Sessel zurück sinken und wartete auf den Beginn der Vorstellung. Mathieu stellte ihm unaufgefordert ein Glas Wasser auf das Tischchen neben ihm.
Armand bekam von all dem nichts mit . Er saß in seiner Garderobe und machte sich für die Vorstellung fertig. Sein Bauch tat dank der Tabletten und dem Bad nicht mehr weh.

#Ob er kommt? Ich glaube nicht. Wen er abends arbeitet, dann kellnert er sicher irgendwo und dann ist es so gut wie unmöglich, dass er es bis 20:00 Uhr schafft.#

Er stand auf und verließ die Garderobe um noch einen Blick durch das Loch im Vorhang zu werfen. Er wusste, wo der Platz lag, auf dem der Rothaarige sitzen müsste wenn er da wäre.
Einen kurzen Moment zögerte er noch, doch dann überwand er seinen inneren Schweinehund. Was er sah ließ es in seinem Bauch kribbeln. Da saß der Grünäugige zusammengekauert auf seinem Logenplatz und schien gespannt zu warten dass es losging. Strahlend löste sich der dunkelhaarige Balletttänzer von dem Loch und begab sich an seine vorgegebene Position. Keinen Moment zu früh, denn schon erklang die Musik und das Stück begann. Armand legte all seine Energie in die Tänze. Heute wollte er nur für Apollo tanzen. Dieser sah dem Schauspiel fasziniert zu. Es war schon sehr lange her seid er das letzte Mal in einem Ballett war und er konnte sich nicht erinnern, dass es damals auch nur annähernd so schön war. Armands Anmut und Eleganz trieben ihm die Tränen in die Augen. Immer mehr wurde ihm bewusst, dass zwischen ihnen beiden Welten lagen und dass er gehen musste, bevor es zu spät war. Darum stand er auf, nickte dem jungen Logendiener mit einem geflüsterten: "Bin kurz auf Toilette!" zu und verließ die Oper fast fluchtartig. In seinen smaragdgrünen Augen standen Tränen, die er sich energisch wegwischte.
Mathieu sah ihm erstaunt hinterher. Irgendetwas stimmte nicht mit dem Mann. Er stand auf und trat näher an dessen Sitz. Dort lag die Karte. Entsetzt starrte der junge Franzose auf das Stück Papier. Nach einem kurzen Moment des Zögerns entschloss er sich dem merkwürdigen Mann hinterher zu laufen, denn Vicomte de Chatelet hatte ihm vor der Vorstellung unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass der Mann, der hoffentlich auf diesem Platz sitzen würde, ihm sehr viel bedeutete und dass er in wie einen König behandeln sollte.
Besorgt machte sich der Braunhaarige auf die Suche.

In der Oper war unterdessen Pause und Armand beschloss kurz in die Loge zu gehen um sich bei Apollo für dessen Kommen zu bedanken. Als er jedoch dort ankam, fand er sie leer vor. Nur die Karte lag einsam und verlassen auf dem Sitz. Der junge Tänzer sank verzweifelt auf die Knie. Er ahnte, dass sein Gast nicht nur kurz "für Herren", sondern einfach so während der Vorstellung verschwunden war. Eine merkwürdige Leere machte sich in ihm breit. Ohne dass er es merkte liefen ihm Tränen über die Wangen. Wie in Trance ging er zurück hinter die Bühne und spielte die zweite Hälfte der Vorstellung.

Mathieu hatte unterdessen die Suche aufgegeben und kam vollkommen erschöpft am Opernhaus an. Die Vorstellung war mittlerweile zu Ende. Die Zuschauer waren gegangen und nur in der Garderobe des Stars der Aufführung brannte noch Licht. Zaghaft klopfte der junge Mann an die Tür. Als keine Antwort kam, trat er leise in den kleinen Raum, wo sein "Arbeitgeber" und bester Freund den Kopf auf die Tischplatte gelegt saß und den Anschein erweckte als schliefe er. Vorsichtig um ihn nicht zu wecken trat er näher an den Tisch heran.

"Du hast ihn nicht gefunden, nicht wahr? Warum? Warum ist er einfach weggelaufen? Hat er dir etwas erzählt?"

Armand setzte sich auf, drehte sich um und sah dem zierlichen, aber trotzdem kräftigen jungen Mann traurig in die Augen. Dieser war als er so vollkommen unvorbereitet dessen Stimme hörte zusammengezuckt, trat jetzt aber vollends an den Älteren heran und legte ihm behutsam die Hände auf dessen schmale Schultern.

"Nein, er meinte nur er müsse auf Toilette. Das war nach einer knappen Stunde. Ich habe mich gewundert, weil er vorher die ganze Zeit wie gebannt auf seinem Sessel gesessen und zugesehen hat. Darum bin ich auch aufgestanden um nachzusehen, ob er wirklich nur auf Klo gegangen ist. Als ich die Karte auf seinem Platz sah wusste ich, dass etwas nicht stimmte und bin ihm nach, aber ich habe ihn nicht gefunden!"

Er ließ sich auf die Knie sinken und zog seinen Freund fest an sich. Dieser schlang die Arme um ihn und senkte seinen Kopf in dessen Halsbeuge. So saßen sie lange, bis Mathieu sich vorsichtig aus der Umarmung löste und den, mittlerweile eingeschlafenen Tänzer sanft hochhob und zum Auto brachte. Dann ging er noch mal zurück um alles abzuschließen und fuhr den vollkommen Erschöpften nach Hause, wo er ihn auszog, ins Bett legte und fast schon zärtlich zudeckte.
Als er das erledig hatte, löschte er das Licht, verließ das Zimmer und mache sich ebenfalls bettfertig. Schlafen konnte er aber noch lange nicht.

Woher kenn Armand diesen Mann? Ich habe ihn heute das erste Mal von ihm sprechen hören, aber er hat mit keinem Wort erwähnt, wie sie sich kennen gelernt haben. Sehr merkwürdig das alles. Armand ist doch sonst nicht so einfach für andere Menschen zu begeistern, im Gegenteil. Obwohl ich zugeben muss, dass dieser Kerl eine bemerkenswerte Ausstrahlung hat. Allein seine Augen sind faszinierend. Wenn mein lieber Freund sich wirklich Hals über Kopf in ihn verliebt hat, dann wird das noch lustig.#

Seufzend fuhr er sich über die Augen und schlief letztendlich doch ein.
Apollo war, nachdem er Mantel und Tüte abgeholt hatte einfach wie blind aus dem Opernhaus gestürmt und bleib erst stehen, als er vor dem großen Platz ankam, auf dem das Zelt des Zirkus Barelli stand. Langsam und vollkommen außer Atem ging er zu seinem Wohnwagen, ließ sich so wie er war auf das Bett fallen kugelte sich wie ein Igel zusammen und weinte sich in den Schlaf.

Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr klopfte es energisch an der Tür.

"Apollo, aufstehen oder willst du dich schon wieder vor dem Training drücken?"

Marius war immer noch sauer wegen dem vorherigen Abend. Der junge Ire war bei dem lauten Klopfen erschrocken zusammen gezuckt, stand aber auf und öffnete das kleine Fenster.

"Ich komme gleich. Geh schon mal vor!"

Verschlafen sah er in den Spiegel und erschrak. Unter seinen Augen waren tiefe schwarze Ringe, Die Haut wirkte aschfahl, die roten Locken standen wild in alle Richtungen ab und fielen ihm teilweise ins Gesicht. Außerdem sah man ihm an, dass er fast die ganze Nacht geweint hatte. Gleichgültig zuckte er mit den Schultern und zog sich sein Trainingszeug an.

#Ich muss diesen Mann vergessen. Ihm ist nichts passiert, sonst hätte er nicht so tanzen können. Die Karte hat der nette Logendiener sicher zurück gegeben. Es gibt also keinen Grund mehr für ihn nach mir zu suchen und für mich zu ihm zu gehen. In 3 Wochen sind wir eh in einer anderen Stadt, weit weg von ihm.#

Mit diesen düsteren Gedanken machte er sich auf zum Zelt um mit den anderen zu proben.
Marius sah ihn etwas merkwürdig an, aber das kümmerte ihn nicht. Er konzentrierte sich vollkommen auf seine Arbeit, das Fliegen und dachte tatsächlich den ganzen Morgen nicht an Armand. Dieser wachte gegen 12:00 Uhr auf. Verwundert stellte er fest, dass er in seinem Bett lag.

#Das war sicher Mathieu. Wenn ich ihn nicht hätte.#
Voller Elan schwang er seine Beine aus dem Bett, stand auf und nahm erst mal eine kühle Dusche. Dann begab er sich in die Küche, aus der ihm schon der verführerische Duft von Kaffee entgegenkam.

#Guten Morgen Küchenfee! Danke für's Heimbringen!#

Fröhlich lächelte er seinen Freund, der nur mit einer Shorts bekleidet vor ihm stand an. Dieser strahlte zurück und knuffte ihn in die Seite. Armand zuckte mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Erschrocken sah dieser ihn an, hielt ihn behutsam fest und half ihm sich auf einen Stuhl zu setzten.

"Mein Gott, was ist den mit dir los? So fest war das doch gar nicht! Verschweigst du mir etwas?"

Sichtlich besorgt schaute Mathieu dem Älteren, der zusammengekrümmt auf seinem, Stuhl hockte, in die Augen. Dieser versuchte mit einem verkrampften Lächeln abzuwinken, aber sein Freund merkte ihm an, was er für Schmerzen hatte.

"Ich werde einen Krankenwagen rufen.!"

Ohne die Reaktion des Tänzers abzuwarten ging er in die Diele, wählte die Nummer des Notrufs und schilderte dem Mann an der anderen Leitung die Situation seines Freundes.. Armand sah ihm entsetzt hinterher.

"Mathieu nein, das ist wirklich nicht nötig! Gib mir eine Schmerztablette und ich bin in einer halben Stunde wieder fit! Ich habe heute Abend Vorstellung! Ich kann nicht ins Krankenhaus! Schau, ich kann schon wieder aufstehen!"

Wie um dem anderen das zu beweisen erhob er sich und machte einen Schritt nach vorn, aber plötzlich brach er, einen kurzen Schrei ausstoßend, zusammen. Mathieu erschrak furchtbar, sank neben seinem Freund zu Boden und legte ihm sanft ein Kissen unter den Kopf.

"Armand, was ist denn los? Wach auf! Bitte!"

Der junge Franzose war der Verzweiflung nah. Da klingelte es. Er sprang erleichtert auf, öffnete die Türe und ließ die Rettungssanitäter ein. Diese untersuchten den verletzten Tänzer und hoben ihn vorsichtig auf die Trage.

"Bitte, können sie mir schon sagen was er hat?"

Traurig sah Mathieu den ältern der beiden Männer an. Dieser schob ihn einfach zur Seite und trug die Bare mit Hilfe seines Assistenten zum Auto.

"Er hat wohl innere Verletzungen. Hat er ihnen denn nichts gesagt? Oder besser, haben sie nichts gemerkt? Er muss wahnsinnige Schmerzen
haben!"

Fast vorwurfsvoll sah er den jungen Butler an, stieg in den Wagen und startete den Motor. Mathieu wischte sich die Tränen aus den Augen.

"Nein, er hat sich nichts anmerken lassen. Ich vermute, er hat sich mit starken Schmerzmitteln vollgepumpt. Er hatte gestern eine Vorstellung zu tanzen. Darf ich mitfahren? Bitte, er hat keine Angehörigen! Ich bin sein bester Freund!"

Der Sanitäter schüttelte den Kopf.

"Nein, aber wir bringen ihn ins St. Caire Hospital. Er muss so schnell wie möglich operiert werden. Wenn sie wollen, können sie gern dort hinkommen!"

Mit diesen Worten ließ er den jungen Mann stehen und brauste davon.

Mathieu ging niedergeschlagen zurück ins Haus und packte ein paar Sachen zusammen. Dann rief er im Opernhaus an und meldete Armand für unbestimmte Zeit krank. Als er das erledigt hatte verließ er das Haus und fuhr mit klopfendem Herzen ins Krankenhaus. Er hoffte, dass die Ärzte seinen Freund wieder hinbekommen würden.


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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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