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Veröffentlicht: 04/06/09 Aktualisiert: 01/02/10
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1. Viele Tage sind vergangen

Viele Tage sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Ich kann nicht sagen, ob ich dich wirklich vermisst habe. Es ist ein etwas komisches Gefühl, dich jetzt plötzlich wieder zu sehen, wie du vor mir stehst, mit mir sprichst. So ganz, als wäre nichts passiert.

Dabei ist etwas passiert. Es ist sogar sehr viel passiert. Du bist aus unserer Wohnung ausgezogen. Aus unserer kleinen, feinen WG. Darauf hin konnte ich die Wohnung nicht mehr bezahlen, also musste auch ich mir eine kleinere Wohnung suchen.

Ich habe jetzt eine kleine 1-Zimmer-Wohnung. Die Küche ist ein kleiner Schuhkarton, in dem eine winzige Ikea-küche untergebracht ist. In meinem einzigen Zimmer stapeln sich die CDs und DVDs auf dem Boden, denn die Regale reichen nicht aus. In der Ecke steht meine Gitarre, seit dem Umzug... nein, eigentlich seit deinem Auszug habe ich sie nicht mehr benutzt.

Wie es in deiner neuen Wohnung aussieht weiß ich nicht. Ich war nie dort, und erzählt hast du mir ja auch nichts davon. Ob sich das heute ändern wird? Wirst du mir erzählen, was du gemacht hast, seit du aus unserer Wohnung gestürmt bist, damals, vor über einem halben Jahr?

Bisher stehen wir uns nur gegenüber. Es war Zufall, dass wir uns getroffen haben. Hier, mitten in der Innenstadt, zwischen den Jogurts und dem Frischkäse. Du hast mich zuerst erkannt, hast mich angesprochen.

Und jetzt stehen wir hier. Lange Zeit, nachdem wir uns das letzte mal gesprochen haben, Angesicht zu Angesicht. Und mir fehlen die Worte. Denn viel hat sich geändert, aber nicht alles. Selbst die grobe Zurückweisung, die ich durch dich erfahren habe, konnte meine Gefühle für dich nicht auslöschen.

Plötzlich fängst du an zu reden. Es tue dir leid, aber du hättest gerade nicht viel Zeit, deine Freundin würde auf dich warten. Du würdest dich gerne wieder mit mir treffen, damit wir uns einmal "über alles unterhalten" könnten.

Du gibst mir deine neue Telefonnummer. Deinen alten Handyvertrag hast du gekündigt, kurz nachdem du verschwunden bist, ich hatte einmal versucht dich anzurufen, aber ich bekam nur eine mechanische Stimme, die mich darüber informierte, dass unter der gewählten Nummer niemand zu erreichen sei. Ich habe also jetzt wieder deine Telefonnummer.

Du verabschiedest dich. Ich verabschiede mich. Du gehst weg, eilig, wie das letzte Mal als ich dich gesehen habe.

Zu deiner Freundin. Der Gedanke tut weh. Nein, bei dir habe ich keine Chance. Du magst Frauen. Keine Männer.

Der Zettel mit deiner Telefonnummer fällt zu Boden.

Nein, ich habe keine Chance bei dir. Nächstes Semester bin ich auf einer anderen Universität, in einer anderen Stadt. Es wird ein Neubeginn für mich werden. Ich mag einen Jugendfreund verloren haben, und mein Herz gleich dazu, doch vielleicht bekomme ich mein Herz eines Tages zurück, und dann kann ich es an jemanden verschenken, der es auch haben will.

Mit dem zu Boden sinkenden Zettel breche ich die letzte Verbindung zwischen uns ab.
Aktualisiert: 04/06/09
Veröffentlicht: 04/06/09
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waidgnom am 28/06/09 22:16
Eigentlich finde ich deine kleine Geschichte ganz nett und auch das Thema ist gut,leider hast du das alles nicht sooo gut rüber gebracht.Durch die viel zu vielen Absätze wirkt dein Schreibstil sehr abgehackt.Egal ob Handlung ,Gefühle oder Charas...alles bleibt etwas zu oberflächlich.Sei nicht traurig,aber ein bisschen mehr Zeit beim schreiben und ein paar Wörter mehr und das Ergebnis wäre sehr viel besser geworden.

Antwort des Autors Azamir (28/06/09 23:10):
Ich bin nicht traurig - denn ich persönlich habe an der Geschichte nichts auszusetzen. Es ist halt auch sehr subjektiv, wie man das empfindet - ich finde das entfremdete, distanzierte passt in diese Geschichte sehr gut. Ich habe mich mehrfach damit beschäftigt, ob und wie ich sie überarbeiten könnte, aber eine prosaische Ausweitung kam mir nicht in den Sinn, weil das nicht der Stil ist, den ich für diese Geschichte gewählt habe. Dass das nicht unbedingt gefällt, ist klar - darauf kommt es mir bei einem solchen kurzen Werk aber auch nicht an. Bei meinen kurzen Kurzgeschichten (im lit. Sinne, also "slice of life") verwende ich üblicherweise einen solchen Stil, weil er für mich das spontane, unvorhersehbare und oft unzusammenhängende zufälliger Gedanken und Geschehnisse am besten ausdrückt. Unter anderem ist das auch geprägt von den deutschen Kurzgeschichten der Nachkriegszeit, die noch weit merkwürdiger sind. Eine ausführliche Charakterisierung ist nicht üblicher Teil einer solchen Kurzgeschichte, weswegen ich sie auch nicht mache. Die Personen sind nicht wichtig, ihre Entscheidungen in dieser Geschichte sind es. Es geht um den Bruch mit der Vergangenheit, das Beginnen von einem neuen Weg, weniger um die Gefühle. Die Reflektion über Gefühle hat bereist vor Einsatz der Geschichte stattgefunden, die Handlungen in der Geschichte sind lediglich ein letztes Ergebnis der Gefühle und Überlegungen, die außerhalb der Geschichte liegen. Dies ist eine Art Geschichten zu schreiben, die im Fandom unüblich ist, aber mir macht das Spaß, und mir gefallen auch die Ergebnisse - und solange sie mir gefallen, möchte ich sie nicht zu etwas umschreiben, was meiner Vorstellung so garnicht entspricht. Ich werde demnächst an ein paar echten prosaischen Werken arbeiten, die dem üblichen Stil mehr entsprechen, vielleicht liegen die dir dann mehr - einstweilen kann ich dir nur sagen, dass dir alles von mir, was weniger als 1000 Wörter hat ziemlich sicher ähnlich wenig gefallen wird.
Aza^^
Viele Tage sind vergangen
Hime am 11/01/11 17:50
Hey,
nach dem ich sie jetzt bestimmt schon das fünfte mal lese wollte ich auch mal was zu deiner Kurzgeschichte schreiben. Ich liebe den Stil in dem sie ist, weil ich finde, das sie sehr gut auf die Situation passt - dieses ein bisschen abwesende, wenn man den Menschen wiedersieht, den man liebt, der einen aber zurückgestoßen hat, und anscheinend ja ziemlich heftig - immerhin ist er gleich ausgezogen. Außerdem kann mein Deutsch-LK verseuchtes Gehirn direkt ganz viel herausinterpretieren ^^
Schöne Kurzgeschichte.
Viele Tage sind vergangen
felis am 01/07/12 17:51
Ich mag deine Geschichte, vor allem den letzten Satz.

LG felis
Viele Tage sind vergangen
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Witch23
20/11/22 01:51
jo ist nur etwas wenierg los hier als früher ^^°

split
04/11/22 19:22
Also wenn die Seite offline gewesen wäre, hättest du die Frage nicht schreiben können, glaub ich. Jetzt funktioniert jedenfalls alles, soweit ich sehen kann *lebenszeichen geb*

beerman
03/11/22 22:08
Seite off`?

Witch23
20/08/22 10:06
Hallo zusammen

gerdhh171
23/07/22 21:10
hallo jungs

Witch23
29/06/22 06:27
Hallo auch

split
23/06/22 14:41
Hallo, welcome back

minori
22/06/22 18:02
Wenn man nach 13 Jahren mal wieder vorbei schaut :) Heyho

Witch23
10/06/22 09:30
Tja, solange bxb existiert sollte das auch ^^

carrabas
09/06/22 21:23
Dieser alte Login funktioniert noch :O

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