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Arne hat seine Flitterwochen und die Schulferien insgesamt genossen. Leider kommt irgendwann ja immer wieder der erste Schultag und er muss seinen Schülern noch mitteilen, dass er jetzt verheiratet ist und das mit einem Mann. Fortsetzung zu "Der letzte Tag"

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

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Veröffentlicht: 17/08/18 Aktualisiert: 17/08/18
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Anmerkungen zur Geschichte
Hallo ihr Süßen,

hier eine Fortsetzung zu einem der OS aus meinem Jahreszeitenzyklus.

Viel Spaß damit!
lg, Snoopy
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1. Outing für Lehrer

Irgendwie habe ich ein Déjà-vu. Vor gut sechs Wochen hatte ich genau diese Situation schon einmal: mein Wecker klingelt und ich möchte mich einfach nur rumdrehen und weiterschlafen, anstatt zur Schule zu gehen. Eben habe ich schon auf Snooze gedrückt, jetzt muss ich wirklich aufstehen. Ich kann ja nicht gleich am ersten Schultag zu spät kommen.
Normalerweise freu ich mich sogar ein bisschen darauf, meine Schüler wiederzusehen, zu hören, wie sie die Ferien verbracht haben und ganz entspannt ins neue Schuljahr zu starten. Heute überwiegt jedoch meine Nervosität, schließlich werde ich ihnen heute ganz offiziell meinen neuen Nachnamen mitteilen.

Das alleine wäre ja kein Grund, sich Sorgen zu machen. Ob mein Name ihnen gefällt oder nicht, ist völlig wurscht. Aber natürlich werden sie nachfragen, warum ich einen neuen Nachnamen habe. Das würde ich an ihrer Stelle ja auch tun. Und ich habe mit Herrn Pauli, dem Rektor, besprochen, dass ich meine Schüler weder anlügen noch ihnen alles verschweigen möchte.
Anfangs war ich unsicher, ob ich es ihnen sage oder nicht, weil ich unsicher bin, wie sie die Tatsache, dass ich schwul bin, aufnehmen werden. Aber ich habe keine Lust, die ganze Zeit Angst zu haben, von einem Schüler oder einem Elternteil „erwischt“ zu werden, wenn ich mal mit David unterwegs bin. Zudem würde ich gerne mal beim CSD mitgehen, da gibt es ja oft auch eine Lehrergruppe. Deshalb ist es besser, wenn ich mich selbst oute, anstatt irgendwann völlig unvorbereitet vom Zufall geoutet zu werden.

Das dachte ich zumindest vor den Ferien. Jetzt gerade sehe ich das komplett anders und würde mich am liebsten wie ein Fünfjähriger unter der Bettdecke verkriechen.
„Hey, mach dir nicht so nen Kopf, es wird schon gut gehen“, sagt David und wuschelt mir aufmunternd durch die Haare. Erschrocken zucke ich zusammen, ich habe gar nicht gehört, dass er aufgestanden beziehungsweise in die Küche gekommen ist.
„Sagst du...“, erwidere ich zweifelnd. „Du musst dich ja auch nicht vor eine Horde Fünfzehnjähriger stellen und denen Rede und Antwort stehen.“
„Weißt du, Arne, ich liebe dich ja wirklich, aber manchmal hast du was von einer Dramaqueen an dir“, lautet die komplett unsensible Antwort.
„Schon klar.“ Beleidigt stehe ich auf und gehe in Richtung Schlafzimmer. Hunger habe ich heute eh keinen, nicht mal auf zwei Scheiben Toast.

Als ich mir ein Hemd aus dem Schrank nehme, umarmt David mich von hinten. „Mensch, ich hab das nicht böse gemeint. Du machst dir nur einfach zu viele Sorgen. Wenn es wirklich so problematisch wäre, wie du gerade tust, hätte Herr Pauli deinem Outing sicher nicht zugestimmt. Und sonst erzählst du mir doch ständig, wie toll und vernünftig deine Schüler sind.“
Zweifelnd sehe ich ihn in der Spiegeltür an.
„Naja, okay, meistens beschwerst du dich über irgendwelche Kleinigkeiten“, revidiert David seine Aussage. „Aber du musst zugeben, dass du gerne jammerst und man das nicht zu ernst nehmen sollte.“
Mein Blick verdüstert sich augenblicklich. Natürlich weiß ich, dass David recht hat und ich total oft meckere, ohne es wirklich so zu meinen. Das hilft mir eben, um keine schlechte Laune zu bekommen, denn nach dem Schimpfen ist alles vergessen und vergeben. Jetzt gerade finde ich das jedoch nicht sehr hilfreich.

„Komm zurück in die Küche und iss wenigstens ne Kleinigkeit, sonst hast du gleich Hunger, wenn du alles hinter dir hast“, fordert er mich auf. „Und ich bin sicher, dass es wirklich nicht so schlimm wird. Falls doch, rufst du mich einfach an und ich setze eine Anklage auf, okay?“
Gegen meinen Willen muss ich grinsen. „Du bist gar kein Staatsanwalt!“
„Macht nix, ich vertrete dich als Nebenkläger“, erwidert David sofort und zwinkert mir zu.
„Klar, wo du auch so viel mit Strafrecht zu tun hast als Anwalt für Grundstücke“, spotte ich und strecke ihm die Zunge raus, bevor ich mich los und auf den Weg in die Küche mache.

Dort fällt mein Blick als erstes auf die Uhr. „Fuck ist das spät!“
„Dann mach dich fertig, ich mach dir in der Zwischenzeit was zu essen“, bietet David mir an.
„Danke, du bist ein Schatz!“ Rasch gebe ich ihm einen Kuss auf den Mund, ehe ich mich anziehe und fertig mache.
„Einmal Toast und Kaffee to go“, sagt David und überreicht mir den Termosbecher und eine Dose.
„Vielen Dank!“ Ich umarme ihn, schnappe mir die Sachen und flitze aus der Tür.

Hektisch trete ich in die Pedale. Hoffentlich hab ich an der Schule noch kurz Zeit, um wieder zu Atem zu kommen und einen Bissen Toast abzubeißen. Völlig abgehetzt vor den Schülern zu stehen ist nämlich genauso blöd wie zu spät kommen und mittlerweile hab ich auch Hunger bekommen. David hat es ziemlich gut geschafft, mich aufzuheitern. Naja, wenn er nicht seine guten Seiten hätte und für mich da wäre, hätte ich ihn ja auch nicht geheiratet. So sehr ich mich teilweise über ihn aufrege, am Ende weiß er doch immer, wie er mich wieder versöhnt bekommt und ist für mich da, wenn ich ihn wirklich brauche.

Tatsächlich habe ich noch acht Minuten bis zum Unterrichtsbeginn, nachdem ich mein Fahrrad abgeschlossen habe. Perfekt, das reicht um meine Tasche im Lehrerzimmer abzustellen und dort zwei Happen zu nehmen, bevor ich los muss, um noch pünktlich im Klassenzimmer zu sein.
„Hallo Arne, na, schönen Urlaub gehabt?“ „Hey Arne, ganz schön spät dran!“ Ich nicke meinen Kollegen und Kolleginnen nur kurz zu. Die ausführliche Begrüßung muss bis zur großen Pause warten. Nach dem ersten Bissen stelle ich begeistert fest, dass David mir extradick Nutella aufs Toastbrot gestrichen hat. Genau das, was ich jetzt brauche, um meine Nerven ein bisschen zu beruhigen.
Bevor ich mich auf den Weg in die Klasse mache, werfe ich noch rasch einen Blick in den Spiegel, der über dem Waschbecken im Lehrerzimmer hängt. Zum Glück, denn in meinem rechten Mundwinkel ist ein fetter dunkler Klecks. Hastig wische ich den weg, halte den Finger kurz unters Wasser und mache mich dann auf den Weg.

Wie ich es erwartet habe, herrscht Chaos im Klassenzimmer.
„Herr Grüter, gut dass Sie da sind.“ „Wer ist dieser Mayerling?“ „Wir haben uns schon Sorgen um Sie gemacht.“ „Sie gehen doch nicht weg, oder?“ Von allen Seiten werde ich mit Fragen bestürmt.
„RUHE!“, donnere ich.
Stille kehrt ein.
„Sehr gut, so kann ich euch auch erklären, was los ist. Setzt euch aber erst mal bitte alle hin“, fordere ich meine Schüler auf. „Timo, Kai, Janine, das gilt auch für euch.“ Die drei brauchen gerne mal eine Extraeinladung.
„So, schön euch alle wiederzusehen. Habt ihr die Ferien gut überstanden?“ Halbherziges Nicken und vereinzelte „Ja“-Rufe antworten mir. Normalerweise fällt die Antwort auf diese Frage deutlich enthusiastischer aus und die Hälfte der Schüler fängt direkt an, mir von ihren Ferien zu erzählen. Heute sind sie jedoch deutlich gespannter, wer im kommenden Schuljahr ihr Klassenlehrer sein wird. Es ist ein echt schönes Gefühl, dass sie mich zumindest so sehr mögen, dass sie mich lieber behalten als gegen einen unbekannten neuen Lehrer eintauschen wollen.

„Also, zunächst mal kann ich euch beruhigen. Ihr bekommt keinen neuen Lehrer, ich werde weiterhin euer Klassenlehrer bleiben.“
„Und warum steht dann auf der Liste, dass Herr Mayerling unser Klassenlehrer ist?“, unterbricht Jannik mich, bevor ich fortfahren kann.
„Dazu wollte ich gerade kommen“, antworte ich ihm.
„Oh, sorry“, entschuldigt er sich. Jannik ist ziemlich impulsiv, aber davon abgesehen ein relativ motivierter Schüler, der gut mitarbeitet, daher lasse ich es gut sein.
„Auf der Liste steht Herr Mayerling, weil das mein neuer Nachname ist“, erkläre ich der Klasse.
Sofort bricht wieder Chaos und Verwirrung aus. „Hä, warum heißen Sie denn jetzt anders?“ „Waren Sie adoptiert und haben Ihre richtigen Eltern jetzt gefunden?“ „Ist das jetzt Ihr Künstlername, weil Sie berühmt werden wollen?“ Die Spekulationen, was hinter meiner Namensänderung stecken könnte, bringen mich zum Schmunzeln. Es fällt mir nicht leicht, wieder ernst zu werden.

„Ruhe bitte!“, ermahne ich die Schüler erneut. Es wird leiser, doch ich sehe, dass es ihnen wirklich schwer fällt. Die Sorge ist von ihnen abgefallen und die Kids sind einfach zu gespannt darauf, warum ich jetzt anders heiße.
„Es ist nichts besonders Spektakuläres, was hinter meiner Namensänderung steckt. Ich habe geheiratet.“
„Warum hat Ihre Frau denn nicht Ihren Namen angenommen?“, fragt Kai sofort nach. Bevor ich antworten kann, übernimmt Mia das schon für mich: „Na weil Mayerling viel schöner als Grüter ist. Ich würd auch nicht Grüter heißen wollen!“
Überrascht sehe ich sie an, schließlich hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Damit hätte ich nicht gerechnet. Eigentlich könnte ich jetzt einfach nur sagen, dass sie recht hat, das wäre schließlich nicht gelogen.

Allerdings bin ich mir vollkommen bewusst, dass dann alle davon ausgehen würden, dass ich den Namen meiner Frau angenommen habe. Deshalb beiße ich in den sauren Apfel und sage ihnen die Wahrheit: „Naja, um ehrlich zu sein, habe ich keine Frau. Aber Mia hat recht, mein Mann und ich haben uns deshalb für seinen Nachnamen entschieden, weil wir den schöner fanden.“
„Krass, Sie sind schwul?“ Völlig entsetzt starrt Timo mich an. Fabian, Dennis, Michelle, Florian und Lisa wirken nicht weniger geschockt. Der Rest ist ebenfalls überrascht, aber scheint die Neuigkeit besser zu verdauen.
„Ja, ich bin schwul“, bestätige ich etwas angespannt.
„Ist ja krass. Hätt ich nie von Ihnen gedacht.“ Timo wirkt immer noch fassungslos, scheint es jedoch nicht abwertend zu meinen.

Spontan beschließe ich, noch etwas bei dem Thema zu bleiben. Schließlich sind wir eine Schule ohne Diskriminierung, wie es überall bei uns heißt, da passen Vorurteile super in den Lehrplan.
„Wieso nicht?“
Sofort wird Timo rot und starrt auf seine Tischplatte, während er seine Antwort nuschelt.
„Könntest du das bitte nochmal laut und deutlich wiederholen?“
„Na weil Sie halt nicht so aussehen“, sagt er trotzig und sieht mich wütend an.
„Was glaubst du denn, wie Schwule aussehen?“, frage ich ihn. „Ihr dürft euch gerne auch beteiligen“, wende ich mich dann an den Rest der Klasse. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass Timo nicht der einzige Schüler mit Vorurteilen ist.
„Na tuckig eben. So geschminkt und die näseln die ganze Zeit“, springt Fabian seinem Freund bei.
„Du spinnst doch. Mein Bruder sieht bestimmt nicht tuckig aus!“, giftet Sophie ihn an. Überrascht schaue ich sie an. Normalerweise gehört sie zu den Schülern, die sehr ruhig und zurückhaltend sind und kaum etwas sagen.

„Dein Bruder ist ja auch nicht...“, fängt Fabian an, bemerkt seinen Fehler jedoch, bevor er den Satz zu Ende sprechen kann und hüllt sich in trotziges Schweigen.
„Natürlich hast du recht, Sophie. Es ist trotzdem kein Grund, Fabian so runterzumachen, okay? Immerhin war er so mutig und hat meine Frage ehrlich beantwortet. Er wird nicht der einzige unter euch sein, der solche Stereotype im Kopf hat“, ermahne ich Sophie freundlich, aber bestimmt.
„Magst du uns kurz was über deinen Bruder und deine Erfahrungen mit dem Thema Homosexualität erzählen?“
Verschämt schüttelt sie den Kopf. Schade, dass sie sich direkt wieder in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hat, aber ich will sie auch nicht zwingen.

„Gibt es denn sonst jemanden in der Klasse, der schon mal Berührungspunkte mit dem Thema Homosexualität hatte abseits von Vorurteilen?“
Niemand meldet sich.
„Was für Vorurteile kennt ihr denn?“
Wieder meldet sich niemand. Diesmal liegt es wohl kaum daran, dass niemand Vorurteile kennt. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass ich es ihnen krumm nehme, wenn sie was sagen.
„Ihr dürft ruhig was sagen, ich werde das auch nicht persönlich nehmen. Vorurteile kennen heißt ja nicht automatisch, sie auch zu glauben“, versichere ich meinen Schülern, doch das Schweigen hält an.
„Also gut. Dann einfach so viel zu dem Thema: Es gilt das gleiche wie bei anderen Vorurteilen auch. Es gibt immer ein paar Leute, die dem Klischee ganz entsprechend, aber viele tun das nicht. Letztlich ist die sexuelle Orientierung nichts, was mit der Persönlichkeit zu tun hat, das sind also ganz normale Menschen wie ihr auch.“ Kurz überlege ich, es dabei zu belassen, entscheide mich dann allerdings um. „Habt ihr noch irgendwelche Fragen an mich?“

Sofort schießen mehrere Finger nach oben.
„Lea, magst du anfangen?“
„Sieht ihr Mann gut aus?“, kommt wie aus der Pistole geschossen von ihr, bevor sie knallrot wird. Mit der Frage hätte ich jetzt echt nicht gerechnet. „In meinen Augen definitiv, aber das ist wohl Geschmackssache“, antworte ich ihr. Zwei weitere Finger gehen runter, scheinbar war Lea nicht die einzige, die das beschäftigt hat.
„Frederik?“, fordere ich den nächsten auf.
„Wie finden Ihre Eltern das? Kommen die damit klar?“ Für einen Moment überlege ich, ob er fragt, weil er selbst auch schwul ist. Dann beschließe ich, dass das egal ist und es nur darum geht, die Frage, die wirklich gut ist, zu beantworten. „Am Anfang fanden sie es nicht so gut, aber mittlerweile haben sie sich dran gewöhnt und sich sehr gefreut, als wir geheiratet haben.“
„Das ist schön. Eine meiner Cousinen ist lesbisch und ihre Eltern haben den Kontakt deswegen abgebrochen. Ich hab sie nie wieder gesehen, nachdem sie sich geoutet hat“, erzählt Frederik.
„Oh, das ist hart. Ja, so was kommt leider immer wieder vor. Zum Glück gibt es Beratungsstellen, die einem da weiterhelfen können“, sage ich und mache eine kleine Pause.

„Emilie, was ist deine Frage?“
„Wie haben Sie und Ihr Mann sich kennengelernt?“
„Ganz klassisch, auf einer Party während dem Studium.“ Hoffnungsvoll sieht sie mich an und wartet gemeinsam mit einigen anderen Mädels scheinbar auf eine ausführlichere Version der Geschichte, aber die werde ich bestimmt nicht erzählen. Dafür beinhaltet sie zu viel Alkohol.
„Lisa?“, wende ich mich stattdessen an die nächste Schülerin.
„Ist Ihr Mann auch Lehrer?“
„Nein, der ist Anwalt.“
„Echt jetzt, so 'n langweiliger Papagraphenreiter?“ Scheinbar zerstört meine Antwort auch noch den Rest von dem Bild, das sie von mir hatte.
„Naja, wenn ich ihn langweilig fände, hätte ich ihn nicht geheiratet“, ergänze ich. „Auch Anwälte haben ein Privatleben, genau wie Lehrer.“ Den Spruch konnte ich mir gerade echt nicht verkneifen.

Jetzt sind alle Finger unten und ich bin erleichtert, dass die Klasse zu viel Respekt hat, um die wirklich blöden Fragen zu stellen. Einigen Jungs hätte ich so was wie „Liegen Sie unten oder oben?“ oder „Wie ist Analsex?“ nämlich durchaus zugetraut, wobei ich diese Fragen selbstverständlich nicht beantwortet hätte.
„Gut, wenn ihr zu dem Thema keine Fragen hat, dann können wir uns ja den wirklich wichtigen Dingen zuwenden. Hier ist euer neuer Stundenplan.“ Ich gebe den Stundenplan an Jannik und Sophie, die beide in der ersten Reihe sitzen und die die Blätter weitergeben.
„Ich hab doch noch ne Frage“, ruft Janine da in die Klasse.
„Wie war das mit melden und warten, bis man drangenommen wird?“, frage ich sie.
„Ja, Tschuldigung“, nuschelt sie hastig und wartet darauf, ihre Frage stellen zu dürfen.
„Okay, eine letzte Frage noch, dann ist aber wirklich Schluss.“
„Was passiert denn, wenn wir aus Versehen den alten Namen benutzen?“ Janine sieht mich leicht panisch an, als würde sie erwarten, dass ich jetzt mit Folter drohe.

„Wenn es wirklich aus Versehen ist, natürlich nichts. Ich weiß, dass die Umstellung für euch schwierig wird, für mich ist der neue Name ja auch noch etwas ungewohnt. Falls ich den Eindruck bekommen sollte, dass jemand absichtlich meinen alten Namen benutzt, werde ich denjenigen oder diejenige entsprechend ermahnen und bei Wiederholung mir eine Strafe einfallen lassen.“
Kollektives erleichtertes Aufatmen in der Klasse. Scheinbar war sie nicht die einzige, die Angst davor hatte.
„Gibt es noch irgendwelche Unklarheiten bezüglich des Stundenplans?“, lenke ich die Stunde zurück zu den Sachen, die wir eigentlich jetzt besprechen sollten. Nach zwei, drei Ermahnungen aufgrund von Nebengesprächen klappt das auch gut und meine Schüler sind alle wieder bei der Sache. Tja, wie üblich hatte David Recht: Ich hab mich völlig umsonst so verrückt gemacht, es lief deutlich besser als erwartet. Mal schauen, ob ich bis heute Abend nicht eine etwas dramatischer Version zusammengesponnen krieg... Er kann so unerträglich sein, wenn er Recht hat!

ENDE
Aktualisiert: 17/08/18
Veröffentlicht: 17/08/18
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Witch23 am 17/08/18 19:03
Der Schlusssatz ist klasse.

Ansonsten fand ich das Outing ganz gut. Aber der her Mayerling hat auch so ein paar Vorurteile, oder liegt das eher daran das er seine klasse recht gut kennt, das er es eher den Jungs zutraut das die nach dem Analsex fragen würden. Denke das kommt auch immer auf den Menschen an auch unabhängig vom Geschlecht ^^°

Aber vom Stil und so passt sie echt schön zur ersten Geschichte. Kurzweilig und mit einem schönen Ausgang.



Antwort der Autors Snoopy279 (22/08/18 18:18):
hey Witch,

schön, dass dir der Schlusssatz bzw. das Ende gut gefallen hat und der zweite Teil passend an den ersten anknüpft und nicht langweilig ist.
Naja, Arne kennt seine Klasse schon ganz gut und manchen pubertären Jungs ist viel zuzutrauen Lächelnd
tendenziell stimmen meiner Erfahrung nach die Geschlechtsstereotype schon oft, wobei nicht alle dem Stereotyp entsprechen, da hast du recht.
andererseits dramatisiert Arne gerne auch mal (David nennt ihn nicht umsonst Dramaqueen Zwinkernd )

Vielen Dank für dein Review!
lg, Snoop
Outing für Lehrer
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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