Der Weihnachtszauber von Hime (Abgeschlossen)
Inhalt: Joris hasst Weihnachten, und Weihnachten hasst ihn.
Und grade Weihnachten muss er sich auch noch in eine Katze verwandeln...
Genres: M/M (yaoi), Weihnachten
1. Warnung: Zucker
2. Warnung: Keine
3. Warnung: Keine
Kapitel: 6
Veröffentlicht: 30/11/09
Aktualisiert: 05/03/10
Anmerkungen zur Geschichte:Eine kleine Übung, Spielerei von mir. Ich hoffe ja, irgendwann besser zu werden *die großen Autoren anhimmel*
I
I
„Guten Abend, Herr Sunders. Wieder eine durchwachte Nacht voll ungezügelten Verlangens vor sich?“
Joris zuckte zusammen, als er die herablassende Stimme hinter sich hörte.
„Verdammt“, murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart, stand noch ein wenig mit dem Rücken zum Flur und drehte sich schließlich langsam um.
Im Türrahmen gegenüber lehnte sein Nachbar und blickte ihn hämisch an.
Er hatte die Arme über einem dieser schrecklichen Schlabberpullis verschränkt, die er anscheinend immer trug (abgesehen vom Sommer. Da waren es dann Schlabber SHIRTS), und seine Wangen schienen genau so unrasiert wie am vorigen Tag auch schon.
„Sieht so aus“, antwortete Joris leise.
Vorsichtig, um den Anderen ja nicht zu berühren, schob er sich an diesem vorbei, hin zur Treppe.
Er hörte nur noch ein spöttisches: „Viel Vergnügen“, dann fing er an die Stufen hinabzusprinten.
Als er die Haustür hinter sich geschlossen hatte, stützte er sich auf die Knie und versuchte, seinen Atem wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Er musste wirklich, wirklich an seiner Kondition arbeiten.

-

„Wir sagen euch an... den lieben Advent...“
Leicht schwankend blieb Joris stehen und fischte seinen Schlüssel aus der Jackentasche.
Irgendwie schien das Loch in den letzten Stunden verschwunden zu sein...
Angestrengt kniff er die Augen zusammen, um im Licht der Straßenlaternen etwas erkennen zu können.
Es nützte nichts – das Loch war weg.
Überrascht fuhr der junge Mann sich durch die braunen Haare und beugte sich noch ein wenig näher.
Nichts.
In Gedanken zählte er die Drinks, die er heute Abend gehabt hatte; es schienen ihm nicht genug gewesen zu sein, um solche Halluzinationen hervorzurufen.
Er fuhr mit seinem Zeigefinger über die Stelle, wo sich eigentlich das Gesuchte befinden sollte – wieder nichts.
Verärgert richtete er sich wieder auf und legte seine Stirn in Falten.
Es war kalt, nass, und noch dazu vier Uhr morgens.
„Fuck!“
Mit einem leisen seufzen ließ Joris sich gegen die Tür sinken, steckte den Schlüssel wieder in die Tasche und zog seine Knie an sich heran.
Es war wie verhext.
Als wenn die Weihnachtszeit ihm schon am ersten Advent klar machen wollte, dass sie, trotz Ferien, auch dieses Jahr wieder sehr, sehr unangenehm werden würde.
Murrend schloss er die Augen und ließ sich zurücksinken.
/Verdammt noch mal.... kann ich nicht einmal ein schönes Fest haben?/

-

Das nächste was er hörte, waren Füße, die die Flurtreppe hinunterpolterten.
Erleichtert öffnete Joris die Augen.
Sein ganzer Körper schmerzte wie nach einer Nacht auf Stecknadeln, und alles war er jetzt wollte, war durch diese vermaledeite Tür zu kommen, um sich schlussendlich auf sein Bett zu werfen.
Er streckte sich einmal, dann richtete er sich auf.
Mh.
Irgendetwas war... seltsam.
Sehr seltsam.
Die Tür erschien ihm immer noch, als sähe er von unten zu ihr auf... anscheinend stand er auf allen vieren... er versuchte, sich auf die Beine zu stellen und fiel abrupt wieder nach vorne.
Als er nach unten blickte, sah er Pfoten.
Schwarze Pfoten.
Vorsichtig hob er eine von ihnen an, und sprang gleich darauf einen halben Meter in die Höhe.
/was ist das?/
Er schielte nach unten.
Schnurrbarthaare, eine Schnauze.
Und das seltsame Gefühl an seinem Hintern... das waren nicht die Nachwirkungen von gestern Nacht... das war ein Schwanz!
Ein langer, gepelzter, schwarzer Katzenschwanz!
Versuchsweise öffnete er seinen Mund.
„Mau.“
/Verdammte Scheiße!/
Was auch immer hier mit ihm passiert war, es war seltsam, unheimlich, und er wollte es nicht glauben.
/Vielleicht... träume ich ja noch/, dachte er hoffnungsvoll, doch dann bekam er auf einmal die Tür vor den Kopf gedonnert, und der Schmerz in seiner Schnauze zerstörte jede Hoffnung.
„Mauz!“, machte er protestierend, als er zwei lange Männerbeine in Cordhosen erblickte.
„Mauz!“, noch einmal.
Der Übeltäter blickte auf ihn herunter.
„Huch, was bist du denn für einer, mh?“
Eine große Hand kam auf ihn zu, hob ihn hoch und hielt ihn vor ein nur zu gut bekanntes Gesicht.
/Nicht ausgerechnet DER!/
„Du siehst ja unglaublich verstrubbelt aus... weißt du was? Ich nehme dich erst einmal mit hoch zu mir, dann sehen wir weiter, kleiner.“
„Mau?“
Die Stimme des anderen Mannes klang unglaublich weich, so als würde er mit einem verschreckten Tier reden, einer kleinen Katze vielleicht...
/Memo an mich selbst: Er redet mit einer kleinen Katze./
Sein Tag wurde immer besser.

-

Er war nie in der Wohnung des anderen gewesen.
Bei einem Mann wie seinem Nachbarn hatte er eigentlich auf eine typische Junggesellenwohnung getippt, alles voll mit leeren Pizzakartons, ein vor sich hinflackernder Computerbildschirm in einer ansonsten lichtlosen Wohnung.
Was er jetzt aus seiner auf-Arm-Perspektive sah, überraschte ihn.
Das Wohnzimmer war hell und geräumig, große Fenster zeigten zum Hof und ließen das Licht des frühen Morgens ein.
Als der andere ihn absetzte, versank Joris mit seinen Pfoten fast in dem flauschigen Teppich, der den gesamten Boden zu bedecken schien.
/Ich kenne nicht einmal seinen Nachnamen/, fiel ihm auf einmal ein, /geschweige denn von seinem Vornamen. Naja, vielleicht sollte ich ihn in Gedanken die nächste Zeit einfach Herrchen nenne./
Er schüttelte sich bei dem Gedanken.
Lieber nicht.
Wieder wurde er von einer dieser großen Hände hochgehoben, und sein Herrchen /Bah!/ trug ihn in die Küche, wo er ihn vor zwei Näpfen absetzte.
Der eine war mit Wasser gefüllt, in dem anderen fand sich... /Katzenfutter?! Wo hat er das denn her?/
Misstrauisch beugte er seinen Kopf und probierte ein bisschen.
Es schmeckte annehmbar, und er hatte wirklich Hunger, also fraß er noch ein bisschen weiter, bevor er sich dem Wasser widmete.
Auf einmal vernahm er von oben ein warmes Lachen.
„Wie ein kleiner Tiger...“
Joris blickte auf und maunzte beleidigt.
Er war nicht klein!
Und er war auch kein Tiger!
Er war... eine Katze.
Seine Schnauze verzog sich unwillig, als er dank der Froschperspektive unfreiwillig daran erinnert wurde.
Sein Herrchen lachte schon wieder.
„Na komm, kleiner Kater!“
Etwas in der Stimme veranlasste Joris dazu, hinter ihm herzutapsen, immer noch leicht unsicher auf seinen neuen Beinen.
Im Wohnzimmer setzte der Mann sich auf das Sofa und klopfte mit der Hand neben ihm auf den Stoff.
„Na, was ist, Kleiner?“
/Und wie komme ich da jetzt rauf?/
Unwillig spannte der Kater seine Beine an, sprang – und landete direkt auf dem Schoß seines Herrchens.
Es war warm, weich, roch gut; die Hand senkte sich wieder zu ihm und fing an, ihn im Nacken zu kraulen.
Bevor Joris wusste, wie ihm geschah, waren die Beine unter ihm weggeklappt, und sein Kopf rieb an seiner Unterlage.
/Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so/, dachte er wie betäubt, /es fühlt sich so verdammt gut an./
Sein Katzenkörper übernahm das Kommando, und das einzige was er für die nächsten Minuten tun konnte war, wohlig zu schnurren.
Vielleicht würde Weihnachten doch nicht so schlecht werden.
II
Anmerkungen zum Kapitel:Als ich die Geschichte beendet habe, ist mir aufgefallen, das sie überhaupt keinen Sex miteinander haben. Ich arbeite aber schon an einer Fortsetzung Zwinkernd
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Seine Unterlage bewegte sich.
Verdammt.
Es war viel zu gemütlich, um jetzt schon...
„Hey, Katerchen, runter von mir! Ich muss aufstehen!“
„Mau!“
/Bleib bloß liegen du Idiot./
Dummerweise schien sein Herrchen sich in keinster Weise von Joris Protest beeindrucken zu lassen; mit einer sanften, aber deutlich Geste schubste er ihn von seinem Bauch.
Fauchend landete der Kater auf der gemütlichen Matratze.
/Mistkerl./
Ohne ihn weiter zu beachten stand der Mann auf, bewegte sich in Richtung Kleiderschrank, und fing dabei an, sich den Schlafanzug vom Kopf zu streifen.
Von seiner Position aus blickte Joris interessiert auf das Schauspiel, welches sich ihm hier bot.
Nach und nach entblößte sich ein durchaus attraktiver Körper – breite Schultern, muskulöse Arme, ein flacher Bauch und dazu endloslange Beine.
/Ach du Schande. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihn schon längst einmal angefallen. Trotz Heterosexualität und Arschloch – gehabe... sexy.../
Das Objekt seiner Gedanken drehte sich überrascht um, als er zu schnurren anfing, und gab ihm damit vollen Ausblick auf seine vordere Ausstattung.
Sofort wurde das Schnurren des Katers noch ein wenig lauter.
„Huch, habe ich mir einen kleinen Schwulen ins Haus geholt? Na, da passen wir ja gut zusammen.“
Sein Herrchen grinste, trat auf das Bett zu und kraulte Joris noch einmal mit seiner großen Hand am Kopf, bevor er sich umdrehte und das Schlafzimmer verließ.
Perplex blieb der jüngere liegen.
/Ist er etwa auch.../
Ein fettes Grinsen breitete sich auf seiner Schnauze aus, dann sprang er auf den Boden und tappte hinter diesem Adonis her.
/Mal schauen. Vielleicht wird dieser Monat ja doch noch ganz nett./

-

Joris langweilte sich schrecklich.
Er hatte schon gefressen, getrunken, sein Katzenklo kennengelernt, sich geputzt, ein paar Handtücher auf den Badezimmerboden gerissen... jetzt lag er aphatisch auf dem Sofa und versuchte, sich mit irgendwelchen gedanklichen Spielen die Zeit zu vertreiben.
/Von wegen, Katzen sind gut dran. So langweilig wie das ist, hält man das doch keine Sekunde lang aus./
Zu allem Überfluss war es jetzt schon kurz vor sieben, und sein Herrchen war immer noch nicht wieder da.
Sauer grub er seine Krallen in den Sofabezug, nur um sie gleich darauf wieder herauszuziehen.
/Der Typ ist jetzt seit halb acht unterwegs. Ist der so ein schrecklicher Workaholic, oder was? Kein Wunder, das er immer so griesgrämig aussieht, wenn er mich wieder einmal angiftet./
Als endlich die Tür ging, fiel Joris fast vom Sofa.
Er fing sich noch gerade, sprang dann von selber herunter und hechtete dem Geräusch entgegen.
Schnurrend strich er um die Beine des Ankömmlings.
/Endlich!/
„Oh, hallo, kleiner. Lässt du uns mal durch?“
/Uns?!/
Mit Misstrauen beäugte der Kater von unten die Frau, die auf einmal den Durchgang betrat.
Der Geruch von Parfüm schwebte zu ihm herunter und verursachte ein unangenehmes Kribbeln in seiner Nase.
„Mauz!“
Beleidigt verzog er sich zurück ins Wohnzimmer, wo er gleich wieder auf das Sofa sprang.
Die Dame sollte sich bloß nicht einbilden, sie könnte es sich hier in irgendeiner Weise gemütlich machen!
„Huch, sie benimmt sich ja geradezu eifersüchtig. Ich wusste gar nicht, dass du eine Katze hast.“
Joris hörte das Rascheln von Jacken im Flur, dann näherten sich ihm Schritte.
Kurz darauf betraten sein Herrchen und diese Frau das Wohnzimmer.
Grinsend nahm der Mann neben ihm Platz und hob seine Hand, als wolle er ihn streicheln.
Beleidigt rutschte Joris ein Stückchen von ihm weg.
/Pah!/
„Kater. Ich habe ihn gestern vor der Haustür aufgelesen... und jetzt wo du es sagst – er benimmt sich wirklich eifersüchtig.“
Er streckte wieder die Hand aus, und dieses mal schmiegte der Kater sich vertrauensvoll an ihn, kletterte auf seinen Schoß.
/So ist es besser./
„Maunz!“
„Wirklich eine schöne Wohnung.“
Die Frau blickte sich interessiert um, ließ ihren Blick über die Wände streifen, als wolle sie abschätzen, ob irgendeine Hinweise über ihren Gastgeber vorhanden waren.
Dem Ausdruck in ihren Augen zu Folge wurde sie enttäuscht.
/Warum duzt die Tusse ihn eigentlich?/
Grummelnd drückte Joris seinen Kopf in den Bauch seines Herrchens, um ihn dazu zu animieren, weiter zu machen.
/Mein Kraul-dings./
„Mh, sie ist wirklich schön. Ähm... möchtest du vielleicht etwas trinken?“
/Bloß nicht!/
„Nein danke, Ángel [1]. Ich glaube, dann tötet dein kleines Tierchen mich wirklich noch.“
„Mau!“
„Hörst du?“
Ihre Stimme klang belustigt, aber Joris konnte in diesem Moment nicht sauer deswegen sein.
/Àngel, also. Schöner Name... woher er wohl kommt?/
Er schnurrte noch ein wenig lauter.
„Wie heißt das kleine Kerlchen denn?“
Die Finger auf seinem Kopf hielten abrupt inne.
Fragend hob Joris die Schnauze und blickte nach oben, doch Àngel schien es zu bevorzugen, blicklos in die Gegend zu starren.
Beleidigt ruckte der Kater ein Stück nach oben und biss den Mann in die Hand.
„Autsch!“
Immerhin fing er wieder an.
/Brav./
„Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken gemacht. Aber er erinnert mich an jemanden... genau so süß und genau so zickig.“
„Ach?“
Auf einmal war das Lächeln auf dem Gesicht der Frau verschwunden, und wenn Joris gekonnt hätte, hätte er triumphierend gegrinst...
„Ich glaube, ich benenne ihn nach dieser Ähnlichkeit...“
... doch dann hörte er den Namen, den der andere ihm zugedacht hatte.
„Joris.“

-

Er war schockiert.
Er war ernsthaft schockiert.
Das sein Nachbar, der ihn doch eigentlich hasste, ihn süß fand, war eine Nachricht, die er erst einmal würde verdauen müssen.
/Obwohl... eigentlich ist es nicht einmal so schlecht. Wenn du demnächst in deine normale Gestalt zurückkommst, kannst du dann wenigstens über ihn herfallen, ohne ein blaues Auge verpasst zu kriegen./
Die Frau schien ähnlich überrascht [2] wie er selbst.
„Du bist schwul?“
„Ich dachte, du wüsstest das.“
Joris beobachtete, wie Àngel die Stirn runzelte.
/Ach? Also doch richtig gedacht, heute Morgen./
„Ich meine, alle in der Firma wissen es.“
„Ich nicht. Offensichtlich hat es mir niemand gesagt.“
Ihre Stimme klang spitz, gleichzeitig aber auch wackelig.
Auf einmal konnte der Kater gar nicht anders, als Mitleid mit ihr zu haben.
Vorsichtig stieß er sich ab und sprang zu ihr herüber.
So ein bisschen Wärme war doch nie verkehrt.
Überrascht blickten die beiden Menschen auf ihn herunter.
/Ja, ich kann auch sozial sein. Abgesehen davon stellt sie jetzt keine Gefahr mehr dar./
„Mauz!“
Mit einem Mal schien sein Herrchen zu begreifen.
„Du hast dir doch nicht etwa Hoffnungen gemacht, oder? Oh nein, das tut mir schrecklich leid.“
„Ist... ist schon in Ordnung. Aber ich glaube, ich gehe jetzt besser.“
Er wurde etwas unsanft von dem weiblichen Schoß geschubst, dann entfernten sich hastige Schritte aus dem Wohnzimmer, und schließlich aus dem kleinen Flur.
Etwas beleidigt hüpfte Joris wieder auf seinen alten Platz zurück.
/Hier mag ich es sowieso viel lieber./
„Apropos Joris“, murmelte da auf einmal die Stimme über ihm, „ich frage mich, wo der ist, Katerchen. Hab seine süße Nase schon seit zwei Tagen nicht mehr auf dem Flur gesehen.“
Zufrieden ließ der Kater seine schnauze auf-, und wieder zu klappen.
/Ich sollte ihn definitiv ins Bett zerren, wenn ich die Chance dazu habe./
Schlußanmerkungen zum Kapitel:
III
Der nächste Morgen startetet wieder etwas unsanft, aber Joris beschloss, dass er es angesichts der Tatsache, dass er sein Herrchen wieder nackt sehen würde, absolut verschmerzen konnte.
Zufrieden presste er seine Schnauze in die Bettdecke und sog den angenehmen Duft des anderen in sich ein.
/Mmmmmh... das ich das vorher nie bemerkt habe.../
Da senkte sich wieder diese geliebte Hand auf ihn, die Finger gruben sich leicht in sein Fell, fingen an ihn zu kraulen.
Glücklich mit sich und der Welt wollte Joris sich auf den Rücken drehen, als er ein ersticktes Geräusch von oben hörte.
Er blickte überrascht nach oben – und konnte gerade noch ausweichen, bevor ein großer, schwerer Körper auf dem Bett landete – dort, wo er bis eben noch gelegen hatte.
Erschrocken riss er die Augen auf.
/Ángel?/
„Mauz?“
Der Mann vor ihm atmete nur schwer, sein Kopf war in die Bettdecke gedrückt, die Muskeln in den starken Armen schienen zu zittern.
Joris Herz krampfte sich zusammen, konnte er doch nichts anderes tun als auf den offensichtlich bewusstlosen Mann zu starren; seine Krallen gruben sich wie aus einem Reflex in dessen Haut, um ihn aufzuwecken.
Er reagierte nicht.
/Verdammt!/
Wieder und wieder schlug er seine Tatzen in den muskulösen Rücken Àngels, dann schlich er zu dessen Kopf und leckte verzweifelt über die Schweißnasse Stirn.
Als ihm bewusst wurde, dass er in dieser Gestalt nichts ausrichten konnte, setzte er sich nur noch ängstlich hin und wartete.
Endlich, nach unzähligen Minuten, regte sich der Körper des Mannes; seine Arme, immer noch zitternd, hoben sich, um den schwachen Torso hochzudrücken.
Sein Kopf hing hinab, er rang nach Atem.
Dann wanderte sein Blick zu der Katze neben ihm.
„Hey Katerchen...“, ein Husten unterbrach seine Worte.
Für einen Moment war er still, dann setzte er wieder an.
„Passiert mir öfter, keine Sorge. Sollte mir abgewöhnen, so viel zu arbeiten und so wenig zu essen.“
„Mauz!!!“
/Keine Sorge machen? Hat der sie eigentlich nicht mehr alle?/

-

Es war wieder später Abend, und Àngel schien sich dieses mal sogar noch später als am Vortag im Büro aufzuhalten.
Wahrscheinlich wollte dieser verdammte Workaholic die Zeit wettmachen, die er dank seines kleinen Zusammenbruchs am Morgen verloren hatte.
Joris machte sich Sorgen.
/Seltsam/, dachte er bei sich, /sehr seltsam. Vor ein paar Tagen habe ich ihn noch gehasst wie die Pest, und jetzt... jetzt will ich wieder ein Mensch sein, damit ich mich um ihn kümmern kann, ihn dazu zwingen, etwas zu essen, im Bett festhalten, damit er nicht so früh geht, da sein, damit er vor Sehnsucht nach mir früher nach Hause kommt.../
Traurig blickte er auf seine schwarzen Katzenpfoten herunter, als ihm in den Sinn kam, wie absurd diese Gedanken doch waren.
Was auch immer mit ihm passiert war... selbst wenn er wieder Mensch sein würde, dann würde der andere so zu ihm sein, wie vorher auch.
/Er hat gesagt, ich sei süß!/
Er schüttelte den Kopf über sich selbst, bettete diesen dann auf seine Beine und starrte Blicklos in den Raum.
/Komm wieder nach Hause!/

-

Nach Stunden des bangen wartens hörte er endlich das Klicken der Tür; er sprang auf, erleichtert, raste seinem Herrchen im Flur entgegen und sprang an seinem Bein hoch.
Der Mann blickte lachend auf ihn herunter, legte seine Jacke ab und nahm ihn dann auf den Arm.
Schnurrend rieb Joris den Kopf an seiner Brust.
„Hast du dir Sorgen gemacht, Joris? Keine Sorge, mir geht es gut. Ich habe heute extra Kalorienreich gegessen, was meinst du dazu, mh?“
„Maunz!“
Àngel lachte, doch es konnte Joris im innern nicht wieder fröhlich stimmen.
/Wäre nett, wenn du das mal öfter machen würdest./
„Und eben habe ich auf dem Weg hierhin einen Zwischenstopp beim Bäcker eingelegt. Zufrieden?“
/Nein. Ich will, dass du hier hin kommst, um zu Essen, das ich überprüfen kann, was du zu dir nimmst./
Die Sorge um den so viel stärkeren und größeren Mann ließ ihn seit dem Vorfall heute Morgen einfach nicht mehr los, machte ihn geradezu wahnsinnig.
Etwas in Joris sagte ihm, dass er sich extrem albern benahm, aber er konnte es nicht aufhalten.
Es war wie...
/Liebe./
Erschrocken über seine eigenen Gedanken sprang er von den so sicheren Armen und verzog sich in die Küche, senkte sein kleines Köpfchen über den Futternapf.
„Was ist denn mit dir los?“
Die dunkle Stimme klang so amüsiert wie am ersten Tag, als der andere ihn gefunden hatte, klein und zitternd vor der Haustür.
Diese verdammte Haustür.

-

Irgendeiner dieser schrecklichen Actionfilme, in denen der einzige Inhalt aus sinnlosem rumgeballere und noch sinnloserem Sex bestand, flimmerte über den Flachbildschirm im Wohnzimmer.
Joris lag lang ausgestreckt auf dem Sofa, die Àngels Hand auf seinem Bauch, die Finger in seinem Fell.
Er schnurrte zufrieden und versuchte irgendwie, die Töne aus den Boxen auszublenden.
Auf einmal wünschte er sich, es könnte immer so sein.
Ein schlechter Film, der andere, der ihn liebkoste, er selbst auf diesem schrecklich tollen Sofa.
Dann würden sie gleich ins Bett gehen... und er würde sich an ihn kuscheln, nicht als Katze, sondern als Mensch, als Mann, der eine ganz unterschiedliche Art von körperlicher Zuneigung brauchte.
In seinem Katzenbauch fühlte es sich an, als würde Schmetterlinge herumfliegen.
/Natürlich kann es sein, dass diese Gefühle weg sind, sobald ich wieder ein Mensch bin. Wenn er wieder... so zu mir ist./
„Na, Katerchen, worüber denkst du nach? Vielleicht auch darüber, wie langweilig dieser Film ist? Oder auch darüber, dass ich ein sehr, sehr sozial inkompetenter Mann bin, der es einfach nicht schafft...“
Er brach ab.
„Liebe ist nicht schön, Katerchen, glaub mir.“
Joris Kopf ruckte nach oben.
„Mauz?“
/Liebe?/
„Du bist verdammt neugierig, kleiner. Vielleicht... vielleicht erzähle ich es dir einmal... wenigstens habe ich dank dir nicht mehr das Gefühl, mit mir selbst zu reden.“
Àngel griff nach der Fernbedienung und schaltete den DVD Player aus.
Der Bildschirm wurde blau, tauchte den ganzen Raum in sein fades Licht.
Die eben schläfrige Stimmung wurde noch schläfriger, der Kater knickte ein, als sein Herrchen ihn von seinem Schoß schmiss.
Gleich darauf hörte er wieder dieses warme Lachen, das er so sehr liebte.
„Na komm, kleiner, ich trag dich ins Bett.“
Der Duft des anderen umhüllte ihn ganz, als er hochgehoben und auf dem Bett abgelegt wurde.
Zum ersten Mal, seit er hier war, seit er eine Katze war, rutschte er aus dem dösenden Zustand in einen tiefen Schlaf.

-

Müde öffnete er seine Augen, als er die Schranktür hörte.
Sie fühlten sich irgendwie kleiner an als sonst, verklebt von dem Schlaf, der sich in den Winkeln gesammelt hatte.
„Mau“, gähnte er herzhaft, und Àngel drehte sich zu ihm um.
„Na, kleiner, aufgewacht? Dabei dachte ich immer, Katzen könnten nicht schlafen... naja, was solls. Ich muss los. Pass auf dich auf.“
/Du auch/, dachte Joris noch, doch dann sank er schon wieder in das Reich des Schlafes hinab.
Das letzte was er hörte, war die Wohnungstür, die sich vorsichtig schloss.

-

Die Mittagssonne strahlte prall durch das Fenster herein, als Joris das nächste mal erwachte.
Sein ganzer Körper kribbelte, seine Augen schienen ihm noch kleiner als das vorige mal.
Er streckte sich, gähnte, wollte sich zusammenrollen.
Etwas fiel klirrend auf den Boden.
/Mein Schlüssel?!/
Er sah nach unten, streckte eine... Hand danach aus.
Überrascht blickte er auf die wieder gewonnenen Gliedmaße, fasste sich damit an die Nase.
Er war wieder Mensch, hatte seinen Körper zurück!
Wie schön...
„Àngel! Sein Kater wird weg sein, wenn er kommt...“
Traurig setzte der junge Mann sich auf die Bettkannte, hob seinen Schlüssel auf und steckte ihn in die Tasche der Jacke, die er wieder trug.
Seine Stimme hörte sich leicht rau an, unbenutzt in den letzten drei Tagen.
Langsam stand er auf, ging in den Flur der kleinen Wohnung.
Erst jetzt nahm er alles richtig wahr – wie eng es doch war, genau so, wie bei ihm... ein Schlüsselbrett hing auf der Höhe seiner Augen, einer von ihnen fiel ihm ins Auge.
Vorsichtig nahm er ihn herunter und steckte ihn in das Schlüsselloch der Wohnungstür – er passte.
Er blickte auf das Metallstückchen herunter, wog es versonnen in der Hand, steckte ihn schlussendlich ebenfalls in seine Tasche, bevor er die Wohnung endgültig verlies.
„Ich werde ein Auge auf ihn haben... wenn ich schon nicht mehr bei ihm wohnen kann.“
IV
IV
Die Lebensmittel in seinem Kühlschrank schienen sich über die letzten drei Tage in Luft aufgelöst zu haben, weswegen Joris mit einem Blick auf die Uhr beschloss, noch einmal los zu laufen.
Es war sechs; die Wahrscheinlichkeit, Àngel zu treffen, also eher gering.
Trotzdem schloss er seine Wohnungstür sehr leise – die Vorstellung, von dem anderen einen seiner Kommentare an den Kopf geworfen zu bekommen, machte ihm ein wenig Angst.
Seine Gefühle waren über die letzten Stunden nicht verschwunden...
/Aber vielleicht kommt das ja, wenn ich ihn das nächste mal sehe. Aus einer anderen Perspektive sozusagen.../
Doch auch als er wieder nach Hause kam, tauchte sein Nachbar nicht auf.
Traurig lag Joris am Abend in seinem Bett.

-

Es ging die gesamte Woche so.
Joris schlich sich aus seiner Wohnung, wenn er überhaupt einmal rausging, und achtete immer darauf, die Arbeitszeiten des Anderen zu berücksichtigen
Er traf ihn nur ein einziges mal; am frühen Abend, als er sich gerade auf den Weg zu einer Freundin von ihm gemacht hatte.
Àngel lief auf dem Bürgersteig an ihm vorbei und nickte ihm zu, schien aber ansonsten keine Notiz von ihm zu nehmen.
Doch als Joris am Samstag Abend die Wohnungstür hinter sich schloss, spürte er die Anwesenheit des anderen wieder in seinem Rücken.
„Aaaaaaaah, ich dachte schon, Sie würden ihre Wohnung gar nicht mehr verlassen, Herr Sunders.
Wurden Sie etwa in den drei Tagen Ihrer Abwesenheit dermaßen ausgelaugt?“
Er musste sein Lächeln verstecken, bevor er sich umdrehte, konnte es aber nicht verhindern, dass seine Augen leuchteten.
In seinem Bauch verselbstständigte sich ein kleiner Springbrunnen, und schoß hier und dort kleine Sektfontänen gegen seine Magendecke.
Sein Gegenüber schien nichts davon zu merken.
Auf einmal fielen Joris die Augenringe auf, die müde gerunzelte Stirn, der genervte Blick.
/Ob er wohl schon immer so... müde ausgesehen hat, und ich es nur nicht mitbekommen habe?/
„So könnte man es nennen. Aber wenn Sie mich entschuldigen würden... ich muss los.“
/Sebastian müsste eigentlich schon unten stehen.../
„Natürlich. Ich will Sie von nichts abhalten.“
Er hörte der kräftigen Stimme die Müdigkeit an, und irgendetwas in ihm drängte danach, den Älteren in den Arm zu nehmen, alles schlechte wegzuküssen.
Stattdessen streifte er wie zufällig Àngels Arm, als er sich auf den Weg zur Treppe machte.
Trotz der Stoffschichten zwischen ihnen meinte er, die Berührung so zu spüren, als erfolge sie auf nackter Haut; kleine Blitze schossen durch seinen Körper und wollten ihn dazu bringen stehen zu bleiben, zurückzugehen, über ihn herzufallen.
Bevor er eines dieser Dinge auch nur ansatzweise umsetzen konnte, ging er schneller.
Als die Wohnungstür des anderen zu fiel, rannte er.

-

„Sag mal, hübscher... wann bekomme ich eigentlich deine Wohnung mal zu Gesicht?“
Sie saßen zu viert in einer kleinen Kneipe.
Die Wände waren mit dunklem Holz vertäfelt, von der Decke aus schwebte sanftes Licht zu ihnen herunter.
Die Aschenbecher, die sonst auf den Tischen gestanden hätten, wurden hier durch Kerzen ersetzt.
Für sich beschloss Joris, hier einmal mit einem Date hinzukommen... Àngel, wenn er sehr viel Glück hatte.
Schnell schob er den Gedanken beiseite und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Sebastian.
„Die Wohnung... tja, das wird der Moment sein, in dem mein Nachbar aufhört zu stalken.“
Die beiden Mädchen in ihrer Runde kicherten.
„Er ist nie raus gekommen, wenn wir da waren!“
„Weil ihr so offensichtlich ein Paar seid, dass...“ Joris ließ den Satz unbeendet und grummelte leicht.
/Das er sich keine Sorgen zu machen braucht... weil er mich... süß findet.../
„Vielleicht steht er ja auf dich. Habe ich euch eigentlich schon erzählt, dass mein Chef auch schwul ist? Er sieht unglaublich gut aus, besonders wenn er Anzüge trägt... Joris, schätzelein, du kommst doch mit auf die Betriebsfeier übermorgen? Wenn ich ihn schon nicht haben kann, dann sollst wenigstens du ihn einmal spüren. Das wäre dann so, als würde ich von ihm durch dich genommen werden.“
Sebastian grinste in seine Richtung, und der kleinere konnte nur Fassungslos den Kopf schütteln.
Jetzt, wo sein Kumpel endlich in einer Beziehung war, schien er Spaß daran zu haben, ihm unglaublich viele gutaussehende Kerle vorzustellen, mit denen er ja keinen Spaß mehr haben konnte.
„Lass mal, Sebi. Mir steht momentan nicht so der Sinn nach bedeutungslosen Abenteuern...“
Liska und Marèn blickten ihn erstaunt an.
„Bist du krank?“
„Nein. Nur.... ach, ich weiß auch nicht. Die Weihnachtszeit schlägt mir immer aufs Gemüt.“
Alle drei wussten warum, deswegen fragten sie nicht weiter.
Das es noch einen anderen Grund für seinen plötzliche Abstinenz gab, brauchten sie ja nicht zu wissen.
/Was solls./
„Wenn du wirklich willst, Sebi, komme ich natürlich mit.“
„Du bist wirklich ein Engel!“

-

Nach langem hin und her hatte Joris sich an diesem Abend für eine schlichte schwarze Hose und ein eng anliegendes, eben so schwarzes Shirt entschieden.
Darüber zog er sich ein dunkelblaues Hemd, das er vorsichtshalber erst einmal offen lies.
Er wusste nicht wie es mit dem Dresscode an dem Abend aussah, und er wollte sich nicht unwohl fühlen.
Wenn es angebracht war, würde er die Knöpfe halt wieder schließen.
Als er das Haus verließ und zu den Fenstern hochsah bemerkte er überrascht, dass bei Àngel kein Licht brannte.
Schlief der etwa schon?
Doch dann schalt er sich einen Narren.
/Der muss doch auch mal Abends weggehen... egal, wie seltsam die Vorstellung ist. Vielleicht hat er ja ein Date./
Der Gedanke daran löste ein unwillkommenes Stechen in ihm aus; er beschleunigte seine Schritte, um diese Überlegungen zu vertreiben.
/Verdammt./

-

„Süßer, schön das du da bist. Häng deine Jacke hier einfach auf... uuuuuh, sexy... ich weiß schon, warum ich dich mitgenommen habe. Sämtliche Damen werden dir hinterhersabbern. Und mein Chef hoffentlich auch“, fügte Sebastian mit einer vertraulichen Miene dazu.
Joris musste grinsen, blieb für sich aber bei dem Entschluss, das heute Abend nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen Chefs oder Kollegen seines Kumpels laufen würde.
Der Vorsatz hielt selbst dann noch, als Sebi ihm bereits das zweite Glas Punsch in die Hand drückte, und zu einer Gruppe durchaus gutaussehender Männer schob.
Doch sie langweilten ihn, keiner von ihnen hatte eine halbwegs so angenehme Stimme wie ein gewisser jemand, keiner von ihnen konnte es vom Aussehen her mit ihm aufnehmen.
Abgesehen davon waren an vielen der Ringfinger abdrücke von Eheringen, und reiche Bisexuelle, die ihre Frauen betrogen, waren das letzte, was er selbst im Moment ertragen konnte.
So entschuldigte er sich nach einiger Zeit, holte sich ein weiteres Glas Punsch und machte sich auf die Suche nach Sebastian, der ihn feige im Stich gelassen hatte.
Als er ihn hinter der Tür stehen sah, eine Kippe zwischen den Lippen und das Handy am Ohr, beschleunigten sich seine Schritte.
Er würde hingehen, sich verabschieden und nach Hause laufen.
/Da gucke ich ja lieber einen schlechten Porno, als mir das hier noch eine Sekunde länger anzutun./
Die ersten waren schon betrunken, es wurden dreckige Witze gerissen, die Musik wurde immer schlechter – und das nach nur einer halben Stunde nach Party-beginn.
In dem Betrieb schien ein äußerst hoher Anteil an lustigen Menschen zu herrschen.
Nicht auf den Weg achtend prallte er schließlich mit einem warmen, festen Körper zusammen.
Ein altbekannter Geruch stieg ihm in die Nase, und er hob den Kopf.
„Können Sie nicht... Herr Sunders?“
Joris konnte nur tonlos schlucken.
Sie standen nahe beieinander, er selbst musste den Kopf ein wenig verrenken, um dem anderen in die Augen zu sehen.
Seine Hände lagen auf Àngels Brust, und er fing an, fasziniert auf das weiße Hemd unter ihnen zu starren.
Langsam sickerte zu ihm durch, wer der gutaussehende Chef war, von dem Sebastian gesprochen hatte; er wollte langsam zurück weichen, aber eine starke Hand hielt seine Finger fest.
Wie elektrisiert von diesem Gefühl konnte er nur in die grünen Augen über ihm starren, die genau so fasziniert zurück zu blicken schienen.
Er leckte sich unterbewusst über die Lippen, und wie auf Kommando legte sich die andere starke Hand unter sein Kinn, hob seinen Kopf noch ein wenig an.
„Joris! Hey, was machst du da?“
V
Der Bann war gebrochen, die beiden Männer wichen ein Stück auseinander.
Sebastian blickte zwischen ihnen hin und her, verblüfft.
Doch dann fing ein dreckiges Grinsen an, sich auf seinem Gesicht auszubreiten.
„Wie ich sehe, habt ihr euch schon kennengelernt. Joris, das ist mein Chef. Herr Garcia, das ist ein Freund von mir. Ich werde euch jetzt alleine lassen und... mir noch einen Schluck Punsch holen.“
Weg war er.
Joris blickte unbehaglich auf seine Schuhe.
Sein Gesicht war sicher rot angelaufen, und er traute sich nicht, dem anderen jetzt in die Augen zu blicken.
Da rauschte Àngel an ihm vorbei, ließ ihn alleine an der Tür stehen, traurig, mit gesenktem Kopf.
In seinen Augen sammelten sich Tränen, und er machte, das er zur Tür kam.
/Verdammt, Sebastian!/

-

Der Dienstag Morgen begann sehr langsam für ihn.
Die Enttäuschung vom vorabend steckte noch in seinen Knochen, und so schleppte er sich mehr in die Dusche, als das er ging, und nahm zum Frühstück nur eine Tasse Tee zu sich.
Er war fiel zu früh aufgewacht... Versonnen lauschte Joris auf die Geräusche im Haus.
Alles war noch still, aber eigentlich müsste gleich die Tür seines Lieblingsnachbarn klappen, wenn dieser sich auf den Weg zur Arbeit machte.
„Àngel Garcia.“
Lächelnd kostete er den Klang des Namens noch ein bisschen aus, dann spitzte er die Ohren ein wenig mehr.
Doch um halb neun hatte er es immer noch nicht gehört.
Hatte der andere etwa verschlafen? Oder...
Erschreckt erinnerte sich Joris an den einen Morgen, an dem er einfach so umgekippt war, für ein paar Minuten nicht mehr aufgewacht.
Panisch nahm er den Schlüssel der gegenüberliegenden Wohnung an sich und stürmte aus der seinen.
Erst als er die Tür schon aufgeschlossen hatte, verharrte er.
Was, wenn er einfach nur verpennt hatte? Was würde er ihm erzählen? Was würde er ihm überhaupt erzählen?
Doch dann fiel ihm wieder die Persönlichkeit des anderen ein.
/Er kommt nicht zu spät./
Trotzdem betrat er die Wohnung etwas langsamer als geplant und spähte erst einmal die anderen Räume aus, bevor er das Schlafzimmer betrat.
Nicht der geringste Laut war zu hören – doch da, auf dem Bett, lag er.
Bewusstlos.

-

„Was zum?“
Erleichtert beobachtete Joris, wie Àngel nach einer gefühlten Stunde die zitternden Lider anhob und sich verwirrt im Raum umblickte.
Schließlich wurde er selbst von den dunklen Augen des anderen erfasst; sie weiteten sich unwillkürlich, und ihr Besitzer holte scharf Luft.
„Was machen Sie in meiner Wohnung?“
Der Angesprochene wurde unwillkürlich rot und senkte verschämt den Blick.
„Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht“, murmelte er, „Sie sind doch sonst immer pünktlich auf dem Weg zur Arbeit...“
Für einen kleinen Augenblick starrte der Chef seines Freundes ihn nur an, dann ließ er sich seufzend zurücksinken.
„Sie brauchen sich doch keine Sorgen um mich zu machen.“
Grummelnd ruckelte er sich ein bisschen zurecht, bis er gemütlich lag.
„Doch. Ähm... möchten Sie... Tee?“
Auf das nicken hin erhob Joris sich, erleichtert, das der andere ihn nicht darauf angesprochen hatte, wie er in diese Wohnung gekommen war.
Er hätte nicht gewusst, was er hätte antworten sollen.

-

Als der Wasserkocher klickte, er das heiße Wasser in die Teekanne goss und eine Eieruhr stellte, die er im Schrank gefunden hatte, tauchte Àngel in der Küchentür auf.
Er war geduscht, angezogen und sogar rasiert, doch er sah immer noch müde aus, fertig, zu blass, als das seine natürliche Bräune darüber hinweg täuschen könnte.
Langsam bewegte er sich zu einem der Küchenstühle hin und ließ sich schwerfällig darauf sinken.
Dann schloss er die Augen.
„Ich werde Sie jetzt nicht fragen, wie Sie hier herein gekommen sind.“
Er öffnete sie wieder und blickte Joris genau in seine, bevor dieser dankbar den Kopf senkte.
Da fielen dem jüngeren die Näpfe neben der Anrichte auf; ein seltsames Schuldgefühl bohrte sich in sein Herz, als er sah, dass sie gefüllt waren.
Vorsichtig blickte er Àngel an.
„Sie haben eine Katze?“
„Hatte. Er ist weg... schon länger, aber immer noch hoffe ich, dass er zurück kommt. Albern, oder? Aber ich sollte Ihnen das alles gar nicht erzählen. Immerhin...“
Das schrillen der Eieruhr riss ihn mitten aus dem Satz, wofür Joris zu einem gewissen Grad dankbar war.
Er nahm den Teefilter aus der Kanne, schloss sie und stellte sie auf den Tisch, bevor er zwei Tassen und Milch aus dem Schrank holte.
Schließlich setzte er sich seinem Nachbarn gegenüber und goß ihnen beiden etwas von dem heißen Getränk ein.
„Danke.“
Sie nahmen ihre Tassen fast gleichzeitig hoch, um den ersten tastenden Schluck zu nehmen.
Joris musste unwillkürlich grinsen – er versteckte seinen Gesichtsausdruck hinter der Tasse, bis er wieder ernst wurde.
Doch dann sah er seinem Gegenüber genau in die Augen.
Sie waren schön, dunkel braun, fast wie zartbitter Schokolade.
Für einen Moment fühlte er sich von ihnen gefangen, von dem seltsamen Ausdruck in ihnen, den goldenen Punkten, die in ihnen zu tanzen schienen.
Schnell riss er sich los.
„Vielleicht sollten Sie sich einen freien Tag nehmen... und etwas essen gehen. Ich lade Sie gerne ein...“
Ein Kribbeln auf seinen Wangen machte ihm klar, dass er schon wieder errötete.
„Warum wollen Sie mit mir essen gehen? Ich war nie sonderlich nett zu Ihnen.“
„Vielleicht will ich ja einfach über Sie herfallen, seit ich Sie in einem Anzug gesehen habe?“
Hoffend, dass dieser Satz nicht zu viel gewesen war, verzog Joris frech seinen Mund.
Àngel sah ihn erst überrascht an, doch dann lachte er leise und rau, und es war der schönste Laut, den er jemals aus diesem Mund gehört hatte.
„Gerne. Sehr gerne.“

-

Drei Stunden später saßen sie sich gegenüber, in irgendeinem Restaurant, das Joris auf die Schnelle herausgesucht hatte.
Die Atmosphäre war entspannt; das weiche Lächeln, welches seit einigen Minuten auf Àngels Gesicht schwebte, wurde von dem Licht einer Kerze noch unterstrichen.
Eben hatte der Kellner ihre Bestellungen aufgenommen, und jetzt schwiegen sie sich an.
Es war ein angenehmes Schweigen, das Joris schamlos dazu ausnutzte, dem anderen ins Gesicht zu starren.
Als er ihm in die Augen blickte merket er, dass dieser das gleiche getan hatte.
Ein grinsen huschte über sein Gesicht.
„Wo waren Sie eigentlich letztens? Die drei Tage, die Sie so spurlos verschwunden waren...“
Die Frage brachte ihn aus dem Konzept.
Ja, wo war er gewesen?
Wie sollte er es dem anderen beibringen?
Die beste Möglichkeit war es wohl, seinen Gegenüber zu belügen... so wenig, wie es ihm behagte.
/Er wird mir ja doch nicht glauben./
„Ich habe meine Eltern besucht. Spontaner Kurzurlaub sozusagen. Nett, das es Ihnen aufgefallen ist...“
„Oh, mir fällt so einiges auf.“
Der Kellner brachte ihre Getränke und verhinderte so eine Nachfrage nach der Bedeutung dieses Satzes.
Nachdenklich trank Joris einen Schluck von seiner Cola.
„Bwah. Wie kann man so ein süßes Zeug nur trinken?“
Er zuckte mit den Schultern und schielte auf den Wein, den Àngel in den Fingern hielt.
Auch nicht schlecht, aber nicht ganz sein Fall.
„Ich bin eben ein süßer Mensch.“
„Ja, das sind Sie.“
Irgendwie hatte der ältere es geschafft, ihn mit diesem Satz wieder erröten zu lassen; außerdem schien sich die gesamte Atmosphäre zu verändern.
Spannung lag auf einmal in der Luft, Spannung der Positiven Art...
Das Essen kam, und so senkte sich für einige Zeit stille über ihre fensterlose Ecke.
Hin und wieder sahen sie auf, sich direkt in die Augen, hin und wieder streiften sich ihre Hände, wie zufällig.
Schließlich schob Joris gesättigt seinen Teller von sich und nahm noch einen Schluck seiner Cola.
„Das ging schnell... und war lecker... und sowieso fühle ich mich, als sei es Abend und ich auf einem romantischen Date.“
„Da kann ich Ihnen nur zustimmen.“
Schlagartig wurde der jüngere knallrot und senkte verlegen den Kopf.
„Habe ich das eben laut gesagt?“
„Haben Sie.“
In den dunklen Augen seines Gegenübers funkelte es belustigt, dann beugte dieser sich gegenüber und wuschelte ihm kurz durch die Haare.
Das Gefühl der großen Hand, endlich wieder auf seinem Körper...
Die Farbe von Joris Wangen verdunkelte sich noch ein wenig mehr.
/Wie peinlich./
VI
Anmerkungen zum Kapitel:Hier gibt es einen Absatz aus Àngels Sicht, weil ich die Dinge mal von seiner Warte aus beleuchten wollte. Nicht verwirrt sein.
„Und, haben Sie es bereut, sich von Ihrem nervigen Nachbarn einladen zu lassen?“
Sie waren auf dem Weg zu ihrem Haus, gingen einträchtig nebeneinander.
Joris schielte zur Seite, um einen Blick auf das Gesicht des andere erhaschen zu können, und musste sich wie immer daran erinnern, den Kopf ein wenig zu heben.
Menschen strömten an ihnen vorbei, die Sonne schien vom Himmel.
Es schien heute nicht so kalt zu werden wie sonst.
„Nein, das habe ich nicht. Obwohl ich immer noch nicht verstehe, wieso Sie das getan haben... und wieso ich auf einmal so nett zu Ihnen bin.“
Der kleinere lachte auf.
„Vielleicht liegt es ja daran, das ich Sie bewusstlos in Ihrer Wohnung gefunden habe.“
„Könnte sein.“
Àngel lehnte sein Gesicht in den Nacken und schloss entspannt seine Augen.
Fasziniert von dem schönen Hals starrte Joris zu ihm hin.
„Vielleicht wäre das ein Grund, um aufzuhören sich zu siezen.“
Eines der dunklen Augen hatte sich geöffnet und linste nun zu ihm herunter.
„Vielleicht.“

-

Später am Nachmittag lag Joris, die Edda in der Hand, auf seinem Bett.
Eine Tasse Yogi – Tee stand neben ihm, und eine Duftkerze verströmte einen angenehmen Duft.
/Eigentlich/, dachte er auf einmal, /könnte ich Plätzchen backen. Wenn ich in meiner freien Zeit sonst nichts zu tun habe.../
Er klappte das Buch zu, drehte sich um und starrte überlegend zur Zimmerdecke.
/Ja, warum nicht?/
Mit einem warmen Gefühl in der Magengegend schwang er sich vom Bett, pustete die Kerze aus, löschte die Lichter.
/Ich mag es, zu backen./

-

Der Duft der frisch gebackenen Kekse durchzog seine ganze Wohnung, und brachte ihn dazu, sabbernd an seinem Küchentisch zu sitzen und wartend auf den Ofen zu starren.
Endlich plingte seine Eieruhr.
Er schaltete den Ofen aus, holte ein Blech nach dem anderen heraus, breitete Backpapier auf seiner Anrichte aus und legte vorsichtig die Köstlichkeiten darauf.
Beim einkaufen hatte es ihn überkommen, sodass jetzt ungefähr fünf verschiedene Sorten, jeweils in großen Mengen, darauf warteten, in seinem Magen zu landen.
Bedauernd blickte er auf seine Uhr, erkennend, das es Zeit fürs Abendessen war.
Also schmierte er sich ein Brot, aß es, setzte sich danach ins Wohnzimmer, um in Ruhe Zeitung zu lesen, und erst um sieben, eine Stunde nachdem er die Plätzchen aus dem Ofen geholt hatte, wagte er sich zurück in die Küche.
Sie waren inzwischen abgekühlt, und so machte er sich mit Puderzucker und Lebensmittelfarbe ans Werk.
Schlussendlich, als auch das getrocknet war, holte er das Päckchen mit den Sternentüten aus dem Schrank, die ihm im Supermarkt aufgefallen waren...
Nachdenklich zählte er sie.
Es waren genau vier.

-

Er hatte sich an dem Abend nicht mehr getraut, und so stapfte er am nächsten Morgen erst einmal der Reihe nach zu Sebastian, Liska und Marèn, um die drei anderen Tüten abzuliefern.
Als er nach Hause kam, war es schon nach fünf.
Joris nahm das eine Päckchen, welches er noch in seiner Tasche trug, mit spitzen Fingern heraus und blickte es an.
Dann fasste er sich ein Herz, und knotete es mit einer goldene Kordel an der Tür seines Nachbarn fest.
Mit klopfendem Herzen verschwand er in seiner Wohnung, wo er die Edda nahm, und sich auf sein Bett schmiss.
/Hoffentlich gefallen sie ihm./

-

Àngels Schritte klangen durchs Treppenhaus, dumpf, so schwerfällig setzte er einen Fuß nach dem anderen.
Er war heute extra länger geblieben, um den einen Tag fehlzeit wett zu machen, und jetzt tat ihm alles, aber auch wirklich alles weh.
Nicht einmal zum Essen war er gekommen.
/Das war bestimmt nicht in deinem Sinne, Kleiner/, dachte er belustigt, warf einen Blick auf die Wohnungstür seiner gegenüber, und seufzte auf.
/So süß./
Er drehte sich um und schüttelte den Kopf, so als wolle er den Gedanken daran vertreiben.
/Er hat sich Sorgen um mich gemacht.../
Erst als beim Aufschließen etwas seine Hand streifte, fiel ihm die durchsichtige, mit Sternen bedruckte Tüte an seiner Klinke auf.
Eine goldene Kordel hielt sie fest; aus ihrem Innern schimmerten ihm Plätzchen entgegen.
Ein Kärtchen hing an der Seite, und mit zitternden Fingern klappte Àngel es auf.
„Kalorien für den Abend. J.“, las er leise vor.
Er konnte nicht verhindern, dass ein verliebtes Grinsen sich auf seinem Gesicht breit machte, egal wie sehr er sich beherrschte.
„Er macht sich Sorgen um mich“, flüsterte er zu sich, dann machte er das Geschenk endlich ab und schloss seine Tür auf.
„Sorgen. Um mich.“

-

„Joris!“
Die Schritte des Angesprochenen stockten, dann drehte er sich mit einem kleinen, nervösen Lächeln um.
„Ja?“
„Danke. Für die Plätzchen, meinte ich.“
Joris Lächeln wurde weniger nervös, dafür aber um ein ganzes Stückchen breiter; er legte den Kopf schief und strahlte den größeren Mann an.
„Gerne.“
„Ich wollte fragen, ob ich dich im Gegenzug einladen kann. Ich feiere nicht so gerne... aber im Kino ist gerade ein neuer Film angelaufen. Interesse?“
/Süß/, dachte der jüngere, als er sah, wie Àngel sichtlich nervös vor ihm stand.
/Hätte gar nicht gedacht, das er auch mal unsicher sein kann./
Er beschloss, ihn schnellstmöglichst zu erlösen.
„Das wäre... toll! Wann denn?“
Sein Gegenüber schien sichtlich erleichtert, die dunklen Augen hellten sich ein Stückchen auf, und er hob entspannt den Kopf.
„Wann es dir passt.“
/Es ist Mittwoch. Mh. Wie war das mit der drei-Tages-Regel? Neeeeee... nicht Samstags ins Kino.../
„Freitag? Dann musst du am nächsten Tag hoffentlich nicht arbeiten...“
„Doch, muss ich. Aber nur bis Mittags. Das schaffe ich auch, wenn ich am Vortag erst um zwei in der Kiste liegen sollte. Such dir einen Film aus und sag mir Bescheid... du siehst aus, als ob du weg müsstest.“
Joris nickte dankbar.
„Mache ich. Bis dann!“
Er drehte sich um, stürmte die Treppen hinunter, die Straße rauf, bis zu der Laterne, an der Sebastian ihn abholen wollte.
Auch im Auto spürte er noch dem Kribbeln nach, das ihn bei dem Gespräch mit dem anderen erfasst hatte... und das ihn bis Freitag nicht mehr loslassen sollte.
/Verliebt./

-

Nach langem hin und her hatte Joris sich endlich für einen Film entscheiden können.
Jetzt, gegen sieben, war er vorbei, die Lichter im Kinosaal gingen langsam an.
Die Menschen waren leise; das gesehene steckte ihnen, wie ihm selbst, immer noch in den Knochen und in den Stimmbändern.
Er fühlte eine Hand auf dem Oberschenkel; irgendwann während der Vorführung war sie dort gelandet, hatte sich auch nicht wieder wegbewegt.
Àngel beugte sich zu seinem Ohr.
„Was hälst du von etwas zu Essen? Ich lade dich ein.“
Joris drehte den Kopf, blickte ihn aus großen, grünen Augen an.
„Oder vielleicht bei mir in der Wohnung? Ich kann zwar nicht kochen... aber deine Plätzchen sind noch da...“

-

„Ich mag dein Sofa.“
Zufrieden kuschelte Joris sich tiefer in die Kissen, das Glas Wein in der einen, eins seiner eigenen Plätzchen in der anderen Hand.
Es war eines von den Herzen mit rosa Zuckerguss, bemerkte er wie nebenbei, und lief leicht rot an.
Àngel ließ sich direkt ein paar Zentimeter neben ihm fallen und grinste ihn an.
„Ich auch.“
Dann schnappte er sich ebenfalls einen der Kekse aus der Glasschüssel auf dem Wohnzimmertisch vor ihnen und biss genüsslich hinein.
„Danke, nochmal.“
„Bitte. Ich backe gerne.“
„Dann“, meinte der ältere mit einem vergnügten Unterton, „sollte ich dich definitiv behalten.“
Bevor Joris auch nur verstehen konnte, was er gesagt hatte, stellte er das Weinglas weg, nahm seinem Gast das seine ebenfalls aus der Hand, hob das Kinn des jüngeren mit einer dieser unglaublich großen Hände an und blickte auf ihn herunter.
Wieder einmal fielen diesem die hellen Punkte in den dunklen Augen auf, fasziniert starrte er sich an ihnen fest.
„Woher kommst du eigentlich?“
„Spanien.“
Und dann verschlossen Àngels Lippen seine eigenen.
ENDE
Schlußanmerkungen zum Kapitel:
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