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Veröffentlicht: 19/04/09 Aktualisiert: 06/01/11
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1. Kapitel 1

2009-01-11

***

„Und, was denkste?“ Jakob warf mir einen erwartungsvollen Seitenblick zu, während er auf eine brünette, schlanke Frau deutete. Sandra hieß sie… oder so ähnlich. Sie und ein paar von unseren Freunden bewegten sich rhythmisch zur Musik auf der Tanzfläche, während wir zwei an der Bar für allgemeinen Nachschub in Sachen Getränke sorgten.
Jakob musste diesen Augenblick natürlich nutzen, um mich nach meiner Meinung zu seiner neuen Flamme zu befragen. Wie man das unter Kumpels eben so tut. Einerseits, um zu zeigen, wer die heißeren Bräute abschleppte, denn bei einer Analyse für eine fachmännische Äußerung kam man nicht umhin, sich das besagte Objekt einmal näher anzusehen. Andererseits um Bestätigung bei den Freunden zu finden und so das eigene Ego zu streicheln.
Diese Frage stellte mich nun jedoch vor ein nicht gerade kleines Problem, zu dessen Lösung ich zwei Möglichkeiten hatte.

Option eins war die Lüge. Ich konnte ihm erzählen, was er hören wollte und war so gut aus dem Schneider. Ich konnte ihm erzählen, wie toll sie aus aussah, was für scharfe Kurven sie hatte und dass ich ihn wieder einmal um seine Freundin beneidete. Ich konnte fragen, wie er es nur jedesmal schaffte, so erfolgreich zu sein und ihn um Tipps anbetteln.
Das konnte ich machen und es wäre kurz und schmerzlos.

Oder ich wählte Option Nummer zwei. Die Wahrheit. Ich sagte ihm, dass sie eine aufgetakelte Tussi war, dass sie in kürzester Zeit wieder verschwinden würde und dass ich sie schon auf den ersten Blick nicht leiden konnte. Und dann würde ich ihm sagen, dass es nichts brachte, sich ständig eine neue Tussi anzulachen, die nichts in der Birne hatte und die ganze Zeit nur nervte. Dass er endlich die Augen aufmachen sollte, damit er merkte, dass ich komplett in ihn verschossen war. Ich könnte ihm all das geben, was er ständig bei all diesen Frauen suchte und noch so viel mehr. Ich kannte ihn schließlich schon ewig. Kannte seine Schwächen, seine Macken und wusste wie er tickte.
Das und noch vieles mehr könnte ich sagen und es wäre weder kurz noch schmerzlos. Wohl eher das Gegenteil.

„Bläst sie denn gut?“ Entschied ich mich schließlich für einen abgedroschenen Spruch, erntete dafür Jakobs amüsiertes Lachen und kam um eine Antwort herum.
Wieder einmal…

***
Aktualisiert: 06/01/11
Veröffentlicht: 19/04/09
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Risa am 09/05/09 20:41
Ich finde die Geschichte immer noch so toll wie Anfang des Jahres, als ich sie auf der Yahoo-Group gelesen habe. ^_^
Kurz, knackig, gut!
(Und ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich sie lese. ^_^)

Antwort des Autors split (09/05/09 20:59):
Danke *verbeug* es geht ja nichts über trockenen, ironischen Situationshumor *g*
Kapitel 1
Yavia am 23/05/09 12:26
Hallo Split!
Das ist mal eine wichtige Frage auf eine knackige Länge reduziert. Du hast mit diesen paar Worten sofort ein Bild in meinem Kopf projiziert, wie es da aussieht, wie laut es ist; was vielleicht daran liegt, dass man sich selbst schon mal an so einem Ort befand. Selbst die Tussi konnte ich mir vorstellen, wie sie aussieht, oh, entschuldige, Sandra heißt sie. Sehr toll finde ich, die Schilderung der zwei Optionen. Was ich an solchen Geschichten eh liebe ist der Umstand, dass Mann sich auch mal in Heteros verliebt. Was er dabei durchmacht, wie er sich entscheidet – eine interessante Sache. Klar würde mich interessieren, ob er es Jacob irgendwann mal erzählt. Aber vielleicht kennt er ihn auch zu gut, und weiß wie er tickt.

Antwort des Autors split (23/05/09 13:56):
Jetzt bin ich aber wirklich geschmeichelt, denn das Beschreiben von Situationen und Personen gehört eher zu meinen Schwachstellen. Ich dank dir *winke*
Kapitel 1
Alex am 23/05/09 20:14
Der letzte Spruch ist gut. Obwohl mir ja option zwei besser gefallen hätte. Selbst wenn er danach behauptet hätte, es wäre nur nen Scherz gewesen und es auf den Alk schiebt. Allein das Gesicht von Jakob würde mich schon dermaßen interessieren ... ^^ Genauso, wie lange der Junge denn nun tatsächlich was von seiner neuen Flamme hat. Kann der sich nicht danach mal an den Herrn neben ihn wenden? *grins*
Aber nun ja, wenig Worte um eine wirklich sehr interessante Sache. Die du trotz allem wieder extrem gut dargestellt hast. *und behaupte jetzt nicht das Gegenteil* Wie du sicher wieder festgestellt hast, ist es eindeutig zu kurz um meine Sucht nach "mehr" von deinen tollen Charas zu erfüllen.
*verrätst du mir wie du es schaffst so schnell so sympatische Typen darzustellen?*
LG die Alex ^^


Antwort des Autors split (23/05/09 20:31):
wenn du weiter so machst, kipp ich vor scham noch um und am Ende bekommst du mich noch tatsächlich dazu, Fortsetzungen zu schreiben *stöhn*
Kapitel 1
natsu-niji am 25/06/09 00:54
hi, finde die idee nicht schlecht ist mal was anderes. es zeigt auch mal wie schwer es fallen kann jemand seine gefühle zu gestehen den man vielleicht schon lange kennt und dann auch noch zum eigenen geschlecht gehört. fand es toll wie du den innerlichen konflickt beschrieben hast wie er zb. überlegt hat ob er ihn anlügen soll und ihm sagt wie toll sie ist oder halt die wahrheit sagt in dem er sagt wie blöd er sie findet und das er eifersüchtig ist. schade ist nur das er sich mit einem machospruch aus der affähre zieht. würde mir wünschen zu erfahren wie es mit den beiden weitergeht ob sie vielleicht doch noch zusammenkommen und ob er den mut zur wahrheit findet. :-)
liebe grüße natsu^^
Kapitel 1
Regenengel am 23/07/09 13:12
Also ich finde es im Rahmen der Geschichte gut, wie er sich entscheidet. Ich will gar nicht wissen, ob er es Jacob irgendwann mal erzählt, ob Jacob das Ufer wechselt und die beiden am Ende ein glückliches Paar werden. Das wäre eine ganz andere Geschichte und nicht die, die du hier erzählen wolltest. Ich mochte den Schluss, fand ihn recht realistisch und die vorangegangene Abwägung der Handlungsalternativen sehr amüsant. Man kann sich gut vorstellen, dass so etwas wirklich passiert. (:

Was ich dagegen nicht so gut fand, war, dass die Frauen recht pauschal behandelt wurden und insgesamt schlecht weg kamen. Natürlich kann man verstehen, dass der Erzähler frustriert ist, dass sein Schwarm nur Augen für das weibliche Geschlecht hat, und vielleicht sind die Frauen, die Jacob sich angelt, auch wirklich alle oberflächliche Tussis. Aber der Sprung von „Es bringt nichts, sich nur hohle Tussis anzulachen“ zu „Wieso nimmst du nicht mich, ich könnte dir doch alles geben“ ist mir zu groß und unvermittelt.
Ich bezweifle, dass „er“ das könnte, sofern Jacob sexuell nur auf Frauen stehen sollte. Da hilft es auch nicht, dass die beiden ansonsten eine wunderbare enge Freundschaft verbindet. Eigentlich sollte er das wissen, denn wer ein inneres Coming-Out durchlebt hat, der macht sich unweigerlich viele Gedanken über solche Fragen. Vielleicht ist er aber auch noch nicht so weit. Er wirkt auf mich nicht wie ein Mann, der sich seiner Orientierung schon sicher ist und damit umgehen kann.
Jedenfalls fehlt mir ganz klar eine Reflexion über den Geschlecht-Aspekt, damit „er“ nicht so blauäugig und frauenverachtend rüberkommt – oder diese Einstellung erklärt wird. Denn wie gesagt, theoretisch ist das alles erklärbar und ich glaube auch nicht, dass du diese Wirkung erzielen wolltest. Mir fehlen für eine richtige Einordnung einfach ein paar elementare Informationen, die in der kurzen Szene weggefallen sind. Je kürzer die Szenen/Geschichten, desto mehr muss ein Leser die Geschichte aktiv miterzählen, desto größer wird die Gefahr von nicht beabsichtigten Assoziationen.

Ich hoffe, ich konnte halbwegs verständlich machen, was ich meine. Ich habe beim Schreiben des Reviews selbst gemerkt, wie schwer ich meine Kritik in Worte fassen kann. Bitte nimm es mir nicht übel, dass die Erklärung so lang geworden ist, obwohl es nur ein winziger Aspekt war, den ich kritisieren wollte. Ich hab’s nicht knackiger formuliert bekommen. ^^;

Liebe Grüße,
Regenengel

Antwort des Autors split (26/07/09 14:47):
wow, zu erst einmal danke für dein review...
das ist ja bald länger als die geschichte selbst.
ich glaube auch, ich weiß, was du meinst, aber um ehrlich zu sein, habe ich mir beim schreiben nicht solche tiefgreifenden gedanken gemacht. ich finde es faszinierend, wie viel man da reininterpretieren kann, wo das alles doch gar nicht so ernst gemeint ist. aber danke, für deine erklärung
Kapitel 1
Tanrien am 22/08/09 22:22
Nett. Zwinkernd Besonders gut gefällt mir „Bläst sie denn gut?“ als Punch-Line, gerade weil wir Leser eher eine der beiden vorher beschriebenen Reaktionen in einer m/m-Geschichte hier erwartet hätten.

Insgesamt hätte ich mir allerdings gewünscht, das ganze etwas "schärfer" zu haben - die ganze Geschichte noch zu kürzen und zu straffen, im Sinne von Wenn kurz, dann richtig!. Ingesamt aber wirklich ein netter, ausreichender und damit abgeschlossener Auszug aus einer unbekannten größeren Geschichte - 4 Sterne dafür von mir. Smiley
Kapitel 1
Silvermoon am 15/12/09 13:26
Wieder eine süße Kurzgeschichte von dir :-)
Die Szenenbeschreibung in der Disco ist unheimlich authentisch beschrieben. Jeder kennt glaube ich die Situation, seine Gefühle nicht mitteilen zu können.
Es kommt einem vor, wie ein Moment - ausgeschnitten aus einer längeren Geschichte. Doch dieser kurze Moment ist vollkommen ausreichend, die Situation sofort zu erfassen. Wieder beschränkst du dich allein auf die Gedanken, was natürlich sehr dynamisch wirkt, allerdings auch sehr distanziert. Der Leser würde sich mehr mit dem Ich-Erzähler identifizieren, wenn du mehr auf seine Gefühle, und weniger auf seine Gedanken eingegangen wärst. Allerdings sei dahingestellt, ob dann nicht die Dynamik verloren gegangen wäre. Ich denke, das ist geschmackssache :-)
Insofern ist die Kurzgeschichte schön und flüssig geschrieben und quält den Leser nicht mit unnötigen Beschreibungen.
Was ich schade finde, ist die Tatsache, dass du die Frauen so schlecht wegkommen lässt. Natürlich ist der Ich-Erzähler frustriert, aber den Stempel "nichts in der Birne" aufzudrücken, ist doch sehr extrem. Kann natürlich auch sein, dass Jakob nur solche Frauen abschleppt, aber vielleicht sollte man dann eher auf seinen Geschmack eingehen und nicht die Frauen an sich beschreiben.
Besonders toll fand ich die Antwort des Protagonisten. Es war eine Antwort, die der Leser nicht erwartet hätte und ein schöner Höhepunkt der Geschichte.
Von mir gibts eine "Gut".

LG
Silvermoon

Antwort des Autors split (15/12/09 21:12):
Hey, noch mal du *Keks zuscheib*
Wenn man bedenkt, dass ich noch nie in ner Disko war, dann ist dein Lob fastschon unglaublich *lach* dafür steck ich fast täglich in der Situation, dass ich mich nicht mitteilen kann *drops*
Dass mit der Distanzierheit ist ein guter Einwand, aber Gegenfrage: soll der Leser sich mit dem Erzähler identifizieren oder soll er von diesem einfach nur als fremder Zuschauer erfahren, was passiert ist?... oi, jetzt werd ich philosophisch *kicher*
Was die Frauen betrifft *räupser*... ich muss gestehen, dass ist meine Dauereinstellung gegenüber Männern, deshalb ist es für mich normal das so darzustellen... außerdem hast du es ja selbst gesagt: der Erzähler is frustriert. Wäre es da nicht widersprüchlich, wenn er da noch ne Fußnote anhängt und sagt, aber eigentlich sind die ja net so schlimm... sind ja nur meine Konkurrenten, die ich aus dem Weg haben will.
Oi, ich werd hier noch zum Frauenfeind, du bist nämlich net die(der?) erste, die das anmerkt *lach*
Jedenfalls auch hier ein herzliches Danke.
Kapitel 1
Memphis am 18/02/10 13:20
Kurz und knackig.

Ich mag es, dass der Ich-Erzähler kein Held vor der Liebe ist, sondern so feige, wie es doch die meisten Menschen sind, wenn es darum geht sich ehrlich jemand zu öffnen und sei es auch der beste Freund.

Man kann sich richtig vorstellen, wie sich diese Situation tatsächlich zwischen existierenden Menschen abspielt, vielleicht heißen sie dann nicht Jakob, Ich und Sandra, sondern Martin, Er und Natascha.

Und am Ende ist man mit dem Ich-Erzähler mit enttäuscht. Warum hat er es nicht getan? Hätte man dasselbe in seiner Situation getan? Vielleicht, wahrscheinlich sogar. Ob man damit glücklich wurde? Eher nicht, aber das Leben funktioniert nun mal nicht immer so.

Doch, eine sehr gute Kurzgeschichte!

Antwort des Autors split (18/02/10 14:51):
Genau das, wollte ich bewirken... Da bleibt mir nicht mehr, als ganz herzlich danke zu sagen... LG, dat split
Kapitel 1
EvilDime am 19/04/11 21:37
Fieps. Kurz und schmerzhaft. Schlagfertigkeit/Humor in so einer Situation tut irgendwie mehr weh, als wenn er einfach nur sagen würde "Sieht gut aus." Armer Mensch.
*andere Reviews durchles* Ich find's nicht frauenfeindlich. Nicht jede Frau ist eine hohle Tussi, aber das behauptest du ja auch gar nicht - nur jede Frau, die Jakob abschleppt; und das kann schon sein. ^^ Manche haben da ja wirklich geradezu ein Gespür für. 0.o
Kapitel 1
aschenneller am 25/12/13 17:53
Tja, diese Geschichte hätte mir sehr gut gefallen!!! Aber sie war mir etwas zu kurz!!! Da hätte ich gerne mehr gelesen! Grinsend
Ciao
Christina



Antwort der Autors split (25-12-2013 18:07):
Kurz is mein zweiter Vorname ;-)
Aber schön, dass es dir trotzdem ein wenig gefällt.
Lies net alles auf einmal, heb dir noch ein paar Geschichten auf, ich bin ein langsamer Schreiber ^___^
Kapitel 1
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Yavia
29/08/21 12:27
An alle, die eine Nachricht an die Admins über die Mailadresse schicken: Bitte gebt euren Usernamen in der Nachricht mit an, damit wir wissen, wer um Hilfe fragt. Vielen Dank!

Snoopy279
16/05/21 18:14
gerne natürlich auch die, die Fanfiktion lesen/Fanfiktionschreiber einfach unterstützen wollen

Snoopy279
16/05/21 18:14
alle, die auch Fanfiktion schreiben, bitte bei der Petition mitmachen, damit das auch in Zukunft möglich bleibt!
http://chng.it/WnwVCzxGff


jabba
21/01/21 22:32
Knuddel! Knuddel! Alle ganz doll knuddel! Heute ist Weltknuddeltag! Knuddel! Knuddel!

Witch23
01/01/21 02:37
*Pfeif Zisch* Gutes neues Jahr wünsche ich euch allen

split
01/01/21 00:01
Frohes Neues *krach baller lärm*

split
24/12/20 23:24
Frohe Weihnachten

Niemue
24/12/20 12:29
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Neuen Jahr! :*

Witch23
24/12/20 11:02
Wünsche ich euch auch. Vor allem habt schöne Feiertage.

Yavia
24/12/20 10:48
Frohe Weihnachten euch allen!

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