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Sebastian ist eine der Aushilfen in einer Schwulenkneipe und nicht gerade hocherfreut, dass er ausgerechnet an Rosenmontag arbeiten muß. Da hilft auch der süße Rothaarige an der linken Seite der Theke nichts - oder?

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Zucker
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 3387     Klicks: 6753
Veröffentlicht: 31/03/12 Aktualisiert: 31/03/12
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Anmerkungen zur Geschichte
Diese Geschichte handelt im "Rush-Inn". In dieser Schwulenkneipe von kaKENuri spielten unterschiedliche Geschichten verschiedener Autorinnen - auch diese hier, und zwei weitere von mir. Leider scheint die Seite, auf der die Rush-Inn-Geschichten gesammelt wurden, nicht mehr online.
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1. Links an der Theke

"So ein Mist," seufzte Sebastian und fuhr sich mit den Fingern durch die kurzen, blonden Haare. Zur Sicherheit sah er noch einmal in seinen Taschenkalender, doch er hatte sich nicht getäuscht. Eigentlich hatte er sich mit einigen Kommilitonen zum Essen gehen und anschließendem Feiern in der Disco verabredet, und erst jetzt fiel ihm auf, dass er heute im Rush-Inn arbeiten musste
 
Warum hatte er den Job überhaupt erst angenommen? Gerade am Wochenende, wenn er mit Freunden ausgehen wollte, stand er statt dessen in der Kneipe herum und sah zu, wie die anderen trinken durften.
 
Er selbst hielt sich "im Dienst" an nicht alkoholische Getränke, wie Alex, der Inhaber des Rush-Inns, es verlangte.
 
Heute war Rosenmontag, und auch, wenn nicht alle Gegenden dieses Fest gleichermaßen feierten, war in Kneipen wie dem Rush-Inn an solchen Tagen besonders viel los. Deswegen würden sie heute auch zu dritt hinter der Theke stehen, außer Sebastian war noch eine weitere Aushilfskraft engagiert, und Alex war wie an jedem Abend da.
 
Mürrisch zückte Sebastian sein Handy und sagte die Verabredung ab. Aber was sollte er machen? Er brauchte das Geld, seine Wohnung war nicht billig, und von irgendwas musste er auch leben. Seine Eltern weigerten sich, ihn finanziell zu unterstützen, denn wo er doch eh nie für eine Familie sorgen würde, würde sich ein Studium für ihn nicht lohnen, hatten sie gemeint.
 
Sebastian suchte sich ein weißes Hemd, die dunkle Weste und die schwarze Hose raus, die er heute Abend tragen würde - auch das eine Vorschrift des Inhabers, an die sich Sebastian allerdings gerne hielt. Immerhin waren sie so sofort als Bedienstete erkennbar, anders als in der Kneipe, in der Sebastian vorher gejobbt hatte.
 
Er zog seinen Motorradhelm hinter dem Schreibtisch hervor und schlüpfte in seine Kombi, die Kleidung stopfte er in seinen Rucksack. Und lief die Treppe runter zu seiner Maschine.
 
Das Rush-Inn war ein gemütlicherer Laden; im Baker's, in dem er vorher gearbeitet hatte, gab es häufiger mal Schlägereien, so etwas war im Rush-Inn noch nicht während seiner Arbeitszeiten vorgekommen, und auch sonst war es wohl immer recht ruhig. Angenehmes Arbeiten - denn auch sonst waren die Gäste nach seinem Geschmack. Und mit der Zeit hatte er sich angewöhnt, in ruhigeren Minuten die Leute zu beobachten, die sich in einer Kneipe einfanden. Dazu würde er heute allerdings wohl keine Gelegenheit haben.
 
Sebastian stellte seine Maschine im Hinterhof ab und ging dann zu der grünen Tür, die direkt ins Rush-Inn führte. Er klopfte an, wie es mit Alex abgesprochen war, um hineingelassen zu werden, ansonsten war die Tür noch abgeschlossen.
 
Sebastian zog sich schnell um und deponierte die Kombi und den Helm im Hinterzimmer, dann half er Alex bei der Dekoration für den heutigen Tag. Die Girlanden hängten sie gemeinsam auf, dann drückte der andere Sebastian einige Rollen Luftschlangen in die Hand, die dieser im ganzen Raum verteilte.
 
Eine Tüte Konfetti verstreute er auf den Tischen - wie gut, dass er das nicht hinterher alles wieder reinigen musste Wenn das Rush-Inn irgendwann tief in der Nacht schloss, hatte er Feierabend und würde quasi tot in sein Bett fallen.
 
Eine Stunde später waren die Vorbereitungen abgeschlossen, und die zweite Verstärkung für diesen Abend traf ein, ein junger, dunkelhaariger Student der von seinem Freund gebracht wurde. Der verschwand gleich wieder, versprach aber, später wiederzukommen und Sven auch wieder abzuholen. "Wir wohnen in Renstedt, das ist eines der kleinen Dörfer, durch die einmal am Tag ein Bus fährt. Wir haben halt nur ein Auto," erklärte er schulterzuckend.
 
Als Sven sich umgezogen hatte, war es auch schon Zeit, dass Alex die grüne Tür aufschloss, danach stellten sie sich hinter die Theke. Noch war kein Kunde im Raum, also kontrollierte Alex noch einmal die heute besonders hohen Bestände, und Sebastian und Sven unterhielten sich...
 
...bis die Tür aufsprang, und nicht ein, sondern gleich sieben Kunden auf einmal hineingeströmt kamen. Viel sah Sebastian nicht von ihnen, bis sie im Dunkeln des hintersten Bereichs verschwanden, aber die leuchtenden roten Haare des einen fielen ihm sofort ins Auge.
 
Sebastian nahm ihre Bestellungen an, holte die verlangten Biere, und mit Sven gemeinsam trug er die gefüllten Gläser zu der Gruppe, anscheinend eine Clique, die gemeinsam feiern wollte.
 
Noch während sie die Gäste bedienten, ging die Tür erneut auf, und weitere Kunden betraten die kleine Kneipe. Schon jetzt wurde deutlich, dass es eine weise Entscheidung von Alex gewesen war, heute zwei Aushilfen zu beschäftigen. Bereits nach kurzer Zeit war der Raum gut gefüllt, und das zu einer Uhrzeit, zu der an anderen Tagen gerade die ersten Gäste kamen.
 
Sven und Sebastian waren ziemlich ausgelastet, während Alex sich wie immer um die Gäste kümmerte, die an der Bar ihre Bestellungen aufgaben. In dem Gewühl sah Sebastian irgendwann kaum noch die individuellen Gesichter, nur seine Erfahrung im Kellnern bewahrte ihn davor, die Getränke falsch zu verteilen.
 
Lediglich die Bestellungen des Rothaarigen erfüllte er nicht in diesem eingeübten Trott, denn der Typ fiel einfach auf. Ins Gespräch mit ihm kommen konnte Sebastian dennoch nicht, denn es war einfach zu viel zu tun.
 
Alex hinter der Theke beschäftigte sich immer mehr nur noch damit, Cocktails zu mixen und nebenbei Bier zu zapfen, für Unterhaltungen mit den Gästen blieb kaum noch Zeit. Sven und Sebastian liefen zwischen den Kunden hin und her und verteilten die Getränke.
 
Wie gut, überlegte Sebastian in einem der seltenen ruhigen Momente, dass sie nicht noch Speisen im Angebot hatten, damit wären sie heute wirklich überfordert gewesen.
 
Je später es wurde, desto mehr Routine bekamen Sebastian und Sven, sie wussten, an welcher Stelle ein Stuhl so stand, dass man immer wieder darüber stolperte, dass der blonde Typ hinten Cola trank, der hinten links mit dem Augenbrauenpiercing Bier, und der Bärtige knabberte die ganze Zeit Erdnüsse.
 
Irgendwann schien der Rothaarige zu Sebastians Bedauern verschwunden zu sein, jedenfalls saß er nicht mehr bei seinen Freunden. Doch er hatte keine Gelegenheit, sich weiter darüber Gedanken zu machen, denn schon wieder wollte jemand etwas zu trinken haben, diesmal ein intensiv flirtendes Pärchen gegenüber der Theke.
 
Sebastian merkte nicht, wie die Zeit verging, doch ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es schon kurz vor Mitternacht war. Einen Moment lang dachte er an seine Freunde, die jetzt in einer Disco feierten, aber viel Zeit zum Grübeln blieb ihm nicht.
 
Sebastian wusch gerade in einem ruhigeren Moment einige Biergläser ab, als sein Blick nach links fiel, wo ein roter Haarschopf sofort seine Aufmerksamkeit auf sich zog. War er also doch nicht weggegangen, überlegte Sebastian beinahe etwas erleichtert. Beinahe? Nein, auch wenn er es nicht einmal vor sich selbst zugeben wollte, war er in der Tat erleichtert darüber, dass der andere noch nicht gegangen war.
 
Er stellte die freigewaschenen Gläser zum Abtropfen auf das Gitter neben dem Becken, dann sah er wieder zu dem Rothaarigen hinüber Warum war er nicht mehr bei seinen Freunden, die noch immer hinten an der Wand saßen?
 
Bevor er sich aber weiter darüber Gedanken machen konnte, kam eine Gruppe ziemlich Angetrunkener durch die grüne Tür und drängten in den ohnehin schon überfüllten Raum. Sven suchte die Stühle zusammen, die die Gruppe brauchen würde, während Sebastian anfing, die sicher gleich verlangten Biere zu zapfen.
 
Von der neu angekommenen Gruppe aus warf er einen Blick nach hinten. Der Rothaarige hatte sich in der linken Ecke beinahe zwischen Theke und Wand verkrochen und saß ziemlich zusammengesunken da. Was da wohl passiert war?
 
Er sammelte auf dem Rückweg noch einige leere Gläser ein, die er wieder neben die Spüle stellte. Es würde sich zeigen, wer als nächstes Zeit hätte, sie abzuwaschen.
 
Zunächst hatte er noch anderes zu tun, vorne an einem Tisch war das Bier offensichtlich ausgegangen, und die Gäste verlangten nach mehr. Sebastian nahm die schon fertig gezapften Getränke und trug sie hinüber.
 
Auf dem Rückweg wurde sein Blick wieder zu dem Rothaarigen gezogen, der sich nicht wohl zu fühlen schien in seiner Haut.
 
Sebastian zapfte einige Biere, währenddessen sah er wieder nach links. Sven verteilte dann die Getränke, und Sebastian ging zu dem Rothaarigen, er konnte den anderen doch nicht so einfach da sitzen lassen!

Eigentlich war es Alex' Aufgabe, sich um Gäste zu kümmern, die anscheinend einen Gesprächspartner brauchten, aber zum Einen war der gerade mit einigen Cocktails beschäftigt, und zum Anderen hatte Sebastian das undefinierbare Gefühl, dass er das regeln sollte.?
 
"Hey," sprach er den Rothaarigen an, der auch gleich aufschaute. Leider hatte Sebastian sich keine weiteren Gedanken über das zu führende Gespräch gemacht, so dass er jetzt doch Alex an seine Stelle wünschte. Doch jetzt hatte er das angefangen, dann musste er auch durch.
 
Der Rothaarige vor ihm sah müde auf, blickte ihn kurz mit außergewöhnlichen grünen Augen an und ließ sich wieder auf seine Arme sinken.
 
Der erste Anlauf war also nicht sonderlich erfolgreich gewesen, resümierte Sebastian. Aber er war nicht gewillt, so schnell aufzugeben und entweder das Feld zu räumen oder Alex zu überlassen - auch wenn der erheblich mehr Erfahrung mit solchen Situationen hatte.
 
Kurzentschlossen griff er unter die Theke und füllte ein Glas mit Eiswürfeln, dann goss er Whiskey darüber. "Hier," schob er das Glas zu dem anderen herüber, "und jetzt erzählst du mal, was los ist."
 
Genau auf diese Art und Weise hatte Alex ihn damals angesprochen, als Daniel mit ihm Schluss gemacht hatte, und er ins Rush-Inn gekommen war. An dem Abend hatte er sich so richtig ausgeheult - und zwei Wochen später einen neuen Job, den Job, dem er im Moment gerade nachgehen sollte: Gästen ihr Bier bringen.
 
"Sebastian!" Wenn man an den Teufel dachte... Allerdings war Alex ein ausgesprochen netter Teufel. "Holst Du bitte mal Zitronen und Zucker von hinten? Und Eiswürfel?"
 
Der Angesprochene sah sich nach Alex um, der anscheinend erst jetzt bemerkte, womit Sebastian gerade beschäftigt war.
 
"Ich komme gleich wieder, lauf nicht weg," lächelte er den vor sich sitzenden an, dann ging er schnell in den kleinen Hinterraum, der auch als Lager genutzt wurde, und holte die verlangten Dinge.
 
Als er zurück zu dem Rothaarigen wollte, hielt Alex ihn zurück. "Willst du das machen?" fragte er, und Sebastian wusste genau, worauf sich die Frage bezog. "Dann viel Glück dabei!"
 
Damit schob er ihn wieder in die Ecke, in der der Rothaarige noch immer über sein Glas gebeugt saß.
 
"Jetzt erzähl mal," forderte er den anderen auf. Der hatte ihn wohl gar nicht kommen gehört und sah jetzt leicht erschrocken auf.
 
"Nichts," versuchte er abzuwehren, aber das wollte Sebastian nicht durchgehen lassen. Er sah sein Gegenüber nur still an und wartete auf eine Reaktion. Ohne Erfolg. Was machte Alex in solchen Situationen?
 
"Nichts? Das sieht aber anders aus," versuchte er es erneut. Und die grünen Augen sahen ihn an.
 
"Warum? Warum hat er ihn mitgebracht?" fragte der andere, und sah dabei Sebastian beinahe vorwurfsvoll an. Dann erst schien er zu begreifen, dass der Blonde hinter der Theke gar nicht verstehen konnte, worum es ging.
 
"Das hier sollte meine Geburtstagsfeier sein. Ich hatte am Mittwoch... Und er, mein Ex, kommt mit seinem Neuen an. Dabei..." er guckte wieder nach unten auf sein Glas. "Wir waren gerade eine Woche auseinander. Und ich hab noch immer gehofft, dass es wieder was werden würde..."
 
Sebastian griff unter die Theke und tastete nach einem Taschentuch, das schien der andere jetzt nötig zu haben. Die Tränen schienen zwar eher der Wut zu entstammen, aber dennoch liefen
 sie über sein hübsches Gesicht.
 
Vorsichtig tupfte Sebastian ihm die Nässe von den Wangen, dann legte er seine Hand um die des anderen, die das noch immer halb gefüllte Whiskyglas hielten. "Und jetzt hat er seinen Neuen angeschleppt?" fragte er vorsichtig nach.
 
"Ja. Und er erzählt überall rum, was für ein Schlappschwanz ich doch sei. Er habe sich extra einen Rothaarigen ausgesucht, weil man doch sagt, die wären... naja, wilder im Bett... und das bin ich halt nicht..."
 
Noch immer lag Sebastians Hand über der des anderen, dessen Namen er zu gerne gewusst hätte. Aber es war der falschen Augenblick, ihn danach zu fragen.
 
Aber das musste er wohl auch nicht, denn auf den Zuruf "Hey, Jens, komm wieder her!" drehte sich sein Gegenüber kurz um und schüttelte den Kopf. "Mann, was bist du für eine trübe Tasse," war die Reaktion des Rufenden, und Sebastian sah, wie Jens erneut in sich zusammensackte.
 
"Jens?" fragte er kurz. Als der aufblickte, stellte er sich selber vor: "Ich bin Sebastian. Sag mal, das eben meinte der doch nicht ernst, oder?"
 
"Doch," nickte Jens, "das ist mein Ex. Und ich glaube, vielleicht hat er ja recht. Ich sollte hier nicht so rumhängen und Dir auf den Wecker gehen! Du hast doch noch anderes zu tun. Ich geh wieder rüber... oder besser gleich nach Hause..." er suchte sein Portemonnaie heraus.
 
"Bleib noch," bat Sebastian, "Du hältst mich nicht von der Arbeit ab, jedenfalls kaum," bei diesen Worten meinte er, ein kaum merkliches Lächeln auf den Lippen seines neun Bekannten gesehen zu haben, "und wenn doch, dann lass ich mich gerne von dir abhalten."
 
Die grünen Augen auf der anderen Seite der Theke sahen ihn durchdringend an, dann sah Jens wieder nach unten auf sein Glas. "Wie kann er solche Dinge über mich erzählen? Wir waren immerhin drei Monate zusammen! Ich hatte... ich hatte ihm vertraut. Und jetzt hat er innerhalb einer Woche alles zunichte gemacht!" Seine Stimme zitterte bei diesen Worten.
 
Beinahe unmerklich begann Sebastian die Hand unter seiner zu streicheln, irgendwie musste er Jens doch beruhigen. "Wenn er so ein Idiot ist - dann solltest du nicht auf ihn hören. Meinst du, der kann dich beurteilen? Wenn er dich nur wegen deiner Haarfarbe ausgesucht hat?"
 
Nach einem Moment blickte Jens auf. Er schien zu überlegen, aber noch zu keinem Schluss gekommen zu sein.
 
"Hast du dir schon mal überlegt, dass nicht du die trübe Tasse bist? Sondern er? Wenn man nach drei Monaten auseinandergeht, dann sollte man das nicht *so* machen!"
 
Was würde Sebastian jetzt darum geben, Alex an seiner Seite zu haben, ihm fiel nichts mehr ein, was Jens überzeugen könnte. Dabei war er sich sicher, dass sein neuer Bekannter ein wirklich lieber Kerl war, und auch wenn er es hatte vermeiden wollen, hatte er sich wohl schon während dieser kurzen Unterhaltung in ihn verguckt.
 
"Sebastian?" rief eine Stimme von rechts, und als er sich umsah, stand Sven etwas hilflos vor dem Bierfass. "Alex ist gerade mal kurz weg, und das Bier ist leer. Kannst du mir mal helfen?"
 
Was für eine Aufgabe? Er hatte es nur einmal am Rande mitbekommen, wie man das Fass austauschte. Zumindest hatte Sven es schon geschafft, das leere Fass abzubauen, und stand jetzt mit einigen Schläuchen in der Hand ratlos da.
 
"Ähm..." brachte Sebastian heraus, weißt du noch, wie du das ausgebaut hast?", stieg er über den ausgelaufenen Biersee zu seinem Kollegen.
 
Gemeinsam sahen sie sich die Bescherung an, aber ohne schriftliche Gebrauchsanleitung würden sie wohl nicht weiterkommen. Und Alex würde erst in etwa einer halben Stunde wiederkommen, wie häufiger an solchen Tagen brachte er nach Mitternacht einen Teil der Einnahmen in den Safe bei sich zu Hause. In letzter Zeit waren einige Kneipen überfallen worden, da wollte er keine gut gefüllte Kasse loswerden.
 
"Kann ich euch helfen?", mischte sich eine freundliche Stimme ein, und Sebastian sah in das Gesicht seines Problemfalles. "Ich hab das schon ein paar mal auf Feten gemacht," erklärte er und kam hinter die Theke.
 
Gemeinsam schoben sie das neue Fass an seinen Platz und schlossen es an. Dabei berührten sich einige Male ihre Hände, und jedes Mal war Sebastian, als ob ein Blitz durch seine Haut zog.
 
Schließlich hatten sie es geschafft, und das Bier floss wieder frisch aus dem Zapfhahn. "Das erste gebührt dem Retter in der Not," proklamierte Sebastian und reichte Jens das frisch gefüllte Bierglas.
 
Und er beschloss, alles zu tun, um dieses Lächeln, das ihm dafür geschenkt wurde, wieder zu sehen.
 
Er zapfte ein Bier nach dem anderen für die Gäste, die hatten warten müssen. Sven lief durch den Raum und verteilte die Getränke, und Jens stellte sich neben Sebastian und sah ihm dabei zu.
 
Immer wieder wurde Sebastians Blick von den unglaublich grünen Augen seines Gegenübers angezogen. 'Du kannst doch nicht mit dem Jungen hier flirten,' wies er sich selbst still zurecht, 'nach dem, was sein *Freund* ihm angetan hat!'
 
Und dennoch konnte er die Blicke nicht unterdrücken, die er Jens zuwarf. Der blickte nach einer Weile ebenso interessiert zu Sebastian und beobachtete dabei jede seiner Bewegungen.
 
Es war jedes Mal eine Überwindung für Sebastian, sich von den grünen Augen des anderen zu lösen und sich auf das Bierzapfen zu konzentrieren, denn auch, wenn er das schon häufiger gemacht hatte, ging es noch immer nicht ganz, ohne hinzusehen.
 
"Bist du öfter hier?" versuchte er, das etwas unangenehm werdende Schweigen zu beenden.
 
"Hmm..." war die vorsichtige Antwort, die mit einem leichten Erröten einherging. Sie flirteten tatsächlich hier! "Nicht so oft... mein Ex wollte nicht so gerne her, aber jetzt... jetzt kann ich ja wieder öfter kommen," lächelte er Sebastian an.
 
Dem wurden so langsam die Knie weich. Diese Augen... Und dieses süße Lächeln... Sebastian merkte, wie er sich allmählich immer mehr in Jens verguckte. Und endlich entwickelte sich ein entspanntes Gespräch zwischen ihnen.
 
Alex bemerkten sie erst, als er neben ihnen stand und Sebastian das Bierglas aus der Hand nahm, das der gerade füllte. "Komm, mach mal ne Pause," schlug er vor, "So viel ist ja nicht mehr los."
 
Sebastian sah sich im Raum um, sein Arbeitgeber hatte recht. Während er nur Augen für das Bierzapfen hatte - und für Jens - hatten sie die Reihen gelichtet, und wenn Alex ihn jetzt hier ablöste, würde für Sebastian nicht mehr viel zu tun sein.
 
"Oder willst du für heute Schluss machen? Kannst Dir ja ein Bier nehmen, und ihr setzt euch da hinten hin," deutete er auf eine leere Ecke im hinteren, linken Bereich der Theke. "Zieh dich dann aber schnell um."
 
"Ok," überlegte Sebastian und sah auf die Uhr. Es war spät geworden, nach halb drei, und jetzt, wo er darüber nachdachte, merkte er die Uhrzeit auch in den Knochen.
 
"Wartest du auf mich?" fragte er Jens nach einem Moment, "ich brauch nicht lange. Du kannst uns ja den Platz freihalten." Ein kurzer Blick bestätigte, dass Jens' "Freunde" schon gegangen waren, und diese Tatsache war ihm ausgesprochen recht. Was waren das für Freunde?!?
 
Wenige Minuten später ließ er sich in seiner Motorradhose und weißem T-Shirt neben Jens auf den Barhocker fallen und nahm das Bier, das schon vor ihm auf der Theke stand. "So, und jetzt haben wir Zeit für uns!" lächelte er und strich seinem neuen Freund über den Handrücken.
 
Vorsichtig und unsicher lehnte sich Jens nach links zu Sebastian und flüsterte: "Schön!"
 
Ebenso vorsichtig legte Sebastian dem anderen seinen Arm um die Schulter und zog ihn näher an sich. Diesen warmen Körper nicht nur zu sehen, sondern auch noch im Arm halten zu dürfen war schon fast zu viel - und im selben Moment viel zu wenig. Langsam begann Sebastian, seine Hand über Jens' Seite streichen zu lassen.
 
Sebastian konnte hinterher nicht mehr beschreiben, wie es dazu gekommen war, aber irgendwie bewegten sich ihre Gesichter schließlich aufeinander zu, und vorsichtig berührten sich ihre Lippen.
 
Aktualisiert: 31/03/12
Veröffentlicht: 31/03/12
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Kalla am 31/03/12 17:48
Sweet ^_^ Ich hoffe, es geht noch weiter Grinsend Gruß



Antwort der Autors Silberchen (31/03/12 17:50):
Nein, leider gehts nicht weiter.
Aber... die beiden werden natürlich glücklich. Und wenn sie nicht gestorben sind... Zwinkernd
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split am 31/03/12 20:21
Süüüüß, hach ja, die Rush-Inn Stories Lächelnd
Aber es klingt am Ende tatsächlich so, als würden da noch ein-zwei Sätze zum Abschluss fehlen. Unentschlossen
LG
dat split



Antwort der Autors Silberchen (01/04/12 20:47):
Ja, Rush-Inn, das waren noch Zeiten Zwinkernd
Hat Spaß gemacht, in so einem fertigen Setting etwas zu schreiben.

Was diese Geschichte angeht, ja, irgendwie fehlt da noch ein letzter Satz. Wenn er mir einfällt, dann folgt er noch Zwinkernd
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anna1223 am 12/06/12 20:43
hey!
süße geschichte!!! Lächelnd
schade, dass es nicht weitergeht! Weinen
allerdings frage ich mich immmer wieder, wie man in der heutigen zeit noch nicht mitbekommen haben kann, dass die eltern dazu verpflichtet sind, so lange für den unterhalt des kindes aufzukommen, bis dieses eine abgeschlossene berufsausbildung (entweder lehrberuf oder studium!!!) oder das 27ste lebensjahr überschritten hat !!! und wenn sie sich weigern, dann kann man dies auch einklagen!!! persönliche dinge, wie z.b. die sexualität, ändern daran auch nichts!
das kommt in zahlreichen geschichten vor, und ich wundere mich immer wieder!
naja....
ich freue mich auf jeden fall auf mehr von dir!!! Lächelnd
lg. anna



Antwort der Autors Silberchen (12/06/12 20:50):
Danke fürs Review!
Ich weiß, dass man Unterhalt einklagen kann, aber ich weiß auch von Fällen, bei denen Leute nichts mehr mit den Unterhaltspflichtigen zu tun haben wollen und auch auf Unterhalt verzichten. Auch, wenns schwer ist - Almosen von Leuten, die einen nicht mögen, und die man selbst nicht mag, das macht bei vielen Leuten der Stolz nicht mit.
LG
Silberchen
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am 01/01/70 01:00
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Witch23 am 20/10/12 20:51
süße Geschichte. Zwinkernd



Antwort der Autors Silberchen (04/12/13 11:49):
Danke! Smiley
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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