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Veröffentlicht: 18/01/16 Aktualisiert: 18/01/16
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Anmerkungen zum Kapitel
Besser spät als nie Zwinkernd Das Wetter jetzt im Januar passt immerhin zum Thema. Zwinkernd
Seid gnädig, das ist mein erster Versuch, hier etwas einem Publikum zu offenbaren.
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1. Weihnachtswunderland

01. Dezember
„Du kannst bei mir wohnen, wenn du willst...!“
Ich hätte nie gedacht, dass diese Worte aus Samules Mund, die mich als ich sie hörte in den siebten Himmel versetzten, schlussendlich doch in die Hölle führen würden.
Und doch sitze ich hier und kann es nicht glauben, meine Augen schmerzen und tränen, meine Nase juckt so, dass ich ständig niesen muss und wenn dieser Lärm weiter auf mich niederschallt, dann fangen in wenigen Minuten meine Ohren an zu bluten.

Aber lasst mich am Anfang beginnen, damit ihr versteht warum ich hier sitze und leide....

15.November:
Der Tag hatte gut angefangen, meine erste Vorlesung war ausgefallen, so dass ich ausschlafen konnte, der Kaffee im Unibistro war heiß und stark und Ruben, mein bester Freund hatte Zeit, um mit mir gemeinsam zu frühstücken. Seit ich mit Samuel zusammen war, hatte ich unsere Freundschaft ziemlich vernachlässigt, was Ruben mir mit wenig Zurückhaltung klarmachte, als ich ihm das dritte Mal in einem Monat wegen Samuel absagte. Seitdem treffen wir uns einmal in der Woche, um gemeinsam zu frühstücken.
So saßen Ruben und ich also gemeinsam im Unibistro und labten uns an Croissants, Schokoriegeln und Kaffee als meine Mitbewohnerin Jana auf uns zukam und sich setzte. Es war klar, dass irgendetwas im Busch war, als ich ihr Gesicht sah. So hatte sie das letzte Mal geschaut als sie mir mitteilen musste, dass sie meine heißgeliebte Kaffeemaschine ins Nirwana befördert hatte.
„Na, was ist los?“, erkundigte ich mich spöttisch, als sie nach einigen Minuten außer einem „Hallo“ noch nichts hervorgebracht hatte. Ertappt zuckte sie zusammen und sah mich dann zerknirscht an.
„Wie weißt du sowas immer?“, schnaubte sie leise und lehnte sich seufzend zurück.
„Ich kenn dich halt.“, erwiderte ich und wies sie mit einem „Lenk nicht ab und rede mit mir!“ darauf hin, dass noch eine Antwort auf meine Frage ausstand. Jana setzte sich wieder gerade hin, setzte zweimal zum Sprechen an und platzte dann heraus mit:
„Hannes und ich wollen,... nein, werden zusammenziehen. Wir beide können also nicht weiter zusammenwohnen, Jakob. Zum Ende des Monats brauchst du was Neues.“ Während ich sie nur stumm mit der erhobenen Kaffeetasse in der Hand anstarrte, sprach sie schon weiter:
„Es tut mir so leid. Das sollte alles nicht so schnell gehen, aber ich war beim Arzt und ...und... ich bin in der fünften Woche...“
„In der fünften Woche von was?“, meldete sich nun auch Ruben zu Wort und während Jana ihn darüber aufklärte, dass sie schwanger war, stellte ich meine Tasse ab. Zum Ende des Monats brauchte ich also eine neue Wohnung. Nur wo sollte ich die in einer völlig überfüllten Studentenstadt, mitten im Semester finden? Sollte ich eine Anzeige schalten, einen Aushang machen? Was sollte ich machen, wenn sich in der kurzen Zeit, immerhin nur zwei Wochen nichts finden ließ?
„...ob? Jakob?“ Ein Wedeln vor meinen Augen holte mich zurück ins Bistro.
„Hm?“, fragte ich verwirrt und sah Ruben, den Besitzer der wedelnden Hand, an. „Was ist?“ Ruben lachte nur.
„Wo warst du denn? Hast du dich schon unter einer Brücke eingerichtet?“ Ich verdrehte daraufhin nur die Augen und wandte mich an Jana. Mit einem, zugegebenermaßen etwas schmalen, Lächeln umarmte ich sie und wünschte ihr viel Glück. Das würde sie brauchen, wenn sie mitten in einem Studium der Kunstgeschichte schwanger war und ihr Freund als Langzeitstudent nicht endlich in die Pötte kam. Nach einem kurzen Gespräch über ihre Pläne, die mehr Löcher hatten, als Fragen beantworteten, zog sie auch schon wieder von Dannen.
Zurück blieben ein über Brücken und ihre Qualitäten philosophierender Ruben und ich...ohne Wohnung ab Anfang Dezember. Jetzt war nicht mehr viel übrig von dem guten Start in den Tag.

27. November
Zwölf Tage später war ich kurz vorm Verzweifeln. Es gab nicht ein freies Zimmer in der ganzen Stadt! Weder Samuel noch Ruben, noch sonstwer hatte auch nur ansatzweise von einem Zimmer gehört oder gar eine konkrete Idee wo ich einziehen sollte. Wenn mir in den nächsten drei Tagen nicht eine Lösung einfiel, würde ich bald auf der Straße sitzen. Meine Sachen konnte ich zwar noch ein paar Tage in der alten Wohnung einlagern aber wenn ich zum 1. Dezember kein Zimmer hatte, wie wahrscheinlich war es dann zum zweiten oder dritten eines zu finden?
Als ich abends zuhause meinem Freund mein Leid klagte, schaute er mich nur von der Seite an und gab lapidar die sieben unheilbringenden Worte von sich:
„Du kannst bei mir wohnen, wenn du willst...!
„Ernsthaft?!“, zweifelte ich seine Worte an, doch er zuckte nur mit seinen breiten Schultern.
„Sicher, wir werden uns schon nicht die Köpfe einschlagen. Du könntest dir sogar in der Nische im Schlafzimmer einen ordentlichen Arbeitsplatz einrichten.“ Innerlich war ich gerade ziemlich angetan doch trotzdem schüttelte ich abwehrend den Kopf.
„Du hast doch nur zwei Zimmer und die sind auch schon eingerichtet. Da bekomme ich doch mein Zeug niemals auch noch mit unter!“
„Lager halt ein, was du unbedingt behalten möchtest. Deine Klamotten und den Unikram kriegen wir schon noch unter und wenn das eine Dauerlösung werden soll, müssen wir sowieso nach etwas größerem suchen.“ Ich starrte Samuel irritiert an während dieser aufstand und in die Küche ging. Wie lange hatte er da wohl schon drüber nachgedacht? Konnte die Lösung wirklich so einfach sein? Seufzend sank ich tiefer in die Polster der Couch. Hatte ich überhaupt eine Wahl? Wenn ich nicht in drei Tagen auf der Straße schlafen wollte, schien das die einzige sinnvolle Lösung zu sein und so schlimm war es sicher nicht mit Samuel zusammenzuwohnen. Also klappte ich meinen Laptop auf und begann nach bezahlbaren Lagermöglichkeiten zu suchen, viel Zeit blieb mir ja nicht.

zurück zum 01.Dezember
Ich werfe einen langen Blick durch mein altes, nur fast leeres Zimmer. Mein kleiner Schreibtisch, drei Reisetaschen, der Laptop und mein Rucksack sind alles, was mir an Gepäck noch geblieben ist. Irgendwie armselig, dass man mein Leben so komprimiert verpacken kann. In ein paar Minuten kommt Samuel und holt mich ab. Hoffentlich passt der Schreibtisch in seinen Kombi. Er schien sich sehr sicher zu sein, doch ich bin da skeptisch. Fast genauso zweifelnd wie ich der Tatsache gegenüber bin, schon nach so kurzer Zeit mit meinem Freund zusammenzuziehen. Es ist immerhin unser erstes gemeinsames Weihnachten. Ein Klingeln reißt mich aus meinen Gedanken, Samuel ist da. Schnell sind meine Sachen verpackt und nachdem ich Jana den Schlüssel gegeben und noch einmal versprochen habe, nicht böse zu sein, sitzen wir in Samuels Auto und fahren zu ihm.
Wir haben Glück und finden direkt vor der Tür des Mehrfamilienhauses einen Parkplatz. Das Schleppen wird also nicht allzu schlimm werden. Schwer beladen schaffen wir alles in den Fahrstuhl bevor wir Hochfahren. Ich beobachte den hochkant an der Wand stehenden Tisch argwöhnisch. Hoffentlich werde ich nicht erschlagen bevor ich mein neues Zuhause auch nur betreten kann. Wie durch ein Wunder schaffen wir es heil in den vierten Stock und können ungestört alles ausräumen. Samuel zückt den Schlüssel und öffnet die Tür.
„Willkommen zuhause!“, grinst er mich an, küsst mich auf den Mund und verschwindet dann mit zwei Reisetaschen in den Händen in der Wohnung. Bei so viel Enthusiasmus muss ich einfach zurückgrinsen, nehme die letzte Tasche, Laptop und den Rucksack und folge ihm in den dunklen Flur. Kaum habe ich die Schwelle übertreten, leuchtet die Flurlampe auf und ich bleibe geschockt stehen. Ist das ein Witz? Vor einer Woche, als ich das letzte Mal hier war, sah das hier aber noch anders aus! Ich trete zurück in den Flur und schaue auf das Klingelschild, auf dem „Samuel Hansen“ steht. Anscheinend doch die richtige Wohnung.
Eben jener Samuel Hansen kommt nun wieder durch die Schlafzimmertür in den Flur.
„Was stehst du denn da draußen rum? Wenn du denkst, ich trage dir hier alles rein, vergiss es!“, erklärt er, schlüpft aus seinen Schuhen und stellt sie an die Garderobe.
„Ähmm...“, ist das einzige, was ich sagen kann als mir der Geruch von Weihrauch in die Nase steigt. Ich räuspere mich kurz. „Bist du von der Weihnachtsmafia überfallen worden? Oder hast du einen Weihnachtsramschladen ausgeraubt?“, erkundigte ich mich und gebe mir einen Ruck, um die Schwelle ein zweites Mal zu übertreten. Samuels Wohnung ist eigentlich ganz gemütlich, ein kleiner Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Balkon, ein Bad mit Fenster und eine Küche, in die ein kleiner Tisch passt. Aber heute fällt es mir schwer, den Flur auch nur zu betreten.
Angestrahlt von den LEDs in der Decke glitzern eine silber-violette Girlade, die die Küchentür einrahmt, eine 4-köpfige Rentierfamilie, natürlich auch in violett, mit silbernen Glöckchen um den Hals und eine bunt blinkende Lichterkette rund um den Garderobenspiegel um die Wette. Der sonst dunkelblaue Läufer ist grün, rot, weiß gemustert und zeigt einen in seinem Schlitten fliegenden Weihnachtsmann, während an der Wohnzimmertür ein lebensgroßes Bild von einem Schneemann klebt. Gehört sowas nicht eigentlich ans Fenster?
„Wieso?“ Samuel schaut sich um. „Man muss doch sehen, dass bald Weihnachten ist!“ Er streicht einmal liebevoll über den Kopf eines glitzernden Rentiers auf der Garderobe, das ich bisher noch gar nicht entdeckt hatte. Ich gebe nur ein undefiniertes „Hm“ von mir, während ich gegen das Glitzerchaos anblinzelnd weiter in den Flur trete und mich umschaue. Der kitzelnde Weihrauchduft wird stärker.
„Magst du es etwa nicht?!“, fragt mein fast zwei Meter großer Freund plötzlich mit großen Augen und sieht mich ungläubig an. Doch bevor ich antworten kann, setzt er sich in Bewegung und verschwindet mit den Worten „Pass auf, wenn die richtige Musik dazukommt, dann wirkt das alles ganz anders!“
Ich strecke noch die Hand aus, um ihn aufzuhalten, doch als er die Tür öffnet weht ein ganzer Strom des penetranten Duftes in den Flur und ich muss niesen, mehrmals. Nach dem dritten oder vierten Nieser schallt laute Weihnachtsmusik aus dem Wohnzimmer. Klingt für mich sehr nach kranker Katze, aber der fragende, freudig erwartungsvolle Blick meines Freundes hält mich davon ab, meine Meinung laut auszusprechen. Stattdessen reibe ich meine Augen, die angefangen haben zu jucken. Ich wusste es! Ich bin allergisch gegen Weihnachten! Bevor ich Samuel dies jedoch mitteilen kann, ereilt mich eine weitere Niesattacke und ich flüchte zurück in den Flur. Samuel folgt mir umgehend und reibt mir besorgt den Rücken.
„Ist alles ok? Hast du dich erkältet?“ Nun muss ich auch noch lachen, was dem Niesen leider keinen Abbruch tut. Kurz bevor ich vor Sauerstoffmangel in Ohnmacht falle, beruhigt sich meine Nase wieder und ich kann durchatmen. Ich nehme dankbar das mir dargebotene Taschentuch an und wische mir die Tränen vom Gesicht bevor ich einmal herzhaft schneuze. Samuel betrachtet mich immer noch besorgt, doch ich winke ab.
„Nicht erkältet.“, erkläre ich und sehe ihn nun direkt an. „Offensichtlich bin ich allergisch gegen Weihnachten.“, stelle ich lakonisch fest und deute mit dem Daumen auf seine Wohnungstür. „Ich glaube, ich kann doch nicht bei dir einziehen.“
„Allergisch gegen...?!“, Samuel tippt sich an die Stirn. „Man kann doch nicht allergisch gegen Weihnachten sein!“ Grinsend nicke ich meinem Freund zu.
„Hast du doch gerade gesehen. Ein Schritt ins Weihnachtswunderland und „Peng!“ Allergie!“ Samuels blaue Augen verengen sich skeptisch.
„Sag mal, willst du mich verarschen?“, erkundigt er sich lauernd, während ich das Lachen kaum noch zurückhalten kann. Ich hebe die Hand und lege Daumen und Zeigfinger aneinander.
„Vielleicht so ein kleines bisschen!“
„Duuuu....“, schnaubt der blauäugige Riese vor mir und will mich schnappen. Doch ich bin schneller und kann flüchten. Lachend nehme ich den einzig offenen Fluchtweg, zurück in die Wohnung. Ich schaffe es bis ins Wohnzimmer als mich erst das Niesen und dann mein Freund einholen. Von seinen Racheplänen ablassend setzt er mich schnell wieder ab und betrachtet mich irritiert, wie ich niesend vor dem Sofa stehe. Mühsam kämpfe ich mich bis zum schneeumrandeten Fenster und öffne es weit, um die kalte Winterluft hereinzulassen.
„Wenn... hatschi... ich hier wohnen so... hatschi... soll. Dann müssen wir drin... hatschi... dringend an der Belüftung etwas ändern.“ Mittlerweile laufen mir auch wieder Tränen das Gesicht herunter. Ich muss ja schon ganz verquollen aussehen. Auch Samuel scheint nun das Problem aufzugehen. Er nimmt ein kleines Männchen, aus dem es verdächtig qualmt, vom Regal und stellt es auf den Balkon, bevor er auch das andere Fenster öffnet. Meine Atmung hat sich mittlerweile beruhigt, wenn auch das Jucken in Nase und Augen noch nicht aufgehört hat.
„Allergisch gegen Weihnachten also...“, seufzt er und schiebt mich auf das Sofa. „Ich hole erstmal deine Sachen vom Flur und dann sehen wir weiter.“, legt er fest und verschwindet dann aus dem Wohnzimmer.
Nachdem das Tränen und Jucken etwas zurückgegangen ist, wird mir bewusst, dass Samuels Weihnachtswunderland nicht an der Wohnzimmertür endet. Rund um mich sieht es aus wie bei Karstadt in der Weihnachtsabteilung. Überall streiten sich Engel, Weihnachtsmänner und Rentiere mit Sternen, Lichterketten und Girlanden um den besten Platz. Die Fensterscheiben sind mit glitzernden Eiskristallen beklebt und rundherum erkenne ich einen Rand aus Kunstschnee. Selbst der Flachbildfernseher an der Wand ist mit einer weihnachtlich glitzernden Girlande eingefasst und an der linken oberen Ecke trägt er eine Nikolausmütze. „Hoffentlich stürzt der sich nicht von der Wand, um dem Elend zu entfliehen“, denke ich bei mir, während ich aufstehe und den Lärm abstelle, der aus der Musikanlage weiterhin auf mich niederschallt.
Langsam folge ich meinem Freund in den Flur, um ihm zu helfen, doch als ich den Flur betrete, schließt Samuel gerade die Wohnungstür. Er sieht mich an und deutet mit dem Kopf nach rechts.
„Lass uns einen Kaffee trinken. Dann können wir reden.“ Ich nicke und gehe vor in die Küche. Während Samuel die Maschine anwirft, hole ich Tassen aus dem Schrank, für mich Milch aus dem Kühlschrank und setze mich dann an den Küchentisch. Die Tassen sind voller kleiner Weihnachtsmänner und Rentiere und direkt vor mir steht ein riesiger Adventskranz mit dicken, violetten Stumpenkerzen und passender Dekoration. Während der Kaffe in die Tasse läuft, steigt mir der unverkennbare Geruch nach Zimt in die Nase.
„Ist da Zimt im Kaffee?“, hinterfrage ich meinen Geruchssinn und schlage, als mein Freund nickt, den Kopf auf die Tischplatte. Das ist ja nicht zum Aushalten!
„Also kein Zimt für dich?“, meint der Mann an der Kaffeemaschine daraufhin nur trocken und ich nicke, behalte den Kopf aber unten. Wer konnte denn mit so etwas rechnen?! Samuel hat bisher keinerlei Anzeichen für diesen Wahnsinn gezeigt! Ok, wir haben uns erst lange nach Weihnachten kennen gelernt, aber dennoch, hätte ich das nicht merken müssen?! Mein Freund ist ein Weihnachtsfetischist! Ob das im Schlafzimmer auch weitergeht? Wird er mich in den nächsten Wochen mit einer Rute züchtigen, wenn ich unartig gewesen bin? Am besten noch in roten Weihnachtsshorts mit weißem Plüschrand. Bei diesem Gedanken muss ich kichern, was Samuel zu einem Stirnrunzeln verleitet, als er sich zu mir setzt.
„Hast du jetzt einen Nervenzusammenbruch?“, erkundigt er sich und greift nach einem Zimtstern von dem Weihnachtsgebäckteller, den der Adventskranz bisher vor mir verborgen hat. Ein Lichtblick! Denn wenn es etwas gibt, das Weihnachten erträglich macht, dann sind es die Süßigkeiten. Ich hebe den Kopf und greife nach den Keksen. Während ich kaue, schüttle ich den Kopf und gebe Milch in meinen Kaffee.
„Hab nur überlegt, ob deine Weihnachtsaffinität dazu führen wird, dass du dich kostümierst und im Bett die Rute rausholst.“, informiere ich ihn und grinse ihn an, während ich genüsslich meinen Zimtstern verspeise. Samuel verschluckt sich bei meinen Worten promt und ich muss ihm auf den Rücken klopfen, um Schlimmeres zu verhindern.
„Nicht ersticken. Ich brauche dich noch. Dich und deine Rute.“, ärgere ich ihn weiter und werde zur Belohnung mit dem Ellbogen angestoßen. Grober Kerl! Feixend setze ich mich wieder als er sich beruhigt hat. Ich versuche es zumindest, denn als neben mir etwas gruselig zu lachen beginnt, springe ich erschrocken wieder auf. Ein Blick verrät mir, dass auf der Bank offensichtlich auch ein kleiner Weihnachtsmann Platz gefunden hat, der nun vor sich hin wackelt, mit einem Glöckchen klingelt und dabei immer wieder lacht.
„Auch wenn ich auf den weihnachtlichen Rest ganz gut verzichten könnte“, gebe ich nun zu, setze mich und versuche dabei, mein Gegenüber nicht anzusehen. Vergeblich versuche ich, den Quälgeist neben mir zum Verstummen zu bringen, doch er lacht mich nur weiter aus! Hämisch mittlerweile, ich bin mir sicher! Plötzlich greift eine große Hand an mir vorbei und berührt den nervigen Kerl neben mir kurz, was zu sofortiger Ruhe führt. Himmlisch!
„Sind die mit Fingerabdruckscan? Oder vielleicht auf deine DNS kodiert?“, erkundigt sich mein Mund bevor mein Gehirn etwas zu diesem Unsinn zurückmelden kann. „Ich meine nur, weil der bei dir sofort ausgeht und bei mir nicht. Also...ich...“ Ich nehme erst einmal einen Schluck Kaffee bevor ich noch mehr Peinlichkeiten herausposaune.
Samuel seufzt nur leise und schaut etwas zerknirscht aus der Wäsche.
„Findest du die Dekoration wirklich so schlimm?“ Mein Nicken wird von seinen traurigen Augen unterbrochen bevor ich es richtig starten kann. Doch allein mein Blick scheint zu reichen, um ihn weiter zu deprimieren. „So sehr also?“, seufzt er und dreht seine Tasee zwischen den Fingern. Wieder will ich nicken und kann nicht. Wäre es denn so schlimm, wenn die Dekoration bliebe? Es sind immerhin nur vier Wochen oder so... das werde ich schon aushalten. Ich meine, wenn es ihn glücklich macht. So ist das doch in Beziehungen, oder? Ich esse einen weiteren Keks und greife dann nach Samuels Hand, um unsere Finger zu verschränken.
„Wenn du den Weihrauch weglässt und die Musik etwas upgradest...“ Samuels Blick wird hoffnungsvoll, seine blauen Augen weiten sich fragend.
„Wirklich?“ Ich nicke und lächle ihn dann ergeben an.
„Aber im nächsten Jahr sprechen wir vorher ab, was wir aufstellen, ja?“
Egal, was noch kommt und egal, was mich im Schlafzimmer noch erwartet. Das Leuchten, das nun in seine Augen tritt, ist jede weihnachtlich glitzernde Scheußlichkeit wert.
Aktualisiert: 18/01/16
Veröffentlicht: 18/01/16
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Chiyuki am 18/01/16 17:25
Hallo,

soweit, so ist die Geschichte ja ganz süß. Die Handlung gefällt mir. Die Zeitsprünge am Anfang sind ganz okay, man hätte das aber auch als Fließtext lösen können - das ist vermutlich Geschmackssache.

Ein paar Fehler hab ich gefunden:
"4-köpfige Rentierfamilie" - im Fließtext Zahlen ausschreiben: "vierköpfige Rentierfamilie"
"zwei Meter großer Freund plötzlich mit großen Augen" - Wortwiederholung
"promt" - "prompt"
Ansonsten ein paar kleinere, nicht allzu dramatische Kommafehler.

Mit ein paar eingefügten Absätzen könntest du deine Geschichte etwas leserlicher machen. Ich finde es immer schwierig, die Zeile zu behalten, wenn ich am PC lese.

LG, chi
Weihnachtswunderland
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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