Tag am Meer von SoNo (Abgeschlossen)
Inhalt: Dies ist eine Antwort auf die "Anschluss"-Challenge.
Genres: Reale Welt, M/M (yaoi)
1. Warnung: Keine
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Challenges: Anschluss-Challenge
Kapitel: 1
Veröffentlicht: 28/06/09
Aktualisiert: 30/04/11
Kapitel 1
Wind wehte vom Meer heran und zerzauste Joshs Haar. Ein sanftes Rauschen lag in der Luft. Langsam gingen er und seine Freundin Tanja, Hand in Hand, den Strand entlang. Josh konnte den weichen Sand durch seine Schuhe hindurch fühlen, genauso, wie den frischen Wind, der über seine Haut strich.

Tanjas Hand war feucht, anscheinend war sie aufgeregt, und kühl. Eigentlich, ja eigentlich hatte er gar nicht mitgehen wollen. Aber sie hatte ihn so bittend und bettelnd angeschaut, da hatte er zugesagt. Und nun musste er es ausstehen. Möwen flatterten in ihrer Nähe, kreischten und stritten um die Wette. Ihm kam alles sonderbar neutral und ruhig vor.

Nicht das Tanja nicht hübsch war, sie war wirklich eine schöne Frau. Doch für Josh war sie nur eine Freundin. Er konnte über die salzige Meeresluft hinweg ihr süßes Parfüm riechen. Es war aufdringlich, roch wie ein ganzer Blumengarten zusammen. Warum mussten Frauen auch immer so schrecklich aufdringlich sein?

Wenn er so überlegte, dann würde er seine Zeit jetzt lieber mit seinem Freund Oliver verbringen. Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er an Oliver dachte.
Tanja sah ihn an, lächelte, wobei Josh mal wieder die zu stark geschminkten Lippen auffielen, und öffnete den Mund um etwas zu sagen. /Was will sie denn jetzt?/, fragte er sich und sah sie dementsprechend an. Er konnte nichts dafür, aber bei ihr hörte sich alles, was sie sagte, nach einer Aufforderung an.

Oliver war da ganz anders. Der war ruhig und sanft, ehrlich und überhaupt nicht aufdringlich. Wenn Josh mit ihm zusammen war, dann gab es keine kreischenden Möwen und nervig rauschende Wellen mehr. Dann war alles still, angenehm.

Ohne einen Ton herauszubringen, schloß Tanja den Mund und blickte nach vorne, faßte seine Hand fester, als wolle sie ihn nie mehr loslassen. Der Wind sog an seiner Kleidung, und auch er sah nach vorne. Wieder musste er lächeln, als er Olivers kleine Gestalt auf sie zukommen sah. Er hatte die Hände in die Hosentasche gesteckt und blickte gedankenversunken aufs Meer hinaus. Dabei, so dachte sich Josh, sah er verboten gut aus. Bald würden sie nah heran sein, so dass er ihn fragen konnte.

Ganz plötzlich lag ihm die Frage auf der Zunge, und doch - sie war schon lange dort gewesen. Heute würde er fragen. Bald. Sie kamen Oliver entgegen, waren nur noch wenige Schritte voneinander entfernt, als er ihnen den Blick zu wandte.
Oder - als Oliver Josh den Blick zu wandte. Und er lächelte, seine Augen strahlten Freude aus. /Wie kann jemand nur so - perfekt aussehen?/, dachte Josh und strich sich mit der freien Hand eine Strähne aus dem Gesicht.

Sie blieben stehen, sahen einander an, Oliver Josh, Josh für einen Moment zu Tanja und dann wieder zu Oliver. Ohne zögern ließ er Tanjas Hand los und streckte sie nach Oliver aus. Dieser nahm sie mit einem Lächeln in seine. Er hatte angenehm warme, sanfte Hände. Schweigend, ohne ein Wort gingen sie den Weg zurück, den er mit Tanja gekommen war.

Doch an seine Freundin dachte er gar nicht mehr. Er hörte die Möwen kreischen, die Wellen rauschen, den Wind an seinem Ohr. Er fühlte Olivers Wärme, ein undefinierbares Gefühl der Geborgenheit durchfloß ihn. Während sie so gingen, sahen sie sich an, wieder spielte das Lächeln um Olivers schmale Lippen. /Tue ich das richtige?/ Doch sein Freund drückte sachte seine Hand und Josh ließ seinen Daumen über Olivers Fingerknöchel streicheln.

Es fühlte sich für Josh richtig an. Nicht so, wie Tanjas Aufdringlichkeit, sonder einfach ein schönes Gefühl. Wenn es nicht gut war, so würde er liebend gerne dafür durch die Hölle gehen.
Hindurch, nur um mit Oliver an einem Tag am Meer spazieren zu gehen und ihm in die Augen zu sehen. Er war sich sicher.
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