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Nachdem Gerrit sich getraut und Max seine Gefühle gestanden hat, sind die beiden endlich ein Paar - und glücklich. Zumindest, bis Max ihr Einjähriges planen will und dabei über die Sache mit dem Osterparadoxon stolpert... *Fortsetzung zu Frühlingsgefühle*

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Zucker
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 2915     Klicks: 3909
Veröffentlicht: 24/04/19 Aktualisiert: 31/03/21
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Anmerkungen zur Geschichte
Hallo ihr Süßen,

ja, ich lebe noch. Irgendwie ist dieses Jahr schreib-/postingtechnisch gesehen bisher nicht so meins Traurig eigentlich wollte ich den ja auch schon Karfreitag oder wenigstens Ostersonntag/-montag gepostet haben, aber Freitag bin ich dann nachts erst fertig geworden, tagsüber hatte ich keine Zeit und abends war ich dann zu müde, um nochmal Korrektur zu lesen (hab mittendrin Zeit und Perspektive geändert, damit er auch vom Stil her zu Frühlingsgefühle passt). Hoffe, mir ist jetzt nichts durchgerutscht.

Viel Spaß mit der Fortsetzung von Frühlingsgefühlen! (auch wenn ich da zielsicher einen OS aus dem Jahreszyklus rausgepickt hab, bei dem kein Reviewer nach ner Fortsetzung gefragt hat, hatte er ja immerhin ein paar Favoriteneinträge... daher hoffe ich, dass es euch gefällt).

Wer den ersten Teil nicht kennt - ich würde dringend empfehlen, den vorher zu lesen, sonst ist die Beziehungsdynamik und auch Max und Gerrit selbst glaub ich schwer zu verstehen.

So, jetzt aber endgültig genug Gelaber von mir Zwinkernd
Viel Spaß, lg, Snoopy
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1. Frühlingsgefühle 2

Ich zünde die letzte Kerze an und sehe mich zufrieden auf der Lichtung um. Dieses Mal habe ich die Vorbereitungen für die Feier zu zweit übernommen, auch wenn ich mich in vielen Dingen an dem orientiert habe, was Gerrit letztes Jahr für mich vorbereitet hat. Dementsprechend brennen wieder Tee- und Windlichter und die Picknickdecke liegt schon ausgebreitet auf dem Boden.

Die Szenerie wirkt sehr friedvoll und romantisch. Kaum zu glauben, dass wir uns deswegen beinahe getrennt hätten! Nur ungern erinnere ich mich daran zurück. Doch bei diesem Anblick kann ich es leider nicht verhindern, dass meine Gedanken knapp einen Monat zurück wandern.

*****

„Was hältst du davon, wenn wir unser Einjähriges am ersten Frühlingsvollmond feiern?“, habe ich Gerrit gefragt, als wir abends gemütlich in unserem gemeinsamen Wohnzimmer saßen. Nachdem wir zusammengekommen sind, haben wir schnell beschlossen, keine Sekunde mehr zu vergeuden und noch am Ostersamstag begonnen, nach einer gemeinsamen Wohnung zu suchen. Überraschenderweise sind wir auch recht schnell fündig geworden und leben jetzt seit gut zehn Monaten zusammen. Die Umgewöhnung ist deutlich harmonischer gelaufen, als ich es vorher erwartet hätte. Wobei ich überzeugt davon bin, dass das hauptsächlich daran liegt, dass Gerrit ein Arbeitszimmer hat, in das er sich flüchten kann, wenn ihn irgendetwas stört oder er einfach seine Ruhe braucht.

„Das ist in jeder Hinsicht unmöglich“, hat Gerrit meinen Vorschlag abgeschmettert und mich gleichermaßen entsetzt und missbilligend angesehen.
„Wieso ist das unmöglich?“, habe ich ihn natürlich völlig überrascht gefragt. Ich fand die Idee eigentlich recht romantisch. Und seitdem Gerrit dafür gesorgt hat, dass wir endlich ein Paar sind, weiß ich auch, dass er tatsächlich ebenfalls eine romantische Ader besitzt, obwohl ich ihm die als Physiker nicht zugetraut habe. Schließlich hat Gerrit mir das immer wieder bewiesen, beispielsweise, als er doch wirklich versucht hat, mir einen Kuchen zum Geburtstag zu backen. Gut, es hat damit geendet, dass ich ihn beruhigen und den Kuchen selbst fertig machen musste. Gerrit ist nämlich an den seiner Meinung nach „schrecklich ungenauen“ Angaben gescheitert, nämlich der Frage, wie voll ein Esslöffel Milch sein muss und wie reißfest reißfester Teig sein sollte. Beim Austesten von ersterem hat er die Küche mit Milch vollgekleckert und letzteres hat er dadurch gar nicht mehr versucht, herauszufinden.
Ich war trotzdem der glücklichste Mensch der Welt an dem Tag, denn der Versuch zählt! Zudem musste ich außer Milch dazugeben und das Ganze in den Ofen stellen ja nichts mehr machen, um einen Kuchen zu haben, der absolut köstlich schmeckte. Wie hätte ich mich da beklagen können? Und die Küche hat Gerrit auch selbst wieder sauber gemacht, nachdem er sich beruhigt hatte. Über die Knutscherei, die dazu notwendig war, ihn zu beruhigen, habe ich mich selbstverständlich auch nicht beschwert.

„Nun, das sollte sogar dir klar sein!“, tadelte Gerrit mich in dem Moment und riss mich abrupt aus der schönen Erinnerung. Nachdem ich ihn daraufhin nur mit großen Augen ansah, verdrehte Gerrit genervt seine Augen. „Was bedeutet denn einjähriges?“, fragte er mich, wie man ein kleines Kind fragen würde.
Verletzt musste ich schlucken. Diesen Tonfall kannte ich natürlich, doch bisher nur deshalb, weil Gerrit so mit dem Rest der Welt kommunizierte, aber nicht mit mir als Empfänger. Doch ich riss mich zusammen, weil ich ihm nicht durch kindisches Verhalten in seiner implizierten Aussage bestätigen wollte. Mühsam beherrscht antwortete ich: „Das etwas exakt ein Jahr her ist.“ Verlegen biss ich mir kurz auf die Lippe und rechtfertigte mich dann: „Ja, du hast natürlich recht, mathematisch ist es nicht korrekt, aber ich fand es einfach eine nette Idee.“

„Stimmt, es wäre schon eine besondere Sache gewesen“, lenkte Gerrit versöhnlich ein. „Aber jetzt ist es ja eh egal.“
Restlos verwirrt sah ich ihn daraufhin an. „Wieso ist es denn jetzt egal?“
„Weil du zu spät dran bist, der erste Frühlingsvollmond ist schon vorbei, der war vor drei Tagen“, antwortete Gerrit.
„Das stimmt doch gar nicht, der ist erst im April!“, widersprach ich ihm reflexartig. Ja, im Rückblick war mir natürlich auch sofort klar geworden, dass es dumm war, Gerrit in etwas, was Astronomie betraf, zu widersprechen. Doch in dem Moment war ich einfach frustriert und enttäuscht, weil meine schöne Idee sich in Luft aufgelöst hatte.
„Nun, wenn du mir nicht glaubst, kannst du meine Aussage gerne im Internet überprüfen“, sagte Gerrit kühl – nein, eher eiskalt – und wandte sich von mir ab.

Für eine gefühlte Ewigkeit stand ich nur da und starrte ihn an, weil es sich anfühlte, als hätte er mir mein Herz herausgerissen. Schließlich konnte ich mich endlich aus meiner Lähmung reißen.
„Es tut mir Leid, natürlich glaube ich dir“, beteuerte ich in dem Versuch, diese Katastrophe doch noch vor der kompletten Eskalation zu retten. „Ich bin ziemlich frustriert und verstehe es ehrlich gesagt auch nicht. Ostern ist doch erst am einundzwanzigsten April und im Kalender ist am neunzehnten, also zwei Tage vorher, Vollmond eingetragen. Und ich habe das extra nachgeschaut um sicherzugehen, dass der Vollmond nicht irgendwann mitten in der Woche ist, sodass wir aufgrund der Arbeit nicht feiern können. Du hattest doch gesagt, dass Ostern immer nach dem ersten Frühlingsvollmond stattfindet?“ Gegen Ende konnte ich nicht verhindern, dass ich zunehmend verzweifelt klang, auch wenn es mir peinlich war.

„Oh, natürlich, ich hätte wissen müssen, das es meine Schuld ist“, erwiderte Gerrit.
„Nein, nein, so hab ich das doch gar nicht gemeint!“, widersprach ich ihm sofort, nun völlig panisch. Wieso bekam Gerrit gerade alles in den falschen Hals? Ich wollte doch nur ein schönes, romantisches Jubiläum unserer Beziehung feiern und jetzt hatten wir stattdessen den schlimmsten Streit unseres Lebens! Dabei wollte ich mich mit der Feier doch bei Gerrit dafür bedanken, dass er sich vor einem Jahr getraut und die Initiative ergriffen hatte! Denn ohne ihn wären wir wohl immer noch nicht zusammen, weil ich nie damit gerechnet hätte, dass er auch Gefühle für mich haben könnte.

Plötzlich war da eine Hand an meinem Hinterkopf, die mich energisch gegen den Mund an meinen Lippen presste. Noch bevor ich realisieren konnte, dass Gerrit mich gerade küsste, reagierte mein Körper schon automatisch und erwiderte den Kuss. Dankbar, dass wenigstens ein Teil von mir noch funktionierte und dafür sorgte, dass diese Beziehung vielleicht doch nicht heute enden würde, entspannte ich mich und ließ mich noch mehr auf unseren Kuss ein.

„Bist du jetzt wieder bereit, mir zuzuhören?“, fragte Gerrit sachlich, als er sich wieder von mir löste; doch sein Daumen, der zärtlich über meine Wange strich, strafte seinen nüchternen Tonfall Lügen.
Ich brauchte einen Moment, um wieder gänzlich in der Realität anzukommen und zu nicken. Dabei begriff ich, dass das Nasse auf meinen Wangen Tränen sein mussten. Offenbar war ich so in Panik geraten, dass ich sogar angefangen hatte, zu weinen. Wie erbärmlich! Obwohl ich zugeben musste, selbst auf die Gefahr hin, dass es völlig übertrieben und theatralisch klang: ein Leben ohne Gerrit war für mich so sinnlos und leer, dass ich mich auch gleich umbringen konnte. Ich konnte es mir gar nicht richtig vorstellen, wie das wäre, schließlich war er seit dem Kindergarten in meinem Leben – also seit ich denken konnte!

Wenigstens konnte Gerrit besser mit meinen Tränen umgehen, als ich es gedacht hatte. Ich hätte eher vermutet, dass meine Tränen ihn überfordern und er deshalb in sein Arbeitszimmer flüchten würde, bis ich mich von alleine wieder beruhigt habe. Andererseits hat Gerrit mich mittlerweile schon so oft überrascht, dass ich es gelernt haben sollte, ihn nicht zu unterschätzen.

Gerrits Hand unter meinem Kinn forderte bestimmt meine Aufmerksamkeit ein. „Ich dachte, du hörst mir zu“, tadelte Gerrit mich erneut, allerdings klang seine Stimme diesmal sanft und liebevoll.
„Entschuldige bitte. Jetzt bin ich wirklich ganz Ohr, versprochen.“
„Also gut. Was ich eben sagen wollte war nicht, dass ich den Eindruck hatte, dass du es mir in die Schuhe schieben willst, sondern ich meinte es wortwörtlich. Es ist meine Schuld, gerade ich hätte wissen müssen, dass populistische Verallgemeinerungen nur zu Unklarheiten und Verwirrung führen“, sagte Gerrit.
Obwohl ich ihm jetzt aufmerksam zuhörte, verstand ich trotzdem nicht annähernd, was Gerrit mir damit sagen wollte. Immerhin wurde mir klar, dass er nicht dachte, dass ich ihm die Schuld geben wollte, das war schon mal beruhigend.

„Ostern wird nach dem ersten Vollmond gefeiert, der mit der zyklischen Methode ermittelt wird, aber ich rede natürlich vom astronomischen ersten Vollmond nach dem astronomischen Frühlingsbeginn.“ Blinzelnd starrte ich ihn an und wartete darauf, dass Gerrit fortfuhr, in der Hoffnung, dass seine Worte dann auch Sinn ergeben würden.
„Du weißt immer noch nicht, worauf ich hinaus will, oder?“, hakte Gerrit nach. Ich schüttelte nur stumm den Kopf.

„Okay, dann ganz von Anfang. Man kann den Frühlingsbeginn und auch den Vollmond astronomisch exakt berechnen. Der astronomische Frühlingsbeginn war dieses Jahr am zwanzigsten März um zweiundzwanzig Uhr achtundfünfzig mitteleuropäischer Zeit und der astronomische Vollmond am einundzwanzigsten März um zwei Uhr dreiundvierzig. Der zyklische Frühlingsbeginn ist dagegen auf den einundzwanzigsten März festgelegt und der Vollmond war nach der zyklischen Methode schon am zwanzigsten März, also noch im Winter. Deshalb zählt nach der zyklischen Methode erst der Vollmond, der astronomisch gesehen schon der zweite ist. Weil da diese Faustregel mit dem ersten Frühlingsvollmond nicht stimmt, nennt man das auch Osterparadoxon. Das letzte Mal war im Jahr zweitausend so ein Osterparadoxon. Hast du das jetzt verstanden?“

„Du weißt die Uhrzeiten auswendig?“, platzte ich statt einer Antwort mit der Gegenfrage heraus, die ich mir während dem Rest der Erklärung mühsam verkniffen hatte.
„In dem Fall schon, weil es für das Osterparadoxon relevant ist und beides erst diese Woche war, normalerweise nicht“, erwiderte Gerrit belustigt. „Keine Sorge, so ein Freak bin ich auch nicht. Würdest du mir jetzt verraten, ob du es verstanden hast oder hast du nachdem ich die Uhrzeiten genannt hab nicht mehr zugehört?“
„Doch, ich hab trotzdem weiter zugehört und ich hab es auch verstanden ... also nicht wirklich, warum es das überhaupt gibt, aber dass das in Ausnahmefällen wie in diesem Jahr verschieden sein kann und Ostern dann strenggenommen am falschen Tag ist.“

Gerrit setzte zu einer weiteren Erklärung an, doch ich winkte ab, noch bevor er etwas sagen konnte. „Es interessiert mich auch nicht. Fakt ist, selbst wenn du bereit wärst, fünf grade sein zu lassen, ist meine Idee zu spät. Also werden wir einfach wie jedes normale Paar heute in einer Woche unseren Jahrestag feiern. Immerhin ist es ja ein Sonntag, da passt es doch ganz gut. Was hältst du davon, wenn wir essen gehen?“ Auch wenn ich mich ernstlich bemühte, vorfreudig oder zumindest gelassen zu wirken, merkte ich selbst, dass man meiner Stimme die Enttäuschung anhörte.

„Hey, lass den Kopf nicht hängen. Wenn du willst, können wir ja einfach den Vollmond vor Ostern feiern, weil unsere Beziehung am Vollmond vor Ostern begonnen hat“, schlug Gerrit mir netterweise vor, doch ich war nicht in der Stimmung, sein Angebot zu schätzen oder gar anzunehmen.
„Ach, nein, vergiss es, war halt ne doofe Idee.“ Obwohl mir vollkommen klar war, dass es nicht fair war, fiel es mir verdammt schwer, meinen Frust über meine über den Haufen geworfene Pläne nicht an Gerrit auszulassen und in der nächsten Zeit nur noch zu schmollen, sondern konstruktiv mit seinem Vorschlag umzugehen.

*****

„Begrüßt du mich heute noch oder feierst du alleine mit deinen düsteren Gedanken?“
Ich schrecke zusammen, als Gerrits Stimme mich aus meiner Versunkenheit in den Erinnerungen reißt. Am Ende hab ich mich natürlich doch auf seinen Vorschlag eingelassen, am Vollmond vor Ostern zu feiern. Wäre ja dämlich gewesen, mir meine Idee von meinem Trotz kaputt machen zu lassen, wo Gerrit doch so auf mich zugegangen war.

„Hey, schön, dass du da bist. Sorry, ich hab dich gerade gar nicht bemerkt“, begrüße ich ihn.
„Ja, das ist mir auch aufgefallen“, kontert Gerrit amüsiert. „Wenn du nicht so deprimiert drein geschaut hättest, hätte ich ja einfach gewartet, bis du wieder da bist und mich wahrnimmst, aber so war es doch eher unerfreulich, dich anzuschauen.“
„Kannst ja stattdessen die Kerzen anschauen“, gebe ich zurück und strecke ihm die Zunge raus. Bevor Gerrit das jedoch falsch verstehen kann, trete ich einen Schritt näher und küsste ihn zur Begrüßung.
Sofort erwidert er den Kuss und vertieft ihn, zieht mich dabei näher an sich ran.
Als wir uns von einander lösen, antwortet Gerrit: „Warum sollte ich die Kerzen anschauen, wenn ich auch dich ansehen kann?“

Daraufhin schüttele ich meinen Kopf und blinzele hektisch, damit die Flüssigkeit brav im Auge bleibt. Das muss der Kerzenrauch sein, der meine Augen gerade etwas reizt. Schließlich bin ich kein Mädchen, das sofort losheult, nur weil der Partner gerade etwas so kitschig-romantisches gesagt hat! Reicht ja, dass ich mich bei unserem Streit schon als Heulsuse geoutet hab.
„Unglaublich, was für ein Romantiker in dir steckt“, sage ich schließlich, als ich mich wieder halbwegs im Griff habe. „Und noch viel unglaublicher, dass ich das so lange nicht bemerkt habe!“
„Hilft es, wenn ich jetzt sage, dass ich kein Romantiker, sondern einfach nur in dich verliebt bin, oder bestätigt das deine These noch?“, erkundigt Gerrit sich.
„Es bestätigt meine These“, erwidere ich trocken. „Außerdem widerlegt es deine These, dass du sozial inkompetent seist, endgültig. Erstens muss man eine gewisse soziale Kompetenz haben, um überhaupt romantisch zu sein und zweitens hast du direkt erahnt, dass du mich nicht dazu bringen kannst, meine Feststellung zurückzunehmen.“
„Ist okay, ich hab es mittlerweile verstanden und werde es nie wieder behaupten! Du musst mich nicht bei jeder Gelegenheit erneut darauf hinweisen“, protestiert Gerrit sofort, doch das kann ich nicht so stehen lassen.
„Sorry, aber das ist mir wirklich wichtig, dass du siehst, was für ein wundervoller Mensch du bist. Wenigstens das muss ich doch hinkriegen, wenn ich schon sonst durch meine eigene soziale Inkompetenz eher drohe, unsere Beziehung zu beenden!“

Dieses Mal ist es Gerrit, der mich wirklich wütend anstarrt. „Ach, ich darf das nicht über mich sagen, aber du darfst das ständig über dich behaupten?“
„Das ist keine Behauptung, sondern die Wahrheit! Wie vorhin – du kommst an und ich bemerke es nicht einmal. Oder als ich vorhatte, etwas Schönes zu unserem Einjährigen zu planen und stattdessen dafür gesorgt habe, dass wir uns schrecklich gestritten haben. Ich hatte wirklich Angst, dass es gar nicht mehr zu unserem Einjährigen kommt, weil du Schluss mit mir machst“, erkläre ich ihm den Unterschied zwischen uns beiden.
Liebevoll zieht Gerrit mich an sich und küsste mich sanft auf meinen Mund, um mich zum Schweigen zu bringen.

„Hey, wir hatten doch geklärt, dass das einfach ein blödes Missverständnis war, weil ich dir nur die Faustregel genannt habe und nicht daran gedacht hab, dass wir dieses Jahr ein Osterparadoxon haben. Das hat also nichts mit sozialer Inkompetenz von irgendwem zu tun.“ Ernst sieht Gerrit mich an. „Außerdem würde ich mich nie von dir trennen, bloß weil es zu so einem dummen Missverständnis kommt. Ja, am Anfang war ich etwas empfindlich, als ich das Gefühl hatte, dass du mich belehren willst, obwohl die Astronomie mein Fachgebiet ist. Und ich kann dir nicht versprechen, dass so etwas nie wieder vorkommt, weil Missverständnisse menschlich sind und ich in einer ähnlichen Situation vermutlich erst mal wieder so reagieren würde. Aber ich verspreche dir, dass ich wegen so etwas nie unsere Beziehung beenden würde. Du bist der Einzige, den ich je geliebt habe und ich könnte mir keinen besseren Partner als dich vorstellen. Das lasse ich mir von nichts und niemandem kaputt machen, auch nicht von deinen dämlichen Selbstzweifeln.“

Ich schmiege mich glücklich und zufrieden an Gerrit. „Dafür bin ich dir unendlich dankbar, denn ich würde es bis an mein Lebensende bereuen, wenn ich dich durch meine eigene Dummheit verlieren würde. Mir geht es nämlich genauso wie dir – ich liebe nur dich und kann mir auch keinen besseren Partner wünschen.“
„Siehst du, und genau deshalb werden wir das auch hinkriegen. Wie heißt es so schön? Bis das der Tod uns scheidet“, beantwortet Gerrit seine rhetorische Frage direkt selbst. In diesem Moment beschließe ich, dass ich ihm nächstes Jahr am ersten Frühlingsvollmond einen Heiratsantrag machen werde. Da dann kein Osterparadoxon ist, sollte das mit dem richtigen Termin auch problemlos funktionieren. Zur Sicherheit werde ich das vorher jedoch nochmal googeln. Nicht, dass Osterparadoxen, oder wie auch immer die Mehrzahl davon heißt, auch direkt zwei Jahre hintereinander vorkommen können!

ENDE
Aktualisiert: 31/03/21
Veröffentlicht: 24/04/19
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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