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20. Dezember 2009

"Die Nacht der brennenden Tanne" von kestrel


Altersfreigabe: Ab 14
Genres: m/m, Reale Welt
Warnungen: Zucker
Inhalt: Sonntag, erster Advent, aber irgendwie will bei Andreas keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen. Natürlich lässt sein Schicksal das nicht auf sich sitzen – und begegnet ihm zum ersten Mal ausgerechnet unter einem brennenden Weihnachtsbaum.

1.
Andreas hatte die Nase voll. Mit seinem Schicksal hadernd, warf er sich die Jacke seiner Schutzbekleidung über, griff nach seinem Helm und den Handschuhen und schwang sich dann neben seinen Kollegen auf den Beifahrersitz des Einsatzfahrzeuges. Es war Dezember verdammt, aber bei Andreas konnte erst gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen.

Mitten während ihres Kaffeekränzchens im Mannschaftsraum war die Sirene losgegangen und nun saßen sie im Löschzug und brausten durch die Nacht. „Na himmlisch. Advent, Advent, das erste Bäumlein brennt!“, lachte der Kollege, der neben Andreas saß und den Wagen fuhr. Andreas Miene verfinsterte sich. Es war gerade mal der erste Advent und schon hatte der erste Irre seine Tanne angesteckt. Mit Blaulicht und Sirene gelangte Andreas Stimmung an einen neuen Tiefpunkt.

Sie erreichten ihren Einsatzort nach knapp zehn Minuten. Gerade als Andreas sich aus dem Führerhaus schwang, tauchte ein junger Mann hinter der Ecke des Bungalows auf und winkte den Männern aufgeregt zu, stolperte über eine Bodenplatte, fing sich wieder und rannte fast in Andi hinein, als er abrupt zum stehen kam. „Gott sei Dank, da sind sie ja endlich! Ich ha-ha-hab den Baum sch-schon auf die Terrasse gebracht. I-Ich hab keine Ahnung wie, i-irgendwie hab ich i-ihn durch die Tür gekriegt.“ Der Mann war offensichtlich völlig mit den Nerven am Ende und stützte sich auf seinen Knien ab, um wieder zu Atem zu kommen, während er den Feuerwehrmännern vor Aufregung und Kälte zitternd, erklärte was passiert war.

Andreas und sein Kollegen folgten dem zitternden Mann also ums Haus, um auf der Terrasse von dem warmen Schein des Feuers empfangen zu werden. /Hm, Lagerfeuer im Dezember! Wie romantisch/, dachte Andi bei sich und grinste breit vor sich hin. „Na, das sieht doch ganz gut aus. Sie haben die freie Wahl, entweder wir löschen das jetzt, dann gibt’s ne Sauerei. Oder wir warten einfach ab, bis das Bäumchen abgebrannt ist“, erklärte der Einsatzleiter dem Hausbesitzer. Andreas gab einem seiner Kollegen einen Wink und gemeinsam rückten sie den Baum ein Stück von der weiß getünchten Wand des einstöckigen Hauses weg, sodass sich durch den Qualm kein schwarzer Fleck darauf bilden konnte.

Erst jetzt nahm Andreas sich die Zeit, den Hausbesitzer genauer zu betrachten. Der andere dürfte ein Stückchen größer sein als er selbst, so an die 1,85m. Unter dem kurzen, dunklen Haar funkelten rehbraune Augen hervor, die im Flammenschein zu leuchten schienen und die von der Aufregung geröteten Wangen ließen ihn jünger erscheinen, als es sein kantiges Kinn und der leichte Blauschatten darauf vermuten ließen. /Sag ich doch, Lagerfeuerromantik/, lachte Andi in sich hinein. Der Andere war aber auch wirklich ausgesprochen attraktiv.

Simon war erledigt. Erst fing dieser dämliche Baum Feuer, dann brannte er sich ein Loch in seine Lieblingsjeans bei dem Versuch das Wohnzimmer seiner Schwester zu retten und dann schien dieser Feuerwehrmann das auch noch alles ganz furchtbar komisch zu finden. Das der andere selbst in der dicken Uniform eine tolle Figur machte und seine blauen Augen im Feuer fröhlich und einfach hinreißend blitzten, war ihm gerade egal, seine Weihnachtsstimmung war dahin und ihm trotz Lagerfeuerromantik bitterkalt.

Andi folgte dem Einsatzleiter und dem Hausbesitzer in das große, hell erleuchtete Wohnzimmer des Hauses. Dicke Flokatis und ein großes, mit vielen weichen Kissen beladenes Sofa ließen den Raum äußerst gemütlich wirken. Erst jetzt bemerkte Andreas die junge Frau, die wohl schon eine ganze Weile versuchte ihren vielleicht 6-jährigen Sohn zu beruhigen, für den der Anblick der brennenden Tanne offensichtlich zu viel geworden war. Der Junge heulte Rotz und Wasser und konnte sich anscheinend nicht entscheiden, ob er an seiner Mutter hoch klettern oder sich hinter ihr verstecken wollte.

Einer plötzlichen Eingebung folgend, lief Andi zum Einsatzfahrzeug zurück, öffnete das Handschuhfach und kehrte dann breit grinsend zurück. Der Junge schluchzte immernoch herzzereißend und blickte Andreas aus großen, rot geweinten Augen an, als dieser ihm vorsichtig durch die dunklen Locken fuhr. Der Kleine schniefte leise und wollte schon wieder anfangen zu weinen, als Andreas hinter seinem Rücken einen dicken Schoko-Nikolaus hervor zauberte und dem Jungen reichte.

Noch bevor seine Mutter widersprechen konnte, hatte der Kleine die Alufolie aufgerissen und ließ sich die Milchschokolade schmecken. Der Blick der blonden Frau wanderte von dem Feuerwehrmann zu ihrem Sohn und wieder zurück und nachdem sie einmal erleichtert durchgeatmet hatte, lächelte sie Andreas dankbar an. Der fragte sich gedankenverloren, von welchem Elternteil der Junge die Locken geerbt hatte.

/Na so was, er hat tatsächlich das Monster gezähmt! Kinder sind doch alle korrupt/, schmunzelte Simon in sich hinein und war wieder ein wenig mit der Welt versöhnt, nachdem sein Neffe aufgehört hatte zu heulen. /Vielleicht sollte ich öfter mal ne Tanne anstecken, wenn dann so attraktive Feuerwehrmänner zu meiner Rettung kommen./ Sein Blick verfing sich in den dunkelblonden, verstrubbelt-lockigen Haaren des blauäugigen Feuerwehrmannes. Mit aller ihm verbliebenen Willenskraft riss sich Simon von diesem Anblick los.

Endlich war der Baum abgebrannt und stand nun verkohlt und immer noch dampfend in seinem Ständer, aus dem die Feuerwehrmänner ihn nun mit vereinten Kräften befreiten und dann zur Kompostecke am andern Ende des Gartens trugen. „So, ich glaub der Ständer hat nichts abgekriegt. Und wenn sie das nächste Mal einen Baum beleuchten wollen: Nehmen sie Lichterketten, bitte!“ Mit diesen Worten verabschiedeten sich Andreas und sein Kollegen von dem Pärchen und verschwanden mitsamt ihres Einsatzwagens in der Dunkelheit.

„Soso, der hübsche junge Mann hat's dir also angetan, ja?“ Andreas erwiderte das Grinsen seines Kollegen mit einem missmutigen Grummeln. „Na komm, nun sei nicht so mies gelaunt. Du findest schon noch deine bessere Hälfte.“ Eine große, kräftige Hand landete klatschend auf Andis Oberschenkel und ließ ihn aufschrecken. „Deinem Charme kann schließlich niemand widerstehen, nicht wahr?“ Mit diesen Worten warf ihm einer seiner Kollegen eine Kusshand zu, sodass Andi widerwillig grinsen musste.

2.

Seufzend lehnte Simon sich gegen die Wand und schob seinen Krawattenknoten zurecht. Weihnachten war echt nichts für Weicheier. Er konnte sich vermutlich noch glücklich schätzen, dass er nicht selbst auf der Jagd nach Geschenken war, sondern nur die Kunden beraten musste, die in dieser Filiale einer großen Kette für Herrenbekleidung nach Geschenken für ihre Brüder, Väter und Ehemänner suchten. Wieder seufzte Simon. Er war stellvertretender Filialleiter, keine Aushilfskraft. Doch sein Chef hatte entschieden, dass sein Charme einfach zu geschäftsfördernd war, um in dieser umsatzstarken Zeit in seinem Büro versteckt zu werden. Kurz darauf hatte er sich zwischen Krawatten, Schals und Mänteln wieder gefunden und sein Überlebenswillen hatte sein Geschäftslächeln eingeschaltet. So konnte er den Kunden, seinen natürlichen Feinden, eben am elegantesten die Zähne zeigen. So mit seinem Schicksal hadernd, wartete Simon also auf einen neuen Angriff, als er aus den Augenwinkeln eine vertraute Silhouette zu erspähen glaubte.

Andreas stöhnte. „Mama, meinst du nicht meine Arme sind schon lang genug?“ Wieder einmal fragte er sich, welcher Teufel ihn geritten hatte, als er zugestimmt hatte, mit seiner Mutter an einem Samstagnachmittag auf Geschenkejagd zu gehen. „Jetzt jammer hier nicht so rum, das ist der letzte Laden!“ Mit diesen Worten stemmte die resolute Mittsechzigerin die Glastür zu dem Herrenausstatter auf und Andi folgte ihr schicksalsergeben.

„Guten Tag, kann ich ihnen irgendwie weiterhelfen?“ Tatsächlich, er hatte richtig gelegen. Vor Simon stand der attraktive Feuerwehrmann, der letztes Wochenende das Haus seiner Schwester gerettet hatte, voll gepackt mit Einkaufstüten und dick verpackt in einer schon ziemlich abgewetzten dunkelblauen Daunenjacke. Der Mann schien richtiggehend erschöpft, während die kleine, ergraute Frau, die ihn begleitete, ihren Blick bereits zielstrebig über das Angebot gleiten ließ.

„Ich suche einen Schal für meinen Mann. Als Weihnachtsgeschenk.“ Andreas Mutter musterte den Verkäufer, in dem Andi den attraktiven Trottel zu erkennen glaubte, der am vergangenen Wochenende seinen Weihnachtsbaum in Brand gesteckt hatte. Der andere steckte in einem dunkelgrauen Anzug, der sich perfekt an seine schlanke Gestalt anschmiegte und um seinen Hals wandte sich eine dunkelgrüne Krawatte, die seine hübschen braunen Augen betonte. /Seine Frau hat Geschmack/, schmunzelte Andi vor sich hin. Ein Ellenbogen, der sich kurz in seine Rippen bohrte, ließ ihn in die Wirklichkeit zurückkehren und so folgte er seiner Mutter und dem Verkäufer durch den Laden.

Simon grinste breit, als der hübsche Brandbekämpfer auf sein Angebot hin die Tüten abstellte, sich in den nächsten Sessel fallen ließ und mit einem tief empfundenen, erleichterten Seufzer die Beine ausstreckte. /Hmm, in der Jeans sieht er gleich noch mal so lecker aus. Wie krieg ich ihn nur dazu, die Jacke auszuziehen?/ Simon hatte den Gedanken noch nicht vollendet, als die energiegeladene, kleine Rentnerin seine Aufmerksamkeit einforderte und sie die nächste Viertelstunde damit verbrachten, den perfekten Schal für ihren Ehegatten zu suchen.

/Haa, endlich sitzen./ Andreas war mehr als dankbar für die Pause. Kurz schloss er die Augen und entspannte sich, als das Bild des Verkäufers vor seinem inneren Auge erschien, wie er mit verwuschelten Haaren, Blauschatten und lauter winzigen Brandflecken auf der Jeans missmutig den Baum anstarrte. Die Erinnerung an das vergangene Wochenende ließ Andi innerlich auflachen und er konnte nicht verhindern, dass ihm ein leises Kichern entfuhr. In dem Moment riss ihn ein vernehmliches Räuspern aus seinen Tagträumen. Seine Mutter und der Verkäufer starrten ihn beide an, letzterer mit zwei Schals in der Hand, von denen der eine ein totaler Albtraum in grün-braun kariert war. Andreas verzog das Gesicht. „Mama, Vati flippt aus, wenn du ihm den unter den Baum legst. Er ist mindestens noch zehn Jahre zu jung, um so was zu tragen!“ Andreas war froh, dass seine Mutter seine Meinung mit einem wohlwollenden Nicken quittierte. Die falsche Wahl seinerseits hätte zu endlosen Diskussionen geführt.

„Der grüne Kaschmir also, ja?“ Simon hielt das eindeutig für die richtige Wahl und war dankbar dafür, dass seine beiden Kunden diese Meinung teilten. Fasziniert beobachtete er, wie sich ein hinterhältiges Lächeln auf das Gesicht der älteren Dame stahl. „So, und jetzt brauche ich noch Schal und Mantel für meinen Sohnemann hier.“ Simon musste lachen, als dem anderen Mann die Gesichtszüge entgleisten. Zielsicher griff er einen weinroten Schal aus dem Regal direkt vor ihm. „Der hier ist aus feiner Merinowolle. Sehr warm.“ Er sah seinem Kunden tief in die blauen Augen als er diesem den Schal reichte und setzte schmunzelnd hinzu: „Er passt zu ihren Augen.“

Andreas verstand die Welt nicht mehr. Hier saß er, völlig erschöpft und am Ende, bei einem Herrenausstatter, um mit seiner Mutter ein Geschenk für seinen Vater auszusuchen, befühlte einen Schal, der für ihn selbst gedacht war – und der verheiratete Verkäufer flirtete anscheinend mit ihm. Dies war auch der Grund, warum er das Gefühl der Wolle unter seinen Fingern kaum wahrnahm, da er immer noch wie hypnotisiert auf die Stelle starrte, an der vor kurzem noch die tiefen, braunen Augen des anderen Mannes waren. Nur langsam kehrte er in die Wirklichkeit zurück und zeigte mit einem entrückten Lächeln und winzigem Nicken seine Zustimmung, was den Schal anging.

/Huch, da hab ich aber wen aus dem Konzept gebracht!/, dachte Simon bei sich, als er die Reaktionen des blonden Kunden beobachtete. Lächelnd bat er diesen und dessen Mutter, ihm zu folgen und griff dann erneut zielsicher nach einem halblangen, schwarzen Zweireiher, den er dem hübschen Feuerwehrmann mit den kornblumenblauen Augen zum Anprobieren anbot. Im nächsten Augenblick lief Simon das Wasser im Mund zusammen und er musste sich schwer zusammenreißen um nicht zu sabbern. Unter der abgewetzten Daunenjacke kam ein breites Kreuz zum Vorschein, das von einen dunkelgrauen Baumwollpullover bedeckt wurde, unter welchem sich die Muskeln abzeichneten, die der andere auf Grund seiner Arbeit einfach haben musste. Der Feuerwehrmann schlang sich den weinroten Schal um den Hals und schlüpfte in den schwarzen Mantel. Simon hatte recht gehabt: Er sah zum Anbeißen aus. „Passt der Mantel? Er steht ihnen jedenfalls sehr gut, Herr.. öhm...?“

„Hartmann, Andreas Hartmann“, stellte dieser sich vor und lächelte erst den Verkäufer, und dann sein Spiegelbild an. Er gefiel sich wirklich gut in dem Mantel, er betonte seine breiten Schultern und die schmale Taille und das dunkle Rot des Schals ließ das satte Blau seiner Augen tatsächlich noch mehr strahlen. Auch seine Mutter lächelte zufrieden. „Das ging ja schneller als erwartet. Wir nehmen dann die zwei Schals und den Mantel.“ Andi meinte sich verhört zu haben. „Mama, hast du mal auf den Preis geguckt?“ Er selbst hätte sich weder den Mantel noch den Schal gekauft, er hielt derartig teure Kleidung für völlig überflüssig. „Junge, das ist dein Weihnachtsgeschenk. Komm bloß nicht auf die Idee, dich zu beschweren!“ Der mahnende Zeigefinger seiner Mutter erstickte jeglichen weiteren Widerstand im Keim und so fügte sich Andreas in sein durchaus erträgliches Schicksal.

Simon verfolgte amüsiert die kurze Diskussion. /Zwei zu Null für Mutti. Armer Kerl./ Mit voller Absicht ließ er sich ein wenig Zeit beim Kassieren und Eintüten der Waren, um den nun wieder in der hässlichen Daunenjacke verpackten Feuerwehrmann noch ein wenig länger aus den Augenwinkeln beobachten zu können. Schließlich war aber doch der Moment des Abschieds gekommen und so wünschte er Mutter und Sohn noch ein schönes Wochenende und hielt der Dame und dem nun noch schwerer bepackten jungen Mann die Tür auf. Mit leisem Bedauern sah er den beiden hinterher, sich wohl bewusst, dass der andere Mann nicht hatte erkennen lassen, dass er ihn erkannte, geschweige denn, dass er irgendwie auf seine Flirtversuche reagiert hätte. /Nicht mal nach meinem Namen hat er gefragt./ Simon seufzte niedergeschlagen. /Sind eigentlich alle Traummänner hetero?/

Kaum hatten sie den Laden verlassen, da platzte es auch schon aus Andreas’ Mutter heraus. „Himmel, der hat aber ganz schön mit dir geflirtet, oder? Und du brauchst gar nicht so tun, als hätte er dir nicht auch gefallen! Warum hast du nichts gesagt? Wenigstens nach seinem Namen hättest du fragen können... Oder ihn auf einen Kaffee einladen!“ Andi lachte laut auf. „Mama, nicht jeder attraktive, gepflegte Mann ist schwul. Und der hier ist zufällig verheiratet und hat einen Sohn. Und ehe du fragst, er hat letztes Wochenende den Baum in Brand gesteckt.“ Der Gedanke daran ließ ihn wieder lachen. Er liebte seine Mutter, gerade weil sie so locker mit seiner Homosexualität umging. Aber seinetwegen müsste sie nicht dauernd versuchen, für seinen Topf ein Deckelchen zu finden. Gerade im Moment plagte sie vermutlich das schlechte Gewissen, da seine Eltern und seine ältere Schwester bei Markus, dem ältesten Sohn zu Heilig Abend eingeladen waren und er auf Grund seines Dienstplans nicht mitfahren konnte. Warum zum Teufel wohnte sein Bruder auch am andern Ende der Bundesrepublik und warum hatte er über die Feiertage Dienst, nur ausgerechnet Heilig Abend nicht? Und warum hatte er eigentlich keinen Liebhaber und musste Weihnachten allein verbringen? /S. Fuchs stand auf dem Namensschild. Wofür wohl das S. steht?/

3.

Simon schwang sich aus seinem Golf und stapfte nur kurz darauf über den aufgeweichten Boden Richtung Tannenschonung. Die war stadtbekannt für die schönsten Weihnachtsbäume und Simon war der Meinung, dass seine Schwester genau das als Entschädigung für das Desaster am ersten Advent verdient hatte: Den schönsten Baum der Stadt. Also hatte er sich an diesem Freitag gleich nach der Arbeit auf den Weg gemacht und stand nun vor einer Reihe aus bereits eingenetzten Tannen. Alle grün. Simon seufzte und sah sich nach einem Verkäufer um, der ihm bei seiner Entscheidung helfen sollte. /Nanu, den Hintern kenn ich doch!/, dachte er bei sich, als sein Blick auf einen jungen Mann in Jeans und Mantel fiel, der sich gerade bückte, um seine Stiefel neu zu schnüren. „Ah... Andreas!“, rief Simon laut, nur um gleich darauf tomatenrot anzulaufen.

Andreas sah sich um, nicht damit rechnend, dass tatsächlich er gemeint war. Da fiel sein Blick auf einen großen, dunkelhaarigen Mann, der ihm irgendwie bekannt vor kam. Andreas erhob sich und ging auf den anderen Mann zu, der nun ein paar unsichere Schritte in seine Richtung machte. „Hallo. Herr Fuchs, richtig?“ Lächelnd reichte Andreas dem anderen Mann die Hand.

/Scotty, beam me up!/ Es reichte ja nicht, dass er den anderen Mann einfach so beim Vornamen gerufen hatte, nein, jetzt stand er hier mit knallroter Birne und wand sich unter dem Blick seines Gegenübers. „Aaah, nennen sie mich doch einfach Simon. Sind sie auch auf der Suche nach einem Baum?“ Simon wurde warm und er war sich nicht sicher, ob es seine Verlegenheit war, die diese Hitze durch seinen Körper schickte, oder Andreas Hand, die seine immer noch hielt, obwohl die Begrüßung ja eigentlich schon vorbei war.

/Seine Hand ist ja eiskalt. Er hat so lange Finger und seine Haut ist so weich./ Es kostete Andreas einiges an Willenskraft, die Hand des anderen Mannes loszulassen. „Simon also? Dann bin ich Andreas. Ja, ich suche auch nach nem Baum, aber für mich wird’s nur ein kleiner. Schlägst du selber?“ Der entsetzte Gesichtsausdruck seines Gegenübers beantwortete Andreas Frage.

„Um Gottes Willen, ich bin in so was total unbegabt! Ich würde mir eher die Hand bei dem Versuch abhacken, als tatsächlich nen Baum zu fällen. Ich mein, ich fackel Weihnachtsbäume ab.“ Selber schlagen, so weit kam es noch. Er wollte nur seiner Schwester einen neuen Baum kaufen, um sie wieder gnädig zu stimmen, sodass er Weihnachten nicht allein feiern musste.

Simons Ausbruch brachte Andreas zum Lachen. Bisher hatte er den anderen Mann als eher zurückhaltend bis nervös erlebt und war über dessen plötzlichen Temperamentsausbruch überrascht und erfreut. „Ja, dass du Feuer hast, hab ich jetzt auch mitbekommen!“ Andreas bekam sich vor Lachen kaum ein und auch Simons verständnislose Miene nüchterte ihn nicht aus.

„Du musst dich wirklich nicht auch noch darüber lustig machen, kann ja nicht jeder Berufs-Pyromane sein. Glaub mir, ich hätte mir das wirklich gern erspart, jetzt steh ich hier und muss für meine Schwester nen Ersatz organisieren, sonst gibt’s für mich Heiligabend Knackwürstchen statt Festtagsbraten.“ Simon war wirklich ein wenig verletzt. Er war eben Betriebswirt, kein Handwerker, na und?

„Pyromane? Ich lösche Feuer, ich steck sie nicht an.“ Simons Schmollmund machte es Andreas wirklich schwer, ihm auch nur im Entferntesten böse zu sein, zumal es ihm wirklich Spaß machte, dessen Feuer ein wenig zu schüren. „Dann war der Junge damals also dein Neffe? Hast du dir denn schon einen Baum ausgesucht?“ Das war sie wieder, die unbestimmte Hoffnung, dass Simon doch vom „richtigen“ Ufer kam.

Simon seufzte. „Ja, Niko ist mein Neffe. An dem Abend hat er sich ziemlich erschrocken aber normalerweise ist er so aufgedreht, dass es schon fast wieder nervig ist. Franziska hat’s nicht immer leicht mit ihm. Nen Baum hab ich noch nicht ausgesucht, ich hab davon einfach keine Ahnung.“ Gemeinsam gingen sie zwischen den verkaufsfertigen Bäumen durch und Simon beobachtete fasziniert, wie Andreas jeden einzelnen mit fachmännischem Blick musterte.
/Der neue Mantel steht ihm wirklich. Tja, wenigstens von Kleidung versteh ich was./

Andreas ließ seinen Blick über das Angebot schweifen und ging dann zielstrebig zu einem winzig kleinen Tannenbaum. „Ahnung muss man davon eigentlich nicht haben. Es kommt nur darauf an, ob er dir gefällt. Der hier zum Beispiel ist zwar wirklich winzig, aber dafür ist sein Stamm gerade und es gibt keine Löcher im Geäst. Der perfekte Baum für mein Wohnzimmer.“ Stolz präsentierte er dem anderen Mann seine Wahl und trug den kleinen Baum dann zur Kasse.

Simon beobachtete amüsiert, wie Andreas seine Beute wegschleppte und bezahlte. /Vielleicht kann ich ihn ja dazu bringen, mir auch einen Baum auszusuchen. Und ihn dann zum Dank auf nen Kaffee einladen./ Der andere hatte nun den Baum bezahlt und so gingen sie gemeinsam zu Andreas Wagen. Gerade setzte Simon an, um nach seiner Hilfe zu fragen, als Andreas ihm schon zuvor kam.

„Ähm, also... soll ich dir vielleicht helfen, nen Baum auszusuchen?“ Andi war nervös. Er wollte nicht einfach so fahren, wer wusste schon, ob sie sich je wieder so zufällig begegnen würden. Aufdrängen wollte er sich aber auch nicht. Schließlich hatte er keine Ahnung, ob der andere ihn überhaupt leiden konnte, geschweige denn an ihm interessiert war. Andererseits hatte Simon ihn schließlich angesprochen. Also setzte er einfach seinen besten erwartungsvollen Hundeblick auf und wartete auf Simons Antwort.

Der sah ihn fast schon entgeistert an. Sie hatten tatsächlich die gleiche Idee gehabt. Simon fing sich und lächelte Andreas gewinnend an. „Das wär wirklich klasse. Ich will schließlich den schönsten Baum der ganzen Stadt für meine Schwester.“ Simon hatte auf einmal das Gefühl, einen halben Meter über dem Erdboden zu schweben. Der süße Feuerwehrmann schien tatsächlich irgendwie an ihm interessiert zu sein, wenn auch sicherlich nicht auf die gleiche Weise, auf die Simon an ihm interessiert war. Trotz allem machte es unglaublichen Spaß, mit ihm gemeinsam nach einem geeigneten Baum zu suchen, zumal der andere Mann es sich natürlich nicht nehmen ließ, hier und da einen selten geistreichen aber dafür um so komischeren Kommentar zu einem der Bäume abzugeben oder ihn einfach mit Anekdoten aus seinem Berufsleben zu unterhalten.

Andi genoss die Zeit mit Simon sehr. Es war fast verrückt, wie gut sie sich verstanden, obwohl sie sich ja kaum kannten. Verrückt und ein wenig beängstigend. /Pass bloß auf, dass du dich nicht verliebst, alter Junge./ Irgendwas sagte Andreas, dass es dazu bereits zu spät war. Der hübsche Mann faszinierte ihn mehr, als gut für sie beide war. Also trat Andreas die Flucht nach vorn an und setzte alles daran, seine Begleitung so gut wie möglich zu unterhalten, um nur ja keine peinliche Stille entstehen zu lassen. Das ehrliche Lachen und das amüsierte Funkeln in den herrlichen braunen Augen, mit dem Simon ihn belohnte, ließen ihn jedoch nur noch tiefer fallen.

„Na, das ist doch mal ein Baum!“ Simon musste lachen, als Andreas sich in Pose schmiss, und ihm eine wirklich schöne Nordmanntanne präsentierte. „Stimmt, der würde sich wirklich gut in Franzis Wohnzimmer machen. Ich glaub, den nehm ich.“ Mit vereinten Kräften schleppten sie den Baum zur Netzmaschine und nachdem Simon ihn bezahlt hatte, zu dessen Golf. Nun war also der Moment des Abschieds gekommen. /Los, jetzt trau dich schon./ „Sag mal, hast du vielleicht Lust, noch nen Kaffee trinken zu gehen? Ich lad dich ein, als Dankeschön für deine Hilfe.“ Simons Herz schlug schneller, als er auf Andis Antwort wartete. /Bitte, bitte sag ja!/

Andreas war von Simons Einladung wirklich überrascht. Kurz überlegte er, abzulehnen, um sich nicht doch noch in Teufels Küche zu bringen, doch die feine Röte, die sich auf Simons Wangen zeigte, hielt ihn davon ab. /Kann es wirklich sein, dass er sich auf diese Weise für mich interessiert?/ „Klar, gerne. Ein Stückchen die Straße runter ist ein netter Gasthof.“ Er wollte unbedingt herausfinden, ob er bei Simon eine Chance hatte.

Simon lenkte seinen Golf hinter Andis Toyota auf den Parkplatz der Gaststätte und parkte dann direkt daneben. Sie beeilten sich, schnell ins Warme zu kommen, denn ihnen war nun doch recht kalt geworden. Zuvor hatte sie das Lachen davor bewahrt, zu frieren. Einmal mehr fiel Simon auf, wie attraktiv der andere Mann in dem Mantel aussah, den Simon für ihn ausgesucht hatte. /Zum anbeißen./

Andreas nahm an einem der Ecktische Platz und schälte sich aus seinem Mantel. Auch der Schal musste weichen. Nach einem kurzen Blick auf die Karte entschied er sich für einen warmen Apfelstrudel und den Kaffee, für den sie hergekommen waren. Anschließend lehnte er sich zurück, und nahm sich Zeit, Simon zu mustern, während der noch über der Karte brütete. Die braunen Haare waren vom Wind zerzaust, die Wangen leicht gerötet und in den braunen Rehaugen konnte er die Flamme der Kerze flackern sehen. /Fast wie in der Nacht der brennenden Tanne/, lachte Andreas in sich hinein. Schien so, als hätte es ihn tatsächlich erwischt.

Simon sah auf – und direkt in Andreas blaue Augen. Für einen Moment schien es, als würden sich ihre Blicke an einander fest saugen. Bevor die Situation peinlich werden konnte, wurden sie jedoch von der Kellnerin unterbrochen, die ihre Bestellung aufnahm. Nachdenklich sah Simon sein Gegenüber an. „Wie kommt es eigentlich, dass du den Mantel schon trägst? Sollte der nicht ein Weihnachtsgeschenk sein?“

Andreas lachte. „Ja, das sollte er. Aber da ich dieses Jahr nicht mit meiner Familie feiern kann, weil ich Dienst habe, durfte ich mein Geschenk schon früher auspacken. Als Entschädigung sozusagen. Ich glaube ja, dass meine Mutter die alte Daunenjacke einfach nicht mehr sehen konnte.“

/Ich auch nicht/, dachte Simon bei sich. „Der Mantel steht dir tausendmal besser.“
Erst Andis Kichern machte ihm bewusst, dass er das gerade laut gesagt hatte. Er lief knallrot an. Wieder wurde er von der Kellnerin gerettet, die den Kaffee und ihren Kuchen brachte. Das gefräßige Schweigen, das nun folgte, rettete Simon davor, sich aus der Situation heraus reden zu müssen.

Nachdem sie ihre Kuchen verputzt hatten, begannen sie wieder ein Gespräch. Sie unterhielten sich über ihre Arbeit und ihren Werdegang, ihre Familien, ihre Hobbys, nur das Thema, das sie beiden so brennend interessierte, ließen sie aus. Keiner der beiden traute sich, danach zu fragen oder einen mehr oder weniger deutlichen Hinweis fallen zu lassen. Doch die Blicke die sie tauschten, ließen eigentlich nicht viel Raum für Interpretationen.

Es war bereits dunkel, als sie den Gasthof verließen und zu ihren Autos schlenderten. Andreas hatte eigentlich kein gesteigertes Verlangen danach, sich schon von seiner Bekanntschaft zu trennen, doch es blieb ihm wohl nichts anderes übrig. Innerlich seufzend wappnete er sich für das unvermeidliche. „Tja, unsere Wege trennen sich dann wohl hier.“ Resignierend reichte er dem anderen Mann die Hand, als der von irgendwo her einen Zettel zauberte.

Simon war nervös. Irgendwas hatte Andreas an sich, dass ihm das Gefühl gab, als würden tausend kleine Ameisen über seinen Rücken krabbeln. Er konnte spüren, wie sein Gesicht rot anlief. „Vielleicht hast du ja Lust, mal was gemeinsam zu unternehmen. Meld dich einfach, okay?“ Mit einem etwas gezwungenen Lächeln drückte er Andi den Zettel in die Hand und machte, dass er davon kam.

Andreas konnte gar nicht so schnell schalten, wie Simon in seinen Wagen gestiegen und gefahren war. Er sah noch eine Weile den Rücklichtern hinterher, bevor er in seinen Wagen stieg und sich den Zettel genauer ansah. Simon Fuchs stand darauf und eine Handynummer. Lächelnd steckte Andreas die Nummer in seine Manteltasche. Er würde Simon bestimmt anrufen.

4.

Er hatte ihn nicht angerufen. Seit einer Woche grübelte Andreas nun schon darüber nach, ob er Simon anrufen sollte. Ein paar Mal stand er kurz davor, hatte sogar schon die Nummer gewählt und dann doch wieder einen Rückzieher gemacht. Er war einfach so unsicher. Das Simon ihn wieder sehen wollte, stand zwar nicht zur Debatte, immerhin hatte er Andi seine Handynummer gegeben. Trotzdem blieb die Frage, ob er an Andi nur als Freund interessiert war oder ob er mehr wollte. Und Andi war sich sicher, dass er es nicht aushalten würde, nur mit Simon befreundet zu sein. Er zog ihn zu sehr an, so sehr, dass Andreas sich wünschte, er würde ihn ausziehen.

Er war also regelrecht dankbar, als ein Anruf ihn von dem Streit mit sich selbst ablenkte. Patrick, sein bester Freund und ewiger Problemfall mit dem Talent, immer an die falschen Männer zu geraten, hatte sich mal wieder in den falschen verknallt und brauchte Ablenkung.
Eine gute Stunde später fand sich Andi im Rainbow wieder, in der Mitte eines Küsschen-Tsunamis, den seine, übrigens komplett schwule, Hockeymannschaft ausgelöst hatte. Wenig später wurde er dann auch schon von Patrick auf die Tanzfläche geschleift. Mit Patrick zu Tanzen, sich gegenseitig anzuheizen und die Blicke der anderen Männer auf sich zu ziehen war einer der Höhepunkt jedes Abends im Rainbow. Sie beide widerlegten immer wieder erfolgreich das Vorurteil, das Schwule nur auf weiche, feminine Männer standen. Dafür waren sie einfach zu gut trainiert. Andreas war schließlich nicht umsonst Feuerwehrmann. Einmal mehr zog er Patrick eng an sich, was sie beide zum Grinsen brachte. Da tauchte hinter Patricks Rücken ein bekanntes Gesicht auf. /Was macht Simon denn hier?/ Soviel also zum Thema Ablenkung. War ja wohl gründlich schief gelaufen.

Simon hatte die ganze Woche auf einen Anruf von Andreas gewartet. Nachdem der nicht gekommen war, hatte er sich heute Abend einfach ins Getümmel gestürzt. Im Rainbow traf er eigentlich immer jemanden, den er kannte und ihm war nicht danach, einem seiner Freunde zu eröffnen, dass er sich in einen Feuerwehrmann verguckt hatte, der offensichtlich nicht schwul war.

Nun lehnte er an der Bar und nippte an seinem Bier-Mix. Mäßig interessiert und mit den Gedanken eigentlich wo anders, ließ er seinen Blick über die Männer auf der Tanzfläche schweifen, als sein Blick an einem Paar hängen blieb, das besonders heiß und aufreizend mit einander tanzte. Das konnte doch nicht war sein. Sein Feuerwehrmann war anscheinend doch schwul. Aber offensichtlich vergeben. Da kreuzten sich ihre Blicke.

Hastig verabschiedete sich Andi von Patrick und ließ den dann einfach auf der Tanzfläche stehen. Simon war gerade wichtiger. So schnell es ging schlängelte er sich zwischen den anderen Tanzenden hindurch. Sein Ziel hatte sich bereits zum Gehen gewandt und war im Begriff ihm zu entkommen, als Andreas endlich aus der Masse der Tanzenden entkam und dem anderen auf den ruhigeren Flur folgte. „Simon, warte!“

Der atmete einmal tief durch und drehte sich dann um. „Hallo Andreas. Ich hatte nicht erwartet dich hier zu treffen.“ Ihm drehte sich fast der Magen um. Er war nervös, so nervös wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig fragte er sich, warum Andi seinen Flirt einfach hatte stehen lassen, um ihm zu folgen, obwohl er sich die ganze Woche nicht gemeldet hatte. Er war ernsthaft verwirrt.

Andreas wusste gar nicht wo er anfangen sollte. Da war so viel, was er sagen wollte. Und nichts davon schien ihm der Situation angemessen. „Hör zu, es tut mir Leid, dass ich nicht angerufen habe. Ich wusste einfach nicht, was ich davon halten sollte. Ich mein, wir haben über alles Mögliche geredet, aber eben nicht hierüber.“ Andreas machte eine ausschweifende Geste, die den ganzen Club mit einbezog. „Und ich wusste einfach nicht, wie ich dir das sagen sollte. Ich mein, wie klingt das denn? Hey, Simon, hast du Lust, mit mir ins Kino zu gehen? Ach übrigens, ich bin schwul. Das war mir einfach zu blöd.“ Jetzt konnte er einfach nur hoffen, dass Simon ihn verstand.

Simon sah Andi einfach lange an. /Der ist ja richtig aufgeregt./ Andreas schien wirklich etwas daran zu liegen, dass er ihm verzieh. Simon seufzte ergeben und nahm einen großen Schluck aus der Flasche. „Ist ja schon gut, ich bin dir deshalb nicht böse. Aber solltest du nicht mal langsam zu dem Kleinen zurück, mit dem du vorhin getanzt hast?“
Kaum hatte Simon nach ihm gefragt als Patrick auch schon um die Ecke bog, Andreas am Shirt zupfte und nach der Garderobenmarke verlangte. Offensichtlich hatte er sich bereits genug vergnügt. Er nickte Simon kurz zu, holte sich seinen Abschiedskuss von Andreas und war auch schon wieder verschwunden.

Andi seufzte. „Das war Patrick. Mein bester Kumpel. Er ist chaotisch und ein wenig tollpatschig, aber man kann sich immer auf ihn verlassen.“ Er musste grinsen. „Außerdem ist er ein toller Tänzer.“

Simon lachte auf. „Ja, das ist er. Wirklich sehr heiß, was ihr zwei da gerade abgezogen habt. Läuft das immer so?“ Jetzt, da er diesen Patrick nicht mehr als Konkurrenz betrachten musste, konnte er seine Fähigkeiten auf der Tanzfläche ja ruhig bewundern. Noch faszinierender fand er jedoch, dass Andreas sich so geschmeidig bewegen konnte. Das hatte er dem burschikosen Feuerwehrmann irgendwie nicht zugetraut. /Vielleicht tanzt er mit mir ja auch mal so./ sinnierte Simon und vergaß dabei fast seinen Gesprächspartner, der etwas irritiert auf sein seliges Lächeln reagierte.

„Ja, meistens landen wir früher oder später zusammen auf der Tanzfläche. Das gehört bei uns einfach dazu. Hast... du vielleicht Lust zu tanzen?“ Erwartungsvoll streckte Andreas die Hand aus. Es verlockte ihn einfach auszutesten, ob sie auf der Tanzfläche kompatibel waren. Schließlich ließ sich das auch auf andere Situationen umlegen.

Simon ergriff die Hand des anderen und stellte im Vorbeigehen seine leere Bierflasche auf einem der Stehtische ab. Sein Wunsch war schneller in Erfüllung gegangen, als er ihn überhaupt hatte aussprechen können. Vertrauensvoll ließ er sich von Andi auf die Tanzfläche führen und übernahm den Rhythmus der Musik, passte sich den Bewegungen seines Partners an. Ihr Tanz war nicht so heiß wie der, den Simon vorhin beobachtet hatte. Er war auch weniger darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit der anderen auf sie zu ziehen. Sie tanzten ausschließlich für einander.

Je länger sie mit einander tanzten, desto öfter berührten sie sich. Nur vorsichtig und harmlos, eine kurze Berührung ihrer Hände, ein leichtes Streifen des Bauches oder der Hüfte, gerade genug, um Interesse zu bekunden. Die Musik wechselte und der DJ spielte eine langsame, romantische Nummer. Ohne groß darüber nachzudenken, zog Andreas seinen Tanzpartner an sich. „Ist es okay, wenn ich führe?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, schlang er seinen rechten Arm um Simons Hüfte und legte ihre gefassten Hände an seine eigene Brust.

Simon war keine Zeit geblieben, sich gegen den engen Körperkontakt zu wehren. Wollte er auch eigentlich gar nicht. Er fühlte sich gut, angeschmiegt an einen warmen Körper und von Andis starken Armen fest gehalten. Vertrauensvoll schlang er seinen Arm um den Nacken seines Tanzpartners und legte seine Wange an Andreas. Er schloss die Augen und ließ sich mit der Musik treiben, mit Andi als seinem Anker. Die letzten Wochen waren stressig gewesen und er hatte sich lange nicht mehr so entspannen können. Er war wirklich froh, hier auf Andreas getroffen zu sein.

Auf einmal war alles ganz einfach. Andreas kam sich dämlich vor, weil er die ganze letzte Woche darüber nachgedacht hatte, ob er Simon nun anrufen sollte oder nicht. Es war doch eigentlich alles ganz einfach. Simon mochte Männer und fand ihn zumindest nicht total abstoßend. /Immerhin tanzt er mit mir. Ich glaube, er mag mich auch./ Andreas lockerte seinen Griff ein wenig, brachte sanft ein paar Zentimeter Abstand zwischen sie und ließ Simon dann unter seinem Arm hindurch drehen. Der Gesichtsausdruck seines Tanzpartners, als er ihn wieder in seine Arme zog, ließ ihn auflachen. „Du bist es nicht gewohnt, geführt zu werden, oder?“

„N-nein, das bin ich wirklich nicht.“ Simon war vollauf damit beschäftigt, sein Herz zu beruhigen. Er hatte Andreas Lachen mehr gespürt als gehört. Die Vibrationen schienen tief in Andis Brust zu entspringen und übertrugen sich auf Simons Körper, hinterließen ein flaues Gefühl im Magen und ein flatterndes Herz.

Die letzten Akkorde des Liedes verklangen und es wurde Zeit, sich wieder von einander zu trennen. Andreas löste seinen Griff um Simons Taille, strich mit seiner Hand über den Rücken als er sie zurückzog. Sie lösten sich von einander, langsam, zögernd. Ihre Blicke trafen sich, braune Rehaugen versanken in blauen Ozeanen. Andreas beugte sich ein wenig vor, befeuchtete seine Lippen mit der Zungenspitze. Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen kam Simon ihm entgegen, ließ seine Hand in den Nacken des anderen Mannes gleiten und bevor einer von den beiden auch nur realisieren konnte, was gerade geschah, berührten sich auch schon ihre Lippen.

Wie auf Kommando schlossen beide fast gleichzeitig die Augen und gaben sich den Empfindungen ihrer Münder hin. Andreas war noch ganz damit beschäftigt, den Geschmack des süßen Getränks auf Simons Lippen zu kosten, als eine freche Zungenspitze seinen Mundwinkel berührte, seine Unterlippe entlang nach vorne glitt und um Einlass bettelte. Andreas öffnete seine Lippen gerade weit genug, um die vorwitzige Zungenspitze einzulassen, neckte sie ein wenig mit seiner eigenen Zunge und knabberte sanft daran. Kurz drauf gab er jeden Widerstand auf und ließ Simon seinen Mund erobern. Sanft, ohne übermäßige Eile erkundete der andere seinen Mund, kitzelte seinen Gaumen und spielte ein wenig mit seiner Zunge.

Da plötzlich trennte Simon sich von Andreas. Wieder trafen sich ihre Blicke, hielten einander fest. Simon wollte etwas sagen, öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Er fand einfach nicht die richtigen Worte. Er zwang sich zu einem Lächeln, drehte sich um und verschwand in der Menge, einen verdutzten Andreas zurücklassend, der die Welt nicht mehr verstand.

5.
Nachdem Simon Samstagnacht so plötzlich geflüchtet war, fand Andreas sich wieder in der gleichen Lage, in der er sich vor ihrer Begegnung im Rainbow befunden hatte. Er wusste nicht woran er war. Gut, nach dem Kuss war er sich sicher, dass Simon sich irgendwie zu ihm hingezogen fühlte. Das beruhte auf Gegenseitigkeit. Warum also war er abgehauen? /Wahrscheinlich ist er vergeben. Klar, so ein Bild von einem Mann wird doch wohl kaum noch zu haben sein./ Trotzdem konnte Andi sich einfach nicht dazu durchringen, mit der Sache abzuschließen. Er würde Weihnachten allein verbringen, während der Rest seiner Familie am anderen Ende des Landes gemütlich unter dem Baum feierte. Sehr viel schlimmer konnte es eigentlich nicht mehr kommen.

Jetzt war es Dienstagabend und er war jetzt fest entschlossen, Simon anzurufen. Ohne groß darüber nachzudenken, drückte er die Ziffern seines schnurlosen Telefons und wählte blind.
Simon schreckte von seinem Buch auf, als sein Handy klingelte. Müde rieb er sich über seinen Nasenrücken, als er abnahm und sich mit einem knurrigen „Hier Simon“ meldete und sich gegen die Lehne seines Sofas sinken ließ.

Andi schmunzelte ins Telefon. „Hey, hier ist Andreas. Der Feuerwehrmann, du weißt schon. Den du im Rainbow geküsst und dann stehen gelassen hast.“ Feixend wartete er auf eine Reaktion vom andern Ende der Leitung.

Gott sei Dank übertrugen Telefone noch keine Bilder, sonst hätte Simon den Anrufer jetzt zum Schweigen bringen müssen. Der Anruf hatte ihn wirklich überrascht und er war rot angelaufen, als Andi seine Missetaten vom vergangenen Wochenende aufgezählt hatte.
Betont nachdenklich antwortete er: „Hm, Andreas. Feuerwehrmann... Nee, tut mir Leid, bei dem Namen klingelt nichts. Und, naja, Feuerwehrmänner knutschen ist so ein Hobby von mir. Sorry, nimm's mir nicht übel.“ Er klang viel ruhiger als er sich fühlte. Simons Puls raste und er hatte das Gefühl, als würde sein Herz ihm zum Hals herausspringen. /Er hat wirklich angerufen!/

Simon konnte sein Glück kaum fassen. Immerhin hatte Andi sich nach seinem urplötzlichen Abgang am Samstag erst nicht gemeldet und Simon hatte schon befürchtet, er hätte es sich endgültig mit dem attraktiven Mann verscherzt. Simon führte einen spontanen Sieges-Sitztanz auf seinem Sofa auf. Er freute sich wie ein kleiner Junge über dieses verfrühte Weihnachtsgeschenk.

Andreas grinste immer noch. /Armer Kerl, du hast ja keine Ahnung was du angerichtet hast./ Gespielt verlegen antwortete er dann: „Das muss dir nicht Leid tun. Vermutlich hab ich mich einfach nur verwählt. Dann wünsch ich dir noch nen schönen Abend.“ Und schon hatte er aufgelegt.

„Was? Hey, Andi, warte...“, rief Simon ins Mikro, erhielt nur ein Tuten als Antwort. „Mist verdammter!“, fluchte er dann und warf sein Handy schwungvoll gegen die Sofakissen. Jetzt hatte Andreas doch einfach aufgelegt und Simon konnte ihn nicht mal zurückrufen, weil er seine Nummer nicht hatte. Wobei... Schnell griff er nach dem Handy und siehe da, Andreas hatte seine Nummer mit gesendet. Keine zehn Sekunden später lauschte er dem Freizeichen. Mit einem Klicken wurde abgehoben.

„Hi Simon.“ Nur mit Mühe konnte Andreas das Lachen unterdrücken. Gut, es gelang ihm nicht. Dunkel kichernd griff er nach der heißen Schokolade und kuschelte sich in die weichen Sofakissen. Das schmollende Schweigen vom andern Ende der Leitung war Antwort genug.
Simon konnte es nicht fassen. „Du hast mich verarscht.“ Wie gemein. Ihm war fast das Herz stehen geblieben, als der andere so einfach aufgelegt hatte und jetzt machte Andi sich auch noch über ihn lustig.

Selig lächelte Andreas sein Telefon an. „Tut mir Leid, aber der Mann am andern Ende hat Feuerwehrmänner und Knutschen in einem Satz genannt, da dachte ich irgendwie, ich hätte mich verwählt.“ Es war schön, so mit Simon zu reden. Das letzte Mal, als sie mit einander gesprochen hatten, waren sie noch um einander herumgeschlichen, um auch ja nicht zu viel preiszugeben. Die wichtigste Hürde war nun jedenfalls genommen.

Simon schmollte immer noch. „Und was hättest du gemacht, wenn ich nicht zurück gerufen hätte?“ Wenn er nicht auf die Idee gekommen wäre, in seine Anrufliste zu gucken, hätten sie jetzt beide schmollend in einer Ecke gesessen. Gut, Simon schmollte ja immer noch.

„Aber du hast doch zurück gerufen. Problem gelöst.“ Andi lächelte. Natürlich wusste er, worauf Simon hinaus wollte. Aber er wollte ihn noch ein wenig zappeln lassen. Das leise Grummeln vom andern Ende der Leitung gab ihm das Signal, den Köder einzuholen. „Und wenn du dich in zehn Minuten nicht gemeldet hättest, hätte ich noch mal angerufen.“ Er hatte den Eindruck gewonnen, dass Simon eher zu den ernsthaften und pragmatischen Menschen gehörte und hätte nicht erwartet, dass er sich auch so niedlich geben konnte. /Er ist wirklich verdammt mein Typ./

Gott sei Dank hatte Simon eine Telefon-Flatrate, denn sie telefonierten bis zehn Uhr abends. Unter anderem erfuhr er so, dass Andreas zwei Jahre älter war, nämlich 28, und mit zwei älteren Geschwistern aufgewachsen war. Sein Bruder lebte am anderen Ende der Republik, sodass Andi auf Grund der „komplett beknackten Dienstplanung“, wie er es nannte, dieses Weihnachten nicht mit seiner Familie feiern konnte, sondern mit Knackwürstchen und Kartoffelsalat ein klischeehaftes, einsames Weihnachten vor dem Fernseher verbringen würde.

Um kurz nach zehn fielen Andreas dann fast die Augen zu. Er betete einfach, dass ihn heute kein Brand aus dem Bett piepen würde. Leise gähnend wünschte er Simon eine gute Nacht, fiel komplett erschlagen ins Bett und schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein. Simon hatte ihm eine Gute Nacht ohne brennende Tannenbäume gewünscht.



Es war Donnerstag Mittag. Der 24. Dezember. Heiligabend. Komisch, noch vor wenigen Tagen war ihm dieser Tag, das Fest der Liebe, wie blanker Hohn vorgekommen, so einsam und allein, sogar von der Familie verlassen. Heute kam es Andreas gar nicht mehr so schlimm vor. Immerhin hatte er heute frei und musste nicht arbeiten, so wie viele andere ledige Kollegen.

Fröhlich pfeifend schlenderte er durch den Supermarkt und deckte sich mit allem ein, was er für den heutigen Abend brauchte. Natürlich Würstchen, eine Packung mit diesen winzigen Mars-Riegeln und Karamell-Popcorn. Ekelhaft süß aber es war ja immerhin Weihnachten. Und er mochte schließlich keinen Lebkuchen. Die Getränke standen bereits im Kühlschrank. Seinem schlechten Gewissen folgend, hatte sein Vater ihm zur Feier des Tages eine Flasche seines Lieblings-Rieslings spendiert. Den würde er heute gemütlich vernichten, während er sich die DVDs ansah, die er sich selbst zum Fest geschenkt hatte.

Seine gute Laune rührte jedoch nicht von dem teuren Alkohol. Gestern Mittag hatte er eine Kurzmitteilung von Simon bekommen, der „nur mal Hallo sagen“ wollte und daraufhin hatten sie sich den ganzen Tag kleine Nachrichten geschickt und wieder den ganzen Abend lang telefoniert. Für jeden, der ihn kannte, war es offensichtlich. Er war verliebt. Und wie.

Endlich hatte er es nach Hause geschafft. Erschöpft stellte er die Einkaufstaschen in seiner Küche ab und machte sich erstmal eine heiße Schokolade. Er war heute erleuchtet worden: Der Winter war kalt. Warum war ihm auch auf halbem Wege eingefallen, dass er unbedingt noch ein Geschenk für Simon brauchte. Er wusste zwar noch nicht, wann er es ihm geben konnte, aber das war ja auch egal. Gott sei Dank hatte er sofort den richtigen Einfall gehabt und war zur Wache gefahren. Die Jungs waren zwar etwas überrascht, ihn zu sehen aber nachdem er ihnen erklärt hatte warum, war er bereits nach einer Tasse Kaffee mit seiner Beute wieder in die Kälte entlassen worden.

Nachdem er sich wieder aufgetaut hatte, begann er den kleinen Baum zu schmücken. Der Kurze hatte die letzten Wochen seinen Balkon erleuchtet und wurde nun endlich in die warme Stube geholt. Die Lichterkette (keine Kerzen!) war ja zum Glück schon angebracht, sodass er die Zweige nur noch mit kleinen, roten Kugeln, selbst gebastelten Papiersternen seiner Nichten und einigen wenigen gläsernen Eisblumen behängen musste. Bereits nach einer viertel Stunde trat er einige Schritte zurück, betrachtete sein Werk, und sah, dass es gut war.

Mittlerweile war es sechzehn Uhr und Zeit für ein heißes Bad. Das Badewasser war bereits eingelassen, sodass Andreas sich nur noch entblättern musste, um dann in das dampfende und duftende Nass zu steigen. Lächelnd schloss Andi die Augen und ließ die letzten Wochen Revue passieren. Es schien schon fast nicht mehr wie ein Zufall, sondern eher wie ein Weihnachtswunder, dass er Simon immer wieder über den Weg gelaufen war. Es machte ihm wirklich nichts mehr aus, an Heiligabend allein zu sein, solang die Feiertage nur schnell vorbei gingen und er Simon wieder sehen konnte. Er nahm sich fest vor, den anderen zu fragen, ob er Silvester mit ihm feiern wollte.

Dampfend, duftend und erfrischt stieg Andreas aus dem Wasser, als dies begann merklich abzukühlen. Schnell rubbelte er sich trocken und schlüpfte dann in seine mittlerweile schrecklich ausgeblichene Lieblingsjeans und ein dunkles Tanktop. Sein Haar konnte er auch so zerstrubbelt lassen, ihn sah ja ohnehin niemand. Immer noch auf Wolke Sieben schwebend, machte sich Andreas an die letzten Vorbereitungen. Der Nudelsalat (Ja, er hatte sich in letzter Sekunde umentschieden), stand schon seit gestern im Kühlschrank. Eigentlich mussten nur noch die Würstchen gekocht und das Brot geschnitten werden, dann war er soweit. Um halb sieben saß er dann endlich mit seinem Festmahl auf dem Sofa, Knabberzeugs und Getränke in Reichweite. Der Abend konnte beginnen.

Es war neun Uhr. Gerade war er damit fertig, sich durch das Bonusmaterial seiner Wall-E DVD zu klicken, als es an der Tür klingelte. Er erschreckte sich dermaßen, dass er beim Aufstehen fast die Popcornschüssel vom Tisch gefegt hätte. Fluchend stapfte Andi zur Tür und drückte den Summer, warf noch einen Blick in den Spiegel und zupfte erfolglos an einigen der blonden Strähnen, die ihm wild vom Kopf abstanden. „Es ist Heiligabend, wer rennt denn um diese Zeit noch draußen rum?“, grummelte er vor sich hin, als es leise an der angelehnten Wohnungstür klopfte und diese aufgeschoben wurde.

6.

„Huch, wie siehst du denn aus? Hab ich dich aus dem Bett geholt?“ Zugegeben, Andreas sah herrlich aus, mit den wild zerwuschelten Haaren und in dem so offensichtlich nicht für die Augen anderer bestimmten Outfit.
„Simon“, stellte Andreas in einem Anflug von überirdischer Intelligenz fest. „Was machst du denn hier?“ Verlegen fuhr er sich durch die Haare. /Ach ja, ich hab ihm gesagt, wo ich wohne./ Erst jetzt fielen ihm die Tupperdosen auf, die der Besucher unter seinen Arm geklemmt hatte. „Bringst du mir was vom Festtagsbraten?“, fragte er gleich neugierig.

Simon musste lachen und überreichte Andreas die Dosen. „Richtig geraten, Rumpelstilzchen. Fröhliche Weihnachten dir auch.“ Bevor Andi auf die Idee kam, ihn wieder in die Kälte zu schicken, befreite Simon sich schnell von Mantel und Schal und legte auch gleich sein Jackett mit ab. Ja, seine Mutter bestand auf Anzügen zu Weihnachten.

Andreas war schon mit den Dosen in der Küche verschwunden. Naja, er war geflüchtet. Himmel, er war bald dreißig und musste sich Rumpelstilzchen nennen lassen. Erdboden, tu dich auf!
Schnell öffnete Andreas die Sektflasche und goss ihnen zwei Kelche voll. Im Zweifelsfall würde Simon eben auf dem Sofa schlafen müssen. Oder auf ihm... wieder wurde Andi rot. /Verdammt, war wohl doch ein Gläschen zu viel, Junge./ Nervös trat er nun Simon entgegen und reichte ihm sein Glas.

Dankend griff Simon nach dem Sektglas und sie stießen an, lächelnd in den Anblick des anderen versunken. Eine Minute verging, bis Andreas einfiel, dass sie noch immer im Flur standen. Wieder wurde er rot und bat seinen Gast nun endlich ins Wohnzimmer. /Gott, heute geht aber auch alles schief./

Lächelnd nahm Simon neben Andreas auf dem Sofa Platz. Sein Blick fiel auf die DVDs, die auf dem Sofatisch herum lagen. „Hast du die heute alle schon gesehen?“, fragte er erstaunt. /Da hat sich wohl jemand einsam gefühlt./

Langsam fand Andi wieder zu seinem alten Selbst zurück. „Nee, um Gottes Willen. Ich hab erst einen Film geschafft.“ Er würde heute wohl auch nicht zu mehr kommen. /Selbst wenn er gleich wieder verschwindet, werde ich mich nicht mehr auf den Film konzentrieren können./
Endlich fand er die Zeit, seinen unerwarteten Besuch genauer zu betrachten. Simon sah gut aus, so wie immer. Der anthrazitfarbene Anzug stand ihm gut und ließ seine Augen noch wärmer wirken. Andreas Blick glitt durch das vom Wintersturm leicht zerzauste Haar, verweilte kurz auf dem kantigen Kinn, auf dem sich schon wieder der erste Hauch eines Blauschattens zeigte, obwohl er frisch rasiert sein musste. Andreas konnte das Rasierwasser riechen. /Hmm, Cool Water/, war sein einziger Gedanke, als sein Blick tiefer glitt und sich im Knoten der grünen Krawatte verfing, den Simon gerade ein wenig lockerte. Sein Adamsapfel tanzte, als er einen weiteren Schluck aus dem Sektkelch nahm.

Andreas atmete einmal tief durch. /Verdammt. Nicht gut, gar nicht gut./ Irgendetwas an Simons Lächeln machte, dass Andreas am liebten kreischend flüchten würde. Er verstand das selbst nicht, er mochte den anderen Mann doch. Sehr sogar. Vorsichtig, fast schon furchtsam richtete er seinen Blick auf Simons Augen und verstand. Er war die Maus, die den hungrigen Kater in ihr Nest gelassen hatte.

Simon war nicht entgangen, wie sich die Atmosphäre zwischen ihnen verändert hatte. Er wollte ja ganz artig bleiben (okay, zugegeben, das war gelogen) aber er war auch nur ein Mann. In diesem Oberteil präsentierte Andi ihm die verführerischsten Stellen auf dem Silbertablett und dies half Simon nicht sehr, sein kochendes Blut wieder zu beruhigen. /Das fehlte noch, verschwitzter Sex unterm Weihnachtsbaum. Na, danke!/
„Hast du was dagegen, wenn ich dir etwas Gesellschaft leiste?“ Verflucht, seine Stimme sollte nicht so rau klingen. Nicht so unsicher.

In Andreas Gesicht spiegelten sich gemischte Gefühle. Einerseits freute er sich darüber, dass Simon bei ihm bleiben wollte. Andererseits machten ihn die verheißungsvollen Blicke seines Gastes nervös. „Musst du nicht zu deiner Familie zurück?“ Er wusste selbst nicht, welche Antwort er sich erhoffte.

Ein wenig enttäuscht war Simon ja schon. Irgendwie hatte er damit gerechnet, dass Andi von der Idee begeistert wäre, aber irgendwie schien sein Gastgeber wider Willen genau das zu sein: widerwillig. „Nee, meine Familie hat mich wegen guter Führung entlassen. Aber wenn du lieber allein sein willst, ist das natürlich auch okay. Ich dachte nur, dass du vielleicht gern ein wenig Gesellschaft hättest.“ Und Simon war nur zu gern bereit, ihm den Abend zu versüßen.

Innerlich aufseufzend kapitulierte Andreas. Es war ja nicht so, als würde er Simons Gesellschaft nicht genießen. Es war nur so, dass da so viel zwischen ihnen ungesagt war und Andreas ganz kribbelig machte. Er hatte keine Ahnung, wie er diesen Abend neben Simon auf dem Sofa überleben sollte, ohne zu wissen, wie sie eigentlich zu einander standen. Oder besser, wie Simon zu ihm stand.
„Na, in dem Fall, mach es dir bequem. Du darfst den nächsten Film aussuchen.“ Mit diesen Worten schnappe er sich die Sektgläser und verschwand in der Küche, um ihnen nach zu schenken. Andreas verspürte das drängende Bedürfnis, sich die dummen Ideen aus dem Kopf zu spülen.

Simon hatte bereits eine neue DVD eingelegt und sich, endlich von den Schuhen befreit, auf das bequeme Sofa gelümmelt, als Andreas das Wohnzimmer wieder betrat. Andi sah einfach zum Knutschen aus, die Haare immer noch wild zerstrubbelt, in diesen Klamotten, die seinen muskulösen Körperbau so sehr hervorhoben. Besonders hatten es Simon jedoch die Wangen seines Gastgebers angetan, die aus Nervosität oder auch durch den Alkohol in einem gesunden Rosa strahlten. /Mal sehen, welche Reaktionen ich ihm heute noch entlocken kann./

Andreas setzte die Sektgläser auf dem Sofatisch ab, dimmte das Licht und ließ sich dann neben seinem Gast auf das bequeme Sofa sinken. Wie zum Schutz nahm er die Schüssel mit dem Popcorn, und setzte sie sich auf den Bauch. Er brauchte einfach etwas zum festhalten. Einmal mehr zeigte sich, dass Andi ein Meister des Flirtens war – solange es nicht ernst wurde. Und leider war es ihm ernst geworden. Am Anfang war es ihm so leicht gefallen, mit Simon zu schäkern aber jetzt, nachdem Andreas ihn ein wenig näher kennen gelernt hatte, wollte er einfach auf Nummer sicher gehen. Und machte sich selbst verrückt.

Der Film begann und Andreas neben ihm fing an, sich mit Popcorn voll zu stopfen. Simon konnte das Knartzen und Knurpsen nur zu gut hören. Genauso gut, wie er Andreas Körperwärme spüren konnte, da, wo ihre Arme sich fast berührten. Und doch schien sein Gastgeber so unendlich weit weg zu sein. Eigentlich hatte sich Simon seinen Überraschungsbesuch ein wenig anders vorgestellt. Sie waren ja wohl lang genug um einander herum geschlichen, seiner Meinung nach wurde es Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.

Der Film plätscherte vor sich hin, ohne dass Simon wirklich etwas von der Handlung mitbekam. Er wartete nur auf den richtigen Zeitpunkt - und hatte das Gefühl, dass der nie kommen würde. /Na los, jetzt trau dich schon./ Sich selbst einen gehörigen Tritt gebend, überbrückte Simon die fehlenden Zentimeter und strich mit seinen Fingern über Andreas Oberschenkel. Er konnte spüren, wie der andere sich sofort verkrampfte und hielt daher erst einmal still, brach die Berührung jedoch nicht ab.

Andreas hielt den Atem an. Das da war Simons Hand auf seinem Oberschenkel. Gut, genau genommen waren es kaum seine Fingerspitzen, die Andis Bein berührten. Und doch, es war ein Anfang. Andreas zwang sich, ein paar mal tief durchzuatmen und stellte dann die Schüssel beiseite. Mit zittrigen Fingern griff er nach der Hand seines Gastes und hielt sie fest. Simons Finger fühlten sich genau so klamm an, wie Andreas eigene. /Er ist genau so nervös wie ich./ Andi wusste nicht recht warum, aber der Gedanke brachte ihn zum Lachen.

Simon fiel ein Stein vom Herzen. Ach was, ein Gebirge! Andreas nahm ihm seine Flucht vom Wochenende also wirklich nicht übel, so ein Glück. Er konnte Andreas Lachen eher spüren als hören, denn es schickte kleine Vibrationen durch seinen Körper. Seine Finger mit Andreas’ verschränkend, zog Simon seinen Gastgeber näher, lächelte ihn an.

Andreas kam ihm ein Stück entgegen, schmiegte sich näher an seine Seite. Lehnte seine Stirn gegen Simons. Lächelnd schloss er die Augen, fragte sich, warum er sich eigentlich so viele Gedanken gemacht hatte. Sie mochten sich, fühlten sich zu einander hingezogen. Das war auf einmal so offensichtlich.

Sie lösten sich ein wenig von einander. Nur kurz trafen sich ihre Blicke, bevor sie beide regelrecht synchron ihre Augen schlossen und sich ihre Lippen zu einem sanften, scheuen Kuss trafen. Vorsichtig, viel zurückhaltender als im Rainbow, erkundeten sie die Lippen des anderen. Keiner von beiden konnte sagen, ob nun eine Ewigkeit verging oder doch nur ein Augenblick, bevor sich ihre Lippen öffneten und ihre Zungen sich trafen. Der Kuss war träge, sanft und genießend, nicht einmal andeutungsweise darauf ausgelegt, zum Vorspiel für mehr zu werden.

Simons Hand wanderte in Andreas Nacken, streichelte die zarte Haut und kraulte durch die kurzen, blonden Haare. Lächelnd registrierte er, dass Andreas ihn für diese Zärtlichkeiten mit einem leisen, kehligen Schnurren belohnte. Nach mehr Körperkontakt gierend, zog Simon seinen Partner liegend neben sich, schlang seinen freien Arm um Andreas Hüfte und verflocht ihre Beine mit einander. Der Film war längst vergessen.

7.

Andreas erwachte erst aus dem tranceartigen Zustand, in den ihre Knutscherei ihn versetzt hatte, als der Abspann des Films bereits vorbei war und der nervige Jingle aus dem DVD-Menü begann, sich zu wiederholen. Nur äußerst widerwillig löste er sich ein wenig aus Simons Umarmung, um nach der Fernbedienung zu greifen, und seinen Fernseher auszuschalten. So schnell es ging kuschelte er sich wieder in die warmen Arme seines frisch gebackenen Lieblings und gab sich wieder den zärtlichen Streicheleinheiten hin.

Froh, das Andreas keine ernsthaften Anstalten machte, sich von ihm zu lösen, raffte Simon sein Kuscheltier wieder an sich und begann seine Zärtlichkeiten erneut. Er liebte die Geräusche, die Andreas beim Genießen von sich gab, jetzt schon. /Hmm, was er wohl sonst noch für Geräusche macht, wenn ich ihn wo anders streichle?/ Der Gedanke hatte etwas Verlockendes. Heute war er jedoch mit Sicherheit zu träge für Sport jeglicher Art. Feiertage waren eben anstrengend. Ihn gierte es jetzt nur noch nach einem warmen Bett und danach, mit Andreas in seinen Armen einzuschlafen. Und natürlich morgens wieder neben ihm auf zu wachen. Am besten für den Rest seines Lebens. Der Gedanke ließ ihn Lächeln. Er war sich selbst mal wieder eine halbe Meile voraus. Trotzdem gab es da etwas, dass er einfach sagen musste.

„Du, Andi? Ich hab dich wirklich lieb.“ Sofort versteifte Andreas sich. Das hatte er doch gerade nicht wirklich gesagt oder? „Oh, Simon, ich...“ Aber man ließ ihn nicht ausreden. „Nein, ist schon gut, ich erwarte jetzt keine großartigen Liebesschwüre. Ich wollte nur, dass du weißt, dass ich dich wirklich gern habe.“ Andi konnte förmlich spüren, wie sich sein Magen zusammen zog. Es war schon eine Weile her, dass ihm jemand seine Liebe gestanden hatte. Oder eben seine Zuneigung. „Hör mal, Simon, wirklich, ich...“

Es sollte einfach nicht sein, dass er seine Sätze auch mal beenden durfte. „Keine Sorge, Andi, wirklich, du musst nichts...“ /Na, also jetzt reicht’s aber wirklich!/ „Jetzt lass mich doch einfach mal ausreden!“ Ruckartig hatte Andreas sich aus Simons Umarmung befreit und hatte sich aufgesetzt. Gott, warum ließ ihn dieser Riesentrottel auch nicht zu Wort kommen. Wutschnaubend stand er vom Sofa auf und stapfte ins Schlafzimmer, griff nach der Tüte, die er vorhin aus der Wache mitgebracht hatte und holte Simons Weihnachtsgeschenk hervor. Und wehe, es gefiel ihm nicht.

Verwirrt hatte sich Simon hochgerappelt und starrte nun in Richtung der Tür, durch die Andreas soeben entschwunden war. Simon hatte keine Ahnung, was er denn nun falsch gemacht hatte. Vielleicht war es wirklich noch zu früh gewesen, über seine Gefühle zu reden. Aber er wollte Andreas nun mal nicht nur als Wärmflasche für die kalte Jahreszeit. Er hatte sich wirklich in den andern Mann verliebt und er wollte das auch sagen und vor allem zeigen dürfen.

Simon seufzte ergeben und wollte sich schon daran machen, sich die Schuhe wieder anzuziehen um zu verschwinden, als Andreas in der Tür erschien und erbarmungslos das Licht anschaltete. Und in den Händen hielt er – einen Teddybären? In Feuerwehruniform?

Die Feuerwehr-Teddys verteilten sie an die Kinder, wenn ihre Wache Tag der Offenen Tür hatte oder sie bei einem der Stadtfeste dabei waren. Die Kleinen flogen auf die Viecher. Und irgendwie war ihm die Idee, Simon einen davon zu Weihnachten zu schenken, heute Nachmittag noch großartig vorgekommen. Aber jetzt, mit Simons entgeistertem Gesichtsausdruck konfrontiert, schimpfte Andreas sich selbst für diese Schnapsidee. Seine Finger verkrallten sich ein wenig in dem weichen Plüsch, als er ein paar unsichere Schritte auf Simon zuging.

„Ist der für mich?“ Simon war regelrecht sprachlos. Konnte das wirklich sein? Hatte Andi den extra für ihn besorgt, obwohl er doch gar nicht wusste, dass Simon ihn heute besuchen wollte? Das hieß doch, dass sein Gastgeber vorgehabt hatte, ihn nach den Feiertagen wieder zu sehen.
Und zwar ausnahmsweise mal geplant. Und Gott, war das ein herrlicher Anblick: Der immer noch zerstrubbelte Andreas, mit diesem zerknirschten, unsicheren Gesichtsausdruck, wie er sich an den Plüschteddy mit der schwarzen Uniform klammerte.

Ohne sich bewusst dafür entschieden zu haben, aufgestanden zu sein, stand Simon auf einmal vor Andreas, griff mit der einen Hand nach dem Teddy und mit der anderen nach Andreas, drückte beide an sich und küsste den Mann dann lang und innig. Nur kurz löste er sich von Andis Lippen, um ein tief empfundenes „Danke“ gegen sie zu hauchen und ihn dann erneut in einen tiefen Kuss zu verwickeln. Das war wirklich das schönste Geschenk, das er dieses Jahr zu Weihnachten bekommen hatte.



Gähnend räkelte Andreas sich unter der Bettdecke. Verschlafen rieb er sich die Augen und fing langsam an, den Raum um sich wahrzunehmen. Wie genau war er gestern eigentlich ins Bett gekommen? Und was lag da so schwer auf seinem Bauch. Ein leises Grunzen beantwortete Andis Frage. Ein Mann. Nein, nicht irgendein Mann. Simon. Genau genommen sein Arm. Die Erinnerung an die Geschehnisse des Vorabends zauberte ein Lächeln auf Andreas Gesicht. Richtig, Simon war zu Besuch gekommen. Sie hatten sich geküsst und er hatte ihm den Teddy gegeben. Andreas betrachtete seinen Gast genauer und musste kichern, als er den Feuerwehrteddy fest eingeklemmt unter Simons anderem Arm fand.
Immer noch kichernd drehte Andi sich unter Simons Arm und kuschelte sich näher an den anderen Mann. Richtig, da war ja noch etwas. Etwas das er unbedingt noch sagen musste.

Simon glitt langsam aus dem Schlaf, als sich etwas warmes, hartes zwischen seine Rippen bohrte, dann verschwand, nur, damit etwas anderes an dem kuscheligen Etwas in seinem Arm zerren konnte. Als ihn dann auch noch etwas in die Nase zwickte, hatte er genug. Mit einem filmreifen Kampfschrei stürzte er sich auf Andreas und fing an, sich seinerseits mit einer Kitzelattacke zu revanchieren.

Andreas brauchte nur eine Minute, bis er um Gnade flehte. Er war nun mal empfindlich am Bauch, na und? Trotzdem breit grinsend zog er Simon in eine enge Umarmung und hauchte dem anderen Mann eine Reihe sanfter Küsschen auf Nase und Stirn. Er fühlte sich im Moment pudelwohl. „Simon?“ Ein Brummen und ein neckendes Küsschen ganz knapp unter seiner rechten Brustwarze war die ganze Antwort. „Hey, behalt deine Lippen bei dir. Mensch, lass das, keine Knutschflecken!“ Es dauerte eine Weile, bis Andi die erneute Rangelei für sich entschied und Simon nun eher umklammerte als umarmte. Todesmutig beugte er sich vor und stahl sich einen Kuss. „Simon, da ist noch was, das ich dir sagen muss. Guck nicht so, ist nichts Schlimmes. Nur... Ich... hab dich auch furchtbar lieb.“
Simons Antwort ließ nichts zu wünschen übrig.


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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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