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Morgenröte

von angeleyes [Ab 12] [Reviews - 3] (Abgeschlossen)
Veröffentlicht: 22/06/09 Aktualisiert: 30/04/12
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1. Kapitel 1

Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und ich habe panische Angst dass er es hören könnte. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass er es hört, obwohl das ziemlich unwahrscheinlich ist, denn er sitzt ja 5 Meter von mir entfernt.

Aber trotzdem! Ich komme mir so dämlich vor!
Da sitzt mein Traummann bloß einpaar kleine Meterchen von mir weg und ich bin zu feige ihn anzuquatschen!

Ah, ich werd hier noch kirre!

Denn was mach ich?

Genau, ich glotz ihn einfach nur wie blöde an und jedes Mal wenn er es bemerkt, werde ich schrecklich rot und weiche seinem Blick aus.

Obwohl er dass auch nicht sehen dürfte, schließlich ist es dunkel. Nur dieses riesige Lagerfeuer erhellt ein wenig die schwarze, laue Frühlingsnacht.

Es könnte eigentlich richtig schön sein! Es ist Freitag, ich sitze mit meiner Clique am See und wir machen eine kleine Ferienanfangsparty!
Mit allem was dazu gehört: Grillen, Lagerfeuer, geile Musik, Bier, Wein, Sekt, Schnaps….alles was das Herz begehrt…naja, nicht alles!

Mein Herz begehrt nämlich etwas ganz anders! Jemand ganz anderen, um genau zu sein!
Und dieser jemand sitzt mir schräg gegenüber und sieht wieder so verboten gut aus, das ich allein bei seinen Anblick einen Herzkasper kriegen könnte!

Dennis ist erst von einpaar Monaten nach Leipzig gezogen und hat sich gleich mit meinem besten Kumpel angefreundet. Der schleppte ihn mit zu unseren Partys und irgendwann gehörte er dann zu unserer Gruppe.

Darüber war ich auch alles andere als böse, denn ich mochte ihn von Anfang an gerne, aber dann kam diese eine Party bei mir zu Hause. Meine Eltern sind weggefahren, also habe ich alle eingeladen und wir haben ziemlich gesoffen, wenn ich ehrlich bin.

Gott, was waren wir voll!

Wir haben rumgealbert und getanzt wie bekloppt und auf einmal zog mich Dennis ganz nah an sich. Er schlang seine Arme um mich und bewegte seine Hüften im Takt der Musik. Dabei schaute er mir die ganze Zeit über in meine dunkelbraunen Augen. Es durchfuhr mich wie ein Blitz. Meine Haut krippelte, wie bei einem warmen Sommerregen und durch meinen Körper zuckte ein Schauer nach dem anderen. Mein Herz schlug so sehr, als würde es wegrennen wollen und auf einmal wünschte ich mir nichts sehnlicher als seine süßen Lippen auf meinen zu spüren…

Ich weiß, ich bin kitschig, aber so war es nun mal.

Doch sobald das Lied zu Ende war, weiteten sich seine Augen und er schaute mich erschrocken an und verschwand aufs Klo.
Der Kerl ist einfach abgehauen und ließ mich in meinem Gefühlchaos alleine!
Ich war auf einmal schrecklich nüchtern!
Die anderen hatten nichts von unserem kleinen Tänzchen mitbekommen und erst nach ’ner gefühlten Ewigkeit kam Dennis wieder aus dem Bad.
Den ganzen Abend konnte er mir nicht mehr in die Augen schauen und hat mich fast komplett ignoriert.

Irgendwann setzten wir uns dann rauf aufs Dach und schauten zu wie die Sonne aufging.

,,Sorry, wegen vorhin! Ich war ziemlich dicht und wusste nicht mehr richtig was ich tat!’’, hörte ich seine raue Stimme direkt neben meinem Ohr.

Ich versuchte irgendeine Gefühlsregung, außer Scham, in seinen Augen zu lesen und da viel mir zum ersten Mal auf, wie schön sie sind.

Wie ein warmer, tiefer, blauer See.

Ich konnte ihm keine Antwort geben, ich bin förmlich in seinen Augen versunken und bekam überhaupt nicht mit, dass er immer nervöser wurde.

,,Ey, Steve, du bist doch jetzt nicht sauer deswegen, oder?’’, fragte er und auf einmal wurde ich wieder klar.

,,N-Nein.’’, stammelte ich nur. Ich war….verwirrt.

,,Gut!’’, hörte ich seine erleichterte Antwort, ,,Ich muss jetzt auch mal los, Mann! Wir sehen uns!’’, damit war er auch schon verschwunden.

Und ich? Ich konnte nur nicken…


Seit diesem Moment habe ich mich in ihn verliebt, glaube ich. Und damit geht’s mir echt beschissen! Ich will nämlich nicht in ihn verliebt sein! Ganz und gar nicht! Ich finde es einfach verdammt unfair, dass ich arme Sau mich in jemandem verlieben muss, der wahrscheinlich nie so etwas für mich empfinden wird!

Wieder schaue ich ihn verstohlen von der Seite an und kann mich gar nicht satt sehen.
Seine wunderschönen, blauen Augen, in denen sich das Spiegelbild des Feuers bricht, die blonden Haare, die ihm locker in Gesicht fallen, die vollen Lippen, die breiten Schulter….allein davon werd ich ja schon ganz huschig!

Ich bin doch echt nicht mehr normal!
Könnte mir irgendwer vielleicht einen guten Arzt empfehlen, der mir gegen diese Verliebtheit was verschreiben kann?

Nein?

Schade!

Ob Aspirin da hilft? Sollte es mal probieren.


Oh nein! Das hat er doch jetzt nicht wirklich vor?!
In Gedanken ermahne ich Dennis: Tu das nicht! Tu mir das jetzt bloß nicht an!

Aber da er ja leider meine Gedanken nicht lesen kann, macht er es trotzdem.
Er packt seine Akustikgitarre aus und schlägt die ersten Seiten an. Und ich wette, in nicht mal 10 Sekunden wird seine raue, dunkle Stimme ertönen, und er wird anfangen zu singen.

5, 4, 3, 2, 1...war ja klar! Mir bleibt heute aber auch nichts erspart!

Ich liebe seine Stimme! Und das er jetzt auch noch singt, versetzt meinem Herzen einen Stich nach dem anderen. Weil ich ihn niemals haben werde! Weil ihm der Tanz mit mir damals ziemlich peinlich war.

Ach, ist doch alles scheiße!

Ich ertrag das einfach nicht. Kurzerhand stehe ich auf und flüstere Linda zu das ich ein Stück spazieren gehe.

Ich laufe am See entlang und hänge meinen Gedanken nach.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal in einen Kerl verlieben werde.
Ich habe damit jetzt kein Problem oder so.
Nur dass es so weh tut, das würde ich dann eher als mein Problem bezeichnen.

Selbst wenn Dennis schwul wäre, was sollte er von einem wie mir wollen?
Ich bin für einen Kerl ziemlich dünn. Okay, ich bin ein Spargeltarzan, hab schwarze schulterlange Haare, die zwar immer gestylt sind, aber naja… und eine Brille.
Außerdem laufe ich fast immer in schwarz rum.
Und das ist nicht jedermanns Sache…

Ich bin absolut nichts Besonderes. Denn ich sehe mit meinen 18 Jahren noch eher wie ein Junge aus, wohingegen man Dennis schon locker als Mann bezeichnen könnte…er geht ja auch regelmäßig ins Fitnessstudio.

Er ist größer als ich, hübscher als ich, aufgeschlossener als ich, witziger als ich, selbstsicherer als ich…Fazit: Viel zu gut für mich.

Warum musste ich mich denn ausgerechnet in ihn verlieben?

Es tut nämlich scheiße weh, ihn jeden Tag zu sehen und ihn nicht küssen zu können! Ich kann mich ja nicht mal mehr normal mit ihm unterhalten! Jedes mal stammele ich bloß irgendwelchen Mist zusammen und ähnele dabei einem ganz bestimmen Gemüse.

Kleiner Tipp: Es ist rot!
Wer die Antwort weiß, kriegt einen Daumen!

Ah, ich weiß es: Es ist eine Tomate.

Juhu, jetzt bin ich einen Daumen reicher und fühle mich immer noch zum kotzen!

Es ist auch ziemlich peinlich ihn nur ansehen zu müssen und aufzupassen, ihn nicht anzuspringen! Mit meiner Selbstbeherrschung ist nämlich nicht viel anzufangen…eigentlich habe ich gar keine!

Ich bleibe stehen und blicke auf den dunklen See. Es beruhigt irgendwie die seichten Wellen bei ihrem treiben zu beobachten. Der große, helle Mond schaut auf mich herab und strahlt sein Licht ganz tapfer aus um ein wenig den schwarzen Himmel zu erleuchten.

Naja, viel Erfolg hat er damit nicht, aber er gibt sich wenigstens Mühe.

Auf einmal höre ich ein Knacksen hinter mir. Ich beachte es nicht weiter und starre vor mich hin.

,,Scheiße!’’, flucht es ganz in meiner Nähe und automatisch zucke ich bei dieser mir wohlbekannten Stimme zusammen.

Das darf doch jetzt nicht wahr sein!
Der will doch jetzt nicht ernsthaft hierher kommen?

,,Hey, Steve! Ich hab dich gesucht!’’, er machst trotzdem. Er kommt her.

Ich atme noch einmal tief durch und drehe mich dann langsam zu ihm um.

,,Ich bin hier!’’, krächze ich. Müssen meine Stimmbänder gerade jetzt ihren Geist aufgeben?

Er lacht leise und stellt sich vor mich: ,,Ja, das sehe ich!’’. Dabei grinst er mich an. Muss er denn wirklich immer so unverschämt gut aussehen?

Ich nicke nur und drehe mich wieder dem See entgegen.

,,Die anderen haben dich schon vermisst und da dachte ich, ich guck mal wo du steckst!’’, sagt Dennis hinter mir und allein schon bei der Formulierung könnte ich anfangen mit heulen.
Die anderen haben mich vermisst? Er wohl nicht, oder was?

Scheiße, bin ich kleinlich!
Trotzdem tut es weh!

,,Mhm.’’, mache ich, weil ich meiner Stimme immer noch nicht richtig traue…

Er tritt neben mich und ich merke wie er mich mustert. Ich versuche ganz locker zu sein, wenn da nur nicht dieser miese Gefühlssturm in mir wäre und ich mich unwillkürlich frage, ob ihm gefällt was er sieht.

,,Is’ ne schöne Nacht, nicht?’’, fragt Dennis mich und ich antworte nur wieder mit diesem aussagekräftigen ,,Mhm’’.

Ich kann ihn einfach nicht anschauen. Bin heute sowieso gefühlsmäßig angeknackst und wenn ich jetzt noch seine hammergeilen Augen sehe kann ich für nichts mehr garantieren!

,,Sag mal, Steve, hab ich dir irgendwas getan? Du bist in letzter Zeit immer so komisch drauf und gehst mir ausm Weg…also wenn was ist, dann sag es einfach, Mann!’’

Was los ist? Der fragt mich jetzt ernsthaft was los ist? Okay, er kann es ja nicht wissen, trotzdem ist das eine Frechheit!

Ich meine, er kann mich doch nicht einfach fragen was los ist, oder?
Was soll ich ihm denn antworten?
Ach weißt du, ich hab mich in dich verliebt und träume fast jede Nacht wie wir wilden, hemmungslosen…..okay….das ist jetzt nicht jugendfrei!

Da bleib ich doch lieber bei: ,,Ist nichts!’’

Hey, zwei Wörter ohne zu stammeln…ich werd besser!

,,Mhm?!’’, macht er diesmal und ich glaube ich hab ihn damit nicht ganz überzeugt.

Plötzlich spüre ich seine warme Hand auf meiner Schulter und merke wie er mich zu sich umdreht.

Scheiße, der muss doch merken, dass mein Herz gleich raus springt! Dort wo seine Hand lag, ist es furchtbar heiß und ich traue mich nicht ihn anzugucken, obwohl ich genau mitbekomme wie er meinen Blick sucht.

Wenn ich ihn jetzt anschaue passiert hier gleich was…und ich habe keine Ahnung wie Dennis darauf reagieren könnte …und will es irgendwie auch nicht herausfinden.

,,Mensch Steve, jetzt sieh mich doch mal an!’’, oh, oh…da war ein leicht gereizter Unterton in seiner Stimme.

Auf einmal ist da seine Hand an meinem Kinn.
Oh nein! Mach das jetzt bloß nicht!
Ich krieg hier langsam Panik und trotzdem hab ich tausende von Schmetterlingen in meinem Bauch!

Ganz vorsichtig hebt er mein Kinn an und zwingt mich so seinem Blick zu begegnen.
Ich würde am liebsten heulen und lachen zugleich.

Doch sobald ich in diese tiefblauen Augen sehe ist das alles wie weggefegt!
Es ist wie zu Hause ankommen. Einfach richtig.

Er sagt nichts mehr und ich bin überhaupt nicht mehr fähig irgendwelche Worte zu formen.

Fällt nur mir das auf, oder ist die Luft wirklich so elektrisiert?

Wie schauen uns einfach nur an und ich glaube hier sprühen gerade kleine Funken…

Ich versinke in diesem blauen Meer und irgendwie habe ich das Gefühl als würde es ihm bei mir genauso gehen.

Eigentlich absurd, aber jetzt, in diesem Moment, finde ich das überhaupt nicht mehr!

Keine Ahnung, warum ich das mache.
Oder woher dieser plötzlich Impuls oder Mut herkommt.

Ich strecke mich ihm langsam entgegen und gehe noch ein Stück an ihn heran, sodass sich unsere Körper berühren.

Alles krippelt so schön!

Mein Gesicht kommt seinem immer näher, bis ich ganz vorsichtig meine Lippen auf seine lege. Kleine Stromschläge schießen durch meinen Körper und ich bewege meinen Mund ganz sanft.

Mir wird noch heißer, als ich spüre, dass seine Lippen ganz zart meine massieren.
Ich glaub, ich verliere hier gleich meinen Verstand!

Wir küssen uns federleicht und zärtlich.

Ich hab mir das schon so oft vorgestellt, aber in der Realität ist es noch viel, viel besser!
Dennis küsst mich!
Mich!

Doch bevor ich dieses Gefühl noch länger genießen kann, schiebt er mich abrupt von sich fort und schaut mich total erschrocken an.

Scheiße!!!!!

Auf einmal ist es hier furchtbar kalt. Viel zu kalt.

,,Sag mal, spinnst du?’’, fragt er mich ziemlich sauer!

,,Ich…also..i-ich…wollte nicht….das….einfach passiert…’’, stottere ich vor mich hin und würde am liebsten im Erdboden versinken.

Er zieht heftig die kühle Nachtluft ein und schaut mich aufgebracht an.

,,Wenn so was das nächste Mal passiert, sag vorher Bescheid!’’ ,faucht er wütend und merkt im selben Moment wie ich, dass dieser Satz ziemlich unlogisch ist.

,,Ach vergiss es einfach, ich geh wieder zu den anderen!’’, sagt er mit einer wegwerfenden Handbewegung, stampft davon und lässt mich stehen.
Allein.

Im ersten Augenblick bin ich viel zu geschockt um überhaupt irgendeinen klaren Gedanken zu fassen. Keine Ahnung worüber! Darüber, dass ich ihn geküsst habe oder über seine Reaktion!?

So habe ich ihn noch nie erlebt!

Scheiße, bin ich denn bescheuert? Wie kann ich ihn denn auch einfach küssen? Da wäre ich auch weggelaufen! Was ist da nur in mich gefahren? Jetzt hab ich mir es doch total bei ihm vergeigt! Wie kann man nur so dämlich sein!?

Jetzt weiß er bestimmt was los ist!
Ich hab es ihm ja auch gerade sehr praktisch vorgeführt!
Aber warum hat er dann den Kuss erwidert? Er hat mich doch auch geküsst, ganz sicher!

Mann, bin ich bekloppt!

Ich merke wie eine kleine, einsame Träne meine Wange hinab kullert und wische sie unwirsch weg.

Mein dummes Herz zerbricht gerade in tausend Scherben und ich kann nichts dagegen machen!

Ich will die Scherben irgendwie auffangen und wieder zusammensetzen, aber sie fallen weiter und stechen jedes Mal härter zu.

Das ist ja noch schlimmer als vorher!

Noch eine Träne stielt sich davon und noch eine und noch eine…..warum muss ich auch so eine Heulsuse sein?

Ich bin ein Kerl! Welcher vernünftige Typ heult schon?

Ich!
Scheiße!

Ich setze mich wieder hin, weil ich spüre wie meine Beine nachgeben und blicke wieder auf diesen schwarzen See….doch diesmal beruhigt es mich nicht, es macht es eher noch schlimmer!

Ich weiß echt nicht, wie lange ich da sitze und im Selbstmitleid schwimme, aber ich traue mich einfach nicht zu den anderen.

Uns erst Recht nicht zu Dennis!
Ich kann ihm doch jetzt nie wieder unter die Augen treten!

Doch irgendwann setzt sich mein Körper gegen meine Gefühle durch und weil ich friere, stehe ich auf und wische mir die letzten Tränen weg.

Ganz langsam, ich mache einer Schnecke Konkurrenz, setze ich einen Fuß vor den anderen und gehe zurück zu den anderen.

Und ich hoffe inständig, dass Dennis bereits gegangen ist!
Keine Ahnung, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll!
Mein zerbrochenes Herz wird mit jedem Schritt schwerer…

Plötzlich kommt mir der Gedanke, dass ich auch einfach nach Hause gehen könnte, doch da bin ich leider schon längst angekommen.

Als ich vorsichtig aufschaue, erstarre ich.

Denn keiner meiner Freunde ist noch da. Keiner, bis auf Dennis!

Scheiße!!!!
Er schaut mir geradewegs in die Augen, doch ich senke den Blick.

Es tut so weh!

Es tut weh und ich schäme mich!

,,Tut mir leid wie ich reagiert habe!’’, flüstert Dennis leise.


Muss er gerade jetzt so süß sein? Dass machst doch nur noch schwerer!
Ich versuche mich zu sammeln und meine Stimme unter Kontrolle zu kriegen.

,,Ich hätte das nicht machen sollen. War blöd von mir!’’, sage ich mit zittriger Stimme und dabei bricht mein Herz wieder und wieder.

Weil es sich vorhin zu richtig und gut angefühlt hat!

,,Nein! War es nicht!’’,ruft er fasst schon panisch.

Häh?

Jetzt schaue ich ihn doch an. Ich bin verwirrt.
Er ist doch weggelaufen!

,,Ich versteh nicht!’’, flüstere ich, trau meiner Stimme immer noch nicht über den Weg.

Da steht er auf und kommt auf mich zu. Doch bevor ich mich fragen kann was das denn soll, presst er seine Lippen auf meine. Nicht so zaghaft und sanft wie vorhin, sondern wild und leidenschaftlich. Ich bin so perplex, dass ich den Kuss anfangs gar nicht erwidere, doch nach einpaar Sekunden gehe ich darauf ein.

Auf einmal ist mein Herz wieder heil.

Wir küssen uns wie blöde und ich vergrabe meine Hände in seinem Haar.
Dennis schlingt seine Arme um mich und schiebt mich noch näher an sich heran.

Sanft und doch ungehalten streichelt seine Zunge über meinen Mund und ich gewähre ihr nur zu gern Einlass. Seine Zunge erkundet meine Mundhöhle und umspielt meine eigene.
Währenddessen streicheln seine Hände über meinen Rücken, meinen Hals, meinen Po, doch ich kann mich nur an seinen Haaren festhalten, sonst kipp ich nämlich um.

Wir küssen uns wie verrückt, bis wir außer Atem voneinander loslassen.

Ich lasse meine Augen zu, denn ich hab Angst dass das nur so einer dämlicher Traum ist und ich will jetzt auf keinen Fall aufwachen!

Dennis hält mich immer noch fest, doch dabei kommt eine Frage in mir hoch:
,,Warum warst du vorhin so gemein?’’ Mann, ich kling grad wie ein Mädel! Ist mir aber im Moment scheißegal!

Ich höre wie er zischend die Luft ausstößt und dabei öffne ich meine Augen.
Großer Fehler, denn ich höre wieder auf zudenken, als sein Blick meinen trifft.

,,Ich war nur so erschrocken und überrascht!’’, gesteht er kleinlaut und wird sogar ein Fitzelchen rot.

,,Seit ich dich das erste Mal gesehen hab, da…da gehst du mir schon nicht mehr aus dem Kopf, okay? Und ich hab die ganze Zeit versucht mich normal zu verhalten und dann auf deiner Party…da hat ich zuviel getrunken und du…sahst so niedlich aus, wie du getanzt hast und da konnte ich nicht anders! Aber als ich dann gemerkt hab, dass ich dich ja förmlich gezwungen hab, mit mir zu tanzen, war ich so erschrocken über mich selbst und da hab ich mir vorgenommen, die ganze Sache ruhen zu lassen!’’, erklärt er immer röter werdend…

Ich kann gar nichts sagen…bin grad irgendwie überwältigt!
Er sieht das aber anscheinend als Aufforderung weiterzureden…bin ich auch nicht böse!

,,Und dann heut Abend, als du mich geküsst hast…bin ich einfach ausgetickt! Die ganze Zeit über gebe ich mir Mühe, nichts Unbedachtes zu tun und dann küsst du mich auf einmal! Und ich wusste nicht, ob’s am Alk liegt oder daran, dass du es wolltest…und hättest du das nur aus Scherz gemacht…naja…so war’s leichter….wollt mir halt keine Hoffnungen machen…’’, das letzte hat er eigentlich nur genuschelt und trotzdem hab ich jedes Wort verstanden….ich glaub, jetzt tick ich gleich aus!

Aber, auf positive Art und Weise, meine ich.

Jedes einzelne Wort war wie ein Glockenschlag in meinen Ohren und ich kann nichts anders machen als ihn zu küssen!

Sofort geht er darauf ein und unsere Zungen führen einen wilden Kampf. Ich merke gar nicht, wie er mich immer weiter auf den Sand setzt und mich dann auf seinen Schoß zieht.
Mit gespreizten Beinen sitze ich auf ihm und unsere Körper schmiegen sich aneinander.

Wir können unsere Lippen überhaupt nicht mehr voneinander lösen. Mal zärtlich und sanft und dann wieder wild und ungestüm.

Die ganze Zeit über streicheln wir uns gegenseitig, ab und zu fährt seine Hand unter mein Shirt und ich mache bei ihm dasselbe. Seine Hände auf meiner erhitzten Haut, lässt unzählige Schauer durch meinen Körper jagen. Und jedes Mal kommt mir ein kleines Stöhnen über die Lippen.

Genauso ist es bei ihm. Seine warme, weiche Haut unter meiner Hand lässt mich explodieren und ich spüre die Gänsehaut, die das bei ihm verursacht.

Es ist schön. Es ist einfach schön.

Doch irgendwann, als wir uns eine kleine Atempause gönnen fällt mir noch etwas ein.

,,Du darfst dir ruhig Hoffnungen machen!’’, flüstere ich atemlos und im erstem Moment sieht er mich verwirrt an.

Doch dann stielt sich ein schelmisches Lächeln auf sein Gesicht und er küsst mich zärtlich.

,,Ja?’’, fragt er ganz nah an meinen Lippen und ich kann wieder nur nicken.

Er lacht leise und verschließt meinen Mund mit seinem.

Wir küssen uns immer noch, als schon die Sonne ihre ersten Strahlen ausschickt und die gesamte Landschaft in ein warmes, sattes Rot taucht.

Von mir aus könnten wir auch ruhig noch eine Ewigkeit so weitermachen…
Aktualisiert: 22/06/09
Veröffentlicht: 22/06/09
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pandora am 22/06/09 23:55
Hallo angeleyes,

Eine nicht ganz perfekte nette kleine (Früh-)Sommergeschichte, die du da geschrieben hast. Was mir gefällt ist ihre Lebendigkeit, und dass es dir an einigen Stellen sehr gut gelungen ist die Spannung zwischen den Figuren gut einzufangen. Sehr schön ist da auch die Idee der Schlussszene im Morgenrot.

Allerdings habe ich auch einige Kritikpunkte:
Die Geschichte ist, dafür dass es nur ein kleiner Oneshot ist, etwas zu lange. Der Erzähler wiederholt sich öfter, und mir fiel ab der Mitte immer schwerer weiterzulesen. Ebenfalls kürzen würde ich bei den Adjektiven. Meistens ist es besser wenige passende Adjektive zu wählen, als sie in Häufungen zu gebrauchen („schwarze, laue Frühlingsnacht“; „warmer, tiefer, blauer See“, etc.). Die nehmen der Geschichte zusätzlich das Tempo.
Einige Male gebrauchst du etwas unglückliche Formulierungen. Etwas wie „ich spüre, dass seine Lippen ganz zart meine massieren“ läuft schnell Gefahr unfreiwillig komisch zu wirken. Ebenso, wenn er sich an den Haaren seines Liebsten festhält, um nicht umzukippen. Da denkt man als erstes: „Aua!“
Aber bei solchen Dingen, wie auch bei den Rechtschreib- und Tippfehlern, die sich noch im Text verstecken, könnte sicher eine gute Beta helfen. Selbst fällt einem sowas oft nicht auf.

Liebe Grüße, pandora
Kapitel 1
waidgnom am 23/06/09 12:21
Hi!!! Ich finde deine Geschichte echt süss ,so schön unschuldig. Hier und da sind zwar kleine Schwachstellen ,aber die stören nicht weiter und auch deine Wortwahl ist manchmal etwas ungünstig gewählt.Sätze wie ,"Wir küssen uns wie blöde", sind echte Gefühlskiller.Dabei hast du dir sehr viel Mühe gegeben ,die Emotionen und Selbstzweifel von Steve zu beschreiben.Mach weiter so! Ich freue mich schon auf eine neue Geschichte von dir.
Kapitel 1
Celia am 29/12/09 00:53
eine wirklich süße Geschichte. Man kann die Gefühle von Steve sehr gut nachvollziehen und ich finde der Stil passt auch dazu, die kurzen Sätze und selbstkkommentare. Was mir nur aufallen ist, dass du öfters Redewendungen verwendest. Wenn man in der Ich-Form schreibt und der Chara so denkt, kann man einige Redewendungen einbauen, aber ich finde es immer schöner, wenn es nicht zu oft vorkommt. Aber insgesamt gut geschrieben und mit glaubhaften Charkateren
Kapitel 1
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Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

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