Das Schattendasein von Yavia (Laufend)
Inhalt: Nicht jeder Pakt mit dem Teufel hat denselben Preis.
Genres: Komödie, Paranormale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Kapitel: 3
Veröffentlicht: 09/02/14
Aktualisiert: 08/03/14
Anmerkungen zur Geschichte:-Turbulente Erlebnisse, durchgeknallte Charaktere, mysteriöse Phänomene sowie Archäologin enthalten.
Der Mann ohne Schatten
Der Mann ohne Schatten

Die Hände in die Seiten gestemmt stand Emanuel Lorenzo Martinez, der lieber Pedro genannt werden will, am Swimmingpool und sah über den gepflegten Rasen hinaus auf die Hecken, die weiter unten am Ende des großen Anwesens zu sehen waren. Die Sonne stand recht tief am Himmel und strahlte dem mittelgroßen braungebrannten Mann an. Sein lockiges schwarzes Haar hing ihm in die Stirn und er betrachtete die Sonne lächelnd. Langsam drehte er sich herum und entdeckte den Schatten des Stuhls neben sich, den Schatten des Sonnenschirms und den des Handtuchs, das auf dem Boden lag. Nur seinen eigenen, den konnte die Sonne nicht mehr zeigen, denn den hatte er verkauft.
Für Ruhm und Reichtum.
Pedro grinste und schlappte in den Badelatschen zurück in das riesige Haus. Er würde sich etwas anderes anziehen und ins Atelier gehen. Sonntage waren toll, keiner störte ihn, wobei auch immer.

Eine Weile schon hatte Pedro nun mit blau versucht seinem Bild etwas mehr Schwung zu geben. Es wurde dunkel und er machte Licht mit der kleinen Stehlampe. Er sah hinter sich, nur um keinen Schatten sehen zu können. Er hatte es kurz gehofft. Doch was sollte er damit, wenn er so was tolles dafür bekommen hatte. Was für ein guter Deal das doch gewesen war! Er hätte gedacht, dass er seine Seele für so einen Wunsch verkaufen müsste, aber nein, nur seinen Schatten. Den vermisste er nicht. Nach den 32 Wochen immer noch nicht. Bis auf die paar Mal, wo die Menschen ihn misstrauisch angesehen hatten.

Pedro setzte sich an den Tisch und blickte von dort sein Bild an. Die Galerie würde begeistert sein, aber ihm fehlte noch etwas daran. Das gewisse etwas.
Auf dem Tisch lagen Papiere und Pinsel, Stifte und Rahmen für Leinwand herum. In letzter Zeit versuchte er sich an sehr grober Leinwand und hatte dazu einen Rahmen bespannt. Er war noch weiß und unbenutzt. Lächelnd nahm Pedro die Fernbedienung vom Tisch auf und schaltete die Stereoanlage ein. Laut dröhnte Technomusik aus den vielen im Raum verteilten Boxen. Schrill, nahe am unangenehmen Klang, erfüllte die aufpeitschende Musik den großen Raum. Pedro stand auf und tanzte in seinem Atelier, überlegte, das große Licht anzumachen, doch er setzte sich nur wieder hin und richtete den Strahl der Lampe auf das Bild.
„Was ist das besondere an dir? Was fehlt dir noch?“, fragte er das 2 mal 1,50 Meter große Bild. Es schwieg und Pedro besah es auf dem Tisch aufgestützt, ehe ihn recht unerwartet die Müdigkeit überfiel.

Pedro erwachte mit einem Schreck. Er war auf dem Tisch eingeschlafen, draußen war es nun komplett dunkel, die Musik war aus. Verstört über seinen Traum richtete er sich auf und erschrak. Die zuvor noch unbenutzte grobe Leinwand im Rahmen auf dem Tisch war nun hauptsächlich rot. Pedro lag zum Teil darauf, unter ihm war die Leinwand unbemalt. Das Rot der Farbe war an seinen Händen und an der Kleidung, die er trug. Das Bild zeigte eine Szene bestialischer Grausamkeit. Ein aufgerissener Körper einer Frau, rohes Fleisch, Blut und deutliche Bissspuren in ihrem Gesicht. Doch das war nicht so sehr, was ihn erschreckte. Er hatte diese Grausamkeit gerade erlebt, selbst getan, in seinem Traum.

Die Tür fiel ins Schloss und die Stimme seines Freundes Steven Baker war zu hören, der nach ihm rief. Hastig stand Pedro auf, zerrte sich das Hemd über den Kopf und wickelte das Bild darin ein. Er fragte sich nicht, was die vielen Worte und Skizzen darauf zu bedeuten hatten. Hektisch warf er das verpackte Bündel unter den Ateliertisch zu den ganzen Zeitungen und Tüchern, die dort als Müll lagen und eilte zum Waschbecken. Erschrocken wischte er sich die Farbe von den Fingern, während sein Freund schließlich ins große Zimmer kam.
„Hier bist du?! Hättest doch ruhig was sagen können!“, warf er ihm vor, kam heran um ihm einen Kuss zu geben. Er lächelte. „Alles in Ordnung? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.“
„Nein, Steven, alles okay. Ich hab nur gerade...“ ...jemanden umgebracht, ging der Satz in seinem Kopf weiter, aber das konnte es ja nicht sein. Er war ja hier in seinem Haus auf dem Hügel in den Staaten und hatte ein Nickerchen gemacht. Der Traum war nur so echt!
„Du hast geschlafen? Du hast da nämlich einen Abdruck von deinem Ölpapier im Gesicht.“
Hastig eilte Pedro zurück an das Waschbecken und sah sich genauer an. Tatsächlich! Das raue Muster des Leinen hatte sich auf der Haut abgedrückt. Gut, dass er nicht auf dem frisch gemalten rotem Bild gelegen hatte. Hatte er das im Traum gemalt? Unmöglich...
„Du hattest mir was versprochen“, riss Steven ihn aus den Gedanken. Pedro hob nachdenkend die Augenbrauen und öffnete den Mund, dann aber schon fiel es ihm wieder ein und er lächelte.
„Ach ja, du wolltest mal wieder unten liegen.“
„Ich bin total bereit“, säuselte Steven, warf seine Jacke neben sich auf den Boden und nahm die Brille ab. Ohne die sah er trotz der leichten Geheimratsecken viel jünger aus.

Sie wechselten ins Schlafzimmer und Pedro machte unharmonische Techno Musik an. Er schlug die Tür zu. „Meine Regeln, dein Vergnügen. Passwort?“
Steven zerrte sich die Hose auf dem Bett sitzend aus und überlegte. „Suppengrün“
„Suppengrün?“, fragte Pedro nach, zog sich das Unterhemd aus. „Warum nicht, das ist zumindest deutlich.“ Er nahm eine Flasche Whiskey aus dem Regal. „Alkohol?“
„Nachher, oder dabei, aber erst Sex!“
Pedro trank mehrere Schlucke, stellte die Flasche nach Luft schnappend neben dem Bett ab. Der Alkohol brannte, schmeckte aber gut. „Vorlieben?“
„Hart“, sagte Steven.
„Okay, bist du vorbereitet?“
Steven grinste und schüttelte den Kopf.
„Okay, hart also!“, endete Pedro und machte die Musik lauter, ehe er zu Steven ins Bett stieg.

Nach dem Akt sind sie aneinander geschmiegt eingeschlafen und Pedro wachte auf, als sich die Tür öffnete und jemand Licht machte.
„Potzblitz! Seid ihr noch nicht wach? Heilige Mutter Gottes...“, rief eine schrille Frauenstimme mit mexikanischem Akzent. „Wie das hier aussieht!“
Pedro blinzelte in das grelle Licht und fokussierte Maria, seine Haushälterin und Putzfrau. Sie sagte zwar immer, sie würde nur putzen, aber sie machte deutlich mehr als das. „Bor, Maria...“, nuschelte er, zog sich die Decke über den Kopf. Steven neben ihm schlief anscheinend noch. Unvorstellbar, wie machte der das?
„Jetzt nicht wieder zudecken, Langschläfer, es ist nach Neun!“, rief Maria und zog die Decke herunter. Sie hatte dabei so viel Schwung, dass sie die beiden bis auf die Füße frei deckte. Sie verdrehte die Augen und stöhnte. „Schon wieder Sex. Sex ist das einzige, an das die jungen Leute denken können! Himmelherrgott nochmal.“ Sie warf die Klamotten vom Boden zur Tür hinaus, wohl um sie in die Wäsche zu bringen und hob die beiden leeren Whiskeyflaschen vom Boden auf. „Tztztz, immer dieser Alkohol, der Herr sei eurer Seele gnädig“, murmelte sie, stellte die Flaschen auf einem Tisch ab.
„Maria, neun ist nicht wirklich spät! Wir haben auch nur alle zwei Wochen mal Sex und jung sind wir beide auch nicht mehr!“, verteidigte Pedro sich, richtete sich auf und griff vergeblich nach der Decke. Der Alkohol war noch nicht ganz abgebaut. Neben ihm murrte Steven über den plötzlichen Lärm und die Kälte ohne Decke. Er fasste sie und zog sie mit einem Ruck um sich. Pedro bekam nichts ab. Er stand auf, auch, da Maria gerade den Staubsauger anmachte. „Du kannst eine ganz schöne Pest sein!“, rief er über den Lärm.
„Wenn du mein Sohn wärst, würde ich dich nicht so mit Samthandschuhen anfassen!“
Pedro überlegte, was daran Samthandschuhe waren und blieb nackt neben dem Bett stehen. Er war gut gebaut und schämte sich nicht vor der Frau. Sie war scheinbar kein bisschen an nackten Männern interessiert, oder hatte zumindest kein Problem damit, welche zu sehen. Während er dort stand und die Hände in die Seiten stemmte, blickte sie auf.
„Zieh dir was an, das ist ja furchtbar jämmerlich!“
Erschrocken sah Pedro an sich herunter. Ihm fiel absolut nicht ein, wie sie darauf kommen konnte, jeder seiner Liebhaber hatte bisher gesagt, er wäre gut bestückt. Die Größe lag auch über dem Durchschnitt, nicht viel aber...
Maria unterbrach seine Gedanken indem sie ihm einen Bademantel zuwarf, der zuvor über dem Stuhl lag. Grummelig sah Pedro die Mexikanerin an. Sie beugte sich nieder und fuhr mit der Hausarbeit fort.
Von draußen ertönte ein lautes „Bumm“. Pedro erschrak, Steven zog sich die Decke über den Kopf und murmelte: „Könnt ihr nicht leise Krach machen?!“
Hastig zog Pedro den Bademantel an und eilte nach draußen.

Sonnenlicht erhellte den Wohnbereich. Ein riesiges Zimmer mit gigantischem Fernseher, Dolby Suround Anlage, weißen Sitzgarnituren und elegantem Glastisch. Eine Theke an der Seite, mit stylischen Barhockern, einem weißem Regal voll feinstem alkoholischen Getränken, etwas weiter davon entfernt der immens große Swimmingpool, der zur Hälfte im Garten lag, die andere im meist schattigen Haus. Zwischen dem und der Theke und dem Wohnraum lag ein in weiß gehaltener Teppich als Übergang zu allem und zur Glasfront. Durch diese konnte Pedro schon erblicken, was draußen los war.
Die Archäologin, wer auch sonst?

Pedro hatte einen Anbau geplant und dazu einige Architekten bestellt. Die hatten was super tolles entworfen und als es ans Bauen ging, Zack!, war da ein Dinosaurierskelett, oder irgendwas altes. Knochen halt. Das war zumindest das, was der Bauherr ihm sagte. Dann kam die Polizei und untersuchte es und es war kein Mordopfer, zumindest nicht in jüngster Zeit, denn die Knochen waren super alt. Pedro fand, das waren nur blöde Knochen von einem blöden lange totem Menschen. Aber man musste einen Archäologen hinzuziehen. Leider nur hatten sie einen erwischt, der sehr penetrant war und somit ruhten die Bauten seit 3 Wochen. Einen ist gut, eine. Eine schlanke, brünette Frau, ca. um die dreißig, die wie ein nervöser Porzellanhändler in Pedros Garten herumtollte und seine Bauarbeiten aufhielt.
Sidony Taylor.
Eine rauchende Nervensäge.

„Mrs Taylor! Was ist hier los?“, rief Pedro, gelangte an sie heran. Sie trug auch heute eine beige Kleiderkombination, die ihn stets an einen britischen Schmetterlingsfänger erinnerte und diesen großen Hut. Dass sie überhaupt braungebrannt war, verwunderte ihn, da er sie nie ohne diesen Hut sah. Sie hatte ein nicht sehr großes Gerät dabei, wertete einen transportablen Monitor daneben aus. Sie beachtete Pedro nicht, stellte sich auf den runden Unterbau des Gerätes und erneut tönte ein solcher Knall. Sie stieg von dem Gerät herunter und hockte sich vor dem Bildschirm nieder, schrieb Daten in einem Block. Pedro hatte sie erreicht.
„Was machen Sie da, Mrs. Taylor?“
Die Frau stand auf, das Klemmbrett mit dem Block drauf fest im Blick und nahm die Zigarette aus dem Mund. Sie schlug die Asche auf dem Boden ab und sah dann Pedro an.
„Guten Morgen, Mr. Martinez!“, sagte sie, hielt die Zigarette höflich von ihm weg.
„Guten Morgen. Was machen Sie hier?“
„Ich mache geografische Messungen. Der ganze Boden könnte voll mit Artefakten sein.“
„Der ganze... Mrs. Taylor, ich habe Ihnen nicht erlaubt, auf meinem Grundstück herumzulaufen und Messungen anzustellen!“
„Das gehört zu meinen Aufgaben. Die Grabungen deuten darauf hin, dass sich durchaus noch mehr hier befinden könnte.“
Pedro verdrehte die Augen, sah hilfesuchend zum Himmel auf. Vielleicht sollte er in seinem Fall allerdings lieber zu Boden sehen.
„Mrs. Taylor. Sie haben die Erlaubnis, in dem Gebiet da zu graben.“ Er zeigte hin. Einige Männer hockten da unter einer Plane und pinselten an alten Steinen herum. „Da, in dem da. Und Sie haben keine Erlaubnis, hier mit so einem Ding herumzulaufen und überall, äh, Löcher zu machen!“ Er sah auf die Stelle um das Gerät. Sie nahm es bei den Griffen, man konnte es kippen und auf zwei Rädern rollen, und legte den darunter unbeschädigten Boden frei. Keine Löcher. Sie lächelte leicht und stellte das Gerät wieder ab, trat die Zigarette auf dem Boden fest aus und tat sie, noch ehe Pedro protestieren konnte, in ein silbernes Kästchen. „Mr. Martinez, ich brauche keine weitere Erlaubnis, als die Sie mir gegeben haben. Haben Sie es sich nicht durchgelesen? Alle zur Ausgrabungsstelle gehörenden Gebiete dürfen nicht bebaut werden, ehe die Arbeiten des Archäologen abgeschlossen sind.“
Pedro schnappte nach Luft. „Ja, bebaut, Ich baue doch gar nicht, wegen Ihnen. Auch hat das doch nicht zu bedeuten, dass Sie hier herumlaufen können und so einen Lärm machen dürfen!“
Nun verdrehte Sidony Taylor die Augen. „Entschuldigung, Sir! Aber, wenn das ein großes Dorf war, dann gibt es bestimmt noch viele Gegenstände von unschätzbaren Wert unter Ihrem Rasen. Meine Arbeit ist mit der einen Stelle vielleicht nicht beendet. Sehen Sie!“ Sie zog eine weiße Karte hervor, auf der waren die Fundstücke eingezeichnet. Dann zeigte sie auf dieser an, dass sie ein Haus vermuteten und noch viel mehr alte Knochen.
Ach was? War es mehr als nur ein steinzeitlicher Indianer mit seinem Tonkrug-Verkaufsstand?
„Dieses ganze Gebiet hier ist ein potentieller Ausgrabungsort! Der größte Fund seit 20 Jahren!“, rief Sidony begeistert.
Pedro blickte auf die Karte, sah dann wie in einem Luftbild sein Grundstück, wurde dazu förmlich in den Himmel gezoomt und erblickte unter sich die Grabungsarbeiten wie von Zeitraffer-Ameisen, die eine verwüstete Fläche hinterließen. „Oh mein Gott...“, murmelte er.

Sidony sah ihn an und wirkte nachdenklich. „Sie sehen nicht so gut aus. Irgendwie komisch, total blass. Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“
Verblüfft über diese plötzliche recht intime Frage, beruhigte Pedro sich wieder. Er spürte die Wärme der Sonne auf seiner Schulter und erkannte, was sie beunruhigte. Er warf keinen Schatten.
Pedro hob den Zeigefinger. „Wir sind noch nicht fertig, Mrs. Taylor. Ich werde zu verhindern wissen, dass Sie demnächst meinen ganzen Rasen umgraben!“ Damit drehte er sich herum und stapfte schnell zurück zum Haus, rief: „Ich habe keine Zeit für so einen Blödsinn!“
Sidony sah ihm nach. Er wirkte fast gar nicht echt. Als wäre er nicht plastisch. Sie zuckte die Schultern, rückte den Hut zurecht und ging mit ihrem Gerät etwas weiter um mit der Arbeit fortzufahren.
Das Bild und der Schattenmörder
Das Bild und der Schattenmörder

Steven machte nach der Dusche gerade Frühstück und sprach, als Pedro hereinkam: „Mach dir nichts draus. Ist doch wahnsinnig interessant, so eine Ausgrabung. Stell dir vor, die finden den heiligen Gral. Was meinst du, wie viel Geld das einbringt?“
„Als ob wir Geld bräuchten...“, murrte Pedro.
Steven schob die Brille hoch, wendete das Omelett in der Pfanne. Neben dem Ceranfeld stand ein Becher Kaffee, den Steven sich schon gemacht hatte. „Ist doch besser, als einen Mord angehängt zu bekommen, den man nicht begannen hat, oder?“
Pedro sah ihn an. Das Bild ging ihm durch den Kopf. Ihm war so, als kannte er die ausgeweidete Frau auf dem blutrotem Bild, was er im Schlaf gemalt hatte.
„Na, die Knochen...“, erinnerte Steven ihn, da er so geistesabwesend wirkte.
Verstehend gab Pedro ein „Hm“ von sich, wischte eine schwarze Locke aus seiner Stirn und warf einen bösen Blick nach draußen, da wieder so ein „Rumms“ zu hören war.
„Obwohl es ein schöner Stoff für eine Story wäre. Knochen im Garten gefunden, Vormieter ein Mörder? Ein Fall für die Abraham und Gott GmbH!“
Schmunzeln sah Pedro seinen Liebhaber an. Er war recht erfolgreich mit seiner Kriminalreihe Abraham und Gott. Zwei Privatdetektive, die sich manchmal Rat bei Gott holten, um Fälle zu lösen. Sie waren auch ein Paar, aber das wurde immer nur angedeutet. Oft saß Pedro im Schreibzimmer seines Freundes und las die Szenen, wo explizit stand, dass sie ein Paar waren und/oder sie gerade Sex hatten. Die waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und der Freund schrieb sie auch nur, um ihn zu erheitern und danach im Safe einzuschließen. Das war nur zur Sicherheit. Damit nicht plötzlich herauskam, die Abraham und sein Kollege Dunhill haben Sex. Das wäre ja so, als ob es von Sherlock Holmes und Dr. Watson bekannt werden würde. Obwohl Pedro oft dachte, die beiden wären schwul.
„Hast du schon mal von dem Schattenmörder gehört?“, riss Steven ihn aus den Gedanken, nahm einen Schluck Kaffee.
„Ist das eine neue Idee von dir?“
Kurz lachte der braunhaarige Freund auf. „Nein, Mann! Das ist doch seit Wochen in den Nachrichten. Ein Mörder, der auf keiner Überwachungskamera zu sehen ist, wenn überhaupt dann nur sein Schatten und der in verschlossene Räume kommt und der seine Opfer ausweidet. Richtig eklig, sag ich dir.“
Pedro sah ihn aufmerksam an. Ausweidet?
„Auch interessant, dass er wohl nur Leute umbringt, die irgendwie Dreck am Stecken haben. Sagen die Nachrichten zumindest. Und Debora...“
„Wer?“, unterbrach Pedro ihn. Draußen war erneut ein „Rumms“ zu hören. Während Pedro genervt zur Glasfront hinaussah, ließ Steven sich nicht stören.
„Debora Guerrin, die Polizistin, die mir bei meinen Mordfällen hilft“, warf Steven ihm fast vor. Er ließ die Schultern hängen. „Mann, ich hab dir schon tausendmal von ihr erzählt!“
Pedro raffte sich wieder und nickte. Natürlich, hatte er auch. Aber seine Gedanken waren immer noch bei dem Ausweiden.
„Debora erzählt über den Schattenmörder nicht viel, weil es ein laufender Fall ist. Aber es wäre verdammt faszinierend, über ihn zu schreiben, denke ich. Er kommt überall rein, ist nur Nachts unterwegs und wird nie gesehen. Außer seinem Schatten, klar, aber das sagte ich bereits.“ Steven wendete das Omelett und sah dann nochmals zu Pedro. „Hörst du mir überhaupt zu?“
„Klar, Debora, klar...“
Hell und klar lachte Steven und tat das Omelett auf den Teller vor Pedro. „Du bist wohl noch nicht wach. Iss was und geh dann duschen.“ Er trank seinen Kaffee aus, schob die Brille hoch.

Es klingelte. Steven sah Richtung Tür. „Ich geh schon“, vermeldete er und verschwand.
Kaum hungrig schob Pedro sich einen Bissen Omelett in den Mund, lauschte auf die Stimmen. Oh, der Agent von Steven. Er war wohl hier um das neue Manuskript abzuholen, das... noch nicht fertig war.
Hastig eilte Steven zu Pedro, gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Ich muss weg, der nervt mich zu Tode, wenn ich nicht rechtzeitig verschwinde!“ Damit lief er ins Wohnzimmer um hinaus in den Garten zu fliehen. Schmunzelnd aß Pedro weiter, erblickte den Agenten in der Tür.
Er hatte wohl gerade noch gesehen, wie Steven zur Tür raus ist. Durch die Glasfassade sah er Steven über den Rasen Richtung Hecken laufen. „Er hat gesagt, er holt das Manuskript“, sagte der Agent. Er war hochgewachsen und hager, trug eine Brille und hatte schütteres blondes Haar. Mit dem Anzug und der Aktentasche sah er aus wie ein Buchhalter.
„Macht er auch“, sprach Pedro mit vollem Mund. „Er muss dazu nach Mexiko“
„Mexiko?“, fragte der Mann nach, setzte seinen zum Anzug farblich passenden Filzhut auf und rannte Steven hinterher. „Mister Baker! Warten sie! Das Manuskript! Ich brauche es, wir müssen drucken! Mister Baker!“

Sehr viel besser gelaunt beobachtete Pedro, wie die beiden über den Rasen liefen. Immer wieder rief der Agent Steven mit seinem Pseudonym, holte ihn aber nicht ein. Sie rotierten eine Weile um Sidony Taylor herum, die ihnen dabei zusah und als der Agent hinfiel rannte Steven zurück ins Haus. Hastig erreichte Steven seinen Freund, gab ihm noch einen Kuss auf die andere Wange. „Wir sehen uns später. Lass dich nicht ärgern! Ah, Debora kommt heute, sei nett zu ihr...“
Da der Agent gerade wieder hereinkam, stürzte Steven davon, verfolgt von dem rufenden Mann, der nach dem Manuskript verlangte. Es wäre Abgabetermin, die Leser würden warten und so weiter. Pedro sah ihm nach und wunderte sich, dass der beim Laufen so viel reden konnte. Vielleicht würde er Steven einholen, wenn er nicht so viel reden würde?
Von der Garage aus konnte Pedro den Motor des Jaguar hören. Steven musste es geschafft haben. Ruhe kehrte ein. Gemütlich aß Pedro auf, hörte Mrs Taylor draußen mit dem Gerät und ging dann duschen.

Danach machte Pedro sich schlau, ob er eine Handhabe gegen Tests auf seinem Grundstück hatte. Da die Grabungen bereits liefen und er diesen Vertrag unterschrieben hatte, nein. Schlecht gelaunt ging er ins Atelier und versuchte zu malen, während Sidony Taylor draußen Detonationen durchführte. So hörte es sich zumindest an. Das Gerät schickte nur Schallwellen ins Erdreich, erklärte sie ihm durchs Fenster, damit darunterliegende Schichten erkannt werden konnten. Somit wohl ein Steinhaus oder Krüge, oder wer weiß was. Als wenn die Indianer Steinhäuser gebaut hätten. Haben schon einige Stämme, warf sie ihm vor, davon hatte er nur nichts gewusst.

In seinem Atelier kramte Pedro das Bild unter dem Tisch hervor und wickelte es aus. Da es beim einpacken noch nass gewesen war, war es nun teilweise beschädigt. Das gruselige Blutrot beängstigte Pedro, der fühlen konnte, wie es war, dieser Frau die Eingeweide herauszuziehen. Er schüttelte den Kopf um zu sich zu kommen.
Was hatte Steven von diesem Schattenmörder erzählt? Er weidete Leute aus? Was hatte die Adresse am Rand zu bedeuten, oder die Skizze eines Zimmers?
Mit dem Bild ging er ins Wohnzimmer um Recherchen zu dem Schattenmörder zu machen. Er hatte da seinen Laptop stehen lassen. Das Internet wusste nicht allzu viel über ihn. Die Zeitung auch nicht, die er ausgebreitet auf dem Tisch liegenließ. Es gab nur das, was Steven erzählt hatte. Und Städtenamen der Tatorte, manchmal Ortsteile und eine Straße. Diese Straße stand auch auf seinem Bild.

Stumm blickte Pedro auf die noch feuchte Leinwand.
Was war hier los?

Es klingelte und ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass das sein Galerist sein musste, der das Bild abholen wollte. Nicht das blaue, sondern das andere, dass schon seit einigen Tagen zum Trocknen in seinem Zweitatelier stand. Pedro legte das Bild unter den von Zeitungen vollgepackten Glastisch, stellte den Laptop auf das Sofa und ging seinen guten Freund, Ex-Liebhaber und Geldgeber zu begrüßen.

Im Atelier bewunderte Richard Wall das Bild. Er trug ein violettes Seidenhemd und eine enge Hose, die seinen knackigen Arsch betonte. Während er das Wunderwerk betrachtete, stellte er sich mehrmals anders hin und bewegte die Hände abwechselnd zum Mund. „Das ist perfekt“, sagte er schließlich leise und andächtig. Pedro meinte, er war ziemlich begeistert. Allerdings hatte er das Bild beim letzten Mal schon ausführlicher bewundert. Pedro erzählte ihm von seinem neuen Projekt und zeigte ihm das unfertige Bild.
Erstarrt verweilte Richard einen Moment dort, sprach dann mit gekünstelter Stimme: „Schätzchen, das ist das absolut geilste was ich je gesehen habe und ich meine nicht das, was du in der Hose hast, Schätzchen!“
Pedro grinste. Na ja, sie hatten mal Sex, aber waren Freunde geblieben. Sie passten nicht zusammen, Richard war einfach zu tuntig für ihn.
„Süßer, ich habe das Gefühl, seit einigen Wochen hast du den Dreh raus. Göttlich! Diese Farben, einfach grandios! Du bist ein Gott, Pedro, und ich meine das nur auf das Bild bezogen, ja, nicht auf diese geile Nacht, also, nur das Bild, ja?“
Pedro tätschelte ihn an der Schulter. „Schon klar“, sagte er.
„Weißt du, vielleicht hast du auch eher einen Pakt mit dem Teufel geschlossen um solche hammergeilen Teile zu malen. Das ist absolut spitz und es ist noch nicht mal fertig. Ich will gar nicht wissen, wie geil es ist, wenn es fertig ist. Ha, ich hab gelogen, natürlich will ich das wissen. Schätzchen, du rufst mich an, wenn das fertig ist, ja? Versprich mir, dass du es mir verkaufst, ja? Versprich es.“
Kurz schwieg Pedro. Zum einem, weil er Richard ärgern wollte, zum anderen weil er das mit dem Pakt erwähnt hat. Das machte ihn stutzig. Wie kam er darauf? Wusste er das? In seiner Überlegungspause bettelte Richard ihn mit großen Hundeaugen an.
„Du hast mein Wort, dass du es kriegst!“
Richard riss die Arme hoch und tanzte auf der Stelle. „Oh, ich liebe dich. Also, du weißt schon, das Bild. Also nur das Bild, Süßer Gott, du!“ Er verdeckte sein Lachen hinter der Hand und blinzelte ihn kurz an.

Zusammen verpackten sie das fertige Bild aus dem Zweitatelier und trugen es in den Lieferwagen. Richard verabschiedete sich mit einem laschen Händedruck und küsste rechts und links die Luft beim Wangen-aneinanderlegen. „Bis dann Süßer. Ruf mich an.“ Er zeigte das Smartphone, winkte mit der freien Hand tuntig. „Du hast meine Nummer, ruf mich ja an, wenn es fertig ist! Oh, warte!“ Er hielt inne, ging zum Beifahrerplatz, nicht ohne mit dem Hintern provozierend zu wackeln, und holte eine Mappe heraus. Damit kam er zurück, sie aufschlagend. Er stellte sich dicht neben Pedro, damit er mit hineinblicken konnte. Da er deutlich größer war, bückte er sich leicht dabei. „Ah, hier. Deine Musikstunde... hat gebracht... ah, 225 000 Doller.“ Er lächelte Pedro charmant an. „Willst du meine Prognose für dein Neues hören?“ Er legte die Hand an die Wange, rechnete im Kopf und sah Pedro dann wieder an. „347 000 oder mehr. Und dein Blaues, ich sage dir, das könnte die 800 000 locker übersteigen, wenn nicht sogar mehr. Dich hat echt die Muse gebissen, Schätzchen. Du weißt, dass du viele reiche Fans hast, oder?“
„Habe davon gehört, ja“, meinte Pedro nur.
„Tschau, Schätzchen und sei kreativ, ich liebe deine Bilder!“ Er gab ihm nochmals so einen Pseudokuss und stieg ins Auto.
Das war ja mal ein Verdienst. Dieser Verkauf seines Schattens hatte sich richtig gelohnt. Total.
Erfreut winkte Pedro Richard zum Abschied.

Maria kam heraus, mit einem Staubwedel in der Hand. „Das ist auch eine verlorene Seele“, sagte sie, sah dem Lieferwagen nach, der den Weg bis zum Tor herunterfuhr. „So ein hübscher Mann.“
Pedro sah sie an. „Maria, ich habe manchmal den Eindruck, dass du gar nicht richtig gläubig bist.“
„Ich bin Mexikanerin, wir sind so erzogen. Das liegt mir im Blut. Ob ich daran glaube oder nicht, ist meine Sache!“
„Aber wie kannst du eine Haushälterin in einem Haushalt sein, in dem Schwule leben?!“
„Ich brauche das Geld“, sagte sie nur, zuckte die Schultern. „Außerdem bin ich nicht deine Haushälterin. Ich bin deine Putzfrau!“
„Du glaubst nicht an Gott, oder?“
„Nein, Pedro, aber ich werde dennoch seinen Namen anrufen. Und nun geh aus dem Weg, ich will die Lampe putzen. Die ist ja schwarz wie die Hölle, heilige Mutter Gottes!“
Pedro trat zur Seite, sah ihr zu. „Die Lampe ist doch sauber...“, sagte er.
„Du hast keine Ahnung, Junge!“
Er blickte die Einfahrt hinunter und entdeckte den Jaguar von Steven am Tor. Er hatte einen Öffner und fuhr bereits auf das Grundstück. Maria sah neben ihm eine blonde Frau sitzen und stieß Pedro in die Seite. „Na, endlich ein Weibsbild! Das wird euch die Flausen schon austreiben!“
„Maria!“, ermahnte Pedro sie. Sie ging ins Haus.
Der Jaguar stoppte vor dem überdachten Eingang und Steven stieg aus.
„Ich bin ihn losgeworden und hab gleich Debora mitgebracht“, sagte er.

„Eigentlich wollte ich mit dem Bus kommen“, sagte Debora, stieg aus und reichte Pedro die Hand. Sie war kaum kleiner als Pedro, trug ein großblumiges Sommerkleid und hatte kinnlange blonde Haare. „Hallo, ich bin Debora Guerrin, sehr erfreut!“
„Emanuel Pedro Lorenzo Martinez, nenn mich bitte Pedro, ich nenne dich Debora“, gab er zurück und lächelte sie freundlich an. Sie öffnete den Mund und zeigte auf ihn. „Oh, Sie sind der Maler...“, stammelte sie atemlos. Sie warf Steven einen Blick zu, sah dann wieder Pedro an. „Ich bin sehr erfreut. Ihre Bilder liegen deutlich über meiner Verdienstklasse, aber sie sind grandios!“
Beschämt wischte Pedro in den Locken an seinem Nacken. „Bitte nicht so förmlich, ich bin Pedro, Debora. Wollen wir nicht reingehen? Ich würde dir gern was zu trinken anbieten.“
Er ging voraus. Debora zischte Steven zu, dass er sie ruhig hätte vorwarnen können, dass er mit dem Maler Martinez zusammenwohnte. Er hatte ihn immer nur Pedro genannt und sie hatte geglaubt, dass er sich dieses große Haus mit seinem Erfolg mit seiner Buchreihe leistete.

„Tee, Kaffee, Saft oder was alkoholisches?“, fragte Pedro. Es war hier im Gegensatz zu draußen angenehm kühl. „Bleiben wir drinnen, oder möchte jemand in die Sonne?“
„Oh, im Moment nicht“, sagte Debora. Sie trug zwar ein luftiges Sommerkleid, zog aber die Kühle des Hauses vor. „Ich hätte gern einen Kaffee“, sagte sie.
„Normal oder Espresso?“
„Normal bitte, vielen Dank!“
Sie setzten sich ins Wohnzimmer. Der Laptop lag auf dem Sofa und als Debora ihn hochnahm um ihn auf den Tisch zu stellen, erwachte er aus dem Energiesparmodus. Sie stellte ihn ab und sah die Internetseite an.
„Oh der Schattenmörder“, bemerkte sie, warf Steven einen Blick zu, der sich in den Sessel setzte, kurz innehielt und eine andere Sitzposition suchte. Ihm tat der Hintern noch immer ein bisschen weh. Draußen war ein „Rumms“ zu hören. Während Debora sich wundernd zu dem Geräusch drehte, erklärte Pedro, woher es kam und erwähnte, dass es sein Rechner war.
„Ich war neugierig, was es über ihn gibt“, fügte Pedro an.
„Ausgrabungen, echt?“, fragte Debora, strich sich eine blonde Haarsträhne hinter das Ohr. „Ist ja irre! Das war das letzte Mal noch nicht, oder?“
„Doch schon, aber da hat sie gegraben und keine seismografischen Tests gemacht“, grummelte Pedro, hantierte an der großen Maschine für Kaffee herum. Er liebte es, Kaffee zu machen. Mit Schaum und allem. Gerade wenn er so einen dankbaren Abnehmer dafür fand, wie Steven einer war.
Steven war erstaunt, dass Pedro wusste, wann Debora das letzte Mal hier gewesen war und setzte sich anders hin.
Debora bemerkte, dass Steven unruhig saß. „Darf ich mal sehen?“
Seine Augen weiteten sich vor Schreck. Seinen Hintern?
„Die Ausgrabungen meine ich“, erklärte sie.
„Klar, komm“, sagte Steven mit einem erleichterten Lächeln und ging mit ihr hinaus. Ein „Rumms“ war zu hören, Pedro machte Kaffee und rief ungehört: „Wenn das noch lange dauert, Mrs Taylor, werde ich sie eigenhändig vergraben!“

Als Debora wiederkam erzählte sie über eine alte Vase, die sie besaß. Sie fand alte Sachen faszinierend. Wieder zurück an ihrem zuvor eingenommenen Platz warf Debora wieder einen Blick auf den Monitor. Pedro servierte den Kaffee für die beiden.
„Willst du etwas über den Schattenmörder schreiben?“, fragte Debora, bedankte sich für den Kaffee und nahm ihn mit beiden Händen entgegen.
„Es ist Pedros Rechner. Heute Morgen wusste er nicht mal, dass es ihn gibt.“
„Ach, echt?“, fragte Debora, sah Pedro an, der wieder zur Theke ging. „Ich darf ja nichts erzählen, da die Untersuchungen noch laufen. Aber es ist verdammt spannend fast schon unheimlich.“
Ein „Rumms“ von draußen unterbrach sie. Pedro verdrehte die Augen, lächelte Debora dann freundlich an und nahm sich ein Glas, in das er Wodka kippte. Sie lächelte und fuhr fort. „Über den letzten Fund ist recht viel nach draußen gesickert. Immerhin war der Raum von innen abgeschlossen, als man die Tote fand.“
„Echt?“, fragte Steven fasziniert, setzte sich anders hin. Perdo blieb beim Tresen und hatte die kleine Menge Alkohol mit Orangensaft aufgefüllt. Er nippte daran, sah Debora an. Davon hatte er nur auf einer Internetseite was gelesen.
„Die Tür war zu, abgeschlossen ebenso das Fenster. Es war nur über dem Fenster ein Lüftungsschlitz auf aber da die Tote in der vierten Etage wohnt, ist er wohl kaum geklettert. Und da hätte er auch niemals durchgepasst.“ Debora zeigte die Breite mit Zeigefinger und Daumen. „Auch hätte er von da nicht das Fenster abschließen können. Das Schloss ist unten. Ganz schön spannend, sag ich euch.“
„Aber was hat das mit dem Namen Schattenmörder auf sich. Weil man nur seinen Schatten sieht?“, fragte Steven, rückte seine Brille zurecht.
Debora nippte an dem Kaffee und nickte. „Genau. Es gibt fünfzehn Aufnahmen von ihm, doch auf allen ist nur der Schatten zu sehen. Mal halb, mal ganz. Er selbst ist nie zu sehen, obwohl er es manchmal müsste. Von der Größe des Schatten her und dem Lichteinfall und der Entfernung. Ein cooler Name zumindest.“
„Wie sieht denn der Schatten aus?“
„Wie ein Mensch.“ Steven verdrehte die Augen, Debora kicherte. „Na, wir vermuten, dass er 1,75 m groß ist und Locken hat, das steht auch im Internet.“
Pedro nickte, das hatte er irgendwo gelesen, trank das Glas aus.
„Hat er schon mal was dagelassen? Hinweise?“, fragte Steven.
„Geheim, kann ich nicht sagen“, sprach sie, trank nochmals. „Lecker der Kaffee!“
„Danke, kein Problem“, gab Pedro von hinten, prostete ihr mit dem leeren Glas zu. Ihm war irgendwie unwohl. Er war auch 1,75 groß und hatte Locken. Und er träumte komische Sachen.
„Das wäre zumindest ein Fall für deine zwei Detektive“, sagte Debora, stellte die Tasse auf der Zeitung auf dem Tisch ab. „Riecht das hier nach Farbe, oder irre ich mich?“, fragte sie, blickte unter den Tisch und zog das Bild hervor, drehte es in der Hand um oben und unten zu finden.

Panisch hechtete Pedro vor, ließ das Glas fallen. Es zersprang auf dem Boden und Debora hob den Kopf um zu sehen, was passiert war. Hektisch riss Pedro Debora das Bild aus der Hand, hüpfte damit über das Sofa und rannte bis an die Glasabsperrung zum Swimmingpool heran, blieb da stehen.
Verwirrt blickte Debora ihm nach, Steven sah in etwa genauso irritiert aus. Hilflos lächelte Pedro. „Ah, nur eine Kritzelei... nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“, stammelte er.
Debora hob die Augenbrauen, beließ die eine oben, während sie langsam sprach: „War da eine ausgeweidete Frau drauf?“
Steven starrte Pedro an, ließ den Mund offen stehen. Pedro schüttelte den Kopf, sah selbst auf das Bild. „Äh, nein, das ist... Blumen, ein Blumenmeer auf einer Frau, einer nackten... äh, Sorry...“
Debora grinste. „Das braucht dir doch nicht peinlich sein. Ich habe schon mal eine nackte Frau gesehen.“ Sie lächelte freundlich. „Was waren das für Zeichen am Rand?“
Ertappt schluckte Pedro. „Änderungsnotizen...“
„Mit Straßennamen?“
Hecktisch warf Pedro Steven einen Blick zu, sah dann auf das Bild. Er hatte sich Hilfe von seinem Freund erwartet, doch der wusste nicht mal, was hier eigentlich los war. Dennoch sprang er ein.
„Hey, um das Bild einer nackten Frau mit Blumen und Randbemerkungen nicht der Öffentlichkeit preiszugeben, war das ein verdammt guter Stunt!“

Debora blickte ihn kurz an, lachte. Dann sah sie Pedro an. Das Motiv auf dem Bild kam ihr bekannt vor. Der Name der Straßen kam ihr bekannt vor. So weit sie wusste, war er schon in die Öffentlichkeit durchgesickert. Vielleicht war Pedro nur inspiriert? Der Grundriss, die Adresse, all das stand schon im Internet, oder konnte man rauskriegen. Und das Bild an sich, war nur gut nachempfunden? Sie musste das Bild nochmal sehen und das prüfen, ehe sie ihn verdächtigen konnte. Sie öffnete kurz den Mund, schloss ihn wieder. Wenn hier was im Gange war, sollte sie es nicht allein ermitteln. Sie wischte eine blonde Haarsträhne hinters Ohr und nahm ihre Tasse auf. „Hey, fangen wir an? Was haben Abraham und Gott zu lösen?“

Es dämmerte bereits, als Steven das Atelier betrat, in das Pedro mit dem Bild verschwunden war. Er hatte nicht weiter gemalt, hatte sich nicht über den Lärm von Sidony aufgeregt sondern das Bild angestarrt. Debora war eine Polizistin. Sie konnte eins und eins zusammenzählen. Und das hier war mehr als deutliche Mathematik.
Steven blieb hinter ihm stehen, sah ihm über die Schulter. Zögerlich klappte Pedro das Bild wieder herunter, so dass der Freund einen Blick drauf werfen konnte.
„Was ist das?“, brachte er nach längerer Betrachtung heraus. Das war widerlich.
„Ich hab es im Traum gemalt.“
„Du hast es geträumt?“
„Nein“, sagte Pedro betont, drehte sich zu Steven herum. „Ich habe es gemalt, während ich schlief.“
„Wie geht das denn?“, fragte Steven ungläubig.
Pedro zuckte mit den Schultern. „Ich bin eingeschlafen und als ich aufwachte, war es fertig.“
Steven zeigte auf die weiße Stelle, wo Pedro drauf gelegen hatte. „Na, nicht vollkommen fertig“, versuchte er zu scherzen.
Mit Angst in den Augen sah Pedro zu ihm auf. „Das ist nicht witzig. Ich glaube, ich hab da irgendwas mit zu tun.“
„Womit?“
„Mit dem Schattenmörder.“
Steven sah ihn erschrocken an, zog sich den anderen Schemel heran, und setzte sich vor Pedro, sah in sein gebräuntes Gesicht. „Das ist nicht dein Ernst!“, sagte er nur, dachte er wahrscheinlich das schlimmste von ihm.
„Ich hab es nicht getan!“, sagte Pedro schnell. „Ich bin nur irgendwie da mit für verantwortlich.“
„Das verstehe ich nicht. Hast du den Killer beauftragt?“
Pedro lachte trocken auf, sah zu Boden. Er musste sich kurz fassen, ehe er seinen Geliebten ansehen und ihm das sagen konnte. „Ich habe ihm das Werkzeug verkauft.“
Unverstehend blinzelte Steven ihn an. „Einbruchswerkzeug?“
Pedro holte Luft und sah sich um. Es war dämmrig, aber nicht dunkel.
„Irgendwas elektronisches um einzubrechen?“
Pedro schüttelte nur den Kopf.
„Was denn dann für Werkzeug? Das Messer?“
Den Blick zu Boden gerichtet hörte Pedro sich selbst kaum, als er sprach. Steven beugte sich an ihn heran, blinzelte über den Rand seiner Brille zu ihm auf und fragte nach: „Was? Ich hab dich nicht verstanden.“
„Meinen Schatten“, sagte Pedro nochmal lauter und sah Steven an.
Der glotzte ihn an und grinste dann missglückt. „Was soll das denn bitte bedeuten?“
„Ich habe keinen Schatten“, sagte Pedro.
Steven lachte laut und sah ihn dann an. „Du spinnst doch! Hast du was genommen?“
Pedro stand auf, warf das Bild achtlos auf den Tisch und ging zu der Lampe.
„Hey, ich wollte dich nicht beleidigen,...“, sagte Steven.
Pedro machte die Lampe an.
„...aber das ist absolut verrückt, ich meine...“
Pedro richtete den Lichtschein auf seinen Arm, bewegte ihn, stellte sich ganz hinein. Nichts war hinter ihm an der Wand zu sehen.
„Ich meine...“ Steven hielt inne und starrte fassungslos auf die Wand. „Wie machst du das?“
„Ich hab ihn verkauft. Für Ruhm und Reichtum bis zum Ende meines Lebens.“
Steven klappte der Kiefer runter. „Du verarscht mich doch!“
„Wie denn? Wie soll ich das machen? Wie soll ich meinen Schatten verschwinden lassen? Meinst du, ich bin ein verdammter Freak?!“
Steven hielt den Mund angestrengt geschlossen, sprach dann doch. „Du bist ein verdammter Freak, wenn du keinen Schatten hast! Warum ist mir das noch nie aufgefallen?“
Pedro verdrehte die Augen. „Weiß ich doch nicht. Bin ich du, oder was?“
Nachdenklich überdachte Steven die Situationen und das Ambiente des Hauses. Es gab viele Spiegel, wenn dort Schatten drauf fielen, bemerkte man es kaum. Alles war komplett ausgeleuchtet. Steven hatte immer gedacht, weil Pedro ein Maler war und Licht brauchte. Aber es war wohl eher, damit seine Andersartigkeit nicht auffiel.
„Das... ist... absolut... irre“, gab Steven stoßartig von sich, schob die Brille hoch.
„Ist es nicht. Jemand bringt mit meinem Schatten Leute um!“
„Ja, wer denn? Ich meine, wer kauft denn überhaupt einen Schatten?“
Pedro sah ihn nur an und Steven verstand.
Der Teufel, natürlich, wer sonst?
Der Teufel im Gewande
Steven und Pedro saßen nebeneinander auf dem Sofa und hatten jeder ein Glas Cognac in der Hand. Pedro hatte sich vorgebeugt, schwenkte das Glas, während Steven sich locker hinten anlehnte.
Die Polizei, die aufgetaucht war, hatte das Bild begutachtet und nach Pedros dauernder Beteuerung hatten sie geglaubt, dass er das Motiv frei erfunden hatte. Keine Hinweise auf dem Bild waren der Welt noch nicht bekannt. Die Pose der Frau sah zwar sehr passend zum Original aus, aber es gab eine Beschreibung, wie sie gelegen hatte. Keine Bilder, aber Text. Sie ließen den berühmten Maler in Ruhe und würden ihn im Auge behalten. Was sie ihm nicht sagten, was er aber annahm.

Steven hatte sich mehrmals bei Pedro entschuldigt, dass er die Polizistin angeschleppt hatte, bis der das einfach mit einem Kopfnicken akzeptierte. Sie durfte wiederkommen, hatte Pedro erlaubt. Da konnte Steven ja nichts für, dass sein Schatten Leute umbrachte.

Steven schaltete die Lampe neben sich an und aus und blickte an die Wand, auf die eigentlich Pedros Schatten fallen müsste, was er aber nicht tat.
„Kannst du damit aufhören, bitte?“, fragte Pedro genervt. Steven ließ das Licht an und verschränkte die Arme vor der Brust. Er sah sich um, suchte nach Worten. Kurz nahm er die Brille ab, um sich die Augen zu wischen, setzte sie wieder auf.
„Wie hast du eigentlich den Teufel getroffen?“, fragte Steven schließlich.
Pedro seufzte, ehe er zu erzählen anfing: „Ich war in einer Bar. Ich war scharf auf so einen Typen und wollte ihn gerade anbaggern. Neben mir stand so ein Mann, ich kann mich nicht an ihn erinnern, und sagte: wenn du mit dem da schläfst, kriegst du AIDS. Und ich fragte, woher weißt du das, ist er dein Freund? Und er sagte: ich weiß es halt. Und ich sagte: ja, woher denn und er sagte...“
„Komm auf den Punkt!“, murrte Steven.
Pedro seufzte erneut und sah Steven an. „Er sagte, ich weiß was du dir wünscht. Reichtum und Ruhm. Ich kann es dir geben, gegen eine kleine Bezahlung, deinen Schatten. Ich hab erst gedacht, der wäre nur besoffen und wollte weggehen. Aber ich dachte, das ist so bescheuert, ich geh drauf ein. Mach mal, sagte ich zu ihm. Da beugte er sich vor und gab mir einen Kuss auf den Haaransatz. Mich durchfuhr so ein Kribbeln und als ich die Augen wieder öffnete, sagte er: Emanuel Lorenzo Martinez, der lieber Pedro heißt, du wirst reich und berühmt bis an dein Lebensende. Geh und male das Bild, was in deinem Kopf gerade entsteht. Gehe mit dem Bild zu einer Galerie deiner Wahl und verkaufe es.“
„Was für eine bescheuerte Anmache“, warf Steven ein.
„Hab ich auch erst geglaubt“, sagte Pedro, gestikulierte mit den Händen.
„Aber das hat geklappt?“
„Ja! Ich hab gesagt: Du spinnst doch und bin abgehauen. Auch weil da ein Bild in meinem Kopf wuchs und ich musste es einfach malen. Ich malte die „Landschaft mit Haus“ und ging zu Richard um es ihm zu verkaufen. Er war außer sich und es brachte 134 000 Doller. Auf einen Schlag war ich reich!“
„Und dein Schatten?“
„War weg. Also, ich hab's erst gar nicht bemerkt, bis ich mal beim Zeichnen nicht den Schatten meiner Hand auf dem Papier hatte. Da hab ich es erforscht und na ja, es gibt schlimmeres.“

„Das ist absolut irre! Pedro, das musst du der Wissenschaft zeigen. Ich meine, wenn du keinen Schatten hast, das muss doch erforscht werden! Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!“
Pedro sah ihn an und rückte von ihm weg. „Bist du bescheuert?“, spie er aus. „Ich will doch nicht als Versuchsobjekt im Labor enden! Außerdem kann man da nichts rauskriegen, denn das ist ja Teufelswerk. So wie die Morde.“
Steven blickte grübelnd an die Wand. Der Teufel benutzte also Pedros Schatten, um Leute umzubringen. Das war zwar absurd, aber warum nicht. Wenn man einen Schatten kaufen konnte, musste man doch auch was damit anfangen können. Kurz fragte Steven, ob Pedro seine Traumbilder vorher alle vernichtet hatte und er verneinte das. Es wäre das erste Mal gewesen.
„Dann ist was anders als vorher.“
Pedro blickte auf den Boden. „Vielleicht war der Teufel nur unaufmerksam. Oder so ein Schatten hält nicht ewig. Oder, na ja, oder ich will ihn eigentlich zurück haben?“
„Willst du denn?“
Pedro zuckte die Achseln. „Manchmal ja. Die Leute denken immer, ich bin krank...“
„Du bist krank. Du bist ein kranker Freak“, sagte Steven scherzhaft. Pedro schlug ihn dafür auf den Arm. Nach einem übertriebenen „Au“ rieb der Freund sich die Stelle, sah wieder an die Wand.
„Weißt du, also ich finde das absolut geil. Wir können in Shows auftreten.“
„Hör auf damit! Sei mal ernst! Da werden Menschen bestialisch umgebracht mit meinem Schatten!“
„Aber wenn er es nicht ist...“
„Selbst wenn, die Polizei hat das Bild gesehen und ich stehe jetzt auf ihrer Liste. Ich brauche bestimmt für jeden Tag ein Alibi. Weil beim nächsten Mord werden sie kommen und mich verhaften!“
Steven schwieg, blickte an die Wand vor sich. Er stellte das leere Glas ab und sah Pedro an.
„Wo hast du den Teufel getroffen?“, fragte er, bereit zum Aufbruch.


Die Musik wummerte durch die geschlossene Tür nach draußen. Steven und Pedro bezahlten den Eintritt und betraten die finsteren, nur mit Diskolicht flackernd beleuchteten Kellergewölbe des Clubs in LA.

Steven nahm seine Sonnenbrille ab und setzte seine normale auf, sah sich um. Er hatte es cooler gefunden, die Sonnenbrille zu tragen, als wäre sie in geheimer Mission unterwegs. Das Gute an ihren Berufen war definitiv, dass sie selten erkannt wurden. Pedro fiel auf, dass die Bewegungen von Steven sich leicht geändert hatten. Er vermutete, dass er gerade in die Rolle seines Meisterdetektivs John Abraham geschlüpft war. Wenn er dann auch so klug war wie der, konnte ja eigentlich nichts schief gehen.
Sarkastisch grinsend ging Pedro zur Theke und bestellte was zu trinken.
„Was machst du denn? Wir müssen doch ihn finden!“, rief Steven ihm über dem Lärm hin zu.
„Meinst du, der Teufel ist jeden Tag hier? Das bestimmt nicht. Ich werde ihm eine Nachricht hinterlassen!“
Steven sah sich um, fragte dann lauter: „Was denn für eine?“
„Ein Bild meines Schattens. Und dass ich ihn wieder haben will und wann ich wieder da bin.“
Erstaunt sah Steven den Freund an. Das war genial! Allerdings würden bestimmt Leute kommen und das Meisterwerk von der Wand ziehen, wenn er es malen würde...
Pedro schüttelte bei der Erklärung nur den Kopf. „Sei nicht albern, wer erkennt schon ein Bild von mir in dieser Bar hier?“

Sie tranken ein Bier und sahen sich die Leute an. Ab und zu wechselten sie Worte über deren Aussehen. Nach hinten hin gab es einen Darkroom und Steven war versucht da mal hin zu gehen.
„Du hattest gerade gestern Sex, war der so schlecht?“
„Nein, ich wollte nur mal gucken, und mich vielleicht ein bisschen antörnen.“
Das sollte eigentlich gesäuselt sein, war aber wegen der lauten Musik nur rufend überhaupt zu hören. Pedro grinste und wollte das Klo aufsuchen.
„Schreiten wir zur Tat?“, fragte Steven. Pedro nickte nur und schob sich durch die Menge.
Lässig zog Steven seine Brille ab, die Sonnenbrille heraus und setzte sie gekonnt mit einer Hand auf, folgte seinem Freund.

Auf dem Klo war es kaum stiller aber etwas heller. Vier Typen waren hier um zu pinkeln. Pedro ging zu den Kabinen und öffnete die erste. Drinnen standen zwei Kerle, die kurz davor waren, es dort zu treiben. Beide waren untenrum schon entblößt. Steven schob die Sonnenbrille herunter und schielte sie über den Rand hin an. Er wechselte die Brillen.
„Ey!“, schrie Pedro. „Geht zum ficken in den Darkroom! Und benutzt Kondome, ihr hirnlosen Idioten!“ Die beiden starrten ihn irritiert an und entfernten sich geniert aus der Kabine.
„Und was machen wir hier?“, fragte Steven, sah den beiden nach.
„Ich male mein Bild hier drinnen. Ich kann ja schlecht die Wände beschmieren, wo jeder mich sehen kann.“
Steven gab ein verstehendes „Oh“ von sich und folgte Pedro in die Kabine, verschloss die Tür. Es war recht eng zu zweit. Pedro zog eine Sprühflasche hervor und musterte die Wand, suchte sich dann eine Stelle aus, die ihm passte. Während Steven sich an die Tür drückte, sprühte Pedro drauflos.
Mit schnellen, zielsicheren Bewegungen zauberte Pedro seinen Schatten an die Wand, von dem Punkt aus, wo er stand von der Lichtquelle aus, die hinter ihm lag, mit der Sprühdose in der Hand, mit den Locken, mit allem, was ein Schatten so ausmachte. Steven war sprachlos und starrte auf das Bild. Dann beugte Pedro sich runter und schrieb neben das Bild: Ich will meinen Schatten wieder. Morgen, zehn Uhr abends und signierte es mit seiner Unterschrift.

Es wurde stiller.
Die Tür zum Klo ging auf, Steven stolperte über Pedro, fing sich am Rand der Kloschüssel ab. Er schnellte in die Aufrechte. Er hatte die Tür doch abgeschlossen!
Als er den Mann anschreien wollte, der einfach die Tür aufmachte, erstarrte er.
In der Tür stand ein Skelett in einer langen schwarzen Robe mit Kapuze auf.
„Der Tod!“, schrie Steven erschrocken, zeigte auf das Skelett. Pedro wühlte sich hinter ihm hervor und ließ den Mund offen stehen.
Das Skelett begann mit leicht genervter Stimme zu reden: „Nein, ich bin nur der Türwächter, aber ihr seht auch nicht besser aus. Also, ihr Menschen, nicht ihr persönlich, so habe ich das nicht gemeint. Nur weil ich der kleine Bruder vom Tod bin, werde ich ständig mit ihm verwechselt. Nun, ich werde gern mit ihm verwechselt, das ist okay, nicht schlimm. Wisst ihr, dann fühle ich mich noch mehr als ein nichts, ein niemand. Denn das bin ich, ja, im Vergleich zu ihm, bin ich ein Nichts, ein niemand. Obwohl ich wohl mehr bin, als ihr, also, nicht persönlich gemeint. Meine Mutter hatte schon immer gesagt, aus dir wird nie so was großes wie aus deinem Bruder, aber nun ja, hier bin ich, immerhin, der Türwächter. Der Tüüüürwächter, wie toll sich das schon anhört. Hört doch: Tüüürwächter. Klasse, oder? Das ist doch auch was, findet ihr nicht? Nun sagt schon.“

Steven atmete heftig und senkte den Arm wieder. „Entschuldigung“, sagte er beschämt.
Das Skelett sprach weiter: „Habt ihr Menschen überhaupt eine eigene Meinung? Das ist nicht persönlich gemeint, also, nicht böse sein. Aber falls ihr eine habt, also ihr zwei habt bestimmt eine, dann habt ihr Recht, das ist gar nichts im Vergleich zum großartigen Bruder Tod. Türwächter, meine ich.“ Es sah sie abwechselnd an, deutete mit dem knöchernen Daumen hinter sich. „Kommt, ich lass euch rein.“ Damit drehte es sich herum und schlurfte davon.

Es war noch immer ruhig, als befänden sie sich nicht mehr in dem Club, oder als sei denen die Musik ausgefallen oder sie wäre in einer Zeitblase, was dem Zustand gerade sehr nahe kam. Die zwei Freunde in der Kabine sahen sich geschockt und hilflos an.
„Rein? Wo denn rein?“, fragte Steven grade laut genug, dass Pedro ihn hören konnte. Der zuckte die Schultern und folgte dem Skelett.

Draußen sah es anders aus. Der Toilettenraum war Menschenleer. An den Fliesen waren Schriftzüge zu sehen, die Dinge beinhalteten wie: gib mir meine Seele zurück oder ich will meine Katze wieder haben oder auch: du schuldest mir noch ein Spiel. Das Skelett ging auf das Stück freie Wand neben den Pissoirs zu und griff eine Klinke, die da zuvor bestimmt nicht gewesen war. Genauso wenig wie diese ganzen Sprüche an den Fliesen. Zumindest waren sie vorher nicht so leuchtend deutlich zu sehen gewesen. Das Skelett öffnete die Fliesen wie eine Tür und eine hinabführende Treppe wurde sichtbar. Rotes Licht flackerte dort unten. Über der Tür flackerten Lichter in einer Leuchttafel auf, die dort entstanden war.
„Willkommen in der Hölle“, stand dort.
„Das ist rein“, stellte Pedro fest und holte tief Luft, ehe er die Stufen hinabstieg.
„Das glaubt mir keiner“, wimmerte Steven, machte ein Foto von dem Eingang mit seinem Smartphone und folgte seinem Freund hinunter. Der Akku fiel aus, als er die erste Stufe betrat.

Es waren unglaublich viele Stufen. Sie folgten dem Skelett in Robe und zweifelten bereits, dass sie jemals irgendwo ankommen würden. Es hörte nicht auf.
„Weißt du, wovor ich Angst habe?“, fragte Steven nach einer gefühlten Viertelstunde. Sein Smartphone war aus und er hatte keine andere Uhr.
„Vor dem Teufel?“, fragte Pedro zurück.
„Nein, vor dem Rückweg“, sagte Steven und blieb stehen. Er schob die Brille hoch und sah zu dem winzigen Licht hinauf, das am Kopf dieser unglaublich langen Treppe wie ein ferner Stern schimmerte. „Aber vor dem Teufel auch“, fügte er an.
Pedro war weitergegangen und kicherte. Aus dem Kichern wurde ein Lachen. Steven drehte sich zurück und folgte ihm schnell, lachte ebenso. Je weiter sie gingen, desto deutlicher wurde die Höhle, die unter ihnen lag, sichtbar. Sie war riesig und mit Stalagmiten und Stalaktiten bestückt. Die groben Felswände waren in oranges Licht getaucht. Warme Luft wehte ihnen entgegen, als sie das Ende der Treppe erreichten.
Auf einem Hügel aus Gestein stand ein Thron, in diesem saß eine Gestalt. Weiter hinten glitt ein Strom aus Lava die Wand hinab.

Die zwei Männer fassten sich bei den Händen und gingen auf den Thron zu. Auch weil ihr Türwächter vorausgegangen war und sie ihm wohl folgen sollten.
Als sie am Thron ankamen erkannten sie die Gestalt als hochgewachsenen Mann, der aufstand und zu ihnen herunterkam. Er schritt um sie herum, beobachtete sie.
So sehr Pedro sich auch bemühte, es war ihm nicht möglich, den Mann zu beschreiben. Er war groß und trug ein Gewand. Es war Pedro nicht mal möglich seine Kleidung genauer zu beschreiben. Es wirkte, als hätte er keine Äußerlichkeiten. Nur ein Mann, der in der Menge untergehen würde. Ungefähr wie der Mann, den Pedro damals in der Bar getroffen hatte.
Steven konnte das Zittern kaum unterdrücken. Es war eine blöde Idee gewesen, den Teufel aufzusuchen. Eine ganz blöde.
Der Mann räusperte sich und ging zurück auf seinen Thron. Nachdem er sich gesetzt hatte, sprach er.
„Ich bin der Teufel und ihr seid Pedro und Steven. Willkommen in der Hölle. Pedro will also seinen Schatten wieder haben.“

Pedro schluckte und suchte Kraft in der zitternden Hand seines Geliebten.
Er hatte doch schon mal mit dem Teufel gesprochen. Warum war er jetzt so ängstlich?
Weil er jetzt glaubte mit wem er sprach? Er wusste nun, das war der Teufel und kein besoffener Typ der Kram redete. Pedro befeuchtete die Lippen und sagte: „Ja, ich will meinen Schatten zurück.“
„Du weißt, dass unser Deal dann nicht mehr gilt.“
„Ich hab es mir gedacht, aber ich kann dich wohl nicht anders überzeugen, das Morden mit meinem Schatten sein zu lassen?“
Der Teufel lachte. „Nein, ich habe dafür gerade erst eine echte Liebe entwickelt. Deiner war auch lange haltbar. Einmal erst hast du ihn dabei gesehen, oder?“
Pedro sah den Teufel direkt an. Er wusste, dass er von der Tat geträumt hatte. Und das war öfter so?
„Es ist immer so. Irgendwann will der Schatten zurück zu seinem Körper. Und da ich ihn nicht lasse, schickt er dir Nachrichten.“
„Nachrichten?“
„Na, die Träume.“

Steven sah sich vorsichtig um, da sich der Hintergrund bewegte. Gestalten rekelten sich in dem Stein. Sie wirkten nackt und erregt. Steven riss erstaunt die Augen auf.

„Darf ich ihn wieder haben?“, fuhr Pedro fort.
„Nein, ich hab ihn gekauft. Ich kann damit machen, was ich will.“
Pedro senkte den Kopf. „Bitte, kann ich ihn wieder haben? Kann ich von Kaufvertrag zurücktreten?“
Der Teufel lachte und schlug die Beine unter. „Dann musst du aber eine Entschädigung zahlen!“
„Was für eine?“
„Oh, du willst es erst hören, ehe du zustimmst?“
„Ich kaufe nicht die Katze im Sack.“
„Schade, ich hätte tausende davon. Warum schicken die Leute mir immer Katzen. Wegen diesem Spruch? Neun Leben, dass ich nicht lache. Aber, ich schweife ab. Gut ich sage dir, was du tun sollst. Du sollst Michael Sebastian umbringen.“
Pedro sah ihn an, hob die Augenbrauen. Wen? „Warum? Kannst du das nicht viel besser?“
„Warum... tja, weil ich ihn nicht mag und er mir was schuldet und... weil das deine Bezahlung für deinen Schatten ist. So einfach!“
Pedro drehte sich zu Steven um, der mit dem Kopf und Augen zu den Wänden deutete. Kurz folgte Pedro seinem Blick, ließ dann die Gestalten, Gestalten sein und sah wieder den Teufel an. „Gut, wenn ich meinen Schatten wiederbekomme, dann werde ich es machen.“
„Du weißt, dass dir dann nichts mehr zufällt. Du musst alles allein erreichen. Du allein musst ihn umbringen und du musst selber malen, wenn du berühmt bleiben willst. Nichts wird dir mehr zufallen!“
„Ich verstehe das. Wie schließen wir den Deal ab?“
„Mit einem Kuss. Wie schon zuvor.“ Er stand auf und kam erneut herunter.

Steven war aus der Starre erwacht und beäugte beide abwechselnd. Pedro neigte den Kopf, doch der Teufel fasste unter sein Kinn und hob es hoch.
„Du erfüllst den Pakt, du musst mich küssen.“ Er tippte auf seine Lippen, schloss die Augen leicht.
Pedro atmete kurz durch und gab ihm einen Kuss auf die Lippen. Es kribbelte nicht, wie bei ihm zuvor, es fühlte sich warm an, als wenn er jemanden küsste. Der Teufel löste sich von ihm und sah ihn an, lachte dann laut los und richtete sich auf. „Da habe ich dich gut verarscht! Dein Kuss bewirkt gar nichts, Pedro! Ich kann dir etwas mit einem Kuss nehmen oder geben. Du kannst das nicht.“
Verwirrt und ängstlich versuchte Pedro dem Blick standzuhalten, schlug dann die Augen nieder.
„Aber ein schöner Kuss, mit Liebe.“
Steven blickte Pedros Rücken an. Was sollte er davon halten? Mit Liebe?
„Bring Michael Sebastian um und ich gebe dir deinen Schatten zurück. Innerhalb der darauffolgenden Stunde“, sagte der Teufel, sah sich um. „Ich hasse es, zu hetzen.“
Er blickte Pedro an, der sich getraute, wieder aufzusehen und warf ihm ein schiefes Lächeln zu. Dann stieg er erneut den Thron hinauf.
„Guten Heimweg, euch beiden“, sagte er, sah sie aber nicht an.

Langsam gingen sie zu der Treppe zurück und machten sich daran, die ganzen Stufen wieder hoch zu steigen. Der Türwächter begleitete sie. Das Zittern in den Händen verging, dafür wurde es immer schwerer die Stufen zu gehen. Steven machte eine Pause und sah hinunter. Sie schienen kaum weit gekommen zu sein. Er konnte noch immer vage den Thron mit der Gestalt erkennen. Wie der Teufel aussah, konnte er nicht mehr sagen.

Nach mehreren Rasteinlagen gab Steven auf. Er setzte sich und sagte: „Ich gehe keinen weiteren Schritt. Das ist einfach zu hoch. Das ist ja höher als das Empire State Building!“
Pedro schnaufte vor ihm und kippte auf der Treppe um. Der Türwächter kam zurück und begann zu reden. „Ich könnte euch raufbringen, also, wenn ihr wollt. Ich zieh euch dafür aber einen Tag eurer Lebenszeit ab. Das tut mir Leid, aber ich muss auch irgendwo von leben. Wisst ihr, wenn ihr so weiter schleicht, werdet ihr eh einen ganzen Tag brauchen, um wieder oben anzukommen, ehrlich. Ihr seid langsam. Aber wenn ihr wollt, können wir mehr rasten oder so. Dann braucht ihr wahrscheinlich zwei Tage, um anzukommen. Und stinken tut ihr dann auch. Überlegt es euch. Ich bringe euch hoch, für einen Tag eures Lebens.“
Pedro sah den Kaputzenmann an und schüttelte resigniert den Kopf. „Kann ich nicht mit Geld bezahlen?“, fragte er.
„Geld, ha, Geld ist hier nichts wert. Von Geld kann ich nicht leben. Was soll ich damit anfangen? Verkauft ihr mir nun einen Tag, oder nicht. Ich hab hier auch eine Auszeichnung, für ehrliches Lebenszeitabziehen, hm falls ihr mir nicht traut. Menschen trauen mir nie, muss an ihrer geringen Intelligenz liegen. Sorry, nicht eure, also, ich habe das so nicht gemeint. Ich hatte noch nie einen, der mir getraut hat, noch nie...“ Das Skelett begann in der Robe zu kramen. „Ich weiß nicht, woran es liegt. Irgendwie stellten Menschen sich pingelig mit ihrer Lebenszeit an. Ob sie nun einen Tag verschlafen, weil sie die Nacht durchgemacht haben, oder die ganze Zeit Dinge tun, die Zeit kosten, wenn ich frage, dann regen sie sich auf. Obwohl, wenn ich so wenig davon hätte, wäre ich wohl auch kleinlich.“
Pedro stand auf. „Ist ja schon gut! Warum baut ihr hier nicht einfach einen Fahrstuhl hin? Das wäre auch für dich besser, oder?“
Das Skelett sah ihn an und machte „Pft, Fahrstuhl in die Hölle, das ist doch albern.“.
„Aber einen Fahrstuhl kann jeder brauchen“, sagte Pedro. Der Türwächter legte den Kopf schief und zog ein Pergament aus der Robe. „Hier ist es!“, verkündete er. „Weißt du, mir macht es nichts aus, die Treppen zu gehen. Ich bin ja auch kein Mensch, der schwach und schwabbelig ist. Also, nichts gegen euch, aber ihr seid schwach. Ihr Menschen im Allgemeinen.“
Beide Männer sahen auf das Pergament. Da stand tatsächlich drauf, dass er für ehrliche Arbeit gelobt wurde. Eine Unterschrift war blutrot und finster, die daneben war so schillernd und luftig, dass Pedro schon glaubte, sie würde vom Papier fliegen. „Wer hat das unterschrieben?“, fragte er.
Das Skelett drehte den Zettel um und sagte: „Gott und Teufel, du Dummkopf. Ach, Menschen, sehen die einfachsten Dinge nicht... Könnt ihr auch raten, welche Unterschrift zu wem gehört, ach nein, stopp, langweilt mich nicht, es ist andersrum. Ja, ja, natürlich ist es andersrum. Klar. Was bitte, habt ihr erwartet? Natürlich, selbstredend.“ In der künstlichen Pause sah der Türwächter irgendwo oben an ihnen vorbei. Steven sah ihn entgeistert an und verdrehte die Augen, als er weitersprach. „Ha, reingelegt! Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass der Herr der Unterwelt so eine fliegende Unterschrift haben könnte oder? Wir müssten ihn ständig von der Decke holen und versuch du mal ein 900 Meter langes Seil zu bekommen. Ihr seid aber auch was leichtgläubig! Was ist nun? Hoch oder kriechen?“
Steven hob die Hand. „Hoch, ich bezahle den Tag.“
„Das, was er hat“, sagte Pedro, stützte sich noch immer auf den Knien ab.

Das Skelett griff sie unter und sie flogen. Das ging ziemlich schnell. Kaum später waren sie oben angekommen und der Türwächter öffnete ihnen die Tür. Es war hell aber still auf dem Klo. Vor der Kabine in der Pedro sein Bild gemalt hatte, war ein Absperrband. Als die zwei sich dorthin bewegten, bemerkten sie, dass die Kabinenwand mit dem Bild herausgeschnitten war. Steven kicherte.
„Als wenn ich Treppen steigen würde, also echt. Ihr habt vielleicht Einfälle. Ich verstehe gar nicht, wie ihr darauf kommt. Oh, ja, das Verabschieden hätte ich fast vergessen. Alles Gute, ihr Menschen“, sagte der Türwächter, schloss die Tür von innen. Langsam wurden Geräusche laut, Musik tönte von oben heran. Die beiden Männer drängten sich an die Wand und beobachteten, wie um sie herum langsam Menschen sichtbar wurden. Sie erschienen einfach, als müssten sie noch in der momentanen Zeit ankommen. Pedro und Steven sahen sich fragend an, eilten dann zur Tür und erreichten fast schon den Ausgang, als alles wieder normal war. Ein großes Banner hing über der Theke. „Maler Emanuel Lorenzo Martinez hinterlässt ein mysteriöses Kunstwerk. Versteigerung diesen Donnerstag.“ Darunter standen Ort und Datum.
Steven lachte darüber und knuffte Pedro an. „Hab ich doch gleich gesagt!“
„Sei ruhig und komm! Zumindest hat der Türwächter die Wahrheit gesagt, wir haben einen Tag verloren.“
„Oh, verdammt, ich wollte eigentlich gestern mein Manuskript abgeben...“, meinte Steven.
„Ist es denn fertig?“
„Nein, darum ist es noch ärgerlicher, einen Tag verloren zu haben...“
„Du hättest laufen können!“
„Bist du bescheuert?“, fragte Steven betont. „Der Muskelkater hätte mir den ganzen Spaß am Sex verdorben.“
„Du bist ganz schön Sex besessen im Moment!“
„Na, darf man doch mal haben, oder?“
Pedro kicherte, dennoch war ihm nicht nach Sex. Denn er hatte einen furchtbaren Auftrag erhalten.
Wie sollte er jemals einen Menschen töten können?
Diese Geschichte findest du unter http://boyxboy.de/efiction//viewstory.php?sid=1323