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Nick hat Geburtstag und wird gleich doppelt überrascht - mit einem gelungenen Start in den Tag und dann bekommt er auch noch das, was er sich am sehnlichsten gewünscht hat, obwohl er an dem Tag noch gar nicht damit gerechnet hat.

Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine

Kapitel: 1     Gelesen: Nicht möglich
Inhaltsverzeichnis

Wörter: 2901     Klicks: 944
Veröffentlicht: 28/04/20 Aktualisiert: 28/04/20
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Anmerkungen zur Geschichte
Huhu meine Süßen!

Vielleicht erinnert sich ja jemand von euch noch an die Ankündigung bei "Niemals geht man so ganz", dass das der Start in einen Mini-Zyklus war - "Die Feste feiern, wie sie fallen". Nachdem wir in der Winter-Ausgabe eine Beerdigung hatten, haben wir jetzt in der Frühlingsedition einen Geburtstag. Inhaltlich sind beide Geschichten einschließlich der Protagonisten völlig unabhängig voneinander, ihr könnt den heutigen OS also auch einfach so lesen.
Nick kennen einige von euch aber schon, schließlich hat er Lenny und Jens verkuppelt - die beiden haben natürlich einen kurzen Gastauftritt. (Wer das genauer nachlesen will: Ende gut, alles gut).

Jetzt aber genug - viel Spaß beim Geburtstag feiern mit Nick!
lg, Snoopy
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1. Ein unvergesslicher Geburtstag

„Vielen Dank noch mal, ihr beiden! Das Frühstück war wirklich fantastisch. Aber es wäre wirklich nicht nötig gewesen“, beteuerte Nick, strahlte dabei jedoch über sein ganzes Gesicht.
„Natürlich war das notwendig. Schließlich hast du nur einmal im Jahr Geburtstag und ohne dich wären wir vielleicht nie zusammengekommen“, widersprach Lenny ihm sofort energisch. Jens grinste nur. Es war ziemlich offensichtlich, wer bei den beiden die Hosen anhatte, seit Lenny realisiert hatte, das Jens wirklich genauso in ihn verliebt war wie umgekehrt. Obwohl Lenny gut zwei Köpfe kleiner und deutlich schmaler war als Jens, wickelte er seinen Partner jedes Mal wieder um den Finger. Mittlerweile war Jens ausgezogen und wohnte mit Lenny zusammen. Trotzdem hatte Jens für Notfälle noch den Schlüssel zur Wohnung, sodass sie Nick mit seinem Geburtstagsfrühstück überrascht hatten. Sonst sahen sie sich meist im Regenbogen, der Kneipe, wo Nick selbst als Barkeeper und Jens als Türsteher arbeitete. Lenny gehörte dagegen zu den Stammgästen – erst recht, seit er mit Jens zusammen war. Gelegentlich unternahmen sie auch etwas gemeinsam, denn Lenny hatte sich in ihren Freundeskreis wunderbar eingefügt, nachdem er seinen eigenen Freundeskreis aufgegeben hatte, weil die arroganten Idioten Jens aufgrund seines Jobs abgelehnt hatten.

„Und jetzt viel Spaß bei deiner Familie, feier noch schön“, verabschiedeten die beiden sich mit einer Umarmung von Nick.
„Danke, das werde ich machen. Euch auch noch einen schönen Tag!“
Glücklich schloss Nick die Tür hinter ihnen. Damit hatte er wirklich nicht gerechnet, schließlich wusste er, wie schwer Jens morgens aus dem Bett kam. Er wollte gar nicht wissen, wie Lenny das hinbekommen hatte.
Rasch zog er sich ein paar schickere Klamotten an und machte sich dann auf den Weg zu seiner Familie. Es war Tradition, dass er an seinem Geburtstag zu seinen Eltern fuhr.
Am meisten freute er sich allerdings nicht auf seine Eltern, sondern auf Rieke, seine Schwester.
Wenig später saß Nick in seinem Auto und fuhr los.


„Alles alles Liebe und Gute zum Geburtstag, Bruderherz“, überfiel Rieke ihn, kaum dass er aus dem Auto ausgestiegen war.
„Dir auch alles alles Liebe und Gute zum Geburtstag, Schwesterchen!“, erwiderte er und drückte sie, woraufhin sie ihm die Zunge rausstreckte. Sie hasste es, wenn er die paar Minuten, die er älter war, raushängen ließ.
Die Umarmung fühlte sich für Nick ziemlich ungewohnt an, weil Rieke hochschwanger war. In zwei Wochen sollte das Baby zur Welt kommen.
„Hier bist du, Schatz! Ich habe dich schon gesucht.“ Besorgt kam Pascal, Riekes Ehemann, auf sie beide zu.
„Natürlich bin ich hier, schließlich muss ich Nick doch als Erste gratulieren! Außerdem bin ich nur schwanger, nicht krank“, gab sie gereizt zurück und verdrehte ihre Augen.
„Wobei das blöde Ding langsam wirklich mal rauskommen könnte, es nervt“, sagte sie leise zu Nick.
„Das glaub ich dir, aber bald hast du es ja geschafft! Ich freu mich auf jeden Fall schon riesig auf den Zwerg.“ Nick war schon gespannt, ob es ein Junge oder ein Mädchen sein würde. Seine Schwester, die sich überraschen lassen wollte, hatte sich gegen ihren Mann durchgesetzt, der das Geschlecht schon vor der Geburt wissen wollte.
„Ich weiß, und du wirst der beste Patenonkel der Welt sein.“ Rieke lächelte wieder.
„Alles Gute zum Geburtstag, Nick“, wünschte Pascal ihm.
„Danke.“

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg in das Elternhaus der Zwillinge. „Ich mach mir einfach Sorgen um dich und das Baby“, erklärte Pascal seiner Frau.
„Weiß ich, aber ich bin schon groß. Und der Arzt sagt, dass alles gut verläuft. Also passt das schon. Mama hat ihre Schwangerschaft schließlich auch überlebt, und die hatte zwei Exemplare im Bauch“, antwortete Rieke ihm. „Wobei ich mich manchmal wirklich frage wie, mir ist das eine ja schon zu viel.“
„Naja, ich wollte nie ein Einzelkind haben. Und der Gedanke, dass ich das danach nie wieder durchmachen muss, weil sich das eh erledigt hat, war sehr hilfreich. Genauso wie die Tatsache, dass ihr wie die meisten Zwillinge früher gekommen seid.“ Ihre Mutter Gabi, die zur Tür gekommen war, hatte die letzten Sätze ihrer Tochter mitbekommen und schmunzelte.
„Alles Gute zum Geburtstag, Großer! Wie war dein Morgen?“ Sie umarmte Nick.
„Danke, Mama. Super! Lenny hat Jens doch tatsächlich aus dem Bett geschmissen und sie haben mir ein riesiges Frühstücksbuffet gemacht.“
„Wahnsinn. Er hat ihn offenbar wirklich gut im Griff.“ Aus den Erzählungen ihres Sohnes wusste Gabi, was für ein Langschläfer dessen ehemaliger Mitbewohner war.
„Herzlichen Glückwunsch, Sohnemann! Jetzt bist du offiziell auch alt“, gratulierte Vater Dietmar scherzhaft und umarmte ihn ebenfalls.
„Ha ha, Papa, sehr lustig.“ Nick streckte ihm die Zunge raus und realisierte erst währenddessen, dass das gleichzeitig wunderbar deutlich machte, dass er noch lange nicht erwachsen war, geschweige denn alt.

„Dominik! Schön, dass du auch da bist. Alles Liebe und Gute zu deinem dreißigsten Geburtstag!“, reihte Oma Leni sich bei den Gratulanten ein.
„Danke, Oma.“
„Hast du denn mittlerweile jemanden gefunden?“, bohrte sie danach zielsicher den Finger in die Wunde. Eigentlich fand Nick es ja ganz okay, Single zu sein, aber manchmal wünschte er sich schon einen Partner. Vor allem dann, wenn er sah, wie glücklich Lenny und Jens, seine Eltern und auch Rieke und Pascal zumindest außerhalb des Streitthemas Schwangerschaft waren. Oma Leni hingegen fand das gar nicht in Ordnung. Dass er schwul war, hatte sie nach einiger Zeit akzeptieren können, dass er alleinstehend war, war jedoch nicht akzeptabel.
„Langsam wird es wirklich Zeit mit der Familiengründung! Die werden euch kein Kind zur Adoption geben, wenn ihr zu alt seid. Und wenn dein Partner viel jünger ist, sicherlich auch nicht, das schickt sich nicht.“ Oma Leni hatte sehr klare Vorstellung vom Leben – und das höchste Ziel war ihrer Meinung nach, eine eigene Familie zu gründen. „Frederike ist ja jetzt immerhin schwanger, auch wenn sie ganz schön spät dran ist mit dem ersten Kind.“
Tatsächlich war Nicks Vorstellung da nicht allzu weit von entfernt – eine Familie und vor allem auch ein Kind war etwas, was er sich sehnlichst wünschte. Allerdings war seine Definition von Kind und Familie deutlich flexibler als die seiner Großmutter: „Ach Oma, so spät ist das auch nicht. Du kannst das einfach nicht mit den Zeiten früher vergleichen! Und was mich angeht, ich brauch kein eigenes Kind – schließlich hab ich ja bald ein Patenkind, das ich nach Strich und Faden verwöhnen kann.“

„Wehe dir! Sonst muss ich mir das nochmal überlegen, ob du wirklich Patenonkel wirst“, drohte Rieke spielerisch.
„Nein, das kannst du mir nicht antun! Du kannst mir mein Baby nicht wegnehmen!“, ging Nick sofort darauf ein. Er wusste, dass seine Schwester es nicht ernst meinte.
„Dein Baby?“, protestierte Pascal daraufhin beinahe panisch, während Rieke das gleiche synchron in einem sehr belustigten Tonfall äußerte.
„Natürlich ist das auch mein Baby, wir sind ja schließlich Zwillinge!“, argumentierte Nick.
„Nick, ich glaube, du hast in Bio nicht aufgepasst. Schau mal, du bist ein Junge und deine Schwester ein Mädchen. Daher könnt ihr keine eineiigen Zwillinge sein und teilt nicht mehr DNA miteinander, als normale Geschwister auch“, mischte Dietmar an der Stelle ein.
Daraufhin verdrehte Nick die Augen und streckte seinem Vater erneut die Zunge raus. „Das weiß ich auch. Aber wir haben uns eine Gebärmutter geteilt, das emotionale Band zwischen uns macht dieses Baby auch zu meinem Baby!“
Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite, nur Oma Leni und Pascal sahen eher kritisch drein. Pascal war lange Zeit eifersüchtig auf das enge Band zwischen den Zwillingen gewesen und scheinbar waren Reste dieser Eifersucht auch jetzt noch da.

„Es freut mich ja, dass ihr alle so viel Spaß habt, aber wenn ihr euren Gästen auch was zum Essen und Trinken anbieten wollt, sollten wir langsam in der Küche weiter machen“, mahnte Gabi sanft.
„Ja, Mama, wir kommen“, antworteten die Zwillinge im Chor.
„Autsch“, entwich es Rieke unwillkürlich.
„Ist alles okay, Schatz? Vielleicht solltest du doch lieber eine Pause machen, Nick ist doch jetzt da. Und ich kann auch helfen.“ Besorgt sah Pascal seine Frau an.
„Nein, auf keinen Fall! Ich werde mich einfach in die Küche setzen und Nick und Mama Anweisungen geben“, widersprach Rieke ihm sofort. Jahrelange Traditionen ließ sie sich nicht kaputt machen, erst recht nicht von so Kleinigkeiten wie einer Schwangerschaft.
Nick bezweifelte, dass sie vorhatte, sich daran zu halten. Natürlich behielt er Recht. Immerhin setzte seine Schwester sich wirklich hin, aber sie half trotzdem.
Sowohl er als auch Gabi behielten Rieke trotz aller Vorbereitungen gut im Blick.

„Sag mal, Rieke, ich will dir ja nicht reinreden, aber meinst du nicht, dass es langsam sinnvoll wäre, ins Krankenhaus zu fahren? Das sieht mir irgendwie doch nach recht regelmäßigen Wehen aus“, sagte Gabi einige Zeit später besorgt.
„Aber es ist alles fast fertig, die Gäste kommen gleich“, protestierte Rieke schwach.
„Das ist nicht dein Ernst! Ich fahre dich jetzt ins Krankenhaus. Gehst du freiwillig ins Auto oder muss ich dich zwingen?“, widersprach Nick seiner Schwester energisch.
„Freiwillig“, lenkte sie sofort ein. „Aber nimm unser Auto, da ist eine Tasche mit dem Nötigsten drin. Pascal hat mich so lange genervt, bis ich sie gepackt habe.“
„Geht ihr zwei schon mal vor, ich sag den Anderen Bescheid und hol den Autoschlüssel“, wies Gabi sie an. Die Zwillinge nickten.

„Das Baby kommt“, sagte Gabi ohne Umschweife, als sie im Wohnzimmer ankam. Leni nickte nur, als hätte sie minütlich mit dieser Nachricht gerechnet. Dietmar und Pascal hingegen gerieten in totale Aufregung.
„Wie jetzt?“ „Aber es ist doch noch viel zu früh!“ „Sie wollten doch Geburtstag feiern!“ „Wir müssen einen Krankenwagen rufen!“, riefen beide wild durcheinander.
„Leni, kann ich dir das Haus überlassen? Die Gäste sollen ruhig da bleiben, das Essen ist soweit fertig und es wäre ja schade, wenn alles verdirbt. Es passt definitiv nicht alles in den Kühlschrank“, wandte Gabi sich erst mal an ihre Schwiegermutter, die einzige vernünftige Person im Raum.
„Natürlich, ich kümmere mich um alles“, versicherte Leni ihr gelassen.
„Wunderbar, danke. Dietmar, jetzt reiß dich zusammen oder du musst hierbleiben! Ein Nervenbündel reicht mir vollkommen“, verkündete Gabi ihrem Ehemann, nachdem sie sich bei ihrer Schwiegermutter bedankt hatte.
Erfreulicherweise half die klare Ansage, Dietmar riss sich sichtlich zusammen.
„Pascal, wir brauchen keinen Krankenwagen, es ist noch nicht mal ihre Fruchtblase geplatzt.“ Sie nahm ihrem Schwiegersohn das Handy weg. „Wo ist der Autoschlüssel?“
Verwirrt blinzelte Pascal sie an. Er schien mit dem Handy jeglichen Halt verloren zu haben.
Zum Glück konnte Dietmar ihr weiterhelfen. „Im Flur, auf Riekes Korb hab ich ihn vorhin gesehen.“
Sofort lief Gabi los, die Zwillinge mussten fast beim Auto angekommen sein.
Dietmar folgte etwas langsamer und zog Pascal mit sich.

Nick drehte sich gerade zum Haus um, als seine Mutter in der Tür erschien und das Auto über die Fernbedienung öffnete. Pascal hatte praktischerweise direkt vor dem Vorgarten geparkt. Er öffnete die Tür zum Beifahrersitz und half Rieke sich hinzusetzen. Sie verdrehte zwar die Augen, nahm seine Hilfe aber trotzdem an.
Anschließend nahm er selbst auf dem Fahrersitz Platz, während Gabi hinten in der Mitte zwischen Pascal und Dietmar saß.
Besonnen, aber trotzdem so schnell wie möglich fuhr Nick zum Krankenhaus. Er war selbst überrascht, wie ruhig er war. Andererseits war es gut so, denn Panik half niemandem weiter, am wenigsten Rieke. Und Pascal war auf der Rückbank wieder aus seiner Schockstarre erwacht und quasselte ohne Unterlass: „Das Baby wird bestimmt im Auto kommen. Und niemand kann die Nabelschnur durchtrennen. Wahrscheinlich stranguliert es sich dann selbst damit. Und die Autositze!“
Gabi und Dietmar versuchten, beruhigend auf ihn einzuwirken, doch sie erreichten ihn nicht.


Als sie am Krankenhaus ankamen, nahm Dietmar die Tasche aus dem Kofferraum, Gabi kümmerte sich um Pascal und Nick um Rieke. Sie meldeten sich kurz bei der Notaufnahme an, konnten dann jedoch direkt zum Kreißsaal weitergehen.
„Ach, das ist ihr erstes Kind? Dann dauert das noch. Gehen Sie einfach mal auf dem Flur auf und ab“, sagte die Krankenschwester, bei der sie sich am Kreißsaal anmeldeten. Nick begleitete Rieke, während Gabi Pascal auf einen Besucherstuhl verfrachtet hatte.
Sie schafften es nicht einmal bis ans Ende des Flurs, da platzte Riekes Fruchtblase.
Dietmar hatte sie im Auge behalten und gab sofort der Schwester Bescheid.
„Okay, dann geht es jetzt in den Kreißsaal. Soll Ihr Mann mitkommen?“, fragte die Krankenschwester. Rieke und Nick nickten nur und korrigierten die Annahme, dass er ihr Ehemann sei, nicht. Da beide sich nicht besonders ähnlich sahen, war es nicht überraschend, dass die Krankenschwester sie nicht als Geschwister erkannte.
Und so sehr Rieke ihren Ehemann auch liebte, jetzt gerade brauchte sie jemanden, der ihr Kraft und halt gab und nicht jemanden, der panischer und aufgeregter war als sie selbst.

Als erstes wurde geprüft, wie weit der Muttermund schon eröffnet war, anschließend wurde ihr der Wehenschreiber um den Bauch gebunden.
„Oh, Ihr Kind hat es wohl recht eilig, Sie haben ja schon Presswehen!“, stellte die Krankschwester erstaunt fest.
„Hoffe ich doch, dass das bald vorbei ist“, keuchte Rieke. Sie gab sich große Mühe, so zu atmen, wie sie es im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte, doch es war wirklich schwer. Von den Schmerzen zu hören und sie selbst zu erleben, war eben etwas ganz anderes.
Nick ertrug einen Teil der Schmerzen solidarisch mit, da Rieke seine Hand nahezu zerquetschte. Er wusste ja, dass seine Schwester anpacken konnte und vieles selbst erledigte, aber er hatte nicht geahnt, dass sie solche Kräfte entwickeln konnte!
Am liebsten hätte er ihr noch mehr abgenommen, doch das war etwas, wo sie alleine durch musste.
Mit beruhigenden und ermutigenden Sätzen wie „Du schaffst das schon! Bald ist das Baby da“, versuchte er ihr trotzdem beizustehen und zu zeigen, dass er da war.
„Sie machen das super, das Köpfchen ist schon zu sehen“, lobte der Arzt, der in der Zwischenzeit hinzugekommen war, Rieke.
Trotzdem dauerte es noch eine ganze Weile, bis der Kopf durch war – und dann ging auf einmal alles unglaublich schnell.
Mit einem Schrei protestierte das Baby gegen die neue, fremde Umgebung.

„Oh, die Nabelschnur ist zu kurz, wir müssen sie durchtrennen, bevor Sie Ihren Sohn in die Arme nehmen können.“
Besorgt beäugte Rieke das Prozedere, doch es ging schnell. Als sie ihren Sohn im Arm hielt, waren die ganzen Schmerzen tatsächlich unwichtig. Staunend betrachtete sie ihn.
„Herzlichen Glückwunsch! Er ist wundervoll“, gratulierte Nick ihr leise.
„Wie soll er denn heißen?“, erkundigte die Krankenschwester sich.
„Nikolas“, antwortete Rieke erschöpft, aber glücklich. Dabei warf sie einen kurzen Seitenblick zu ihrem Bruder, der vor lauter Rührung nicht wusste, was er sagen sollte. Es war offensichtlich, dass der Kleine in Anlehnung an seinen Spitznamen so heißen sollte.
Nachdem Niko etwas Milch getrunken hatte, durfte Nick ihn waschen und nachdem er gewogen und gemessen war, anziehen. Anschließend wurden Rieke und der Kleine auf ihr Zimmer verlegt.


Nick gesellte sich zu seinen Eltern und erzählte ihnen schon einmal alles, während Pascal zu Rieke ins Zimmer ging, damit die kleine Familie etwas Zeit für sich hatte.
„Wunderbar, dass alles so gut verlaufen ist! Dann gehe ich mal runter, um Mutter und den Rest der Verwandten zu informieren“, sagte Dietmar glücklich.
Gabi nahm ihren Sohn in den Arm. „Ich bin so stolz auf euch beide! Der kleine Niko ist auf jeden Fall in den besten Händen.“
Dankbar erwiderte Nick die Umarmung. „Er ist auf jeden Fall das süßeste Baby der Welt und ich werde alles tun, was ich kann, damit es ihm gut geht“, wisperte er. Sein Gesicht hatte er an der Schulter seiner Mutter vergraben. Es musste ja nicht jeder sehen, dass er von seinem Neffen und der Ehre, nicht nur Patenonkel, sondern auch Pate für den Namen zu sein, so gerührt war, dass er weinte.
„Da bin ich mir sicher.“ Liebevoll strich seine Mutter über seinen Rücken.


Still verharrten sie, bis Pascal sie irgendwann ansprach: „Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt reinkommen.“
Natürlich ließen sie sich das nicht zwei Mal sagen. Auch Dietmar, der in der Zwischenzeit zurückgekommen war, begleitete ihn.

Während ihre Eltern ihren Enkel bewunderten, den Pascal hielt, wandte Rieke sich sichtlich erschöpft, aber mit einem breiten Strahlen an Nick: „Du weißt, was das bedeutet?“
Ihr Bruder nickte. „Ja, unser Geburtstag ist zumindest für die nächsten achtzehn Jahre zur absoluten Nebensächlichkeit geworden. Und keine Ahnung, was der Kleine alles anstellen wird und was ich in achtzehn Jahren darüber denke, aber jetzt gerade erscheint es mir das absolut wert. Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, was ich je bekommen habe.“
„Ich auch, Bruderherz, ich auch.“

ENDE
Aktualisiert: 28/04/20
Veröffentlicht: 28/04/20
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Chiyuki am 28/04/20 20:26
Hm, schon sehr unschwul. Aber ich lasse es mal gelten ;-) Auch wenn mir ein gutaussehender Pfleger oder so ganz gut gefallen hätte, der irgendwo im Hintergrund rumspringt und Nick zuzwinkert ^^
glg chi



Antwort der Autors Snoopy279 (28/04/20 21:12):
Uh, das ist nett von dir Smiley Aber wenn es zu unschwul ist, ist auch okay, auf ff.de ist es ja trotzdem. Kann ich nachvollziehen, hätte ich auch absolut nix dagegen gehabt. Leider war Nick so auf seine Schwester und das Baby fixiert, dass er den nicht wahrgenommen hätte (vielleicht gab es ihn sogar...)
Vielen Dank für dein Review und das Freischalten!
glg, Snoop
Ein unvergesslicher Geburtstag
Witch23 am 29/04/20 08:02
Echt süß. Zuerst dachte ich noch ö_ö wie im Zyklus wäre doch nicht Geburtstag sondern Geburt. Aber klar das du dann noch was bringst.

Und da das ganze nur eine Momentaufnahme aus Nikos Leben ist, auch wenn es ein besonder Moment war. Denke ich das es passt.



Antwort der Autors Snoopy279 (29/04/20 18:09):
Naja, es geht um einen Zyklus im Sinne von Geschichten zu einem übergeordneten Thema, nämlich die Feste feiern wie sie fallen und nicht um den Lebenszyklus. Dementsprechend war für mich der Geburtstag das entscheidende - und das mit der Geburt hat sich mehr so nebenbei beim Schreiben ergeben Lächelnd aber schön, dass es so doppelt passt xD
Freut mich, dass es dir gefallen hat.
Danke für dein Review!
Ein unvergesslicher Geburtstag
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Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

alyssia
14/12/20 07:20
Wir gehen in die zweite Runde meiner Weihnachtsgeschichte 'Kein Weihnachtszauber' einer Geschichte ohne Glitzer und Magie, denn was bleibt, wenn der Weihnachtszauber fehlt? Der Boden der Tatsachen

Witch23
19/11/20 14:34
damit wären er drei die etwas beigetragen haben bisher ^^

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