Adventsgeschichten von mamajo (Abgeschlossen)
Inhalt: Dies ist eine Sammlung von kurzen Einblicken in eine Beziehung.
Genres: Komödie, Reale Welt, Weihnachten, F/F (Yuri)
1. Warnung: Zucker, Depri/Emo
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Kapitel: 24
Veröffentlicht: 02/12/13
Aktualisiert: 25/12/13
Anmerkungen zur Geschichte:Geschrieben ursprünglich zur Weihnachtszeit 2012 hab ich mich entschlossen mich hier im Archiv mal umzuschauen und der allgemeinen Adventsstimmung beizutragen Smiley Die Story wird, wie üblich zur Adventszeit, einmal am Tag ein neues Kapitel erhalten, bis sie am 24.12. endlich komplett sein wird. Ich hoffe, ich kann euch eine Freude machen Lächelnd
Liebe
Manchmal schien es, als würde sie aus den Augenwinkeln herüber linsen. Ich schielte in opportunen Gelegenheiten über meinen Buchrücken zurück. Dabei schafften wir es mit erstaunlicher Regelmässigkeit uns immer wieder um eine halbe Sekunde zu verpassen.
Ich lächelte leicht.
Langsam löste ich den Griff vom Buchrand und griff in Zeitlupe nach der Tasse auf dem Couchtisch. Mein Blick streifte den kleinen Fichtenstrauss in seinem Gehäuse in der oberen Ecke des Tisches.
Die Vase war ein hässliches Ding aus gelb farbenem Ton. Sie liebte sie, ich gab mich nach etlichen Versuchen, sie zu verstecken geschlagen. Ich träumte ab und zu davon, sie "aus Versehen" von der Waschbeckenkante zu schubsen. Aber wenn ich mir ihren Gesichtsausdruck vorstellte, wenn sie die kaputte Vase sah, schüttelte es mich. Sie hatte einen sehr effektiven Blick auf Lager. Selbst die Katze kuschte davor. Ich hätte wahrscheinlich einen geeigneten Ersatz beschaffen müssen. (Oder selbst eine Kopie anfertigen sollen...).
Die bunten Kugeln, die wir im Laufe der Jahre zusammen gesammelt haben, leuchteten im Kerzenschein still und heimlich vor sich hin. Strohsterne drehten sich leicht in einem imaginärem Luftwirbel.
Meine Finger fanden den Griff der Tasse. Ich hob sie an meinen Mund und pustete den Milchschaum vom Rand. Aus den Augenwinkeln sah ich sie grinsen. Ich streckte ihr die Zunge raus und nahm einen tiefen Schluck Kakao. Zimt und Kardamom hinterliessen ihr wunderbar warmes Aroma auf meinen Geschmacksnerven.
Ich seufzte, kuschelte mich tiefer in ihre Umarmung und senkte meinen Blick zurück zur Geschichte.
Draussen fing es an zu schneien.
Schlußanmerkungen zum Kapitel:
Sinn
Anmerkungen zum Kapitel:Und das zweite Türchen ist geöffnet. Viel Spass dabei. Zwinkernd
Die Katze tat ihr Bestes mich am Stricken zu hindern. Immer wenn ich neue Wolle vom Knäuel wickelte, kam unter dem Sofa eine schwarz gesprenkelte Tatze hervor und beschloss mich darauf aufmerksam zu machen, dass hier jetzt gespielt werden würde, und nicht gearbeitet.
Ich seufzte und rettete meine Finger vor den sich immer enger zuziehenden Wollfäden. Ein leises Lachen kündigte sie an. Streichelnde Finger am Hinterkopf liessen mich für einen Moment genüsslich die Augen schliessen. Ihre Wärme hüllte mich ein. Was gab es Schöneres.
Der Kuss auf meine Krone bewegte mich dazu, meinen Kopf in den Nacken zu legen und sie anzuschauen. Ihre Augen blinzelten schelmisch, blickten mir mit Verstand und einer unendlich scheinenden Geduld ins Innere. Ich griff nach ihren Händen, die auf meinen Schultern ruhten und brachte sie an meine Lippen. Der Mund über mir verzog sich zu einem Lächeln. Mit einem letzten Kuss auf meine ihr zugewandte Stirn, trat sie um den Sessel herum und beugte sich über die, noch immer mit der Destruktion meines Wollknäuels beschäftigte Katze, hob sie sich auf die Arme und ging mit einem Leuchten in den Augen zurück in die Bibliothek.
Ich bückte mich nach dem fast vollständig aufgedrieseltem Wollchaos und machte mich wieder an die Arbeit.
Gemeinsam
Anmerkungen zum Kapitel:Zeit für das neue Kapitel. Enjoy!
Urlaube beinhalteten bei uns mindestens ein Museum, eine Galerie, den nächsten auffindbaren Malerbedarf (man wusste ja nie, was für Utensilien sich in anderen Ländern zum Zeichnen eigneten) und die schönsten Buchhandlungen, die wir finden konnten (denn der Lesestoff reichte nie aus). Mit Baden und Sonnen hatten wir beide nicht sehr viel am Hut. Ich verbrannte schnell, sie bekam Hitzepickel. Da machte es uns weitaus mehr Spass die Architektur einer Stadt zu bewundern, Hintergassen zu ergründen (und uns dabei zu verlaufen, damit wir mit den Einheimischen ein Gespräch anfangen konnten - so haben wir auch gut die Hälfte unserer jetzigen Freunde kennengelernt) und die besten einheimischen Kneipen auszuspionieren.
Oder wir fuhren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (manchmal liefen wir auch) ein Stück vor die Stadt, suchten einen geeigneten Picknickplatz, möglichst mit Aussicht auf die Umgebung, und machten einen ganzen gemütlichen Nachmittag nichts. Und das am Liebsten im Schatten.
Vielleicht fand sich ein Beerenstrauch, oder eine unbeobachtete Obstwiese, die uns unser Mahl versüssten. Wenn eine von uns etwas zu sagen hatte, sprach sie es aus. Die andere brummelte und schlief weiter.
Andere Tage jagten wir von Attraktion zu Attraktion. Ich mit meiner Kamera und meinen dilettantischen Versuchen, Erinnerungen zu verewigen, sie mit dem Skizzenblock, den Fingern schwarz von der Zeichenkohle. Wir lachten, staunten und machten uns über die in der Sonne verschmorten Touristen lustig.
Das war der perfekte Urlaub.
Lachen
Wenn sie lacht, muss ich jedesmal mit einstimmen. Ihr Mund formt ein breites Grinsen, bevor sie ein leises Kichern loslässt, es frei lässt, welches sich schnell auf ihren ganzen Körper überträgt, bis sie sich förmlich schüttelt vor Lachen.
Ihre Augen sind geschlossen, die feinen Fältchen in den Winkeln zieren ihr Gesicht, vermitteln die schiere Freude, die sie in diesem Augenblick empfindet.
Es ist das schönste Geräusch, was ich kenne.
Ich liebe sie dafür.
Ernst
Anmerkungen zum Kapitel:Ayayayayayyy, ich hab gestern total vergessen, das neue Kapitel zu posten, da war die Zeit mit Plätzchen backen und spielen mit dem neuen Laptop soooo schnell rum. Sorry! Dafür gibt es heute zwei!
Der Name der Katze hat uns ganz schön auf Trab gehalten. Sie hat uns schon in ihrem Korb mit aufmerksamem Blick beobachtet. Sie brachte sie eines Tages nach Hause, sagte, sie hatte nicht an dem Schild vorbeigehen können, ohne sich wenigstens nach dem Wurf zu erkundigen, den die Nachbarn da anpriesen. Natürlich war es um sie geschehen, als sie die durcheinander purzelnden Kätzchen sah. Was lag da näher, als sich eines auszusuchen. Sie wusste, ich hatte nichts gegen Haustiere und würde den neuen Mitbewohner willkommen heissen.
Wir sassen eine ganze Weile vor dem Korb und schauten uns an. Die Katze musterte uns aus ihrem schwarz-rot geschecktem Gesicht, bevor es ihr zu langweilig wurde, sie sich in eine Kugel zusammenrollte und einschlief. Wir mussten kichern. Ich glaube, sie sagte es als Erste.
Von da an hiess die Katze so.
Auch wenn es eigentlich ein Weibchen war.
Unsere Freunde schüttelten die Köpfe und brachten als Kondolenzgeschenke allerlei Spielzeug, die die Katze binnen Stunden entweder völlig zerfetzte, sie irgendwo im Haus versteckte, oder ass.
Langweilig wurde es jedenfalls nicht mehr.
Genuss
Anmerkungen zum Kapitel:Und hier gleich zum Nikolaus ein neues Kapitel.
Das Gefühl der Schneeflocke auf der Haut. Zart. Weich. Sanft. Gibt einem Ruhe und Entspannung, suggeriert Wohlbehagen. Lachen zeichnet ihren Weg zu mir. Ich lächele zurück, meine Augen sind geschlossen. Behandschuhte Hände umschlingen mich von vorn, ein warmer Körper presst sich an mich.
Schnee streichelt über unsere dem Himmel entgegengestreckten Gesichter, zuckert unsere Kleidung. Kitzelt auf der warmen Haut.
Sie seufzt und kuschelt ihre Lippen an meinen Hals.
Ich seufze mit und schliesse sie in meine Arme.
Zufriedenheit
Anmerkungen zum Kapitel:Und es ist mal wieder Zeit für ein neues Kapitel Lächelnd
Feuer knistert in der Ecke, verleiht dem Zimmer einen rötlichen Schein. Sie sitzt mir gegenüber im Sessel, ihre schlanken Finger umfassen den Zeichenblock in ihren eleganten Fängen. Der Bleistift bewegt sich stetig auf und ab, auch mal zur Seite. Manchmal hebt sie ihn an ihre Lippen, tippt sie in Gedanken an, ehe sie zu einem Entschluss zu kommen scheint, den Stift zurück aufs Papier setzt und mich mit ihren Bewegungen hypnotisiert. Ab und an schaut ihre Zunge an der warmen Luft vorbei, verbiegt sich in Konzentration, bevor sie sich wieder zurückzieht.
Es ist faszinierend ihr dabei zuzuschauen, wie die wunderlichsten Ideen lebendig werden. Wie von einer Minute auf die nächste ihre Augen anfangen zu leuchten, ihre Hände begierig nach den überall im Haus verteilten Malblöcken greifen, sich den Bleistift aus der Hochsteckfrisur zieht, und für die nächsten Stunden hinter Weiss und Schwarz verschwindet.
Es verschluckt sie förmlich, ihre Stirn gerunzelt auf der Suche nach dem richtigen Strich, nach dem perfektem Schatten.
Und wenn sie wieder auftaucht, strahlt sie eine Entspanntheit aus, die ich mit Freude geniesse.
Mein Blick ruht kurz auf ihrem gebeugtem Haupt, verfolgt die winzigen Härchen an ihren Schläfen, die sich golden von ihrer Haut abheben. Dann senke auch ich die Augen zurück auf die Seiten vor mir und versinke mit ihr.
Sicherheit
Anmerkungen zum Kapitel:Einen wunderschönen 2. Advent euch allen!
Die feine Balance zwischen zu viel und zu wenig haben wir beide austesten müssen. Sie kam aus einem etwas anderen Umfeld, als ich. Die Diskussionen, die nicht selten darin endeten, dass wir uns anschrien, füllten uns mit Angst und liessen uns an unserer Beziehung zweifeln. Ich glaube, die Katze hat uns unfreiwillig gerettet. Über sie kamen wir ins Gespräch, lernten uns verstehen, sprachen endlich miteinander, nicht gegeneinander. Ich hatte Probleme mit Nähe, sie mit Loslassen. Wir zogen uns an, und stiessen uns ab. Sie kämpfte zu lang, ich gab zu schnell nach. Manchmal sassen wir auf dem Bett mit der Decke über den Köpfen und erzählten uns Gruselgeschichten, die keine waren. Die Taschentuchbox auf dem Nachtischchen auf ihrer Seite musste öfter gewechselt werden, als uns lieb war.
Aber es tat gut.
Einfach zu reden. Zusammen im Feld hinter dem Haus zu stehen, und uns die Angst aus dem Leib zu schreien, bis wir beide heiser waren. Um danach zurück ins Haus zu gehen und Ingwertee mit Honig zu kochen, sie an mich geschmiegt, ich sie umarmend.
So haben wir uns kennengelernt.
Freundschaft
Anmerkungen zum Kapitel:Ein neuer Tag, ein neues Stück Geschichte Smiley
Das erste Mal, dass ich sie sah, war in dem Cafe, in welches ich öfter ging. Der letzte Tisch in der Ecke war ihrer, über einen Zeichenblock gebeugt, kritzelte sie irgendetwas. Neben ihr stand eine Tasse kalten Tees, der Muffin krümelte leise seufzend vor sich hin.
Ich hatte eigentlich nur einen Kakao holen wollen. Stattdessen setzte ich mich an einen der Tische in der Nähe der Tür und beobachtete sie eine Weile. Attraktiv fand ich sie schon, mit den Haaren leicht zerwuschelt, im Nacken hochgesteckt. Ich konnte zwei Bleistifte in dem Haarknoten erkennen, die geschäftig in die Höhe ragten. Ab und an streckte sie die Zunge aus den Mundwinkeln, wenn eine Stelle besonders schwierig zu sein schien.
Ich schlürfte nachdenklich an meinem Kakao. Vielleicht war sie eine Studentin? Oder sie arbeitete in einem Büro und verschaffte sich in ihrer freien Zeit die dazu gehörige Freiheit, indem sie sich ganz ihrem Hobby widmete.
Ich drehte mich zum Fenster und schaute für ein paar Minuten dem Treiben auf der Strasse zu, bevor ich mich mit der leer getrunkenen Tasse erhob und ging.
Erst später erzählte sie mir, dass ich es war, die sie da gezeichnet hatte.
Kraft
Anmerkungen zum Kapitel:Wir kommen der Sache schon etwas näher. Einen schönen Tag euch Grinsend
Durchhalten.
Immer wieder.
Bis es klappt. Fang einfach von Neuem an. Es gibt kein Ende, wenn du nur Anfänge hast. Und irgendwann musst du nicht mehr von Neuem anfangen. Dann hast du deinen Weg gefunden.
Das hat sie mich gelehrt.
Und der Katze wahrscheinlich auch.
Harmonie
Anmerkungen zum Kapitel:Und weiter geht's auf der Suche nach dem Glück.
Sie zeichnete wie niemand sonst, den ich kannte. Ich stand regelmässig mit offener Kinnlade staunend vor ihren neuen Kreationen und saugte stundenlang alle Einzelheiten in mich auf, bis ich das Bild genau so gut kannte, wie sie.
Deshalb war ich etwas überrascht, als ich sie das erste mal singen hörte. Sie sang, als würde vor ihren Augen gerade die Welt untergehen.
Nicht dass sie die Töne nicht traf, das tat sie durchaus. Es waren nur von vorn bis hinten die Falschen.
Dafür bewunderte ich sie sogar.
Aber manchmal hielt ich mir hinter ihrem Rücken dann doch die Ohren zu. Ich wollte sie ja nicht in ihrem Vergnügen stören, aber was sein musste, musste sein. Und wenn dann noch die Katze mit einstimmte, war der Nachmittag für sie perfekt.
Meistens gab ich mich geschlagen und sang einfach mit. Dafür sagte sie aber auch nichts, wenn ich mal Metallica in höchster Lautstärke anschmiss.
Ausser die Nachbarn klingelten. Aber das ist ein anderes Thema.
Vertrauen
Anmerkungen zum Kapitel:Einen wunderschönen Donnerstag euch allen!
Vertrauen.

Heisst Mut.
Heisst loslassen.
Heisst auch mal auf die anderen hören.
Heisst aber auch, mal NICHT auf die anderen hören.
Mal eine Sache sein lassen.
Oder doch lieber vor die Tür treten und loslaufen.
(Es könnte ja was passieren.)
Gesundheit
Anmerkungen zum Kapitel:Fröhlichen Freitag, den 13.! Grinsend
Wenn wir krank sind, herrscht bei uns so etwas wie Ausnahmezustand.
Erstens flippt die Katze für mindestens zwei Tage aus und will nichts mit derjenigen zu tun haben, die gerade im Bett vor sich hinsiecht.
Zweitens mutiert die Kranke zu einer maulenden, im Selbstmitleid versinkenden Gestalt, welche nur mit unzähligen Kuscheleinheiten zurückzuverwandeln ist.
Drittens weigern wir uns ans Telefon zu gehen.
Ich weiss wirklich nicht, wie sie das immer herausfindet, aber meine Schwiegermutter in spe scheint eine Art Radar zu besitzen, und ganz genau zu wissen, wann eine von uns krank ist.
Es ist zum Heulen. Wortwörtlich.
Mindestens vier Anrufe am Tag, ob wir etwas bräuchten, haben wir dieses oder jenes Hausmittelchen schon versucht, waren wir auch ja beim Arzt, der weiss doch bestimmt Rat.
Irgendwann zieht eine aus Protest den Stecker aus der Buchse.
Aber dann ist da die Phase, die ich geniesse.
Wenn man sich schon etwas besser fühlt, aus tiefem Schlaf erwacht, die Katze einem die Füsse warm hält, wir aneinander gekuschelt sind. Die Tage mit Frühstück im Bett. Den ganzen Vormittag, Mittag und Abend vor der Glotze hocken und Filme anschauen, die man schon immer sehen wollte, aber man nie die Zeit dafür fand.
Sich bekochen lassen, mit ihren ausgezeichneten Suppen und selbst gebackenem Brot.
Da ist man schneller wieder auf den Beinen, als einem lieb sein kann.
Schönheit
Anmerkungen zum Kapitel:Ich poste heute ausnahmsweise mal zwei Kapitel, weil ich morgen nicht da sein werde. Viel Spass dabei Grinsend
Wie definiert man eigentlich diesen Begriff? Man sagt ja immer, sie wäre Ansichtssache, sie liege im Auge des Betrachters. Aber wo nimmt man den Vergleich her?
Ich finde ihre Füsse wunderhübsch. Sie mag sie nicht, sie sagt, ihre Nägel wären öde und fad.
Sie liebt meine Hände, ich finde sie etwas rauh, und leicht zu dick. Ganz zu schweigen von meinem Ringfinger, der einen krummen Nagel aufweist. Aber gerade den findet sie richtig süss.
Und der Katze ist es einerlei, Hauptsache sie hat pünktlich ihr Futter und jemanden zum Kuscheln.
Warum also scheint die ganze Welt verrückt nach einem Ideal zu suchen, was es so nicht gibt?
Verstehe einer die Menschen.
Man muss sich doch nur selbst anschauen um das Perfekte zu finden. Und wenn da noch eine zweite ist, die auch so denkt, kann einer doch die Meinung der restlichen Welt egal sein, nicht wahr?
Lob
Anmerkungen zum Kapitel:Und hier kommt Nummer Zwei Zwinkernd
"Warum machst du das?"
"Weil ich Lust dazu hab."
"..."
"Das hast du doch noch nie zu Ende gebracht. Warum fängst du nicht was anderes an?"
"Ich will jetzt aber wissen, wie das aussieht, wenn es fertig ist. Deshalb."
"Ach Schatz, manchmal denk ich, du machst das einfach, nur damit du immer wieder von vorn anfangen kannst."
"Manchmal."
"Und diesmal?"
"Weil ich jetzt weiss, wie es geht. Da."
"Oh, wie cool! Zeig."
"Nicht wahr?"
Humor
Anmerkungen zum Kapitel:Einen wunderschönen Montag wünsch ich euch Grinsend
"Warum ging das Huhn über die Straße?"
"Häh?"
"Warum ging das Huhn über die Straße?"
"Willst du mich verarschen..?"
"... Das ist der Anfang eines Witzes."
"Ah."
"Und?"
"Was und?"
"Na, warum ging das Huhn über die Straße."
"Was weiss ich. ... Weil es ein Korn gefunden hat."
"Äh. Nein. Und wieso Korn."
"Blindes Huhn, Korn?"
"Ach so. Trotzdem Nein."
"Keine Ahnung. Um seine Kumpels zu besuchen."
"Nö."
"Sag schon."
"Um auf die andere Seite zu kommen."
"..."
"Andere Seite? Leben nach dem Tod - andere Seite? Nein?"
"Du bist echt komisch manchmal."
"Hehe. Ich weiss."
Glück
Anmerkungen zum Kapitel:Die Sonne scheint und es ist Zeit für ein neues Kapitel.
Die Schritte sind leise.
Schnee füllt die hinterlassenen Stapfen.
Deine Hand in meiner ist warm.
Unser Atem eilt uns voraus, erinnert uns daran, dass wir leben.
Die Strassenlaternen tauchen uns in ihr orangenes Licht.
Es scheint, als wären wir die Einzigen auf der Welt.
Kein Wind geht, nur der Schnee fällt, umhüllt uns, bedeckt uns.
Ich atme tief ein, halte einen Moment still, atme aus.
Du machst es mir nach.
Ich atme ein.
Du aus.
Ein.
Aus.
Ruhe umgibt uns.
Ruhe
Anmerkungen zum Kapitel:Auf geht's in den Endspurt!
"Hast du mein Brillenetui gesehen?"
"Nö, aber gibst du mir mal die Bürste?"
"Da. Und die Bluse, die ich immer ins Restaurant anzieh?"
"Nimm doch mal die mit den blauen Streifen, die steht dir doch viel besser, da siehst du richtig toll drin aus."
"..."
"..."
"Wofür war das denn? Nicht dass es mich stört, von dir einfach so geküsst zu werden."
"Einfach nur weil du du bist."
"Cool. Brauchst du den Lippenstift noch?"
"Nö."
"Danke."
"Fertig?"
"Startklar."
Güte
Anmerkungen zum Kapitel:Noch 5 Tage bis Weihnachten!
Das Wohlwollen unserer Nachbarn wurde manchmal etwas hart auf die Probe gestellt.
Einen Tag die Woche ging bei uns die Stereoanlage an, wurde auf Maximum gedreht, das Album, was uns gerade am Besten gefiel wurde eingelegt und mindestens einmal bis zum Ende durchgetanzt.
Allerdings schauten wir schon, dass wir uns eine Zeit aussuchten, wo die Wahrscheinlichkeit am Höchsten ausfiel, dass unsere Mitmenschen gerade nicht zu Hause waren.
Samstag morgens zum Beispiel. Andere gingen einkaufen, wir liessen unseren inneren Kindern für eine glorreiche Stunde freien Lauf.
Und das Beste an der ganzen Sache dass, wenn wir Musik spielten, die recht populär war, wir, kaum dass die Platte lief, die meisten Kinder der Strasse bei uns im Garten stehen hatten.
Wir tanzten an solchen Tagen bis wir lachend umfielen.
Die Kids liebten solche Tage.
Die Eltern schüttelten nur ihr weisen Köpfe und gingen lächelnd ihren samstäglichen Routinen nach.
Freude
Anmerkungen zum Kapitel:Und nun ist schon der 20.te, das Fest rückt immer näher Smiley
Der Blumenstrauss auf der Küchentheke.
Die frischgebackenen Scones mit extra dafür gekaufter Clotted Cream und der süssen Erdbeermarmelade.
Ein Wort der Liebe.
Vögel, die sich zum ersten Mal den mühsam zusammengebastelten Nistkasten anschauen.
Und anschliessend einziehen.
Eine merkwürdige Wolke am Himmel, die mich an sie erinnert.
Der Duft im Haus, nach Holz, Kerzen, Büchern und Zeichenkohle.
Ihr Gesicht.
Geborgenheit
Anmerkungen zum Kapitel:Und schon geht das 21.te Kalendertürchen auf.
Wenn der Tag stressig war, die Leute mir nur noch auf die Nerven gingen, konnte ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen.
Sie schien immer instinktiv zu wissen, wann die Anti-Stress-Therapie benötigt wurde. Bereits den Schritt durch die Haustür machte sie erträglich, indem meine Puschen (von der Katze aufgewärmt) gleich hinter der Tür standen, die Tasse mit heissem Kakao (mit einem extra Schlag Sahne) wartete auf der Kommode (wo normalerweise unsere Schlüssel ihr Fleckchen finden) und sie begrüsste mich mit einem Kuss, bevor sie mir aus der Jacke half.
Der Abend wurde mit Kuscheln, gutem Essen (Nudeln mit Sosse und extra viel Käse) und einem unserer Lieblingsfilme (meistens Pretty Woman, und ja, ich weiss,dass ist Cliche´-haft) verbracht.
Danach fühlte ich mich immer allem gewachsen.
Hoffnung
Anmerkungen zum Kapitel:Einen wunderschönen 4.ten Advent wünsch ich euch allen! Grinsend
Der Tag nach der Diagnose war für uns nicht leicht. Wir blieben beide zu Hause. Die Familie wusste noch nichts, wir behielten das Wissen noch für uns. Die ganze Zukunft war plötzlich verrutscht. Wir mussten unser Leben umkrempeln. Wir hielten uns eng umschlungen, die Katze über unsere Beine drapiert (auch sie spürte die Anspannung, natürlich tat sie das, sie war eine Katze). Ich glaube, die einzigen Worte, die wir an diesem Tag sprachen, waren die Entschuldigungen am Telefon an unsere Chefs, dass wir heute nicht erscheinen würden. Selbst das Kochen war schweigsam, die Zeit im Bad verbrachten wir zusammen, wir konnten uns einfach nicht voneinander lösen.
Die Nacht war sehr unruhig, ich schlief bestimmt nicht länger als zwei Stunden. Sie auch nicht.
Der nächste Tag war noch nicht ganz angebrochen, als wir uns entschieden, es heute der Familie zu sagen.
Sie brach in Tränen aus, als ich mit meiner Mutter sprach.
"Ich bin schwanger."
Ihre Augen leuchteten mir entgegen, als ich dem freudigen Kreischen am anderen Ende der Leitung lauschte.
Muse
Anmerkungen zum Kapitel:Und nun ist Endspurt angesagt!
Letztens habe ich mir wieder einmal ihre Malblöcke angeschaut, die überall im Haus verteilt liegen. In fast allen fand ich Ausschnitte, die mir bekannt vorkamen. Hier ein Auge, da eine Nase, dort ein recht auffälliger linker Ringfinger. Natürlich wusste ich, dass sie mich recht häufig zeichnete. Aber das hier war mehr, als mir bewusst war. Ich suchte sie im ganzen Haus und fand sie schliesslich in ihrem Lieblingssessel in der Bibliothek (oder das Extrazimmer ohne Namen was wir dazu umgebaut hatten) schlafend mit der Katze im Schoss.
Ich stockte im Türrahmen.
Sie so zu sehen war selten. Sie sah völlig entspannt aus, ihre Finger waren um den Bauch der Katze gelegt, das dunkle Haar fiel ihr leicht ins Gesicht. So komplett still. So wunderbar.
Ihr Duft stieg mir in die Nase. Nach Rosen (obwohl wir keine im Haus hatten) und ihrer Zeichenkohle (ihre Finger waren ganz schwarz davon), nach Kamille (ihre Handcreme) und Katzenstreu (sie hatte wahrscheinlich gerade erst das Katzenklo sauber gemacht).
Ich lächelte.
Ich verstand die Zeichnungen.
Ich drehte mich um und ging zurück an meinen Schreibtisch. Öffnete ein neues Notizbuch und fing an zu schreiben.
Inspiration
Anmerkungen zum Kapitel:Und hier ist das 24.te Türchen (einen Tag später, aber wer hat am 24. schon Zeit Schockiert Schockiert). Ich hoffe, ihr alle habt ein wunderschönes Weihnachten und der Weihnachtsmann war fleissig Grinsend. Bis bald!
Jedes Jahr im Winter kommt eine Zeit, da werden wir ganz rührselig. Überall klimpert ruhige Musik, man umarmt sich öfter, als geplant. Gibt sich Bussi links und rechts.
Und sie fängt an zu dichten.
Die besten Ausschreitungen sammeln wir, aber es sind schon einige Hauer dabei. Sie schreibt nämlich ausschliesslich Anti-Weihnachtsgedichte. Sie kennen vielleicht das Adventgedicht von Loriot?
Genau so sehen ihre auch aus.
Wenn genug zusammen sind, bindet sie sie selbst zu einem Buch und stellt sie in ihre Sammlung. Ich glaube, sie hat schon fünf oder sechs gut einhundert Seiten starke Bücher da stehen. Die Gesichter der Verwandtschaft beim Lesen hat sie als Buchcover draufgeklebt.
Es sind die besten Fotos der Familie.
Und ihres ist auf dem vom letzten Jahr.
Als sie den Ring beim Durchblättern ihres neuen Bandes fand.
Ich glaube, dieses Jahr werden wohl keine Anti-Weihnachtsgedichte dazu kommen.
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