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Max kommt ziemlich verzweifelt ins eine Schwulenkneipe und will sich von niemanden ansprechen lassen. Doch vielleicht kann Clemens zu ihm durchdringen?

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Depri/Emo
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Challenges: Familienformen-Challenge: Regebogenfamilie / Queer-Familie / Polyamore Familie

Kapitel: 2     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 6583     Klicks: 13124
Veröffentlicht: 31/03/12 Aktualisiert: 02/04/12
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Anmerkungen zur Geschichte
Diese Geschichte spielt im Rush-Inn, das KaKENuri mal erfunden hat.
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1. Max und Sophie

Gelangweilt sah Clemens von seinem Bier auf. Ein Abend wie jeder andere im Rush-Inn, flirtende Pärchen an der Theke, einige Gruppen und Grüppchen an den Tischen, und Clemens mal wieder im hinteren Bereich. Er wollte hier nur in Ruhe sein Bier trinken, auf eine Anmache hatte er keine Lust. Erfahrungsgemäß lief das eh auf einen One-Night-Stand hinaus, und nach einigen solchen Abenden und Nächten musste er sich so etwas nicht noch öfter antun.
 
 Träge ließ er seinen Blick durch den Innenraum seiner Stammkneipe wandern. Frederick und... wie hieß doch gleich sein Freund, der sein Vater sein könnte? Und die eine Aushilfe saß auch da, daneben der Rothaarige, die waren auch schon seit einigen Wochen fest zusammen.
 
 Direkt neben den beiden saß ein Paar, das noch nicht so häufig hier gewesen war. Es wäre Clemens sicher aufgefallen, denn einer der beiden saß im Rollstuhl. Er zog seinen Freund gerade zu einem leidenschaftlichen Kuss an sich. Lange würden die beiden hier nicht mehr aushalten, überlegte Clemens.
 
 Wieder ging die Tür auf, und eisiger Wind zog in den gemütlichen Raum des Rush-Inns. Clemens wollte sich schon aufregen, dass der Besucher die Tür nicht hinter sich schloss, als er sah, dass der Dunkelhaarige etwas hinter sich über die Schwelle zog. Einen Kinderwagen.
 
 Alle Augen der im Rush-Inn Versammelten richteten sich auf den Neuankömmling. Selbst der Rollstuhlfahrer löste sich von seinem Freund. Clemens meinte, einige neidische Blicke erkennen zu können, denn einige der Gäste hier träumten sicher von Kindern. Doch solange die Gesetze nicht geändert wurden, würde das ein Traum bleiben.
 
 Der Dunkelhaarige mit dem Kinderwagen drängelte sich durch die Tischgruppen und strebte auf die Stühle im hinteren Bereich zu, wo auch Clemens saß. Er blickte noch einmal kontrollierend in den Kinderwagen, dann winkte er Alex zu, um seine Bestellung aufzugeben.
 
 Clemens wandte seinen Blick ab, er möchte selbst nicht beobachtet werden, also sollte er es auch bei anderen vermeiden - auch wenn dieser Mann eindeutig sein Typ war. Lediglich der Kinderwagen wunderte ihn - wusste er, wo er sich befand?
 
 Clemens bestellte sich bei der Aushilfe - hieß er Sebastian? - noch ein Bier, dann ließ er seinen Blick wieder durch das Rush-Inn wandern.
 
 Die Aufmerksamkeit, die der Kinderwagen auf sich gezogen hatte, hatte sich inzwischen gelegt und die Gäste widmeten sich wieder ihren Beschäftigungen, denen sie zuvor nachgegangen waren - trinken, flirten, küssen, reden. Oder beobachten, wie Clemens.
 
 Beim Umhersehen fiel sein Blick wieder auf seinen Nachbarn mit dem Kinderwagen. Nicht der optimale Platz für ein Baby, so ein verrauchter Kneipenraum, schoss es ihm durch den Kopf, aber das war ja nicht seine Sache.
 
 Clemens beobachtete weiter, was um ihn geschah. Links an dem Tisch stritt sich ein Paar, und es schien zweifelhaft, ob sie ihre Beziehung noch retten konnten. Der Typ in seinem Rollstuhl und sein Freund waren sehr miteinander beschäftigt, sie ließen sich auch von Sebastian, der Bedienung, nicht unterbrechen.
 
 Doch immer wieder zog der Mann am Platz neben ihm seinen Blick auf sich. Er trug einen schwarzen Anzug, ein schwarzes Hemd, und bei näherem Hinsehen wurde klar, dass er ziemlich... fertig aussah.
 
 Unrasiert und mit verquollenen Augen saß er über sein Bier gebeugt, dann winkte er Alex, dem Barkeeper zu, um eine weitere Bestellung aufzugeben.
 
 Auch dem Inhaber des Rush-Inns schien die trübe Stimmung des anderen aufgefallen zu sein, er wechselte ein paar Worte mit dem Dunkelhaarigen. Doch scheinbar ohne Erfolg, denn er gab schon bald auf und brachte dem Gast ein Glas mit bräunlicher Flüssigkeit auf Eiswürfeln.
 
 Der Dunkelhaarige nickte ihn nur kurz an, dann kippte er den Whiskey, schnell herunter. Mit einer Hand wischte er sich über die Augen, dann sah er in den Kinderwagen hinein. Clemens meinte, ein leises Wimmern gehört zu haben, aber er konnte sich auch getäuscht haben.
 
 Langsam rutschte der Mann nebenan in sich zusammen, wieder wischte er sich über die Augen. Er sah wirklich schlecht aus, übernächtigt und - ja, fertig.
 
 Clemens konnte das Elend neben sich wirklich nicht mehr ansehen, und rutschte mit seinem Stuhl näher an den Dunkelhaarigen heran.
 
 Es war völlig unüblich, eigentlich schon verpönt, in diesem Bereich des Rush-Inns jemanden anzusprechen, aber in diesem Moment gab Clemens nicht viel auf die Regeln.
 
 "Hey, was ist los," fragte er leise und hoffte auf eine Antwort.
 
 "Andrea ist tot."
 
 Andrea? Nicht Andreas? Und dann kam der Typ hier mit einem Kinderwagen an? Wusste er eigentlich, wo er hier war? "Ähm... du kennst das Rush-Inn?" fragte er vorsichtig nach.
 
 Doch der Dunkelhaarige reagierte gar nicht auf die Frage. Er wischte sich wieder einmal über die Augen, dann murmelte er, "sie war Sophies Mutter. Heute war die Beerdigung."
 
 "Das ist Sophie?" deutete Clemens auf den Kinderwagen. Er streckte sich ein wenig und konnte ein kleines Köpfchen mit weißer Mütze sehen, unter der dunkle Haare hervorguckten.
 
 "Ja. Sie ist meine Tochter."
 
 Dem Mann schien wirklich nicht klar gewesen zu sein, wo er sich hier befand, was das Rush-Inn für eine Kneipe war. "Du bist zufällig hier, oder?" fragte er vorsichtig nach.
 
 Rote, verquollene Augen sahen ihn an. "Doch, ich weiß, wo ich hier bin," antwortete er und deutete in die Runde. Er hatte recht, bei den diversen Pärchen hier konnte man nicht übersehen, das Alex hier vermutlich der einzige Hetero war.
 
 "Und Sophie ist deine Tochter?" wiederholte Clemens ungläubig. Neugierig rutschte er noch etwas näher, um in den Kinderwagen zu sehen. Das wirklich noch sehr kleine Baby lag auf der Seite, eine winzige Faust vor dem Gesicht geballt.
 
 "Ich habe sie geerbt," erklärte der Dunkelhaarige, "sie sollte bei Andrea aufwachsen. Jetzt muss sie zu ihrem Vater." Mit Schwung schüttete er einen weiteren Whiskey herunter, den Alex ihm gerade gebracht hatte.
 
 "Und der Vater bist du," stellte Clemens fest. Wie kam ein frischgebackener Vater ins Rush-Inn?
 
 "Ja. Wir hatten uns gerade getrennt, als Andrea schwanger war," erzählte der Dunkelhaarige, doch er wurde von einem Gegrummel aus dem Kinderwagen unterbrochen.
 
 "Was soll ich mit ihr nur anfangen?", fragte er verzweifelt klingend und brachte den Kinderwagen mit einer Hand sanft zum Schaukeln. "Ich weiß noch nicht mal, wohin mit ihr - ich hab keinen Platz für ein Baby, ich wohne in einer WG. Und Zeit hab ich auch nicht."
 
 Wieder kam der Mann ins Grübeln und starrte dumpf auf das leere Whiskyglas.
 
 "Zuerst sollten wir mit ihr hier rausgehen," schlug Clemens vor, "der Rauch ist nicht gut für ein Baby, und reichlich stickig ist es hier auch."
 
 "Wo soll ich nur hin mit ihr," schien der junge Vater diesen Einwand gar nicht gehört zu haben, "Ich kenn mich noch nicht mal mit Babys aus. Und jetzt hab ich eins..."
 
 Clemens überlegte, konnte er dem anderen, Sophies Vater, wirklich so ein Angebot machen? Und wie würde dieser das verstehen?
 
 "Wenn du willst, kannst du heute Nacht mit zu mir kommen," bot er leise an. "Ich will nichts von dir, aber du kannst dann vielleicht mal über alles nachdenken."
 
 Zu Clemens' Überraschung nickte der Dunkelhaarige nach einem Moment und sah ihn dankbar an. "Ich glaub, das brauch ich jetzt. Und Sophie auch," deutete er auf das Baby, das trotz des Schaukelns immer unruhiger geworden war.
 
 "Ich bin Max", stellte sich der Dunkelhaarige beim Aufstehen vor. Irgendwie zusammenhanglos, doch es war schon richtig, spätestens jetzt den Namen des anderen zu erfahren. "Clemens", sagte er deswegen und reichte Max die Hand.
 
 "Dann können wir ja gehen," schob er einige Stühle zur Seite, damit Max den Kinderwagen ohne größere Schwierigkeiten aus dem Rush-Inn schieben konnte.
 
 Clemens ging noch einmal schnell an die Theke, wo Alex ein Bier zapfte. "Ich zahle für Max und mich," bat er um die Summe, die der Barkeeper und Besitzer des Rush-Inns ihm gleich nannte. "Schön, dass du an ihn herangekommen bist," murmelte dieser und nickte in Max' Richtung.
 
 Mit einem kurzen Nicken bedankte sich Clemens für das Lob und verabschiedete sich gleichzeitig von Alex. Schnell folgte er Max und dem Kinderwagen in die Kälte.
 
 "Da drüben habe ich geparkt," deutete Max in eine Querstraße und schob den Kinderwagen in diese Richtung. An einem etwas älteren Golf blieb er stehen und suchte in seiner Tasche nach dem Schlüssel. Er öffnete die Tür, dann hob er Sophie zwar ungeschickt, aber vorsichtig aus ihrem Kinderwagen und legte sie in die Autoschale, die auf dem Rücksitz angeschnallt war.
 
 Jetzt erst fiel Clemens auf, wie vollgepackt das Auto war - Kisten und Kartons stapelten sich auf dem Rücksitz neben dem Baby, ein auseinandergebautes Babybett konnte er sehen, einiges an Babykleidung und Kinderspielzeug, eine große Packung Windeln...
 
 "Andreas Mutter hat mir alles für Sophie gegeben," erklärte Max leise, als er Clemens' verwundertes Gesicht sah. "Findest du noch Platz?" Er deutete auf den ebenfalls etwas vollgepackten Fußraum des Beifahrers.
 
 "Soll ich nicht lieber fahren?" bot Clemens jedoch an und streckte seine Hand auffordernd nach dem Schlüssel aus. "Du hast genug getrunken, und jetzt trägst du nicht nur die Verantwortung für dich."
 
 Einen Moment überlegte Max, und ein Schatten huschte über sein Gesicht. Dann nickte er bedächtig und gab Clemens den Schlüssel. "Fahr vorsichtig," lächelte er ihn unsicher an, "du hast etwas sehr Wertvolles hinten drin."
 
 Dann ging Max zur Beifahrerseite herum und rutschte auf den Sitz, verstaute mühsam die Beine zwischen den verschiedenen Tüten und Taschen und Kartons im Fußraum.
 
 Schweigend fuhr Clemens los, und schweigend kamen sie nicht viel später an seinem Heim an. Direkt vor der Haustür fand er eine Parklücke und sie stiegen aus. Wieder fiel Clemens auf, wie behutsam und zugleich ungeschickt Max mit seiner Tochter umging. Er legte sie in den Wagen und deckte sie sorgfältig zu.
 
 Gemeinsam trugen sie den Kinderwagen im engen Treppenhaus in die dritte Etage, und Clemens schloss seine Wohnungstür auf.
 
 Sophie hatte sich inzwischen wieder etwas beruhigt und war kurz davor wieder einzuschlafen, und sie wollen kein Risiko eingehen. So schob Max den Kinderwagen vorsichtig in den Flur und ließ seine Tochter dort stehen, während Clemens in der Küche verschwand.
 
 "Ich hol noch ein paar Sachen hoch," erklärte ihm Max leise, um Sophie nicht aufzuwecken, "ich komm gleich wieder hoch." Er blickte noch einmal in den Wagen, dann ging er leise aus der Wohnung und lehnte die Tür an.
 
 Clemens war in der Küche, als Max wieder hereinkam, in beiden Händen große Reisetaschen. "Setz dich erst mal ins Wohnzimmer," bat Clemens ihn und goss kochendes Wasser in die Teekanne. Mit zwei Bechern und dem Tee folgte er Max und setzte sich neben ihm auf das Sofa.
 
 Ihnen beiden goss er von dem dampfenden Tee ein, dann sah er Max an. "Jetzt erzähl mal ganz in Ruhe, und von Anfang an, was passiert ist."
 
 Max mühte sich merklich, sich zu entspannen und hielt sich an seinem Becher fest, dann fing er leise an. "Andrea und ich... wir waren irgendwie schon immer zusammen. So eine Tanzschulliebe, weißt Du?
 
 Alle hatten gemeint, wir wären wie füreinander gemacht, und lange Zeit habe ich das auch geglaubt... und dann gehofft... und mich dann daran geklammert. Aber ich hab mir dann irgendwann eingestehen müssen, dass Andrea nicht die richtige für mich war... dass keine Frau für mich richtig war."
 
 Jetzt wirkte Max noch etwas verzweifelter, fiel Clemens auf, und eher unbewusst legte er den Arm um den anderen Mann. Der erzählte dann etwas leiser weiter: "Ich habe wohl den ungünstigsten Zeitpunkt gewählt, um es Andrea zu beichten - sie wollte mir am selben Abend erzählen, dass wir Eltern werden würden.
 
 Sie war am Boden zerstört, und ich war es auch. Aber... ich habe sie immer geliebt, wenn auch irgendwann... anders. Und jetzt... jetzt ist sie weg, und ich steh alleine mit Sophie da. Wir wollten uns das Sorgerecht teilen..."
 
 Clemens sah, wie Max die Tränen kamen, und er nahm den Mann liebevoll tröstend in seine Arme.
 
 Es dauerte einen Moment, bis Max weitersprechen konnte, und auch dann kamen die Worte stockend: "Andrea... es musste ein Kaiserschnitt gemacht werden, weil das Baby falsch lag. Sie hat es nicht überlebt..." Jetzt versagte Max die Stimme komplett, und er weinte hemmungslos.
 
 Clemens zog den anderen Mann fester in seine Arme und strich ihm beruhigend über den Rücken. Es musste schlimm sein, einen geliebten Menschen zu verlieren, besonders, wenn es so plötzlich war. Und er hatte sie geliebt, da war Clemens sich sicher.
 
 Langsam wurde Max stiller, und seine Tränen versiegten. Hatte er seine Freundin zuvor überhaupt schon beweint? Clemens schien es nicht so, und unterbrach er den Trauernden auch nicht. Er sollte von sich aus weitersprechen.
 
 Das tat er dann auch: "Sophie ist vor einer Woche aus dem Krankenhaus gekommen und war bei Andreas Mutter. Aber jetzt soll ich sie haben... Andrea hätte es wohl so gewollt..."
 
 In diesem Moment hörten sie beide eine erstaunlich laute Stimme vom Flur, Sophie war aufgewacht und forderte nun ihre Aufmerksamkeit. "Geh du doch einfach mal ins Schlafzimmer," schlug Clemens vor, "ich kümmere mich um Sophie."
 
 Ein unsicherer Blick traf ihn, Max musterte ihn kritisch. "Keine Angst," merkte Clemens schnell, was der andere befürchtete. "Das Sofa ist einfach zu unbequem, und das Bett ist breit genug. Ich werde brav auf meiner Seite bleiben."
 
 Auf dieses Versprechen nickte Max nur, stand aber schließlich doch auf und suchte sich einige Dinge aus einer der beiden Taschen heraus. "Das Bad ist links von dir," rief Clemens ihm zu, dann hob er das Baby vorsichtig aus dem Kinderwagen. Sophie war wirklich winzig, er konnte sich kaum daran erinnern, dass die Zwillinge seiner Schwester so klein gewesen waren.
 
 Mit einer Hand angelte er nach der Reisetasche, in der sich ihre Kleidung sowie Windeln und anderes Zubehör befanden. Vorsichtig lehnte Clemens sie gegen seine Schulter und trug sie in die Küche. Hier auf dem Esstisch konnte er sie wenigstens wickeln, sein Bad war nicht nur von Max belegt, sondern auch entschieden zu klein.
 
 Auf eine Lage Handtüchern, die sich ebenfalls in der Tasche befunden hatten, legte er das Baby und zog ihm den Strampelanzug aus. Vermutlich hatte Max sich noch nicht daran getraut, Sophie sauber zu machen, und dementsprechend sahen die Windel und auch das Höschen aus.
 
 "Arme Sophie," sprach er beruhigend zu dem inzwischen immer lauter schreienden Baby, "aber keine Sorge, dein Papa lernt das auch noch."
 
 Er reinigte ihre schmutzige Haut, dann legte er ihr eine neue Windel um und zog ihr saubere Kleidung über. "Siehst du, Sophie, so sieht die Welt gleich viel besser aus."
 
 Vorsichtig strich er ihr über das Köpfchen, dann nahm er sie hoch auf den Arm. Mit einer Hand setzte er Wasser auf und bereitete ihre Milch vor. Ungeschickt spritzte er sich heißes Wasser über die Hand, als er es in das Fläschchen gießen wollte, doch schließlich hatte er Sophies Abendbrot fertig.
 
 Mit dem Baby auf dem Arm und der Flasche in der Hand ging er in sein Schlafzimmer. "Guck mal, Sophie," sprach er leise, "dein Papa liegt schon da, willst du dich dazulegen?"
 
 Entsetzte Augen sahen ihn an. Max hatte sich wirklich noch nicht damit abgefunden, ein Kind zu haben und Papa zu sein. Clemens kam es beinahe so vor, als würde er im Bett ein wenig zur Seite rutschen, als würde er vor dem Baby flüchten. Nun, ihre Stimme war wirklich schon ziemlich durchdringend, und sie schien auch nicht so leicht zu beruhigen.
 
 Doch Clemens ließ sich davon nicht beirren und ging auf das Bett zu. Er setzte sich auf die Bettkante und legte Sophie ihrem Vater in die Arme.
 
 Dieser sah ihn fast verzweifelt an. "Was soll ich mir ihr?" fragte er leise und blickte auf das weinende Bündel vor sich.
 
 "Füttern," lächelte Clemens und drückte ihm die Flasche in die Hand. "Sollte jetzt die richtige Temperatur haben." Schließlich hatte er die Milch eben noch getestet.
 
 Er rutschte weiter zu Max und schob Sophie in die richtige Position, in der sie trinken konnte, dann half er Max, seine Tochter zu füttern.
 
 Dass sie dabei nahe beieinander saßen, sich berührten, war sehr angenehm, aber Max musste sich wirklich keine Sorgen machen, dass Clemens über ihn herfiel. Es war angenehm, so zusammenzusitzen, gemütlich, und er wollte es auf keinen Fall zerstören.
 
 Sophie hatte sich beruhigt, als sie den Nuckel an ihrem Mund fühlte, und trank nun hungrig ihre Milch. Und auch Max schien sich langsam beruhigt zu haben und sah dem Baby zu, wie es in großen Zügen trank.
 
 Allmählich wurde sie ruhiger, trank langsamer, und schließlich, noch vor den letzten Schlucken, war sie eingeschlafen.
 
 Still betrachtete Max seine schlafende Tochter. Sie lag zusammengerollt in seinen Armen und atmete leise. Ein wenig bewegten sich ihre Arme und Beine, dennoch schlief sie tief und fest und zufrieden.
 
 Ein leichtes Lächeln legte sich auf Max' Lippen, als er das Baby so beobachtete Clemens registrierte diese Gefühlsregung erleichtert - dieses Kind hatte es wie alle anderen auch verdient, glücklich aufzuwachsen, und er würde sich freuen, wenn Sophies Vater dafür sorgen könnte.
 
 "Sie ist schön," flüsterte Max ehrfürchtig und wagte es anscheinend kaum zu atmen. Langsam schien er doch Gefühle für das Baby in seinen Armen zu entwickeln.
 
 Doch irgendwann wurden ihm die Arme schwer, und die Augen fielen ihm zu, und Clemens holte das Oberteil des Kinderwagens und stellte ihn auf das Sideboard seines Schlafzimmers, dann nahm er Max seine Tochter ab und legte sie vorsichtig hinein.
 
 "Gute Nacht, Sophie", flüsterte er, dann setzte er sich wieder zu Max auf das Bett. "Leg dich schlafen", schlug er leise vor, "morgen sieht die Welt schon anderes aus."
 
 Er selbst stand auf und entkleidete sich bis auf T-Shirt und Shorts, dann sah er Max auffordernd an. "Ich guck auch weg," lächelte er, "und ich fass dich nicht an. Aber du solltest auch schlafen." Er ging um das Bett herum und legte sich auf seine Seite.
 
 Erst, als er sich tatsächlich offensichtlich abwandte und wegsah, traute Max sich, sich seiner Kleidung zu entledigen. Er warf noch einen Blick auf seine Tochter und streichelte sanft über ihre dunklen Haare, dann legte auch er sich ins Bett.
Aktualisiert: 01/04/12
Veröffentlicht: 31/03/12
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felis am 01/04/12 13:15
Das dürfte dann eine deiner neueren Geschichten sein, oder? Die „dass“ stimmen Zwinkernd

Kleinere Fehler habe ich dennoch gefunden (Ist das eigentlich ok, wenn man darauf aufmerksam macht? Bin da selber kein Meister drin…)

Ein Absatzfehler: „dann nah
m er sie hoch auf den Arm.“

Und ein Kommafehler: So weit ich weiß müsste das Komma immer nach dem Anführungszeichen stehen z.B. "Leg dich schlafen", schlug er leise vor,(…).


Ich bin schon seeeehr gespannt wie es weitergeht!

Lg felis.



Antwort der Autors Silberchen (01/04/12 20:43):
Nee, neuer ist die Geschichte nicht - ich hab sie nur abgeändert. Die beiden Fehler, die Du angemerkt hast, änder ich sofort - danke für den Hinweis!
Max und Sophie
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Yavia
29/08/21 12:27
An alle, die eine Nachricht an die Admins über die Mailadresse schicken: Bitte gebt euren Usernamen in der Nachricht mit an, damit wir wissen, wer um Hilfe fragt. Vielen Dank!

Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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