Das zweitschönste Weihnachten von Celia (Abgeschlossen)
Inhalt: Adventgeschichte vom letzten Jahr. Fortsetzung zu Schlittenfahrt.

Nach fünf Jahren Beziehung und mit zwei Kindern haben Jannis und Marten kaum noch Zeit füreinander. Jannis beschließt, dass sich das dringend ändern muss, aber was kann er Marten nur schenken, um ihm seine Liebe zu zeigen?

Hätte schwören können, ich hätte sie schon lange hochgeladen.Na ja, hier ist sie.
Genres: Reale Welt, Weihnachten, M/M (yaoi)
1. Warnung: Zucker
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Kapitel: 1
Veröffentlicht: 11/08/14
Aktualisiert: 11/08/14
1
Ziellos lief Jannis die Einkaufsstraße entlang. Er hatte immer noch keine Idee, was er seinem Partner zu Weihnachten schenken sollte und er hatte nur noch einen Tag Zeit. Es war zum Verzweifeln und dass Marten ihm ständig sagte, er hätte ein Geschenk für ihn, über das Jannis sich total freuen würde, machte es auch nicht besser.
"Also schön. Alles was ich dir vorgeschlagen habe, wolltest du nicht. Ich glaube, du solltest dir etwas anderes überlegen, irgendwas, das man hier nicht kaufen kann", sagte Julian. Sie waren jetzt seit zwei Stunden unterwegs und er würde Emma demnächst wickeln müssen. Sie hing vor seiner Brust und schlief seelenruhig und bekam vom Weihnachtstrubel um sie herum gar nichts mit.
Jannis seufzte. Nichts was es hier gab, schien ihm als Geschenk für Marten geeignet. Vielleicht nahm er es viel zu wichtig, aber er wollte ein gutes Geschenk, etwas, das Marten zeigte, wie sehr er ihn liebte. In den letzten Wochen war ihre Beziehung nicht mehr so perfekt gewesen, wie sie es sonst immer war. Erst war Marten beruflich drei Wochen weg gewesen, einen Garten für ein Kundin in Süddeutschland planen, und seit er wieder da war, war irgendwas zwischen ihnen nicht in Ordnung. Jannis hatte das Gefühl, dass Marten nicht verstand, wie schwierig es für Jannis im Moment war, sich Zeit für ihn zu nehmen. Die ersten fünf Monate nach Emmas Geburt war Emmas Mutter Karin zu Hause geblieben, und seit acht Wochen war Jannis zu Hause. Seit zwei Jahren lebten sie alle zusammen in Martens Haus. Sie beide, Karin, Martens und Karins Sohn Noah und Karins Partnerin Necla.
Seinen Job bei der Marketingfirma hatte Jannis gekündigt, er wollte endlich wieder etwas eigenes schaffen. Wenn Emma schlief oder Karin da war, arbeitete er an seiner eigenen Graphic Novel. Manchmal vergaß er darüber völlig die Zeit und wenn er ins Bett ging, schlief Marten schon. Oder Marten arbeitete länger und Jannis war erschöpft von Emma. So oder so hatten sie kaum Zeit füreinander und das war nicht gerade gut für ihre Beziehung.
Es war verdammt anstrengend sich um Emma zu kümmern, aber er liebte es. Zu sehen, wie sie jeden Tag etwas Neues lernte, wie sie erste Worte versuchte und ein Papapap zustande brachte. Seit er mit Marten zusammen lebte und sich mit ihm um Noah kümmerte, war sein Wunsch immer größer geworden, selbst ein Kind zu haben. Auch wenn er Noah liebte, es war doch etwas anderes, zu wissen, dass Emma seine blonden Haare geerbt hatte, und von Anfang an ein Teil ihres Lebens zu sein. Nur hatte er nicht erwartet, dass seine Beziehung so sehr darunter leiden würde. Es war einfach schwer, sich Zeit füreinander zu nehmen, wenn Marten nach Hause kam, wenn Jannis schon totmüde war.
"Ich habe eine Idee", sagte Julian. Jannis hatte ihn einen Moment ganz vergessen. Es war vielleicht etwas merkwürdig, mit seinem Ex-Freund ein Geschenk für Marten zu kaufen, aber Julian war einer seiner besten Freunde geworden, seit sie sich damals getrennt hatten und er hatte gerade Zeit gehabt.
Emma begann sich zu bewegen und Jannis rückte ihr Mützchen zurecht.
"Was für eine Idee?"
"Wie wäre es mit einem Urlaub für euch beide?"
"Ich weiß nicht. Ich hätte total Lust dazu, aber Marten hat bestimmt keine Zeit."
"Arbeitet er jedes Wochenende? Dann ist es ja kein Wunder, dass eure Beziehung kriselt. Und dann gibt er auch noch dir die Schuld dafür!"
"So ist das doch gar nicht. Er arbeitet nicht jedes Wochenende. Vielleicht hast du recht, wir sollten wirklich mal was zu zweit machen. Ein Wochenende an der Ostsee könnte ich echt gut gebrauchen im Moment."
Julian lächelte zufrieden, weil Jannis endlich eine Idee für ein Geschenk hatte. Emma quengelte ein bisschen in ihrer Tragetasche.
Julian beugte sich über sie und schnitt Grimassen, was Emma zum Lachen brachte. Es war seltsam. Früher hatte Jannis immer geglaubt, Julian könnte nichts mit Kindern anfangen. Aber er war ganz vernarrt in Emma. Sie war aber auch ein süßes Baby mit ihren großen blauen Augen und den Pausbacken.
Sie setzten sich in einem kleinen Park nahe der Innenstadt kurz auf eine Bank. Bisher hatte es noch kaum geschneit, obwohl es seit Tagen unter null Grad war. Jannis holte Emma aus dem Tragetuch und sofort nahm Julian sie ihm ab und ließ sie auf seinen Beinen schaukeln.
Das war auch so eine Sache. Marten verstand nicht, wie Jannis mit Julian noch so gut befreundet sein konnte. Ständig war er eifersüchtig, wenn er etwas mit Julian unternahm. Dabei hatte Jannis nie daran gezweifelt, dass es richtig gewesen war, sich von ihm zu trennen. Sie verstanden sich als Freunde viel besser. Und er hatte sich entschieden, mit Marten, Karin und Necla eine Familie zu haben, da betrog er Marten sicher nicht bei der ersten Gelegenheit.
Jannis schüttelte den Kopf, als er Julian so glücklich mit Emma spielen sah. Er war immer noch ein Kind und das hatte ihn damals so an ihm gestört.
"Ich habe früher immer gedacht, du könntest dich nicht um ein Kind kümmern."
"Ich liebe Kinder, solange ich keine Windeln wechseln muss und sie wieder abgeben kann", flötete Julian und gab ihm Emma zurück. Jannis lachte. Julian hatte sich nicht verändert, aber da sie nicht mehr zusammen waren, störte es ihn nicht mehr, dass Julian andere Ziele hatte als er selbst.
"Okay, jetzt hast du eine Idee, was du Marten schenkst, aber ich weiß immer noch nicht, ob ich Kai wirklich eine erotische Massage schenken soll", überlegte Julian. Seit einer Weile hatte er eine Affäre mit einem Mann, auf den er offenbar total stand. Aber eine Beziehung wollte er nicht. Etwas, das Jannis nie verstehen würde, aber sie waren einfach verschieden.
"Wie wäre es mit einem Callboy."
"Den kann er sich selbst kaufen."
"Sexspielzeug?"
"Hat er schon genug. Gott, du solltest seine Sammlung von …" Julian unterbrach sich und sah zu Emma. "Versteht sie das schon?", flüsterte er und Emma sah ihn hochinteressiert an.
Jannis schüttelte den Kopf. "Ich hoffe nicht."
Sie unterhielten sich noch ein wenig, bevor sie sich schöne Weihnachten wünschten und sich verabschiedeten. Sicher würden sie morgen oder übermorgen telefonieren und sich erzählen, wie ihre Geschenke angekommen waren.

Es war jeden Tag das gleiche. Emma war eigentlich ein umgängliches Kind und heute hatte sie sehr gut durchgehalten. Doch als Jannis sie ins Bett bringen wollte, fing das Geschrei an. Erst jammerte Emma vor Müdigkeit und wenn er sie dann ins Bett brachte, wollte sie wieder raus. Er hatte es mit Musik versucht, mit Vorsingen, mit Vorlesen, mit einem Fön. Angeblich mochten Kinder ja gleichmäßige Geräusche. Wenn er sie dann wieder rausholte und mit Bauklötzen spielen ließ, fing sie auch gleich wieder an zu weinen. Essen wollte sie auch nichts. Es half alles nichts und es lag auch nicht daran, dass sie ihre Mutter wollte, wie Jannis anfangs befürchtet hatte. Denn wenn Karin sie ins Bett brachte, war es das gleiche. Es dauerte jedes Mal mindestens eine Stunde, bis Emma einschlief und Jannis war dann immer so müde, dass er selbst ins Bett hätte gehen können.

Und als Emma endlich schlief, war Noah noch hellwach und wollte Fernsehen gucken. Jannis erlaubte es ihm und guckte mit ihm eine alberne Cartoon-Sendung.

"Hey Janni! Schläfst du?" Jannis spürte, wie ihm ein Kuss auf die Wange gedrückt wurde. Er öffnete die Augen.
"Nein, ich …" Mit einem Schlag registrierte Jannis, dass der Fernseher immer noch lief und dass Noah irgendeinen Krimi anguckte. Garantiert nicht für sein Alter bestimmt. Jannis griff nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus. "Ins Bett!"
Noah gehorchte grummelnd und Jannis fragte sich, wie es erst werden sollte, wenn Noah in die Pubertät kam.
"Entschuldige", murmelte er. Marten hatte sich neben ihn gesetzt. "Ich hoffe, es war nichts Schlimmes."
Doch Marten schüttelte nur den Kopf. "Letzte Woche hat er heimlich X-Man geguckt." Marten strich ihm über den Kopf. "Ich glaub, du musst dich mal ausruhen."
"Hm." Jannis sah in Martens sanfte dunkle Augen. Sein Blick war liebevoll und gar nicht, als wäre er sauer auf ihn. Jannis nickte und lehnte sich an Martens Schulter an. Es fühlte sich gut an, ihm nahe zu sein. War doch alles in Ordnung zwischen ihnen? Er wollte sich noch ein bisschen mit Marten unterhalten, aber er war so unendlich müde. Als er im Bett lag, schlief Jannis sofort ein.


Und als Jannis aufwachte war Marten natürlich schon bei der Arbeit. Er plante gerade einen riesen Garten für einen reichen Kunden und da arbeitete er noch mehr als sonst. Jannis seufzte, als er Emma nebenan schreien hörte. Er zog sich schnell etwas über und hastete zu Emma. Sie hing schon auf dem Arm von Karin. Richtig, heute hatte sie frei und würde ihm bei den Weihnachtsvorbereitungen helfen.
"Na, ausgeschlafen?", fragte sie gut gelaunt.
"Hm." Jannis streckte sich und gähnte.
"Wie wäre es, wenn wir frühstücken und dann eine Runde spazieren gehen? Guck mal raus, die Sonne scheint."
Jannis trottete zum Fenster. Tatsächlich. Die Schneedecke, die seit Tagen auf dem Garten lag, glitzerte im Sonnenlicht. Das hob seine Stimmung erheblich nach dem Grau der letzten Wochen.
Es war seltsam, vor fünf Jahren hatte er das erste Mal in dieser Wohnung Weihnachten gefeiert, er hätte damals niemals gedacht, dass er das einmal mit seiner eigenen Tochter wiederholen würde. Sie hatten vor zwei Jahren am Haus angebaut, damit sie alle zusammen leben konnten, was auch besser für die Kinder war. Mit den Frauen hatte Jannis sich von Anfang an gut verstanden und sie waren inzwischen zu richtig guten Freunden geworden. Sonst hätte es wohl auch nicht so gut mit ihnen funktioniert.

Sie spazierten in einer herrlichen Winterlandschaft durch ihr Viertel. Noah schob Emmas Buggie vor ihnen her und Jannis ging neben Karin.
"Ich freue mich auf Weihnachten", sagte sie. "Diesmal ohne Eltern und die ganze Fahrerei. Das wird schön entspannt."
Karins Eltern waren diesmal selbst weggefahren und Jannis Eltern ebenfalls. Und Martens Eltern würden morgen zu ihnen kommen. Vier Großelternpaare zu haben war manchmal ganz schön anstrengend, besonders wenn jeder darauf bestand, Weihnachten besucht zu werden.
"Lass uns schön zu Hause bleiben und Fernsehen gucken."
"Gerne. Sag mal, hast du mal Zeit, alleine auf die Kinder aufzupassen? Ich würde gerne mal mit Marten ein paar Tage wegfahren."
"Und ich würde gerne mit Necla wegfahren. Das kriegen wir sicher hin."
"Ich habe das Gefühl, ich muss mal Zeit mit Marten allein verbringen. Ich glaube, er ist ein bisschen sauer auf mich, weil ich so wenig Zeit habe und er hat auch so wenig Zeit."
"Dann kann er kaum sauer auf dich sein. Ehrlich, so selten wie ihr euch streitet, beneide ich euch. Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen."
"Meinst du?"
"Ganz sicher nicht."
Karin sagte es so überzeugt. "Hat er irgendwas gesagt?"
"Nun … " Karin schmunzelte. "Ich sage nur, mach dir keine Sorgen."
"Hey, komm schon. Was hat er gesagt?"
Karin lachte nur und es war nichts aus ihr herauszubekommen. Es machte Jannis ganz verrückt, es nicht zu wissen. Aber er war ein wenig beruhigt.


Den restlichen Tag verbrachten sie damit, Geschenke einzupacken und die Wohnung aufzuräumen und dann mussten sie auch noch das Essen einkaufen.
Doch dann war alles vorbereitet. Der große Weihnachtsbaum erstrahlte vor lauter Glitzer und es roch nach selbstgebackenen Keksen. Jannis saß auf dem Sofa und las Emma aus einem Bilderbuch vor. Auch wenn sie noch nicht wirklich verstand, was er ihr erzählte, liebte sie die Bilder darin.
Marten kam früher nach Hause, als Jannis erwartet hatte und sie konnten endlich mal wieder alle zusammen Abendbrot essen.

Als Karin es endlich geschafft hatte, die Kinder ins Bett zu bringen, und sie und Necla sich in ihren Wohnbereich zurückzogen, war Jannis endlich mit Marten allein.
Sie tranken ein Glas Rotwein und setzten sich auf das gemütliche weiße Sofa. Plötzlich musste Jannis daran denken, wie er Marten hier das erste Mal geküsst hatte. Er beugte sich vor und küsste Marten sanft.
"Endlich bist du mal nicht müde, wenn ich mit dir allein bin", sagte Marten.
"Es tut mir leid. Ich weiß, wir sollten mehr Zeit miteinander verbringen, aber du kommst auch immer so spät nach Hause."
"Ich weiß. Und das wird sich nächstes Jahr ändern. Ich verspreche es. Wir sollten das alles ein bisschen besser organisieren. Ich glaube, du denkst, dass du immer bereit sein musst, wenn Emma was möchte. Wir sind vier Leute, wir haben es doch viel besser als normale Eltern."
"Ich weiß. Ich versuche es." Es stimmte, Jannis sprang immer sofort auf, wenn Emma quengelte, weil er ständig befürchtete, sie könnte sich was in den Mund stecken und ersticken oder sonst etwas. Er wusste ja selbst, dass er ein bisschen überängstlich war, aber es war schwer, das abzustellen. Er hätte nie gedacht, dass er so mütterlich sein würde, wenn er ein Kind hatte, aber so war es und Marten war das Abbild eines perfekten Vaters. Er tobte mit den Kindern und ließ sie auch mal auf die Nase fallen. Jannis musste wirklich lernen, ein bisschen lockerer zu sein, er wusste es ja selbst.
"Weißt du eigentlich, wann wir das letzte Mal Sex hatten?", fragte Marten plötzlich.
"Ähm …" Dass er überlegen musste, war wohl schon Antwort genug.
"Vor zehn Wochen, mindestens."
"Tut mir leid."
Marten strich ihm über die Wange. "Ich sage ja nicht, dass das nur deine Schuld ist."
"Dann bist du nicht sauer auf mich?"
"Warum sollte ich denn sauer auf dich sein?"
Marten küsste ihn und Jannis umarmte ihn fest.
"Okay. Wie wäre es mit jetzt …" Er zerrte an Martens Hemd. Aber im nächsten Moment kam Noah aus seinem Zimmer. Er schlich sich vor und spähte zum Weihnachtsbaum.
"Es liegen noch keine Geschenke unterm Baum, Noah!" Marten stand auf und brachte Noah zurück ins Bett. Doch er kam nicht wieder. Jannis seufzte. Es wäre ja auch zu schön gewesen.

Es wurde eine wunderschöne Weihnachtsfeier. Diesmal hatte sich niemand den Stress machen wollen, zu kochen und deshalb aßen sie Raclette. Es stand schon alles vorbereitet auf dem Tisch, aber erst mussten sie die Bescherung machen, sonst wäre Noah durchgedreht. Er bekam ein lenkbares kleines Segelschiff von seinen Großeltern und noch einen riesen Berg von Spielzeug. Emma verstand noch nicht, was Weihnachten war, deshalb bekam sie einen Teddy und etwas zum Anziehen von ihren Großeltern. Mit den Frauen schenkten sie sich nichts, denn das wäre wirklich zu teuer gewesen, da sie alle auch noch an ihre Eltern und Geschwister Geschenke verteilen mussten. Jannis war erstaunt, als er von Martens Eltern ein großes Paket bekam. Er packte es aus und es war ein Stativ, das er schon lange haben wollte. In letzter Zeit hatte er viel fotografiert und genau so ein Stativ hatte ihm gefehlt. Er bedankte sich herzlich und dann nahm Marten ihn zur Seite.
Er überreichte ihm einen Umschlag. Das sollte also das Geschenk sein, über das Jannis sich garantiert freuen würde. Er platzte fast vor Neugier und öffnete es. Es war ein Prospekt darin und er wusste nicht recht, was er damit anfangen sollte. Dann zog er eine Karte heraus und las: "Fünf Tage im Casa Marella. Kommst du mit?"
Er faltete den Prospekt auseinander. Das konnte doch nicht Martens Ernst sein, das war ein Luxushotel auf Madeira. Dort waren sie vor zwei Jahren zusammen in Urlaub gewesen und waren an genau diesem Hotel vorbeigefahren.
"Du wolltest damals unbedingt in dieses Hotel."
"Das ist doch viel zu teuer."
Marten schüttelte den Kopf. "Jetzt ist Nebensaison."
Jannis umarmte Marten fest. "Danke. Das klingt großartig. Ich weiß nicht was ich sagen soll."
"Sag, lass uns fahren." Marten grinste.
"Aber ich wollte dir doch das gleiche schenken! Ich meine, nicht dieses Hotel, sondern mit mir wegzufahren. Jetzt habe ich gar kein Geschenk für dich."
"Ich bin glücklich, wenn ich mal ein bisschen Zeit mit dir habe. Das ist alles was ich will."
Jannis fühlte sich dennoch ein bisschen schlecht. "Dann lass uns einfach nochmal wegfahren." Marten lachte. "Klar. Wohin immer du willst. Ich habe mir übrigens den ganzen April freigenommen und den halben Januar."
"Was?" Jannis konnte es nicht glauben. Seit zwei Jahren hatte Marten sich kaum Urlaub genommen. Nur einmal waren sie mit der ganzen Familie eine Woche weggefahren.
"Hey, und einen Familienurlaub machen wir bitte auch noch!", schaltete sich Necla ein, die ihnen gelauscht hatte.
"Ja, Emma was hältst du davon? Dein erster Urlaub!" Karin hatte Emma auf den Arm genommen. Sie sah in ihrem rosa Spitzenkleid richtig schick aus. "Pup", sagte Emma und wedelte mit den Armen.

Als Jannis abends im Bett lag, war er glücklich wie lange nicht mehr. Noah hatte genug damit zu tun, mit seinem neuen Spielzeug zu spielen und würde sie hoffentlich nicht mehr stören und Emma war heute auch ganz schnell eingeschlafen.
"Hast du dir wirklich vier Wochen freigenommen?", fragte Jannis Marten.
"Ja."
"Dann haben wir ganz viel Zeit, um nachzuholen, was wir in den letzten zehn Wochen nicht geschafft haben."
"Ja." Marten grinste und zog Jannis an sich. "Aber jetzt gerade, da habe ich auch Zeit, weißt du." Martens Hände wanderten Jannis Rücken herunter.
"Zufällig habe ich gerade auch ganz viel Zeit. Die ganze Nacht. "
"Wow, da sind Versprechen … " Marten zog ihn in einen intensiven Kuss. Als sie sich lösten, fuhr Marten ihm liebevoll durch die Haare. Es war erstaunlich, wie wenig Marten sich in den letzten Jahren verändert hatte. Jannis fand, dass er viel jünger aussah als siebenunddreißig. Und durch das Holzhacken hatte er richtig kräftige Arme bekommen. Nach all den Jahren stand Jannis immer noch total auf ihn. Wie hatte er es nur so lange ausgehalten, ihn nicht anzufassen? Er musste Marten vielleicht einfach öfter nackt sehen, damit er auch ja nicht vergaß, wie gut er aussah. Und der Urlaub war genau der richtige Anfang dafür. "In diesem Hotel wird es bestimmt wunderschön."
"Wir haben ein Zimmer mit Meerblick. Und ein riesen Bett."
Jannis küsste Marten erneut. "Das war das zweitschönste Weihnachten meines Lebens", hauchte er zwischen Küssen.
"Das Zweitschönste?"
"Das Schönste war das, als wir zusammen gekommen sind, Idiot."
"Ach so." Marten lächelte und Jannis hielt es keine Sekunde länger aus, ihn nur zu küssen.
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