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Joscha hat ziemlich viel Pech an Heilig Abend. Eigentlich will er nur nach Hause zu seiner Familie, doch die Bahn ist mit dem Schnee heillos überfordert und dann ist auch noch sein Handyakku leer... Bekommt er trotzdem ein Heilig Abend mit Happy End?

Genres: Reale Welt, Weihnachten, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 2     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 4267     Klicks: 3003
Veröffentlicht: 11/12/19 Aktualisiert: 17/12/19
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Anmerkungen zur Geschichte
BxB Adventskalender 2019
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1. vom Pech verfolgt

Grummelig stapfte Joscha durch den Schnee. Seine Schuhe waren schon seit gefühlten Ewigkeiten komplett durchnässt.
Allein die Vorstellung, dass der Rest der Welt jetzt gerade davon schwärmte, wie fantastisch es war, endlich mal wieder weiße Weihnachten zu haben, befeuerte seine Wut noch mehr. Leider reichte auch die glühende Wut nicht mehr aus, um sein Gesicht, seine Ohren, Hände und Füße zu wärmen.

Der Plan war eigentlich recht einfach gewesen. Da er am Montag noch arbeiten musste, hatte er beschlossen, am Abend in Ruhe zu packen und erst an Heilig Abend morgens zu seiner Familie zu fahren. Er hatte sogar das Glück gehabt, einen guten Sparpreis bei der Bahn zu ergattern – das hatte er zu dem Zeitpunkt jedenfalls gedacht. Jetzt verfluchte Joscha sich, dass er nicht irgendeine andere Möglichkeit genutzt hatte – völlig egal ob Flixbus, Mitfahrgelegenheit oder sogar Taxi, alles wäre besser gewesen als das hier!

Als er kurz nach zehn in den Zug gestiegen war, hatte auch noch alles gut ausgesehen. Die Sonne hatte geschienen und die Bahn war pünktlich losgefahren. Eine dreiviertel Stunde später hatte sich die Katastrophe dann langsam angekündigt, doch Joscha hatte die Vorzeichen nicht erkannt. Klar war es schade, dass es bewölkter wurde, aber damit war gerade im Winter in Deutschland zu rechnen.

Weitere dreißig Minuten später war es dann geschehen: es hatte angefangen zu schneien. Doch dieses Mal hatte sich das Wetter nicht mit den üblichen winzigen Flöckchen aufgehalten, die eher Schneeregen waren, sondern riesige Flocken waren in Massen vom Himmel gefallen. Und natürlich wurde die Bahn ihrem Ruf mal wieder gerecht und war völlig überrascht und überfordert, dass es im Winter tatsächlich Schnee gab. Wobei Joscha das sogar einigermaßen nachvollziehen konnte, denn das hatte er auch absolut nicht erwartet.

Seinen Anschlusszug hatte er dann verpasst – um genau zu sein, war er erst mit drei Stunden Verspätung überhaupt im nächsten Bahnhof angekommen. Um die Zeit hätte er eigentlich schon in der Küche seiner Eltern sitzen und sich die übliche „Junge, du bist zu dünn, du musst mehr essen! Wenn das so weitergeht, verhungerst du mir noch“-Rede seiner Mutter anhören, die sie jedes Mal hielt, seit er ausgezogen war.
Dann war die bittere Erkenntnis gekommen, dass es auf der weiteren Strecke noch schlimmer aussah und derzeit keine Züge in die Richtung fuhren.

Es hatte dann Ewigkeiten gedauert, bis er seine Eltern erreicht hatte – und dann war die Enttäuschung noch größer geworden. Sein Vater hatte mit Bedauern gesagt, dass er ihn auf keinen Fall abholen kommen konnte, da er keine Winterreifen drauf hatte. „Am Bahnhof abholen ist okay, das ist ja nicht so weit, aber die lange Strecke ist mir zu riskant“, hatte er ihm gesagt. Selbstverständlich hatte Joscha das nachvollziehen können, trotzdem war er zu dem Zeitpunkt unendlich frustriert. Weil er riesigen Hunger hatte, hatte er zunächst etwas gegessen und weitere Entscheidungen vertagt. Nach dem Essen war die Option, wieder zurück nach Hause zu fahren, keine mehr, da auch in diese Richtung keine Züge mehr fuhren.

Während Joscha sich dann mit der Frage beschäftigte, wo er eine Unterkunft für die heutige Nacht finden konnte, beruhigte sich der Schneefall endlich. Da die Strecke zu seinen Eltern früher freigegeben wurde als die zu seinem Zuhause, war automatisch festgelegt, in welche Richtung seine Reise weiterging. Leider fuhr der Zug deutlich langsamer als normal, doch Joscha war ja schon froh, dass er überhaupt fuhr. Als sie noch zwei Haltestellen von seinem Endziel entfernt waren, fischte er sein Handy aus seiner Hosentasche, um seinem Vater Bescheid zu geben. Zu seinem Entsetzen musste er jedoch feststellen, dass der Akku leer war und der Bildschirm schwarz blieb.

Als er dann ausstieg, war er der einzige am Bahnhof gewesen. Niemand sonst wollte offenbar in das Kaff und auch Taxis gab es keine. Da er nicht im freien übernachten wollte, hatte es nur eine mögliche Lösung gegeben: zu Fuß laufen. Unter normalen Umständen wäre das gar kein so großes Problem gewesen, denn es waren knapp zwanzig Minuten bis zu seinen Eltern. Jetzt, mit dem hohen Schnee, brauchte er jedoch mindestens doppelt so lange – und da war der Trolley, den er mehr tragen musste als das er ihn ziehen konnte, noch nicht mit eingerechnet. Dementsprechend waren seine Turnschuhe, die diesem Wetter nicht gewachsen waren, keine fünf Minuten später durchnässt gewesen und seine Laune mit jedem Schritt weiter ins Bodenlose gesunken.

Mittlerweile war Joscha schon eine gute halbe Stunde unterwegs und hatte noch nicht einmal ganz die Hälfte der Strecke geschafft. Bei diesem Schneewetter war außer ihm wirklich niemand anderes unterwegs. Anfangs hatte er ja noch gehofft, dass er vielleicht irgendwem begegnen würde, der ihn mitnehmen könnte, doch diese Hoffnung war schon länger gestorben.
Am liebsten hätte er sich einfach in den Schnee geschmissen und eine Pause gemacht, einfach ignoriert, wie eisig kalt es war. Aber das endete im Zweifelsfall tödlich – und Joscha hatte nicht vor, zu sterben, und erst recht nicht an Heilig Abend!

Besonders frustrierend fühlte es sich an, dass er trotz seiner Bemühungen gefühlt kaum vorwärts kam. Außerdem hatte er natürlich weder Handschuhe noch Mütze greifbar gehabt, schließlich war die Wandertour durch den Schnee nicht eingeplant gewesen. Er hatte sie für alle Fälle eingepackt, aber ganz unten im Koffer, falls er sie in den nächsten Tagen brauchen sollte. Das bedeutete aber auch, dass er nicht da dran kam, ohne den ganzen Trolley zu durchwühlen und bei seinem aktuellen Glück vermutlich die Hälfte seiner Klamotten dabei in den Schnee zu schmeißen.

Als Joscha zwei Drittel des Wegs hinter sich hatte und sich so fühlte, als würde er jede Minute zusammenbrechen, durchbrach auf einmal ein Geräusch die Stille. Zuerst traute er seinen Ohren nicht, schob es auf sein Wunschdenken, dass er meinte, er würde ein Auto hören. Doch das Motorengeräusch wurde langsam, aber stetig immer lauter und dann sah er auf einmal auch das Licht der Schweinwerfer neben sich.
Hoffnungsvoll blieb Joscha stehen und drehte sich um, um zu schauen, wer dort gefahren kam. Das Auto erkannte er nicht, aber das hieß nichts. So klein war das Kaff nun auch nicht und er wohnte jetzt auch schon einige Jahre nicht mehr hier.

„Mensch, Joscha, bist du das? Warum bist du denn bei dem scheiß Wetter unterwegs? Steig ein, ich nehm dich mit!“, sagte der Fahrer des Autos, der neben ihm gehalten und seine Fensterscheibe geöffnet hatte.
Joscha schloss kurz die Augen und biss seine Zähne zusammen. Das durfte doch jetzt nicht wahr sein! Es gab eine Person, eine einzige Person, die er jetzt gerade absolut nicht sehen wollte – und natürlich war es genau diese Person, die da am Steuer saß.
Für einen Moment war Joscha wirklich versucht, das Angebot abzulehnen und zu Fuß weiterzugehen, doch ihm war eisig kalt und er war am Ende seiner Kräfte.
„Hallo Axel, mein Handyakku war leer und am Bahnhof war niemand sonst“, erklärte er in dem Versuch, die peinliche Situation zu rechtfertigen. „Von daher wäre es wirklich nett, wenn du mich mitnimmst.“ Es kostete Joscha einige Mühe und noch mehr Stolz, diesen letzten Satz zu sagen, aber leider entsprach es der Wahrheit.
„Klar, kein Thema“, winkte Axel großzügig ab. „Schaffst du es alleine, den Trolley in den Kofferraum zu geben?“
„Natürlich“, erwiderte Joscha sofort.

Kurze Zeit später musste er zugeben, dass er es nicht alleine hinbekam. Jedes Mal kurz bevor er den Koffer in der richtigen Höhe hatte, entglitt ihm das blöde Ding. Gerade als er sich überwinden wollte, Axel Bescheid zu geben, stieg dieser schon unaufgefordert aus und half ihm.
„Danke“, sagte Joscha beschämt.
„Gerne. Ab, setz dich rein, du bist ja ganz erfroren“, scheuchte Axel ihn.
Joscha blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen – sich zu weigern wäre wirklich zu kindisch gewesen, auch wenn ein Teil von ihm genau das machen wollte.
Axel war der Sohn ihrer Nachbarn, es war also kein Umweg, wenn er ihn mitnahm. Schon von klein auf an hasste Joscha Axel mit Inbrunst, denn seine Eltern hatten ihm Axel immer als leuchtendes Vorbild vor Augen gehalten. Obwohl Joscha nur Schwestern hatte, hatte es sich so angefühlt, als ob er stets im Schatten des perfekten älteren Bruders stehen würde. Das Axel seinen Hass nicht erwiderte, sondern immer sehr nett und freundlich gegenüber Joscha geblieben war, hatte es nicht besser gemacht, ganz im Gegenteil. Auch da übertraf Axel ihn, den kindisch eifersüchtigen Joscha – ein ewiger Teufelskreis. Obwohl Joscha mittlerweile alt genug war, dass ihm das bewusst war, hatte er es immer noch nicht geschafft, sich daraus zu lösen.

„Geht es einigermaßen oder ist dir immer noch sehr kalt? Ich kann die Heizung noch etwas höher drehen“, bot Axel ihm an.
„Nein, danke, geht schon. Zu schnell warm werden ist ja auch nicht gut“, lehnte Joscha ab. Ein Teil von ihm fand, dass er etwas höflicher sein sollte und sich wenigstens ganz allgemein erkundigen sollte, wie es Axel ging, doch nicht mal zu solch oberflächlichem Smalltalk konnte er sich überwinden.
„Wie geht es dir denn abgesehen davon, dass du heute so Pech hattest?“, fragte Axel in dem Moment, als hätte er Joschas Gedanken gelesen.
„Bin zufrieden, danke. Und wie sieht es bei dir aus?“
Axel zögerte. „Ganz okay.“ Er sah so aus, als wollte er noch etwas ergänzen, schüttelte dann jedoch leicht seinen Kopf und schwieg.
„Das klingt nicht wirklich danach“, rutschte es Joscha gegen seinen Willen heraus.
„Stimmt. Aber ich bin nicht davon ausgegangen, dass es dich wirklich interessiert“, erwiderte Alex nüchtern.

Ertappt wurde Joscha rot. Am liebsten hätte er es abgestritten, doch er hatte die Befürchtung, dass er das nicht sonderlich überzeugend hinbekommen würde.
Andererseits ließ ihn die Frage, warum es Axel nicht gut ging, nicht los. Er hatte doch ein perfektes Leben, oder?
„Ehrlich gesagt, jetzt interessiert es mich schon“, gab er zögerlich zu. „Aber wenn du es mir nicht erzählen magst, kann ich das absolut nachvollziehen.“
Axel antwortete zunächst nicht.
„Entschuldige, ich musste mich grade auf die Straße konzentrieren“, erklärte er einige Zeit später. Durch den Schnee, der überall auf den Straßen lag, kamen sie auch im Auto nur sehr langsam vorwärts. In den kleinen Dörfern würde heute wohl nicht mehr geräumt werden, vielleicht sogar erst nach den Feiertagen.

„Ich hab eine ziemlich üble Trennung hinter mir, so übel, dass ich am Ende meinen Job gekündigt habe. Ab Januar werde ich jetzt woanders nochmal ganz neu starten“, beantwortete Axel schließlich das, was Joscha eigentlich hatte wissen wollen.
„Oh, das tut mir Leid. Kinder hattet ihr aber noch keine, oder?“, hakte Joscha nach. Auch wenn er Axel nicht leiden konnte, so etwas wünschte er nicht einmal ihm.
Abrupt bremste Axel und das Auto schlitterte etwas die Straße entlang, bevor es stehenblieb.
Erschrocken sah Joscha zu Axel und stellte überrascht fest, dass dieser ihn ziemlich fassungslos ansah.
„Du weißt es wirklich nicht, oder?“, vergewisserte Axel sich.
„Was weiß ich nicht?“ Joscha hatte absolut keine Ahnung, worum es gerade ging.
Aktualisiert: 11/12/19
Veröffentlicht: 11/12/19
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Witch23 am 11/12/19 09:22
Das war echt mal so typisch deutsche Bahn. Hab da sogar gerade was gelesen das man für die Deutsche Bahn, gegenüber zum europäischen Ausland inzwischen zum fremdschämen neigt. Okay ich fahre tatsächlich kaum Bahn, aber ja mitbekommen tu ich das auch ein wenig.
Aber der Rest der Geschichte ist schon echt hart. Aber auch das zeigt wie schlecht es bei uns um die Infrastruktur bestellt ist.
Wobei es auch wenn man jemanden nicht leiden kann, es bei dem Wetter im Grunde egal sein sollte wenn der einen mitnehmen will und nicht mal so ein ekeltyp ist ^^°



Antwort der Autors Snoopy279 (11/12/19 18:35):
Naja, ich fahre recht viel Bahn und finde sie insgesamt oft dann doch besser als ihren Ruf... aber für die Geschichte hab ich natürlich voll in die Klischeekiste gegriffen Lächelnd (und ich ärgere mich trotzdem auch noch oft genug über die DB)
Das stimmt, gerade in Kleinstädten/dörflicheren Gebieten... Ich hab zum Glück mein Fahrrad und bin so recht mobil (und so sehr schneit es hier dann zumeist ja doch nicht).
Ja, Joscha hat da etwas zu viel falschen Stolz, aber am Ende gewinnt dann ja doch sein Verstand und er steigt brav ein. Vielen Dank für dein Review *flausch*
vom Pech verfolgt
Chiyuki am 11/12/19 20:39
Also, ich hab schon grob ne Ahnung, worum es gehen könnte... höhöhö Grinsend



Antwort der Autors Snoopy279 (12/12/19 21:24):
sehr gut, du bist eindeutig besser als ich Zwinkernd mir haben sie es erst kurz vorher bzw währenddessen verraten Lächelnd
vom Pech verfolgt
Sammy5522 am 16/12/19 07:12
;D Gott ich liebe deine Geschichte jetzt schon. Freue mich schon wenn es weiter geht 🥳



Antwort der Autors Snoopy279 (16/12/19 18:38):
uii, das freut mich Smiley da hab ich an der Stelle ausnahmsweise mal keinen Einfluss drauf, aber bestimmt bald.
Danke für dein Review
vom Pech verfolgt
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jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

alyssia
14/12/20 07:20
Wir gehen in die zweite Runde meiner Weihnachtsgeschichte 'Kein Weihnachtszauber' einer Geschichte ohne Glitzer und Magie, denn was bleibt, wenn der Weihnachtszauber fehlt? Der Boden der Tatsachen

Witch23
19/11/20 14:34
damit wären er drei die etwas beigetragen haben bisher ^^

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