Lesen nach
Veröffentlicht: 18/04/09 Aktualisiert: 30/04/12
[PDF speichern]
[Drucker]
Optionen: [Melden]
[PDF speichern]
[Drucker]
- Schriftgröße +
Optionen: [Melden]

1. Kapitel 1

Marius sprang in den Zug und versuchte seinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen. Es war heute sehr schwül und ein Unwetter befand sich im Anzug. Der Himmel hatte sich bedrohlich über Marius verfärbt, während dieser zum Bahnhof und zu seinem Zug rannte. Marius hatte seine Fahrkarte vergessen gehabt und musste daher noch einmal zu seiner Schwester zurück, während der Feierabendverkehr einsetzte.
Und so war er natürlich viel zu spät dran als er endlich wieder beim Bahnhof ankam und musste daher mit einem ICE später fahren. Dabei hatte er es wirklich eilig. Er hatte morgen eine Hausarbeit abzugeben, sonst würde er wahrscheinlich Probleme mit dem Bafög bekommen. Er musste es endlich schaffen das erste Diplom hinter sich zu bringen. Doch nun konnte er sich erst einmal klitschnass auf einen der freien Sitzplätze fallen lassen und tief durchatmen.
Draußen hatte es angefangen zu regnen und er hatte es gerade noch so geschafft in den Zug zu springen, ohne allzu nass geworden zu sein. So vermischte sich jetzt Schweiß mit Regen und er fühlte sich nicht sonderlich wohl, und er hätte sich am Liebsten etwas Trockenes angezogen.
Er kramte in seiner großen Reisetasche nach einem sauberen T-Shirt und hoffte, auch noch ein Handtuch zu finden. Bevor er das Gewünschte jedoch finden konnte, wurde es ihm auch schon vor die Nase gehalten. Erstaunt sah Marius auf und blickte in lächelnde, schokoladenbraune Augen.
„D..danke…“, stotterte er überrascht, nicht wissend, was er sagen sollte. Er nahm es zögernd und trocknete sich als Erstes die Haare.
„Bitte. Wieso ziehst du dein Shirt nicht aus? So bringt das gar nichts.“ Der Fremde, in etwa in Marius’ Alter, sah ihn aufmunternd an. Marius zögerte. Eigentlich waren sie ganz allein im Zugabteil, so dass sicherlich niemand ihn bespannen würde. Sein Gegenüber schien außerdem relativ harmlos zu sein. Außerdem war nun wirklich nichts dabei, wenn er sich seines Shirts entledigen würde. Und danach würde es ihm sicherlich besser gehen.
„Ich beiße nicht!“, versicherte nun auch der Fremde und lächelte ihn an. Marius atmete kurz durch, zog sich das nasse Shirt aus und trocknete sich ab. So fühlte er sich gleich sehr viel besser und stopfte das nasse Shirt in seine Schmutzwäschetüte, um sich daraufhin gleich das Trockene anzuziehen. Dann gab er das Handtuch an dessen Besitzer zurück und lächelte diesen an.
„Ich bin Marius Altmann. Danke noch mal.“, stellte er sich vor.
Der Fremde stellte sich nun auch vor: „Und ich Benjamin Schröder. Ich konnte dich ja nicht so nass hier sitzen lassen.“
Marius wurde leicht rot und setzte sich. Der Fremde ließ sich ihm gegenüber nieder, stand aber sofort wieder auf als er sah, dass Marius versuchte seine Tasche auf den Gepäckträger zu befördern. Schnell half er ihm dabei und so saßen sie kurze Zeit später wieder auf ihrem Plätzen und begannen sich - die Zeit gar nicht mehr wahrnehmend - zu unterhalten. Sie verstanden sich wirklich gut und stellten überrascht fest, dass sie relativ nah beieinander wohnten.
Während der Zug durch Felder, Wiesen und Wälder raste, unterhielten sie sich über Gott und die Welt und entdeckten immer mehr Gemeinsamkeiten. Unterbrochen wurden sie nur kurz von einem Bahnbegleiter, der ihre Fahrkarten entwertete. Das Unwetter tobte draußen weiter und immer wieder zuckten Blitze über den sonst düsteren Harz. Dabei dachte man automatisch an die vielen Sagen, die sich um den Harz rankten und konnte sich sehr gut vorstellen, wie diese entstanden waren.
Doch plötzlich bremste der ICE scharf und hielt mit einem Ruck an, so dass Marius in Benjamins Arme fiel. Der sah ihn überrascht an, grinste dann aber und drückte ihn etwas an sich.
„Bin ich so scharf, dass du schon auf mich fliegst?“, flachste er.
Marius Gesicht ähnelte mittlerweile einer überreifen Tomate. Dann löste er sich von ihm und setzte sich wieder.
„’Tschuldige“, meinte Marius und redete gleich weiter, „Najaaa wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Marius grinste nun und bemerkte dass Benjamin ihn ziemlich interessiert ansah.
„Sehr geehrte Fahrgäste. Bitte entschuldigen Sie, dass wir die Zugfahrt unterbrechen mussten. Durch das Unwetter sind leider die Gleise blockiert, so dass wir warten müssen bis diese wieder frei geräumt sind. Sobald sich etwas an dieser Situation ändert, werde ich Sie selbstverständlich informieren.“, erschall eine Durchsage des Bahnbegleiters durch die Lautsprecher.
Die beiden jungen Männer sahen sich an und hingen kurz ihren eigenen Gedanken hinterher. Marius verabschiedete sich von seiner Hausarbeit an der er eigentlich noch etwas feilen hatte wollen und wandte sich dann seinem neuen Freund wieder zu.
„Damit haben wir wohl noch sehr viel Zeit, was?“
Benjamin kam nicht dazu zu antworten, da eine lärmende Gruppe Jugendlicher sich Richtung Speisewagen bewegte und sich lautstark in einer fremden Sprache unterhielt. Benjamin nickte Marius zu. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, unterhielten sich die beiden wieder.
Draußen stürmte es noch eine Zeitlang weiter, bis sich das Wetter endlich beruhigte. Marius gähnte verhalten. Es war mittlerweile spät geworden. Benjamin setzte sich neben ihn und zog ihn näher zu sich.
„Ruh dich ruhig aus. Wir haben ja das gleiche Ziel. Und der Zug endet in Kassel sowieso.“
Marius sah ihn verschlafen an und lehnte sich an ihn. Es war ihm beinahe unheimlich, dass er Benjamin schon so sehr vertraute. Dabei kannten sie sich noch nicht mal eine Stunde. Doch es fühlte sich eher so an, als ob sie sich schon ewig kennen würden.
Es war verrückt, doch anscheinend konnte einem mit der Deutschen Bahn alles passieren. Marius lehnte sich an ihn und döste ein wenig.
Minuten vergingen und sammelten sich zu Stunden in denen einige Fahrgäste sich über die Deutsche Bahn aufregten, dabei konnte diese nun wirklich nichts für den Baum, der ausgerechnet heute auf die Gleise gefallen war. Die DB tat bereits alles Mögliche, um diesen Baum möglichst schnell zu entfernen. Doch es war ein alter, dicker Baum und die Forstleute kämpften mit Motorsägen und einem Kran gegen ihn. Nach zwei Stunden hatten sie es endlich geschafft und der ICE fuhr an.
Mittlerweile war draußen pechschwarze Nacht, aber es stürmte nicht mehr. Auch der Regen hatte aufgehört. Die Presse würde später von den Schäden berichten, die das Unwetter angerichtet hatte. Doch sie würde nicht davon berichten wie viele Menschen in dieser Nacht zu einander gefunden hatten.

Ende
Aktualisiert: 18/04/09
Veröffentlicht: 18/04/09
[PDF speichern]
[Drucker]

Optionen: [Melden]
Ayu am 21/04/09 16:32
Hallo,

Nicht schlecht^^
Ich fand es nur zwischendurch etwas holprig zu lesen.
Kapitel 1
Alex am 25/04/09 13:09
Hört sich insgesammt gut an. Allerdings empfinde ich das Ende als ein wenig unpassend. Es wäre vielleicht besser gewesen darüber zu schreiben was die beiden denken eventuell auch träumen.
Deinen Schluss kann ich zwar nachvollziehen, finde ihn aber etwas flach. Was interessiert mich was die Bahn und die Forstleute mit dem Baum machen. Allerdings gefallen mir die letzten beiden Sätze, da sie sich auch wieder auf deine Charaktere beziehen.
Als letztes: Ich finds klasse das die DB mal nicht als Übeltäter verurteilt wird und auch mal ein eher unbekanntes Gebirge wie der Harz die Kulisse darstellt. ^^ (naja, du weißt hoffentlich wie ich das meine -_-')

Liebe Grüße
die Alex

Antwort des Autors ChichiU (01/05/09 17:24):
Hier war das Problem, dass ich kürzen mußte. Ich hatte schon die Begrenzung überschritten und ich hasse es zu kürzen. Die Story sollte ich auch mal überarbeiten *seufz*
Danke für den Kommentar!
Kapitel 1
waidgnom am 28/06/09 22:05
Das war wieder einmal eine süsse ,kleine Geschichte.Sie hat mir sehr gefallen, obwohl die Beschreibung der Handlung ,an manchen Stellen etwas zu Kurz kam.Trotzdem war die Geschichte sehr angenehm zu lesen .Es gab ein paar sehr witzige Momente.Dadurch kamen die Charas sehr sympatisch rüber.Der letzte Satz ist besonders romantisch.*seufs*

Antwort des Autors ChichiU (29/06/09 19:08):
dank dir.
Kapitel 1
anna1223 am 03/12/10 23:22
hi!
ich mochte die geschichte sehr. Lächelnd
schade nur, dass sie so kurz war. ich hätte gern noch mehr über die beiden erfahren und wie es mit ihnen weitergeht.
mit dem "Ende" und deiner antwort auf alex´ review hast du ja klar gemacht, dass die geschichte abgeschlossen ist, aber warum steht dann oben hinter dem titel "unabgeschlossen"? hast du vor noch andere one-shots hinzuzufügen?
ich fänds schön, wenn du noch mehr schreiben würdest!
vielen dank für den kurzen lese-spaß. Smiley
lg. anna
Kapitel 1
Aussehen wechseln!
Login

Registrieren | Passwort vergessen
BxB-Statistiken
Mitglieder: 4661
Geschichten: 889
• M/M: 812
• F/F: 69
Kapitel: 5063
Autoren: 249
Reviews: 9127
Reviewer: 567
Neuestes Mitglied: Hentohei
Challenges: 61
Challengers: 16
 
Aktuell
Du bist nicht eingelogt
Laberkasten
Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

Witch23
20/12/20 12:51
Einen schönen vierten Advent euch allen und hoffentlich bald wieder etwas entspanntere Tage

Wer ist online?
Gäste: 102
Mitglieder:
Neueste Geschichte
Bruderliebe von Lysander Ab 16
Hoffnungslose Liebe, sein Geheimnis und ständige Verlustangst lähmen Till. Er...
Neustes Kapitel
Bruderliebe von Lysander Ab 16
Hoffnungslose Liebe, sein Geheimnis und ständige Verlustangst lähmen Till. Er...
Zufallsgenerator
Ein Mehr-als-Freundschaft-Brief von HeisseZitrone Ohne Altersbeschränkung
Von der Sonne, dem Mond und Frühlingsgefühlen. Weil Liebe (k)ein Kunststück...