Der kleine feine Unterschied von Snoopy279 (Abgeschlossen)
Inhalt: Adrians kleiner Bruder Levin kommt überraschend zu Besuch - und es funkt sofort zwischen ihm und Adrians Mitbewohner, Pablo. Allerdings gibt es da etwas, wovor Adrian ihn warnen will - was Levin gar nicht nachvollziehen kann...
Genres: Komödie, Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Kapitel: 1
Veröffentlicht: 18/02/20
Aktualisiert: 18/02/20
Anmerkungen zur Geschichte:Hallo ihr Lieben,

es ist mal wieder Dienstag - und dieses Mal müsst ihr aufpassen, dass eure Hände nicht schwarz werden, es ist noch ganz druckfrisch xD (bzw. heute erst fertig getippt). Gewidmet ist es meiner kleinen Schwester - DANKE! vor allem dafür, dass ich unseren Dialog verwenden durfte (auf mein "bitte sag mir, dass ich das verwenden darf" kam ein "unbedingt" zurück), in dem es auch um diesen kleinen, feinen Unterschied ging, ohne den es diese Geschichte nicht gäbe. (An der Stelle der Hinweis - jede Ähnlichkeit zwischen ihr und Levin ist gewollt (auch wenn sie nicht identisch sind), jede Ähnlichkeit zwischen mir und Adrian ist selbstverständlich rein zufällig xD). Auch wenn ich deine Empfehlungen manchmal lieber nicht befolgen würde - ohne sie und ohne dich wäre mein Leben deutlich langweiliger und öder!

So, genug der Vorrede (und Albernheiten, sorry, ich bin schon im Karnevalsfieber *hat grad Hänneschensitzung im Hintergrund laufen und muss gleich das Kostüm für Donnerstag fertig nähen). Nächste Woche kommt Dienstag übrigens nichts - der Upload erfolgt schon Montag Lächelnd

Viel Spaß beim Lesen (und schöne Karnevalstage)!
lg, Snoopy
... zwischen "zwingen" und "empfehlen"
„Du, Pablo, ist es für dich okay, wenn mein kleiner Bruder zu Besuch kommt?“, fragte Adrian seinen Mitbewohner.
„Klar, kein Thema. Dann lern ich ihn endlich mal kennen. Wann kommt er denn?“
„In zwei Stunden.“
Verdutzt sah Pablo Adrian an, der entschuldigend und hilflos mit seinen Schultern zuckte und sein Handy hochhielt. „Keine Ahnung, ich habs auch gerade erst erfahren. Wir hatten zwar mal überlegt, ob er mich nach den Abschlussprüfungen besuchen kommt, aber ich bin davon ausgegangen, dass wir die genauen Details vorher nochmal besprechen.“
„Verstehe. Hätte mich auch gewundert, wenn du so kurzfristig erst fragst. Ich mein, es sind vier Stunden Fahrzeit, also ist er ja schon unterwegs und es eigentlich zu spät, oder?“, erwiderte Pablo.
„Ja, total blöd. Von daher bin ich froh, dass du kein Problem damit hast, weil ich will Levin nicht im Stich lassen, aber aber ich hätte ein total schlechtes Gewissen gehabt, dir seinen Besuch einfach aufzudrängen“, antwortete Adrian.
„Mach dir keinen Kopf. Hast du denn ne Idee, warum er so plötzlich losgefahren ist? Oder sind solche Spontan-Aktionen typisch für ihn?“
„Levin ist oft sehr spontan, aber einen Besuch würde er normal schon vorher absprechen. Entweder die Prüfung ist so katastrophal gelaufen, dass er jetzt schon weiß, dass er durchgefallen ist oder er hatte mal wieder Stress mit Papa. Wobei ich auf letzteres tippe. Wir werden es ja bald erfahren.“
„Das stimmt.“ Pablo nickte. „Dann geh ich grad nochmal schnell einkaufen, für drei Leute ist es etwas wenig, du kannst in der Zeit ja nochmal durchsaugen.“
„Guter Plan“, stimmte Adrian zu.


Pünktlich stand Adrian etwa zwei Stunden später am Gleis, um seinen Bruder abzuholen – und erfreulicherweise war der Zug ebenfalls pünktlich und fuhr am angekündigten Gleis ein.
Wenig später flog Levin ihm in die Arme.
„Hey, Kleiner. Schicke Haare“, begrüßte Adrian ihn, nachdem er ihn gedrückt hatte. Aktuell waren Levins Haare überwiegend schwarz mit dunkelvioletten Strähnen.
„Hmm... Ich glaub, ich hab keinen Bock mehr drauf“, wiegelte Levin das Kompliment ab.
„Aber das lila ist doch ganz frisch!“, hakte Adrian erstaunt nach. Als Bruder eines angehenden Frisörs, der spätestens seit seinem vierzehnten Lebensjahr gefühlt alle zwei Wochen die Farbe wechselte oder nachfärbte, fiel ihm so etwas mittlerweile zwangsweise auf.
„Ja, konnt ja nicht mit dem ausgewaschenen Gedöns von davor zur Prüfung gehen. Aber ich denke, als nächstes rasier ich sie ganz ab und wenn sie lang genug sind, dann mach ich sie tannengrün. Über das schwarz kann ich nämlich nichts anderes drüberfärben.“
„Krass... Ich hab dich seit Ewigkeiten nicht mehr mit deiner eigenen Haarfarbe gesehen“, stellte Adrian versonnen fest. „Aber deshalb bist du sicher nicht hier“, wechselte er dann das Thema und wurde ernst. „Was ist passiert?“
„Ach, meine Prüfung lief nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, irgendwie hat das alles nicht so geklappt wie geplant. Und als ich das dann angesprochen habe, hat Papa wieder angefangen von wegen ich hätte mir nen anderen Job suchen sollen, in dem ich mehr verdiene, dann hätte ich das Problem jetzt auch nicht.“ Wütend presste Levin seine Lippen aufeinander und Adrian konnte sehen, dass Wuttränen in seinen Augen schimmerten.
„Mensch, der ist echt ein Idiot. Auch wenn es deutlich leichter gesagt als getan ist, nimm es dir nicht so zu Herzen“, riet Adrian und umarmte Levin erneut.
„Was hältst du davon, dass wir jetzt erst mal zu mir fahren und dann bestellen wir Pizza und quatschen oder gucken einfach was, je nach dem, wonach dir ist.“
„Klingt gut“, stimmte Levin zu, sodass sie sich auf den Weg machten.


„Sind da“, rief Adrian laut, als er die Wohnung betrat und hielt die Tür dann für seinen Bruder offen. Rasch zogen sie Jacken und Schuhe aus.
„Hey“, begrüßte Pablo die beiden, nachdem er zu ihnen in den Flur getreten war.
„Das ist Pablo und das ist Levin“, stellte Adrian die beiden einander vor.
„Schön, dich mal live kennenzulernen und nicht nur vom Telefon“, sagte Pablo.
„Stimmt, freut mich auch, nach all dem, was Adrian schon erzählt hat“, erwiderte Levin. Beide reichten einander die Hand und schüttelten sie. Allerdings ließen sie danach nicht los, sondern waren ganz vertieft in die Betrachtung ihres Gegenübers.
Adrian schmunzelte. So wie es aussah, hatte Levin da soeben etwas oder besser gesagt jemanden gefunden, der ihn etwas über den Konflikt mit ihrem Vater hinwegtrösten würde.
Als die beiden nach einigen Minuten immer noch keine Anstalten machten, sich voneinander zu lösen, wurde es ihm jedoch zu bunt.
„Jungs, ich hab ja echt kein Problem damit, wenn ihr Händchen halten wollt, aber mir ist das im Flur zu unbequem. Wenn ihr wollt, kommt mit zur Couch, ihr könnt aber meinetwegen gerne auch stehen bleiben.“
Noch bevor Adrian fertig war, hatten die beide die Hand des anderen schon losgelassen, so schlagartig, als hätten sie sich aneinander verbrannt. Und zu seiner Überraschung wurde nicht nur Levin, sondern auch Pablo rot. Dabei war sein Mitbewohner sonst eigentlich durch nichts und niemanden zu erschüttern.

„Couch klingt nach einer guten Idee“, fing Levin sich zuerst. „Wo kann ich mein Zeug abstellen?“
„Nimm das ruhig mit, wir werden dir nachher die Couch ausziehen als Bett“, antwortete Adrian und ergänzte dann: „Zumindest war das mein ursprünglich mein Plan …“
„Idiot!“, kam daraufhin zweistimmig zurück.
„Schön, dass ihr euch da einig sein. Das ist sicherlich eine gute Grundlage“, konterte Adrian amüsiert.
Pablo verdrehte die Augen und beschloss, ihn einfach zu ignorieren. „Was kann ich dir denn zu trinken anbieten?“, fragte er Levin.
„Cola Zero bitte, oder Light, wenn ihr habt.“
„Klar, kommt sofort.“
Grinsend ging Adrian ins Wohnzimmer und Levin folgte ihm.
„Soll ich schon mal Pizza bestellen?“
Noch bevor Levin antworten konnte, knurrte sein Bauch.
„Okay, wird erledigt.“ Adrian angelte nach dem Telefon und suchte die Nummer ihres Stammitalieners im Nummernverzeichnis. „Wie immer?“
„Klar“, erwiderte Levin.
„Pablo, bei dir auch wie immer?“, rief Adrian.
„Schrei doch nicht so, ich höre noch gut“, protestierte Pablo, der in dem Moment ins Wohnzimmer kam. „Aber ja, wie immer.“
Sofort drückte Adrian auf den grünen Hörer und gab die Bestellung auf: zwei Pizzen speciale mit Salami und Champignons, eine mit, die andere ohne Kochschinken und eine Thunfischpizza.
Anschließend ging er sich selbst etwas zu trinken holen, denn Pablo hatte ihm nichts mitgebracht und war in ein Gespräch mit Levin vertieft.

Etwa eine halbe Stunde später klingelte es. Adrian öffnete und kurz darauf kam er mit drei verheißungsvoll duftenden Pizzakartons wieder ins Wohnzimmer. Die Pizza Tonno gab er Pablo, Levin die Speciale ohne Kochschinken und sich selbst nahm er die mit.
Daraufhin entfernte Levin sorgfältig die komplette Salami auf seiner Pizza und beförderte sie auf Adrians.
„Wieso nimmst du die ganze Salami runter?“, hakte Pablo verwirrt nach.
„Ich esse kein Fleisch, aber ich mag den Geschmack“, erklärte Levin ihn. Das trug nicht wirklich dazu bei, Pablos Verwirrung zu zerstreuen, doch er nickte nur und akzeptierte es, woraufhin Levin ihm ein Lächeln schenkte. Er hasste es, die Vegetarier- oder eben doch nicht Vegetarier-Diskussion führen zu müssen, die meistens an dieser Stelle kam.

Als alle wieder saßen und mit ausreichend Pizza sowie Getränken versorgt waren, starteten sie den „Shanghai Knights“. Sie hatten sich in der Zwischenzeit auf Film als Unterhaltung zum Essen geeinigt, weil Levin etwas Lustiges mit Action gucken wollte und Owen Wilson mochte.
Levin saß zwischen den beiden anderen in der Mitte der Couch. Sie kannten den Film alle schon, schließlich war er ziemlich alt, aber er erfüllte seinen Zweck.
Nachdem die Pizza vernichtet war, sah Levin unschlüssig von Adrian zu Pablo und wieder zurück.
Adrian kannte seinen Bruder gut genug, um dessen Gedanken zu erraten. Daher schnappte er sich dessen Beine und legte sie sich auf den Schoss, sodass Levin mit seinem Oberkörper automatisch gegen Pablo stieß. Noch bevor Levin sich von dem Schrecken erholt hatte und entschuldigen konnte, hatte Pablo schon seinen linken Arm um ihn geschlungen und drehte sich ein wenig zu ihm, sodass Levin sich bequem ankuscheln konnte. Selbstverständlich lehnte Levin dieses Angebot nicht ab, denn statt mit einem von beiden direkt mit beiden kuscheln zu dürfen, war einfach perfekt.

Nach dem Film verharrten sie in der Position und Pablo machte eine Playlist auf Spotify als Hintergrundmusik an.
Gemeinsam planten sie, was Levin so unternehmen könnte.
„Also morgen schlaf ich erst mal richtig aus und dann frühstücke ich ganz gemütlich“, verkündete Levin. „Endlich nie wieder um halb sechs aufstehen, um rechtzeitig in der Berufsschule zu sein – also hoffe ich zumindest.“
„Du bist nicht durchgefallen, da bin ich mir sicher“, beruhigte Adrian ihn.
„Woher willst du das wissen? Du warst bei der Prüfung nicht dabei!“
„Ich kann's mir trotzdem nicht vorstellen.“
„Ich auch nicht“, mischte Pablo sich ein, „auch wenn ich natürlich noch weniger Ahnung habe.“
„Ihr seid süß.“ Levin musste unwillkürlich lächeln.
Da Levin kurz darauf anfing zu gähnen, wurde aus dem Pläne schmieden nicht mehr viel.
Stattdessen richtete Adrian ihm das Sofa her und Pablo zeigte ihm das Bad und gab ihm ein Handtuch.
Wenig später herrschte Ruhe in der Wohnung, denn auch wenn Adrian und Pablo noch nicht schliefen, hatten sich beide in ihre Zimmer zurückgezogen.

***

Am nächsten Morgen schlief Levin tatsächlich noch, als Adrian und Pablo das Haus verließen.
Adrian hatte seinem Bruder den Ersatzschlüssel mit einem Zettel auf den Küchentisch gelegt, damit Levin machen konnte, was er wollte.
Tatsächlich blieb Levin jedoch den ganzen Tag in der WG und schaute endlich mal „The Witcher“, weil er da schon die ganze Zeit reingeschaut haben wollte, es aber wegen des Lernens und der Nervosität bislang nicht gemacht hatte.
„So, jetzt brauchst du aber mal frische Luft“, beschloss Adrian, als er wieder nach der Arbeit nach Hause kam. „Lass uns runter zum Rhein gehen.“
„Ja, gute Idee, ich komme mit, wenn es okay ist“, sagte Pablo, der ebenfalls nach Hause gekommen war.
Levin brummelte, hatte am Ende aber keine Chance gegen die beiden anderen.
Doch da es wirklich schönes Frühsommerwetter war, sonnig, hell und noch warm, aber nicht zu heiß, mit einer angenehmen Brise, genoss er den Spaziergang trotz seiner anfänglichen Lustlosigkeit.

Als sie wieder zurück waren, stellte Adrian sich in die Küche und machte schnell Nudeln mit Tomatensoße.
Levin und Pablo nutzten die Zeit, um zu knutschen und ein wenig Pläne zu schmieden. Auch wenn beide wussten, dass er kein Problem damit hatte, dass sich zwischen ihnen etwas anbahnte, wollten sie das nicht unbedingt in seiner Gegenwart tun.

Nach dem Essen klingelte dann Levins Handy. Er seufzte. „Ich will nicht mit Mama reden.“
„Kann ich verstehen, aber du solltest trotzdem rangehen. Du weißt doch, sie meint es trotz allem gut und sorgt sich um dich“, antwortete Adrian ihm.
„Ja, ich weiß“, erwiderte Levin und ging ran.
„Dein Bruder ist echt süß“, meinte Pablo. „Schade, dass er so weit weg wohnt.“
„Stimmt, doch vielleicht ändert sich das bald. Etwas Abstand zwischen Papa und ihm wäre sicherlich hilfreich und jetzt, wo er fertig ist, gibt es auch keinen Grund mehr, Zuhause wohnen zu bleiben. Am liebsten wäre er schon während der Ausbildung ausgezogen, aber das war finanziell nicht drin. Und hier hat er durch mich immerhin ne Anlaufstelle, von der aus er einen Job und eine Wohnung oder WG suchen kann. Naja, möglicherweise gibt es dazu noch ein oder zwei recht überzeugende Gründe, die ihn hierher verschlagen könnten.“ Adrian zwinkerte Pablo zu.
„Meinst du? Ich mein, ich weiß nicht, ob es wirklich was werden könnte, schließlich kenn ich ihn dafür zu kurz. Aber ich würd mich freuen, wenn wir uns besser kennen lernen würden.“
„Letztlich musst du Levin fragen, ich könnt's mir aber gut vorstellen.“
„Morgen wollte ich mit ihm übrigens auf den Mittelaltermarkt gehen, der jetzt am Wochenende hier ist“, fing Pablo an.
„Bist du wahnsinnig?“, fragte Adrian ihn entgeistert.
„Warum? Er sagte, dass er gerne auf Mittelaltermärkte geht“, entgegnete Pablo verdutzt.
„Warum? Das kann ich dir sagen. Du wirst ein Vermögen loswerden, weil Levin ständig irgendetwas sieht, was er unglaublich toll findet, sich aber nicht kaufen will oder auch kann, weil er das Geld nicht hat. Dann zwingt er dich dazu, es zu kaufen. Und wenn ich schon als sein großer Bruder nicht widerstehen kann, dann wirst du seinen großen Plüschaugen erst recht nicht widerstehen können.“

Bevor Pablo etwas dazu sagen konnte, mischte Levin sich ein. „Gezwungen hab ich dich nicht!“
Sofort drehte Adrian sich zu ihm um. „Natürlich nicht, schließlich würdest du mich nie zu irgendetwas zwingen“, erwiderte er sarkastisch, doch das ging völlig an Levin vorbei.
Der nickte nämlich ernsthaft. „Genau, es war eine Empfehlung.“
„Achso, das mit der Seife nennt man also Empfehlung!“ Adrian wandte sich wieder Pablo zu. „Wir waren vor ein paar Jahren auf dem Weihnachtsmarkt, an einem Seifenstand – und Levin gefielen die in Cupcakeform unglaublich gut.“
„Die waren auch niedlich, das musst du zugeben!“, ergänzte Levin sofort.
„Ja, waren sie. Auf jeden Fall hat er mir mindestens fünf Minuten lang ausführlich erklärt, wie toll diese Seife doch sei, so schön verarbeitet, tolle Farben und was auch immer und das dieses Seifenstück genau das sei, was in meinem Leben noch fehlen würde. Er hat so sehr Werbung gemacht, dass die Verkäufer nach dem Hallo ganz am Anfang eigentlich nur noch grinsend und nickend da standen. Ich hab mich eigentlich nur gewundert, dass sie ihm keinen Vertrag als Aushilfe angeboten haben. Und jedes Mal, wenn ich gesagt habe, dass ich das nicht kaufen will und weitergehen wollte, fing er wieder an. Aber natürlich hat er mich nicht gezwungen.“

„Hase, du verstehst mich absolut falsch! Ich spreche Empfehlungen aus“, beharrte Levin auf seinem Standpunkt.
„Ja, klar, alles mein Fehler.“ Adrian verdrehte die Augen.
„Das heißt, du hast es am Ende gekauft?“, wollte Pablo wissen.
„Hab ich – und dann unserer Mutter geschenkt, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll. Sie hat es immer noch im Gäste-WC stehen, weil das ja viel zu schön zum Verbrauchen ist.“
„Siehst du, und ich hab es dir empfohlen“, sagte Levin zufrieden. „Und ich motiviere dich zu guten Entscheidungen.“
„Natürlich, sehe ich absolut ein.“ Die Ironie in Adrians Stimme war unüberhörbar, doch an Levin prallte sie einfach ab.
„Entscheidungen, die sehr wichtig für dich und dein Seelenleben sind“, fuhr er ungerührt fort.
„Wie konnte ich dich nur so schrecklich verkennen?“, warf Adrian rhetorisch ein.
„Ja!“ Levin nickte triumphierend.
„Du hast selbstverständlich vollkommen recht und ich kann dich nur untertänigst um Verzeihung bitten“, spöttelte Adrian und tat so, als wolle er sich vor seinem Bruder auf die Knie werfen.
„Quatsch, ich verzeihe dir auch so und empfehle dir nur, weiterhin meinen Empfehlungen zu folgen.“
Pablo hatte das Schauspiel größtenteils staunend verfolgt und brach jetzt in lautes Lachen aus. Levin und Adrian schafften es noch einige Sekunden lang, ihren betonten Ernst aufrechtzuerhalten, dann prusteten sie ebenfalls los.

Als sie sich eine gute halbe Stunde später endgültig beruhigt hatten – davor hatte ein Blick zu einem der beiden anderen genügt und sie waren wieder in Gelächter ausgebrochen – griff Adrian das Thema nochmal auf. „Unserer Mutter hat er neulich während dem Einkaufen auch eine Millionen Dinge empfohlen, die sie unbedingt braucht und mitnehmen muss, weil ich an dem Wochenende zu Besuch war. Was natürlich sehr lieb gemeint war, aber es war so viel, dass ich an dem einen Wochenende nicht einmal die Hälfte davon tatsächlich essen konnte.“
„Verstehe. Danke für den Hinweis, ich werde die Empfehlungen morgen genauestens prüfen“, beschloss Pablo.
„Wundervoll! Denn bei genauer Prüfung wirst du feststellen, wie gut und wichtig sie für dich sind“, bekräftigte Levin sein Vorhaben und küsste ihn dann.
Adrian grinste nur. Er war nicht annähernd so zuversichtlich wie Pablo selbst, dass sein Mitbewohner das volle Ausmaß begriffen hatte – und Levin wusste jetzt schon ganz genau, wie er ihn mundtot machen konnte. Morgen würden sie weiterreden...

ENDE
Diese Geschichte findest du unter http://boyxboy.de/efiction//viewstory.php?sid=1556